Natürlicher Milbenfall nach Thymolbehandlung - ab wann?

Nils

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Hallo Leute,

es wird immer ruhiger im Forum und auch bei den Bienen scheint der Winter zu nahen.
Zeit für eine weitere Anfängerfrage....

Ich habe mich für eine Thymolbehandlung mit Api Life Var entschieden. Zur Erfolgskontrolle wäre es ja nun (bzw. im Oktober) notwendig, den natürlichen Milbenfall zu ermitteln. Der soll dann über die Notwenigkeit einer Winterbehandlung Auskunft geben.

Nun befinden sich aber immer noch die Thymolstreifen im Volk - und laut Imkerhof Salzburg soll man die bis zur Winterbehandlung auch ruhig drinnen lassen. (Wenn nicht gar bis März).

Doch ich frage mich, wie man da den natürlichen Milbenfall ermitteln kann? Eigentlich ja nur, indem man die Streifen rausnimmt, eine Zeit lang wartet und dann die Milben zählt.
Wie lange sollten die Streifen heraussen sein, um den Milbenfall beurteilen zu können? Das Thymol wirkt ja doch sehr lange nach.

Oder gibt es da noch andere Möglichkeiten? (ausser Puderzuckermethode oder Bienen auswaschen). Denn eigentlich liegen die Streifen gut drinnen und können so ja noch eine Zeit lang nachwirken. Und die Bienen scheinen sich daran gewöhnt zu haben, über die älteren Streifen krabbeln sie mittlerweile ohne weiteres drüber.

Wie machen's denn die erfahrenen Thymol-Anwender?
Oder gibts bei Euch prinzipiell eine Winterbehandlung?
Und wieviel ml Bienenwohl verwendet ihr für die Winterbehandlung? (mehr als 10 ml?)
(Ja, ich weiß, nicht zugelassen in Deutschland...)

Danke Euch,

Nils
 

Alpenimker

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Nils,
ich bin erfahrener Api Life Var Anwender, aber oute mich als Nicht Diagnostiker.

Persönlich kenne ich keinen großen Imker, der Milben zählt und da ich auch noch "größer" werden will, mache ich es auch nicht.
Ich mache Stichproben und alle Völker eines Standes werden nach Punkt und Beistrich gleich behandelt.

Ich würde dir empfehlen die Völker in Ruhe zu lassen, die Plättchen in Ruhe zu lassen, in dich zu gehen, hier viele Beiträge zu schreiben und dann im November oder Dezember eine Restentmilbung mit Bienenwohl zu machen.

Gruß aus Tirol,

Wolfgang
 

Marcel

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Ich verwende nun 5 Jahre ALV und zähle keine Milben mehr!!

Eine Restentmilbung sollte ein Muss sein.

Lg
 

Nils

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Danke für Eure Antworten!

Eines gleich vorweg: Milben zählen werde ich nieeeee wieder! Zumindest nicht in diesem Ausmaß...
:SM_1_46:

Da ich ja nun mal ein kleines Imkerlein bin und alles neu ist für mich, gehört das Zählen noch dazu. Im nächsten Jahr wird das bestimmt anders und einfacher. Aber als alter Statistiker habe ich nun mal das tägliche Zählen angefangen - jetzt muß ichs auch durchziehen... *grins*

@Wolfgang:
Danke für Deine Empfehlung - genau so hatte ich es auch vor, alles seinen Gang gehen zu lassen. Das Milbenzählen stört meine Völkchen ja nicht. Doch ich denke schon immer einen Monat weiter und die nächste schwierige Sache wird die Winterbehandlung, die da auf mich zukommt.

@Marcel
"zähle keine Milben MEHR" - also hast Du auch mal :) *grins*

Gut zu wissen, daß ihr die Winterbehandlung IMMER macht. Denn ich bin mir bei einem Volk unsicher. Da habe ich - trotzdem ALV drinnen ist - einen geringen Milbenfall von 0-2 pro Tag (1,2 im Schnitt der letzten 5 Tage). Der letzte Streifen kam vor 6 Tagen rein, es sollte also durchaus noch wirken - auch wenns kalt ist.
Ihr würdet also auch dieses Volk behandeln im November/Dezember?

Den Völkern, die es nicht unbedingt brauchen, würde ich es halt gerne ersparen. Ich selbst nehme ja Antibiotika auch nur dann, wenn ich es brauche...

Meinem stark befallenem Volk wird das aber nicht erspart bleiben. Die dritte ALV-Behandlung läuft und die Fallzahlen sinken. Bleibt die Frage: wegen der Temperatur oder weil's tatsächlich endlich mal weniger Milben werden???
Immerhin sinds bis heute an die 8.000 Milben...

Danke für Euren Rat und Eure Meinung,

Nils
 

Hagen

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Hallo Nils,

bei mir läuft das gerade in die andere Richtung.
Getrieben von der Befürchtung, die Varroabehandlung könnte
unzureichend sein, nehme ich immernoch jede einzelne Milbe
in meine Stockkarten auf.
Im Zusammenhang mit der jeweiligen Behandlungsmethode
versuche ich die Wirkung von den Behandlungen zu erkennen.
Während ich während der Trachtzeit die Windel immer beäuge ob nicht
doch schon eine Milbe zu sehen ist, zähle ich während der Behandlung nach der Trachtzeit
recht zeitaufwändig alle herabgefallenen Milben eines jeden Volkes.
Wohl frage ich mich, wie das Imker tun die den "Hobbybereich" längst
verlassen haben - aber ungeachtet dessen ist es mir sehr wichtig dabei
zu lernen, was ich da tue.

So habe ich in jetzt gelernt, dass der Burmeisterverdunster deutlich weniger
verdampft als der Nassenheider (Vertikal), der Nassenheider (Horizontal) sehr leicht
zu viel verdampft (Königinnenverlust), der Vertikale auch an die Obergrenze heranreicht
aber gegen die Milben sehr gut einzusetzen ist.
Weiterhin habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass die Oxalsäuresublimierung
deutlich Bienenschonender ist, aber mehr Aufwand bedeutet, und, richtig angewendet
(Rhythmus 5 mal im 4 Tage - Abstand) der AS Verdampfung im Nassenheider Vertikal
von der Wirkung her sehr nahe kommt.
Eine weitere Erkenntnis ist, dass zur sicheren Auswertung des Totfalls der Milben immer frische
Krabbelsperren gegen Ameisen wichtig sind. Denn eingie Leimringe um die Säulen waren nichtmehr
hinreichend, um die Verschleppung der herabgefallenen Milben durch Ameisen zu verhindern.
Bei einem Volk wiegte ich mich dabei in einer nur scheinbaren Sicherheit, wobei die
Schadschwelle schon erreicht gewesen ist (war gerade noch rechtzeitig).

Die von mir in diesem Jahr getestete Beschallung (angeregt eines hier genannten Patentes)
mit 15kHz Ultraschall erwies sich als nur wenig bis mittelmäßig wirksam.
Ich werde diesbezüglich im kommenden Jahr noch weiter berichten, da ich noch andere
Frequenzen austesten möchte und gewisse Imponderabilien ausschließen möchte.
Nur so viel:
Es fallen bei einer Beschallung (2W, 15kHz bei zwei Zargen) deutlich "agilere" Milben herab,
die dann auch noch auf der Windel umherlaufen,
teilweise auf Pollenkörnchen sitzen oder diese auf dem Rücken liegend mit den Beinen "drehen",
offenbar in dem verzweifelten Versuch daran wieder in die richtige Lage zu gelangen.
Der Milbenfall selbst ist aber etwa nur zweifach erhöht.
z.B. bei dem einen getesteten Volk: Vor Beschallung 3,5 Milben / Tag
während der Beschallung 7,5 Milben /Tag.
(Hier ist ein Unsicherheitsfaktor zu berücksichtigen, weil die Leimringe offenbar
zu alt gewesen sind und Milben evtl. von Ameisen deportiert wurden).
Eine nachgeschaltete AS - Behandlung nach der Tracht erzeugte einen
Milbenfall von bis zu 60 Milben / Tag (dies wurde dann ermittelt mit erneuerten Leimringen).

Da ich von keiner Methode bislang überzeugt bin, setze ich noch meine Hoffnung
auf "Bienenwohl" und OS - Sublimierung".
ApiLiveVar werde ich im kommenden Jahr in Erwägung ziehen - aber auch zuerst
sehr genau beäugen und testen.

Aber um eine pingelig und punktgenaue Diagnose des Varroabefalls und möglichst
genaue Überprüfung eines Behandlungserfolges sehe ich keinen Weg.
Zumindest möchte ich an einer repräsentativen Anzahl von meinen Völkern
immer diese genaue Beobachtung beibehalten.
Um den zeitlichen Aufwand zu minieren, können dann parallel dazu die anderen
Völker "Blind" behandelt werden. Dann möchte ich aber die Sicherheit erfahren haben,
dass meine Behandlungsmethoden hinreichend sind.


Viele Grüße,
Hagen
 

ImkerH

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Hallo,

meine Erfahrung ist, dass nach der Entnahme von Thymolstreifen oder Thymolrähmchen ca. 2 Wochen vergehen müssen bis sich der natürliche Milbenbefall wieder einstellt. Bei kühler Witterung sind es ca. 1,5 Wochen.
 

honigmaul

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Hallo Nils!

Ich persönlich habe keine Erfahrung mit Thymolpräparaten.

Ich kann dir nur die Empfehlungen meiner Imkerkollegen weiter geben. Unbedingt eine Restentmilbung durchführen. Unbedingt bei der Restentmilbung die Thymolstreifen entfernen, damit sich der Geruch bis zum Nektareintrag abbauen kann. Grundsätzlich sollte man mit der Thymolbehandlung so bald es geht nach der Honigernte beginnnen, da die Wirkung von Thymol erst verspätet einsetzt, da sich das Wabenwerk und die Beutenteile erst mit Thymol anreichern müssen. Erst wenn die notwendige Konzentration erreich ist, wirkt das Thymol auf die aufsitzenden Milben, was wieder eine Verzögerung von 12 Tagen (Verdeckelungszeit) nach sich zieht.


MfG
Honigmaul
 

Nils

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Hihi,
ich bin grad über einen alten Beitrag von mir gestolpert und lach mich schlapp....

Eines gleich vorweg: Milben zählen werde ich nieeeee wieder! Zumindest nicht in diesem Ausmaß...
...
Da ich ja nun mal ein kleines Imkerlein bin und alles neu ist für mich, gehört das Zählen noch dazu. Im nächsten Jahr wird das bestimmt anders und einfacher.

:SM_1_46::SM_1_21:
So kann man sich irren.
3 Jahre später zählt er immer noch und mehr denn ja..... *grins*.

Nils
 

DN-Beute

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früh genug erweitern und für Arbeit sorgen :)
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Oh Franz,
Dein Eric bringt mit sehr stark ans grübeln!
Schockbehandlung mit Thymol und dann ApiLive Var (Thymol)
In wie weit ist Thymol eine Schockbehandlung? Hat man mich schon wieder nur belogen?
Durch den Duft von Thymol soll die Varroa nicht mehr den Zeitpunkt kurz vorm verdeckeln
erriechen können.
Und dann geht dein Freund Eric von Thymol nach einer Pause erneut auf Thymol, oder wie? Also Ja.
Gruß
Rudi
 

Nils

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Euch ist schon klar daß dieser Thread 3 Jahre alt ist?

Rudi:
ApiLiveVar und ApiVar sind zwei verschiedene Mittel.
ApiLiveVar ist Thymol, ApiVar ist nichts anderes als Amitraz.

Nils
 

DN-Beute

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früh genug erweitern und für Arbeit sorgen :)
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Hab ich das schon wieder verwechselt, man schei..
Entschuldigung !!!
Nils, danke für den Hinweis.
Gruß
Rudi
 

quikly12

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Obwohl auch das ein bereits ein etwas älterer Beitrag ist, möchte ich den gerne aufgreifen.

Man liest relativ wenig über Thymolbehandlungen, im Imkerverein höre ich allerdings immer wieder, dass Thymol verwendet wir, vorallem um eine Reinvasion zu unterdrücken, die Aussagen darüber sind aber extrem zurückhaltend, als ob es verpönt wäre das zu verwenden und ich habe wenig Erfahrung damit.
Was ich heuer aber feststellen konnte, ist, dass meine Brutwabenableger, die einmal mit Oxuvar oder Milchsäure vor Brutbeginn besprüht wurde, und denen ich dann Thymovar aufgelegt habe ( am 27.6 und dann am 17.7) sehr gut beieinander sind. Auch 2 Fluglinge haben Thymovar bekommen. Also 8 Stöcke "Erfahrung"
Eine genaue Varroakontrolle am 28. Aug ergab meistens 0 Varroen, max 1 Varroa. Das gefällt mir sehr gut, das werde ich wohl zukünftig bei den Ablegern wieder so machen.

Ich überlege auch, nächstes Jahr nach der Brutentnahme Thymol aufzulegen. Vielleicht kann ich mir dann wirklich die AS ersparen.

Und nun meine Fragen:
- Gibt es jemanden der das ähnlich macht und seine Erfahrungen wegen der Reeinvasion mitteilen kann, oder war das bei mir nur Zufall
- Wenn man Thymol nur einen Durchgang lang im Jahr verwendet, gibt es wirklich keine Rückstände im Wachs?, denn das möchte ich mir nicht versauen. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass es sich dann im Laufe der Jahre doch anreichert und nachweisbar wird? Hat wer mehrjährige Erfahrung und das Wachs auch testen lassen?

Wäre dankbar über Infos
 

apis sylvatica

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Persönliche Erfahrung habe ich keine damit, aber hier ein Artikel über Thymol in Honig und Wachs.
 

Chrigel

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Ich habe jahrelange Erfahrung mit Thymovar, da ich seit mehr als 20 Jahren keine AS einsetze. Viele Jahre habe ich damit je eine drei-wöchige Behandlung im August und im September gemacht. Die Wirkung war in dieser Zeit genügend. Die Honigproben zeigten keine Thymolbelastung, da die für die Honiggewinnung verwendeten Waben nicht mit dem Thymovar in Berührung kamen und separat gelagert wurden. Umfangreiche Untersuchungen in der Schweiz 2006 zeigten, dass nur dort Thymol eine Gefahr für Honig und Wachs darstellt, wo die Anwendungsvorschriften nicht eingehalten werden oder die Imker mit Eigenentwicklungen expermimentierten( wir hatten auch hier im Forum schon "Empfehlungen" für ganzjährigen Einsatz von Thymolrähmchen und kristallinen Thymols).
In den ersten Jahren meines Brutbeschränkungs/Brutentnahmeverfahrens 5 B habe ich nach der Gabe von 10l Futter die Völker anfangs August drei Wochen mit Thymovar behandelt. In den meisten Fällen war eine weitere Behandlung bis zur Winterbehandlung nicht nötig - eine regelmässige Windelkontrolle war aber notwendig. Wichtig zu wissen, dass meine Völker in Reihe im Bienenhaus stehen, was einer ausgeglichenen Temperatur der Beuten förderlich ist.
In den letzten beiden Jahren mit 4B habe ich auf die einmalige OS-Bedampfung der brutfreien Völker anfangs August umgestellt und bin zur Zeit der Meinung, dies sei wirkungsvoller als die Thymolanwendung.

Chrigel
 

quikly12

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Hallo Manuel, Hallo Chrigel

Danke für eure Infos, das beruhigt mich doch sehr, da ich das Thymol natürlich nicht als Dauerbehandlung oder als selbst Angemischtes verwenden möchte, sondern ausschlieslich um eventuell ganz ohne Säure bis zu Winterbehandlung kommen möchte.
Ich verdamme auch die Säuren nicht, werde sie auch weiterhin anwenden, wenn mir nichts anderes übrig bleibt. Ich habe aber so eine Respekt vor diesen, da ich selten aber doch die Auswirkungen auf Menschen miterlebe,
und ich selber immer etwas schludrig bin.
Stehen nicht in windrichtung, ein bischem AS oder Milchsäure auf den Händen kann man einfach abwaschen, die Oxalsäure riecht man kaum usw. Sprich, ich habe selber selbst so gut wie nie die vorgeschrieben Schutzmaßnahmen eingehalten.
Nachdem ich aber kürzlich einen Mann kennegelernt habe, der weder geraucht hat, noch sonstigen Noxen in seinem Leben ausgesetz war, mit einer massiv eingeschränkten Lungenfunktion, hat mich das wieder zum nachdenken gebracht.
20 schnellere Schritte am Stück sind für ihn nicht mehr möglich, er ist Anfang 70, Lungentranspantation auch nicht mehr möglich.
Beim Plaudern kamen wir drauf, dass er sehr wohl über viele Jahrer Ameisensäurre und der Milchsäure ausgesetz war. Jetzt hat er schon vor ein paar Jahren seine Bienen aufgeben müssen. Er hat nur mehr einen Bienenstock im Garten, vor dem sitzt er den ganzen Sommer (wenn möglich) täglich um seine Apitherapie zu machen. Nachweislich nützt die ihm, seine Lungenfunktion wird in den Sommermonaten deutlich besser. Für mich klang das aber irgendwie nur Scheiße und er tut mir leid.
Es gibt kaum Untersuchungen dazu. Unser Pulmologe wurde aber nachdenklich, als ich ihn später darauf angesprochen habe, ob das wirklich mit dem Imkern zusammenhängen könnte.
Nach allen möglichen wird gefragt, um herauszufinden, was die Ursache ist.Wir haben bei den rein beruflichen exponierten Patienten gehäuft Autolackierer, Bergarbeiter,Leute die in chemischen Reinigungen arbeiten. Irgendwann werden vermutlich gehäuft auch Imker auftreten. Vorallem jetzt, wenn so viel verdampft aber oft nicht aufgepasst wird.Untersucht oder berücksichtigt wird das bei uns noch nicht.

Ich habe am Wochende mit AS behandelt und mir extra eine Einmalmaske 3M vom OP mitgenommen und diese auch getragen. Ich kam mir, ehrlich gesagt, ganz schön blöd vor, mitten in der Pampa diese zu tragen
Und da ich dabei doch auch Zeit zum Nachdenken hatte, kamen mir schon viele Gedanken zur Gesundheit von Imker.
Mein Nachbar quatscht mich immer schon leicht blöd an, wenn ich einen Schleier trage (das ist mir aber egal, mag einfach keine Stiche im Gesicht). Was wird er wohl für Sprüche loslassen, wenn er mich auch noch mit der 3M Maske sieht....? Ich glaube, dass viele Imker sich nicht an Schutzmaßnahmen halten, bzw. glaube ich eher, dass das so gut wie keiner macht.
Nach der AS Behandlung habe ich micht noch etwas ausgeruht, die Bienen beobachtet und ca. eine Stunde danach wollte ich meinen Stand noch fertig aufräumen.
Ich habe nur einen offenen Stand in dem derzeit 4 Stöcke stehen. Ich ging hinein um Material zu verstauen und es mich hat es fast wieder hinausgeweht. Der AS-Geruch hat sich dermaßen intensiv in dem Holzerverschlag gesammelt, dass ich nur mehr geflüchtet bin.
Mich wundert auch nicht mehr, dass die Bienen vors Flugloch flüchten.
Ich möchte allerdings in 20 Jahren oder länger keinen solchen Schaden wie oben beschrieben davontragen, da rauch ich lieber ein paar Zigaretten mehr, und versuche möglichst keine Säuren zu verwenden.

Ist mir spontan eingefallen, vielleicht die ebenfalls schludrigen unter uns zu warnen, und mich selber anzutreiben, möglichst wenig Säure zu verwenden und wenn ganz genau drauf zu achten, sich selbst zu schützen

Sorry ist OT, aber lässt mich aber momentan einfach nicht los, da es mittlerweile schon wieder einen ganz jungen Imker mit massiven Lungenproblemen erwischt hat. Ob es wirklich mit der Imkerei zu tun hat, kann man zwar nicht beweisen, aber auch nicht gänzlich ausschließen. Ameisensäurebehandlung in der Imkerei seines Vaters macht er seit ca. 5 Jahren, mit einer "Art" Schwammtuchmethode bei über 300 Stöcken und ohne Schutz. Jetzt steht er auf der Transplantliste. Ander giftigen Einflüssen war er vermutlich nie ausgesetz.
Solche Sachen machen einen schon nachdenklich, wenn man sie live miterlebt.

Einfach löschen, wenns gar nicht passt...
 

pdfkungfoo

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Nein
[....]
- Wenn man Thymol nur einen Durchgang lang im Jahr verwendet, gibt es wirklich keine Rückstände im Wachs?, denn das möchte ich mir nicht versauen. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass es sich dann im Laufe der Jahre doch anreichert und nachweisbar wird? [....]

Doch, es gibt IMMER nachweisbare Rückstände von Thymol im Wachs. Das liegt aber in erster Linie daran, dass die wissenschaftlichen Nachweis-Methoden immer besser werden und immer kleinere Spuren aller möglichen Stoffe aufspüren können. Die wichtigere Fragen in diesem Zusammenhang sind: Reichern sich die Rückstände im Laufe der Jahre an? Sind die Pegel dieser Rückstände schädlich? Beeinträchtigen sie den Geschmack des Honigs?

Allerdings ist natürlich auch wichtig, in welcher Form man Thymol anwendet. Ich habe mir erzählen lassen, dass es vor Jahren noch keine (zugelassenen) Präperate gegeben habe, und dass unsere "Alten" sich das Thymol in Form von Kristallen selbst in der Apotheke besorgt haben, dieses fein zermörserten und zwischen die Wabengassen streuten...

Ich selbst habe dieses Jahr erstmals das Präparat ApiLife Var im Einsatz. Erfolg oder Mißerfolg wird sich im Frühjahr zeigen (oder auch bereits bei der Winterbehandlung, wo ich Oxalsäure träufeln werde).

Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim schrieb im Jahr 2013 folgendes zum Thema Thymol:

"Während der Anwendung von Thymol im Bienenvolk reichert sich der Wirkstoff im Wabenwachs an. Es können Werte bis 600 ppb erreicht werden. Die Tatsache, dass man als Mensch den Wirkstoff während der Anwendung und in den Wochen danach riechen kann, zeigt dass Thymol über die Wärme im Bienenvolk und durch die Ventilation der Bienen allmählich aus dem Stock getrieben wird. Schweizer Untersuchungen haben gezeigt, dass auch bei mehrjähriger Anwendung von Thymol keine Anreicherung im Wachs stattfindet, sondern der Wirkstoff immer wieder auf einen niedrigen Pegel absinkt. Dieser Pegel ist aber auf Grund der heutigen hoch empfindlichen Analyseverfahren immer erkennbar. Unklar ist, inwieweit Bienenwachs bestimmter Herkünfte von Natur aus Thymol enthalten kann. Dafür gibt es Anhaltspunkte und auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, da Bienen mit dem Sammelgut auch ätherische Öle eintragen, die in das Wachs übergehen können." (rote Hervorhebung durch mich)

Anmerkung: "ppb" bedeutet "parts per billion". Demnach ist 1ppb ein Teil unter 1 Milliarde, also ca. 1 Zehnmillionstel Prozent oder 1 Tausendstel Milligram in 1 Kilogramm.

Bei Anwendung von ApiLife Var ergaben sich zwischen 5 und 150 ppb Thymol im Honig (durchschnittlich 30 ppb -- Nachweisgrenze sind 5 ppb). Offene Gitterböden begünstigen die Abdunstung von Thymol, daher gab es dort regelmäßig die tieferen Werte. Laien konnten ab 1500 ppb Thymol in Blütenhonig eine Geschmacksveränderung feststellen. Geübte Feinschmecker sollen bei aromaschwachen Honigen bereits 1300 ppb erschnüffeln können

Quelle: http://www.imkerhof-salzburg.at/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=55&Itemid=98
 

quikly12

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Hallo Kurt
Danke für die ausführliche Info. Würde mich nach dem Auswintern über dein Urteil und deine Erkenntnisse freuen.
 

CharlyBaum

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Hallo aus der schönen Toskana wo morgen mein Urlaub zu Ende geht,

eine Bemerkung zu Beitrag von Claudia, auch wenn ich mir hier keine Freunde mache, eine noch größere Gefahr als die AS Behandlung stellt das Verdampfen von Oxalsäure dar. Mir kann keiner erzählen dass er immer alle Schutzbestimmungen einhält, es muss schnell gehen und was mein Honigkunde sagen wird wenn ich unter Vollschutz mit Maske an den Völkern werkele. Das Zeug ist hundsgefährlich wenn es sich in der Lunge ablagert. Mein alter Schulfreund und Imker mit mehr als 200 Völkern kann ein Lied davon singen. Er hat es in einer Saison gemacht, natürlich ohne richtigen Schutz und ist jetzt in ständiger Behandlung. Da auch AS nicht mehr geht, schon der Geruch bringt ihn zum ko.. bleibt Thymol, aber immer mehr TBE.
Kann Zufall sein mit seiner Lunge - oder auch nicht.

Wie gesagt, Freunde mache ich mir nicht, wollte es aber nur gesagt haben.
 

quikly12

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Hallo

Du hast natürlich vollkommen recht, dass die Oxalsäure noch gefährlicher ist als die AS. Vorallem bei Einatmen. Hab aber grad die AS verwendet, deshalb darüber geschrieben.

Hätte es vielleich allgemeiner halten sollen...
 

Nils

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Hallo Charly Baum,

eine noch größere Gefahr als die AS Behandlung stellt das Verdampfen von Oxalsäure dar.

Ich weiß nicht warum dieser Unsinn (verzeih' Charly) ständig erzählt wird.
Die Verdampfung von OX ist nicht gefährlicher als die AS. Der einzige Unterschied ist, daß man bei der AS nicht sieht wie sie verdampft, bei der Oxalsäure sehr wohl. Wahrscheinlich kommt daher der Glaube, sie sei so fürchterlich giftig und überhaupt ganz schrecklich...

In Imkerkreisen wird vor Oxalsäure derartige Panik gemacht, da kann man nur den Kopf schütteln.
Ich habe mich mal mit einem Toxikologen über OX unterhalten. Er lachte mich aus, was ich denn so Angst vor so einem harmlosen Stoff habe...

Das Zeug ist hundsgefährlich wenn es sich in der Lunge ablagert.
Glaube mir: da lagert sich NICHTS in der Lunge ab. Wenn du diesen Dampf einatmen solltest, kommst du nicht weit. Das reizt sofort zum husten. Man müsste schon bewußt einen tiefen Atemzug in der dichtesten Wolke nehmen, damit da irgendwas bis zur Lunge eindringen könnte.

Sollte der Staub in die Lunge kommen dann würde er mit der Feuchtigkeit reagieren und zur Säure werden. Dann würde es die Lungenbläschen verätzen. Genau so, wie es die AS machen würde, wenn man deren Dämpfe einatmet.

Mein alter Schulfreund und Imker mit mehr als 200 Völkern kann ein Lied davon singen. Er hat es in einer Saison gemacht, natürlich ohne richtigen Schutz und ist jetzt in ständiger Behandlung.
Erzählt doch mal was ihm genau fehlt. Ich glaube nicht daß die Ursache in der Oxalsäure zu suchen ist.
Ich habe noch von KEINEM Imker gehört, der durch Oxalsäure zu Schaden gekommen wäre. Sehr wohl aber von Imkern, die sich mit AS böse verätzt haben.

Mir kann keiner erzählen dass er immer alle Schutzbestimmungen einhält,
Nö, tue ich auch nicht :) Ich habe keinen Schutz beim bedampfen. Ich geh nur weit genug weg.
Das Pulver kannst du auch mit bloßen Händen anfassen, da es trocken ist hat es keine ätzende Wirkung. Natürlich könnte es über die Haut in den Körper difundieren. Aber bei den geringen Mengen ist mein Rhabarber-Joghurt bestimmt noch viel giftiger als 20 Bedampfungen...

und was mein Honigkunde sagen wird wenn ich unter Vollschutz mit Maske an den Völkern werkele.
Na, exakt den gleichen "Vollschutz" benötigst du auch für die AS.

Wie gesagt, Freunde mache ich mir nicht, wollte es aber nur gesagt haben.
Ist sicherlich gut gemeint Charly. Aber deswegen halt auch nicht richtiger...

Servus,

Nils
 
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