PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Oxalsäurebehandlung im Dezember



stefan mandl
15.11.2007, 11:19
Liebe Bienenfreunde (-innen)!

Da in der Rubrik "Arbeiten im Dezember" noch keine Beiträge sind und ich der Meinung bin, daß der folgende Eingriff recht bedeutend ist, darf ich unsere Dezemberarbeit bei den Völkern kurz beschreiben.

Wir träufeln 3,5% Oxalsäure mit etwa 10% Honig (Rest warmes Wasser) über die bienenbesetzten Waben zur Varroabekämpfung. Da unsere Völker meist erst im Dezember brutfrei sind, erfolgt dieser Eingriff so spät. Wir achten darauf, daß dies bei min. 2 Grad plus gemacht wird. Wieviel wir von der Lösung verwenden hängt von unserer Laune ab. Ein Litter reicht rund für 20 Völker. Die Oxalsäurebehandlung darf aber nur einmalig durchgeführt werden, da die Völker sonst stark geschädigt werden.

Pro Tag und Arbeiter kann man rund 300 Völker behandeln, wenn man sich nicht allzusehr stresst und auch ein wenig die Winterruhe geniesst.

Dieser Eingriff reduziert die restlichen Varroen doch auf ein Minimum, sodaß die Völker fast milbenfrei ins neue Jahr gehen.

Außerdem ist es ein guter Grund für den Imker auch im Winter bei seinen Bienen sein zu können.

Verena Hagelkruys
15.11.2007, 12:14
Hallo,

ich führe ebenfalls eine Restentmilbung durch, allerdings auf einen etwas anderen Weg. Ich verwende einen Oxalsäureverdampfer ( eigentlich 4-5 Stück in Reihe). Damit kann ich rasch und viele Völker gleichzeitig behandeln, damit bin ich ebenfalls auf einem Nachmittag mit allen Völkern fertig.

Mir persönlich ist die Verdampfungsmethode lieber, da ich damit das Gefühl habe alle Milben zu erreichen, muß aber dazu sagen das ich von der Träufelmethode auch noch nichts schlechtes gehört habe.

Josef Fleischhacker
15.11.2007, 12:57
Auch für mich war bisher das verdampfen von einer Tablette je einräumigen Volk eine Selbstverständlichkeit, hätte aber dennoch sehr gerne gewusst, welche von den beiden Methoden die doch sinnvollere ist?

Vom träufeln und somit "einwackn" der Bienen kann ich mich leider nicht sehr begeistern, denn da denke ich stets an mittlerweile längst vergangene Perizinzeiten. Aber wenn es dennoch Sinn macht, warum nicht.

Was meinen unsere User in dieser wichtigen Frage?

Maja
17.11.2007, 15:55
Hallo zusammen,

bei der Träufelbehandlung mit 3,5 %iger Oxalsäure gehen die Meinungen über den Zuckergehalt (oder Honiganteil) der Lösung in verschiedenen Veröffentlichungen sehr auseinander. Die einen empfehlen eine Zuckerlösung 1:1, die anderen weniger.

Wie ist es denn nun für die Bienen am besten? Wurde das schon mal irgendwo untersucht?

Viele Grüße

Maja

jomasch67
28.11.2007, 11:58
Ich habe früher ebenfalls OS-Tabletten mit einem elektrisch beheizten Verdampfer zur Restentmilbung in der brutlosen Zeit angewendet.

Leider waren meine Erfahrungen mit dieser Art der Verdampfung nicht zufriedenstellend. Die OS-Tablette benötigte sehr lange, bis zum vollständigen Verdampfen. Außerdem war es nicht möglich, den Verdampfungsprozess zu beobachten/kontrollieren, sodaß es immer wieder vorgekommen ist, daß ich den Verdampfer zu früh herausgenommen habe (vor allem bei nachlassender Batterie).

Inzwischen verdampfe ich OS-Pulver in einem mittels Gasbrenner beheizten Verdampfer, welcher mit einem 2-Kammern-System arbeitet.
Der OS-Dampf wird über einen durchsichtigen Schlauch in die Beute geleitet, was mir eine Kontrolle des Verdampfungsprozesses erlaubt. Außerdem gestattet mir der Schlauch, daß ich einen gewissen Sicherheitsabstand zu den entweichenden OS-Dämpfen einhalten kann.
Durch eine Heizdauer von 30 Sekunden wird eine optimale Verdampfungstemperatur sichergestellt.
Der gesamte Bedampfungsvorgang dauert nicht einmal 2 Minuten. Wärend dieser Zeit wird mittels angeschlossener Luftpumpe der entstehende OS-Dampf in die Beute geblasen.
Durch das 2-Kammern-System muß nicht gewartet werden, bis das Gerät ausgekühlt ist, sondern es kann sofort die nächste OS-Ladung nachgefüllt werden.
Die Einleitung der OS kann entweder durch das Flugloch oder falls vorhanden, durch eine Bohrung in der Zarge erfolgen.
Nach erfolgter Bedampfung muß das Flugloch noch ca. 10 Minuten geschlossen bleiben.

MfG Johannes

Hans-Joachim Heyer
03.12.2007, 16:23
Ich habe gerade eben die Oxalsäurebehandlung bei meinen 5 Völkern durchgeführt. Lt. Gebrauchsanweisung 5 ml Pro Wabengasse geträufelt.
4 Völker saßen auf je 5 Wabengassen, eines auf 6. Beim 3. Volk lagen etwa 100 tote Bienen auf dem Gitterrost. Bei dem einzigen 2-zargigen Bienenstock waren die unbesetzten Waben irgendwie grau-schimmlig. Nur die honiggefüllten Bereiche sahen besser aus. Die Wabengassen waren zwischen halb und dreiviertel in der Breite besetzt.

Ich hoffe, ich dar zufrieden sein. Es sind mehr Bienen da, als ich aufgrund der Gemüllfläche befürchtete, aber der Schimmel macht mir etwas Sorgen. Milbenfall hatte ich die Tage zuvor fast keinen.

Josef Fleischhacker
03.12.2007, 20:03
Dankeschön Hans-Joachim für diesen ja geradezu Livebericht!

Wenn Deine Bienen im Moment fünf bis sechs Wabengassen haben, bist bereits im grünen Bereich und somit ist alles bestens. Bei mir mit bedeutend mehr Völkern bewegen sich die Gassen zwischen ebenfalls fünf und bis zu sieben. Auch der Totenfall beim dritten Volk mit 100 ist keineswegs besorgniserregend. Hier bitte ein Foto mit sechs Wabengassen und ebenfalls Totenfall auf dem Gitter.

http://img111.imageshack.us/img111/815/bienenforumcomgemlleaufxc6.png (http://imageshack.us)


Zitat Hans-Joachim

Bei dem einzigen 2-zargigen Bienenstock waren die unbesetzten Waben irgendwie grau-schimmlig.

Nichts machen und auch nichts anrühren, dies bereitet den Bienen im Frühjahr überhaupt keine Probs. Vermutlich war dieses Volk etwas länger in Brut und somit war eben etwas mehr Feuchtigkeit vorhanden, die nun nicht mehr entweichen konnte.

Bei mir wird grundsätzlich nur mehr einräumig eingefüttert, da gibt es ganz einfach keine -von mir aus- verschimmelte Waben.


Zitat Hans-Joachim

Ich hoffe, ich darf zufrieden sein.

Das ja, es besteht im Moment überhaupt kein Grund zur Besorgnis. Aber bitte aufpassen Hans-Joachim und die Völker in Ruhe lassen, denn Jungimker schauen diese sehr oft zugrunde.

LG Josef

Hans-Joachim Heyer
03.12.2007, 22:34
Vielen Dank für den beruhigenden Kommentar. Den Fehler, meine Bienen kaputtzugucken werde ich sicher nicht machen. Ich wurde oft genug gewarnt. Jetzt gilt es nur noch auf den großen Reinigungsflug im Frühjahr zu warten.

Ich überlege nur, am ersten etwas wärmeren Tag Ende Januar oder im Februar mal nachzuschauen, ob alle Völker noch genug Futter haben. Das ist wohl ok oder?

dank im voraus

Josef Fleischhacker
03.12.2007, 22:57
Ich überlege nur, am ersten etwas wärmeren Tag Ende Januar oder im Februar mal nachzuschauen, ob alle Völker noch genug Futter haben. Das ist wohl ok oder?



Neeein, bitte nicht Hans-Joachim :!:

Den genauen Futterstand kann man bestens auf der Bodeneinlage erkennen. Hier verweise ich bitte auf mein obiges Bild, da kann man nämlich ganz genau erkennen wo sich die Winterkugel befindet. In meinen optimalen Fall ganz weit vorne, nahezu noch in der Nähe des Flugloches. Erst wenn die Kugel etwa im Jänner ganz an der Rückwand ankommen würde, wäre Feuer am Dach.

Was Anfang Feber und von da an möglichst wöchentlich gescheit wäre, ist mit eigenem Honig selbstgemachten Futterteig verabreichen. Dies verhindert mit Sicherheit ein allfälliges verhungern und steigert die Legeleistung der Mutti ganz enorm. So mache ich dies jährlich und bringe damit meine Flieger ganz ordentlich in Schwung. ;-)

Hans-Joachim Heyer
04.12.2007, 11:08
Vielen Dank für den Rat mit der Frühjahrsfütterung. So werde ich es machen!

gärtner
05.12.2008, 19:40
Ein Jahr später geht es weiter...

Habe heute bei ca. 6°C Aussentemperatur 3,5% OS geträufelt, 5 ml je besetzter Wabengasse.

Die Säure stammt vom Serumwerk Bernburg und ist fast gebrauchsfertig: Man muß nur mehr 1 Säckchen Saccharose in die Säure einrühren, das Gemisch in die beigelegte 30ml-Spritze einziehen und es kann losgehen.

Hier in D ist nur dieses Produkt und - soviel ich weiß - Oxuvar zugelassen. Alle anderen Anwendungsformen von Oxalsäure, Selbstansätze, Sprühungen, Verdampfungen sind nich legal - werden aber trotzdem häufig angewandt, wie man so hört.

Das Träufeln ist m.E. die einfachste Anwendungsform und entspricht von daher meiner Philosphie, Schnickschnack weitestgehend zu vermeiden. Andererseits wird durch Abheben von Deckel und Folie sowie das Träufeln selbst die Wintertraube doch erheblich gestört, und die Bienen sind nicht so brav sitzen geblieben, wie ich es mir gewünscht hätte.
Die Verdampfungsmethode wäre mit Sicherheit weniger störend - aber auch technisch aufwendiger.

Ich bin gespannt, ob die Aktion noch etwas genützt hat - die Thymol-behandelten Völker sind doch deutlich geschwächt - soweit nicht schon eingegangen - es gibt erheblichen Totenfall und schwachen Bienenbesatz.

Nach der in den verg. Wochen durchgeführten Milbenzählerei vermute ich, daß man auf die OS-Anwendung ganz verzichten kann, wenn man 2x und rechtzeitig im Sommer und zeitigen Herbst AS verabreicht. Bin gerade dabei, mir eine neue und effektivere Strategie für die Überlebenden zusammenzubasteln. Für den Moment: Retten, was zu retten ist. Ich denke, die OS gehört in diesem Fall dazu.

Gruß, franz.

beekeeper
06.12.2008, 10:23
Wir machen die Restentmilbung auch mit der Träufelmethode.
Und zwar 3,5%ige Oxalsäurelösung, mit Zucker. Die Zuckerlösung ist 1/1 gemischt.
Diese Methode wenden wir schon seit 8 Jahren in der brutfreien Zeit an, und können nichts negatives darüber sagen. Wir arbeiten immer zu Zweit, Einer hebt den Deckel bzw die Abdeckfolie an, der Andere füllt die Spritze und beträufelt die Bienen. So geht das recht flott dahin. Wie man die Restentmilbung macht soll jeder Imker für sich selbst entscheiden, wichtig ist nur dass man etwas macht. Der Abfall nach der Behandlung bestätigt immer wieder dass es Völker gibt in die im Herbst nach der Ameisensäurebehandlung Varroen "einziehen".
@Maja
Ja, die Wirksamkeit bzw Bienenverträglichkeit in Abhängigkeit des Mischungsverhältnisses wurde schon untersucht: http://www.alp.admin.ch/themen/00502/00515/00519/index.html?lang=de
kannst du dort unter: Träufelbehandlung mit Oxalsäure, Versuche 1999/2000 und Anwendungsempfehlungen für Mitteleuropa nachlesen
lg Manfred

40Gast
06.12.2008, 11:49
ich habe meine Völker heute auch mit 3,5% OS beträufelt, es war windstill (kommt bei uns in 300 Jahren 1x vor ;-) ) und hat 6°C gehabt.
Alle Völker wohlauf, obwohl trotz etwa gleicher Einwinterungsstärke doch ziemliche Unterschiede festzustellen sind. 4 Völker haben etwa 4 bis 5 Gassen besetzt, 2 Völker jedoch 7 bis 8. Finde ich interessant und beobachtenswert, wie dann der Start in den Frühling sein wird.
Träufelnde Grüße

gärtner
06.12.2008, 14:05
4 Völker haben etwa 4 bis 5 Gassen besetzt, 2 Völker jedoch 7 bis 8.
Hallo Reinhard,

Du hast es bestimmt schon irgendwo geschrieben: hast Du Längs- oder Querbau?

@all:
Ich habe meine Beuten so umgebaut, daß ich zwar die Windeln, aber nicht die Gitter ziehen kann. Laß ich den Totenfall dann einfach bis zum Frühjahr darauf liegen???

Gruss, franz.

40Gast
06.12.2008, 15:41
hi Franz,
ich habe die Waben parallel zur Flugrichtung, also Kaltbau. Wieso glaubst du, dass das einen Einfluss hat?

Zu deiner Totenabfallfrage:
Ich würde von Zeit zu Zeit über den Putzkeil die toten Bienen ausräumen.
Warum?
1. Hilfst du ihnen beim Abtransport der Leichen, da müssen sie sich nicht so plagen
2. Kann sich das Flugloch nicht verlegen, wenn länger keine Flugfase herrscht, und
3. Wenn es sehr lang kalt ist, viel Abfall zu Stande kommt und du Kondenswasser hast, was nach unten tropft, dann könnten die Bienen zu schimmeln beginnen.
Also: raus damit!

LG

gärtner
06.12.2008, 17:13
Hallo Reinhard!

Danke für die Hilfestellung! Die Fluglöcher werden sowieso regelmäßig kontrolliert. Na, denn werd'i alle 4 Wochen mal Krücke und Beserl schwingen, wobei ich natürlich hoffe, daß ich da nicht ganze Berge herausholen muß. Eben habe ich noch neue Windeln eingelegt, ich bin schon sehr auf die Abfall- und Gemülldiagnosen gespannt.

Die Frage nach Kalt-/Warmbau hat sich nur auf die Volksstärke bezogen: 4-5 WG im Kaltbau ist vermutlich etwas mehr als die gleiche Anzahl im Warmbau.

Gestern hatte ich jedenfalls meine bisher wichtigste Imkererkenntnis: von Jänner bis Juni ist das Imkern ein Kinderspiel, von Juli bis Dezember geht's um Leben und Tod.

Beste Grüße und schönen 2. Advent!
franz.

gärtner
08.12.2008, 22:59
So, dann will ich mal hier weitermachen.
Habe vorhin taschenlampenbewehrt 3 von 6 Windeln gezogen - die Ergebnisse sind z.T. überraschend.

Das Wichtigste: Die Oxalsäure wirkt!

Bei meinem stärksten Volk (aktuell auf 9 Waben) bin ich fast tot umgefallen. Der natürliche Abfall vorher war ~3 V pro Tag - jetzt habe ich nach gut 2 Tagen (52 Stunden) 166 Milben gezählt! (Vorbehandlung im Herbst: 2 x AS im Nassenheider Horizontalverdunster)

Der im Juli angeschaffte Kunstschwarm, aktuell auf 5 Waben (ganz schön klein), hat im gleichen Zeitraum 1 (eine!) Milbe abgeworfen. (Vorbehandlung im Herbst: 2 x AS im Nassenheider Horizontalverdunster)

Ein 5-Waben-Ableger, der aktuell auch auf 5 W sitzt, bringt hingegen 145 Varroen in 2 Tagen. (Vorbehandlung im Herbst: 1 x AS im Nassenheider Verdunster, vertikal - es fand kaum Verdunstung statt + 1 x 15 ml AS auf Schwammtuch, direkt über dem Bienensitz - ein zweiter in gleicher Weise behandelter 5W-Ableger ist inzwischen in die ewigen Nektargründe eingegangen).

Morgen zieh ich die Windeln in den ALV-behandelten Beuten...

Interessante Bemerkung am Rande: alle bisher kontrollierten Völker sitzen eindeutig auf der warmen Seite der Beute, also nicht an einer Außenwand, bzw. dort, wo sich in der nächsten Beute auch eine Winterkugel befindet! Da fast alle meine Völker relativ schwach sind, werde ich sie nach Weihnachten warm einpacken. Ich erhoffe mir dadurch einen zeitigen Start in die neue Saison.

Und jetzt setz ich mich an den warmen Ofen...
Gruss, franz.

Maddin
14.12.2008, 20:30
Hallo, kann mir jemand sagen ab welcher Temperatur die Königin wieder anfängt Eier zu legen?

Viele Grüße
Maddin

gärtner
15.12.2008, 19:18
@ Maddin:
Bezügl. der zum Brüten erforderlichen (Außen-)temperatur bin ich auch überfragt - hier warte ich auch noch auf eine Antwort unserer Experten.
Ich denke aber, wenn die Völker gut in Schuss sind und es so mild ist wie bei uns (kaum je unter 0 Grad, Tageswerte +3-5°C), müßte die Königin eigentlich langsam wieder zu legen anfangen.
Ich höre diesbezüglich auch die unterschiedlichsten Sachen: 2 unserer altgedienten und sehr erfolgreichen Imker im Verein packen spätestens nach Weihnachten die Kästen gut ein, a) um Futter zu sparen und b) vor allem, um einen guten Brutstart zu haben.
Ich denke, ich werde das auch tun - meine Völker sind relativ schwach und ich bin um jeden Tag, den es früher losgehen kann, heilfroh.


Zu meiner Milbenzählerei: die Ergebnisse von 1 ALV-behandelten Volk hab ich leider verlegt (immer dieser Vorweihnachtsstress!), bei einem anderen habe ich heute ausgezählt (es ist eins der beiden österreichischen Völker; bisherige Behandlungen: 1 x ALV im September, 1 x AS im Oktober):
6 Wabengassen besetzt, 390 Milben innerhalb von 10 Tagen nach der OS-Träufelbehandlung. Dazu ein paar -zig tote Bienen, die ich aus dem Flugloch gefegt habe. Die nächste Windelkontrolle wird zeigen, wie groß die Winterkugel noch ist.

Schönen Abend wünscht
franz.

Der Bienen-Much
16.12.2008, 19:01
Hallo zusammen, hallo Maddin,
eine Bienenkönigin legt fast immer ihre Eier, auch im strengsten Winter werden einige Maden gepflegt. Einzige Ausnahme, bei beginnender Schwarmstimmung.

Nach Prof. Dr. F. Ruttner dienen die einzelnen Maden den Bienen im Winter als Eiweißquelle.

Quelle: „Königinnenzucht“ Biologische Grundlagen und Technische Anleitung
Apimondia-Verlag 1980.

Das normale Brutgeschäft beginnt in der Regel schon im Februar und wird von der Tageslänge – Sonnenstand geregelt. Auch wenn es z. B. zu Weihnachten um die 20° C warm werden sollte, die innere Uhr unserer Bienen ließe sich nur wenig davon beeindrucken.

Herzliche Grüße

Dieter

gärtner
16.12.2008, 19:41
Heißt das, die Maden werden gemästet und dann von den Winterbienen verspeist?

Und: schließe ich richtig, daß der Brutbeginn dann nur von der Tageslänge, nicht aber von der Temperatur abhängig ist? Oder könnte bei höheren Temperaturen das Brutgeschäft nicht etwa doch schon etwas früher beginnen (Stichwort "warm einpacken")

franz.

einstein
17.12.2008, 08:52
Meine Völker dürften noch nicht begriffen haben, dass schon Winter ist, denn sie brüten wieder und werden stärker.
Ein mir bekannter Imkerkollege - Hauptberuf Elerktriker - hatte vor Jahren seine Völker "elektrisch beheitzt". Die Auswirkung, sie hörten nicht zu brüten auf und schwärmten Ende März - alle.
Dieter - Bienen können kein körpergebildetes Protein verdauen, dazu fehlen die Organe - respektive Eiweiß:
gibt es nur in Eiern.
Der Ruttner soll sein Buch "umschreiben" aber es ist ja Weihnachten und die Zeit der Märchen ist angebrochen.
Gruß Einstein.

Der Bienen-Much
17.12.2008, 18:28
Hallo Einstein,
dein Beitrag ist niveaulos. Weisst du überhaupt, wer Prof. Dr. F. Ruttner war bzw. ist? Wenn du seine Schriften nur im Ansatz kennen würdest, würdest du nicht solchen Unsinn daher reden. Du schreibst hier von Sachen, von denen du keine Ahnung hast, von Bienen - Biologie gleich recht nicht. Das sagt mir dein Beitrag.

Eine Bienenmade ist im wahrsten Sinne Eiweiß pur. Und daher wird eine Made (z.B. vom Imker auf den Oberträger gelegt) sofern sie intakt ist von den Ammenbienen ausgesaugt und an die Brut verfüttert, die Hülle geht den Weg durchs Flugloch nach draußen. Bienen kannibalisieren nun mal ihre Brut und dies nicht zu knapp. In der Natur gibt es keine menschlichen Wertevorstellungen, da überlebt der Organismus, der die vorhandenen Ressourcen am besten ausnützen kann.


Der Ruttner soll sein Buch "umschreiben" aber es ist ja Weihnachten und die Zeit der Märchen ist angebrochen.

Ich werte den Satz als pure Arroganz - als Frechheit gegenüber einem der größten Biologen und Bienenwissenschaftler auf dem Gebiet der Bienenforschung.

Das du nicht einmal was von Bienenhaltung verstehst, zeigt mir dein Satz:

„Restentmilbung im Dezember mit Bienenvital“

Hier schreibst du wortwörtlich:


Will auch wissen, ob öfteres Nachschauen negativ ist, wie sich das Volk entwickelt - eben ein Versuch um zu lernen.
Gruß Einstein

Ich bin sprachlos, so etwas schreibt nicht einmal ein Anfänger in Sachen Imkerei. So unverantwortlich handelt nur ein Bienenhalter. Kein Imker quält seine Bienen zur Winterruhe. Sie ist den richtigen – den wahren Imkern heilig.

Einstein, bleib bei deinen Hummeln, die kannst du tot gucken.

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
(Konrad Adenauer *1876 +1967)

Herzliche Grüße

Dieter

hugo
17.12.2008, 19:02
Hallo Dieter
Lies Deinen Beitrag nochmals durch.
Dann frag Dich mal, wie Du reagierst auf einen solchen Beitrag.
Es gibt einfach sachen welche man nicht schreibt und aus dem Grund schreibe ich auch nicht weiter.
Ich wünsche auf jeden Fall gesegnete Festtage.
Hugo

einstein
17.12.2008, 19:29
Du verurteilst ohne zu wissen!
Wenn ich einen Stock öffne, dann ist Plastikfolie darüber, die rein und durchsichtig ist, dann läuft daneben der Föhn und es gibt keinen aber auch gar keinen Kälteschock!
Du schriebest Einweiß pur: die Made besteht zu einem Teil als Protein und nicht Einweiß - das ist aber Schulwissen!!!
Eiweiß ist das Eiklar und sonst gar nichts, das müßtest aber auch wissen!
Da es bekannt ist, dass sich viele Wissenschafter geirrt haben, stimmt das mit dem Umschreiben schon, ein kleines Beispiel der Herr Justus v. Liebig hat die Düngelehre entwickelt (1867) und publiziert. Die ganze Welt düngt nach seinen Vorgaben, wir aber wissen, dass er Schwachsinn enwickelkt hat! Wo ist denn die Welt heute durch die Düngung. Wo steht die Imkerei durch das "freiwillige Hereinholen" (unwissentliche Importieren) der Varroamilbe- stell Dir vor was gewesen wäre, wenn diese "Herren von Wissenschafter" - ich für mich nenne sie "Säcke", die Varroamilbe nicht eingeschleppt hätten und so die die westl. Honigbiene erledigt haben.
Das steht zu BUCHE, darum müssen wir über solchen Quatsch reden. Du redest über die Biologie der Honigbiene, dabei ist die der Hummel wesentlich komplexer, denn da muß die "Queen" noch die Waben (Tönnchen) bauen, wärmt selbst die Brut mit dem Unterteil des Körpers und füttert noch die Jungen bevor sie ausfliegen. Die Königin fliegt noch bei Minus 1,5 °C.
Was hast Du Ahnung von Bienenbiologie - eher wenig- nur das was Du gelesen hast.
Ich verbringe Jahre mit der Beobachtung und Versuch der Zucht.
Ich will Dir Deine Bienen nicht madig machen, da ich sie selbst liebe, aber ehrlich hast schon mal im Volk die Wärmekurve gemessen - eher nicht, aber mitreden tust, wie ein großer. Hast schon mal eine Infrarotbeobachtung eines Volkes gemacht um die zurückgelegte Wegstrecke der Arbeiterinnen zu messen - das kann man nämlich anhand der Wärmepolare.
Dies ist aktive Forschung in der Bienenbiologie - aber nicht lesen und was behaupten.
Du must es selbst erforschen und nicht andere abkupfern, das ist Lernen und aktive Arbeit.
Du kennst den Spruch : ich weis dass ich nichts weis, viele aber wissen nicht einmal das. Der könnte für irgendwen zutreffen.
Du hast an den meisten Beiträgen Kritik angebracht, Du mußt aber auch Kritik einstecken können - da hast keine "Lederhaut", da bist empfindlich.
Ich habe nicht behauptet, dass Ruttner nur Unsinn geschrieben hat, aber bedenke Deine Theorie: wenn Bienen "Eiweiß saugen können, müsste es noch im Ei vorhanden sein - es ist Larve - daher Blödsin, wenn sich Protein als Proteit im Körper befindet, dann ist es nicht saugbar!!!!
Ist jetzt im Pollen Eiweiß oder Protein - bitte beantworte diese Frage.
Bitte schreibe nicht so einen Nonsens - Protein ist Protein und Eiweiß bleibt Einweiß, daran kannst auch Du nichts ändern.

Mit Gruß
Einstein

gärtner
17.12.2008, 19:42
GEMACH, GEMACH!
Sofort aufhören, Euch die Köpfe einzuschlagen!

Dem Dieter muß ich jetzt einmal schnell beispringen - zu mehr reicht die Zeit nicht, hab um 20 Uhr einen Termin:

"Eiweiss" steht natürlich nicht nur für das Eiklar, sondern synonym auch für "Proteine", ein Blick ins Lexikon, Wörterbuch oder nach Wikipedia genügt, um das zu verifzieren.

Alle anderen Aussagen können mit Sicherheit auf wissenschaftlichem Weg veri- oder falsifiziert werden, dafür brauch es aber ein etwas nüchterneres Niveau der Auseinandersetzung.

Ach so, noch was: die Varroamilbe wurde nachweislich nicht von Wissenschaftlern eingeschleppt, sondern ist quasi eingewandert bzw. durch die Imkerei eingeschleppt worden!

Herzlichen Gruß und bis später,
franz.

einstein
17.12.2008, 20:47
Ein Nachtrag zur Varroaeinbürgerung: ein Wissenschafterteam hatte Königinnen mit Begleitbienen aus dem "Ausland" (denke es waren auch Leute aus Lunz mit dabei? Sicher weis ich es aber nicht mehr genau, habe damals die Meldungen in der Zeitung verfolgt, war denke ich in den siebziger Jahren) mitgebracht und auf diesen saßen Varroen!! Also nicht eingewandert sondern um "Steuergeld importiert", denn diese Reise wurde finanziert - zum Teil.
Nur zur Kenntnisnahme.
So sieht z.B. eine Kurve im Hummelvolk aus - MITGLIED Norbert war so frei.
>LG Einstein
[img=http://img72.imageshack.us/img72/1800/auswertung5ie8.th.gif] (http://img72.imageshack.us/my.php?image=auswertung5ie8.gif)

Josef Fleischhacker
17.12.2008, 22:33
... dein Beitrag ist niveaulos. Weisst du überhaupt, wer Prof. Dr. F. Ruttner war bzw. ist? Wenn du seine Schriften nur im Ansatz kennen würdest, würdest du nicht solchen Unsinn daher reden. Du schreibst hier von Sachen, von denen du keine Ahnung hast, von Bienen - Biologie gleich recht nicht. Das sagt mir dein Beitrag.

Dieter, auch wenn einem berühmten Wissenschaftler widersprochen wird, muss man doch nicht gleich von Niveaulosigkeit und Unsinn reden. Gegensätzlicher Meinungen kann man auch in andere Worte verpacken.

Was Einstein da dankenswerterweise täglich berichtet, verfolge ich mit größter Aufmerksamkeit. Heute hatten wir in 500 m Höhe + 6 c, nicht viel anders war es in den letzten Tagen und Wochen, da kann man schon den Deckel wegschieben um Völker für wichtige Versuche in Augenschein zu nehmen. Ach ja, ich verfüttere niemals freigelegte Larven den Völkern zurück. Diese bekommen meine Amseln.

Der Bienen-Much
18.12.2008, 04:20
Ok, ich habe etwas über reagiert – soll in Zukunft nicht mehr vorkommen.

Herzliche Grüße

Dieter

Maddin
19.12.2008, 19:37
Hallo Einstein, kannst Du anhand deiner Versuche und Beobachtungen sagen unter welchen Bedingungen wieder Larven herangezogen werden nach der Kältepause? Muss es einige Tage lang eine bestimmte Temperatur haben und die Tageslänge stimmen?

Viele Grüße
Maddin

stefan mandl
19.12.2008, 23:04
Liebe Bienenfreunde!
Lieber Dieter, lieber einstein!

Endlich kommt etwas Temperament in die alten Imkerknochen; wie man sieht, kann man sogar über Bienen streiten.
Man möge es mir nachsehen, wenn ich nicht Partei ergreife, teilweise zwecks Freundschaftserhalt, teilweise, weil ich die Stimmung nicht noch anheizen möchte.
Übrigens Kollege Ruttner war einer der ganz Großen, seine Publikationen sind empfehlenswert und das Gerücht, daß er durch Bienenimporte die Varroa zu uns gebracht hat, konnte nie wirklich bestätigt werden.(Deshalb auch die Verbindung mit Lunz, da er dort sehr aktiv war.)

Betreffend Oxalsäurebehandlung im Dezember: wir haben diese Woche rund die Hälfte der Völker behandelt, so gut wie alle sind komplett brutfrei, nur da hat die Oxalsäurebehandlung Sinn.
Leider hat es gestern dermaßen geregnet, daß meine "regenfeste" Jacke ca. 10 kg gewogen hat und wir abbrechen mußten, weil die Wege nicht mehr befahrbar waren.
Die Temperaturen wären ideal, jetzt hoffe ich, daß wir am Montag fortsetzen können, wir brauchen noch rund vier Tage.

Wir haben übrigens wieder eine neue Erfindung: früher haben wir die 3.5% Oxalsäure mit einem 1-Litergefäß mit Schwanenhals geträufelt. Das bedeutet, für jede bienenbesetzten Wabengasse einmal runterfahren und träufeln, bei sieben bienenbesetzten Gassen also sieben Mal träufeln.
Das neue Gerät ist eine Erfindung meines Vaters: Er hat meiner Mutter einen 5-Liter Kanister für destilliertes Wasser, den sie verwendet, um ihr Dampfbügeleisen nachzufüllen, weggenommen, fünf Löcher reingebohrt und 5 Plastikspitzen von Silikonkartuschen durchgesteckt.
Der Kanister wird angefüllt und beim Träufeln hat man gleichzeitig 5 Wabengassen bearbeitet, sodaß man lediglich einmal über den Bienensitz fahren muß und das Volk sofort wieder verschliessen kann.
Das Volk ist rund 5 Sekunden geöffnet. Eine Partie bestehend aus zwei Leuten schafft so am Tag rund 500 Völker, das ist fast doppelt soviel wie mit der alten Methode.

Beste Grüße

stefan mandl

einstein
20.12.2008, 09:16
Hallo Maddin!
Ich sage einfach mal, meine Untersuchungen sind repräsentativ - obwohl nur von 10 Völkern. Ich habe bis jetzt nicht in Erfahrung bringen können, dass "andere Kollegen" solch vertrackte Untersuchungen anstellen, obwohl sie sich mit der Biene beschäftigen - mit der Lebensweise und ihrem Geschlechtstrieb zu tun hat - eigentlich wäre - ist - es ja Bienenbiologie - behaupte ich mal.
Natürlich ist es auch Bienenbiologie, wenn ich die Flügelpaare zähle und ausrechne, wenn sie nun alle mit diesen schlügen, wieviel Luft sie umsetzen würden, wie laut das Summen wäre und dann könnte man noch die Oszillationskurve (der Schallwellen) messen, nur brauchen wir das?
Die Volksstärke, die- sagen wir mal - Ende Oktober im "Kasten" in der Beute vorhanden ist, wird über die Wintersonnenwende beibehalten, meines Erachtens produzieren die Bienen in der Kurztagszeit (nach der Wintersonnenwende) kontinuierlich Arbeiterinnen, da ja bei der Eiablage immer das Pheromon der Königin mit im Spiel ist und so der Drang nach Teilung unterdrückt wird. Andererseits hat das "Volk"- die Bienen immer die legende Königinn im "Visier" - es ist also alles OK. Diese am Anfang sehr schwache Bruttätigket besteht meiner Meinung nach nur aus eben dieser Präsentation der Königin, damit sie "duftmäßig auch in die äußersten Schichten der Wintertraube " hinauskommt, denn die am äußeren Rand sitzenden Bienen wechseln ja nicht wirklich oft die Position sondern halten diese, so meine ich mal mehrere Wochen (Zeichnen der Bienen hat das gezeigt) um dann wieder hinein zu gehen, bzw. abzufallen - weil verbraucht. Das Aufheizen würde einfach zu viel Energie kosten, denn das Fett, das Protein im Körper der außen sitzenden Individuen ist verbraucht, der Körper ist abgenützt und stirbt. Denn mit der Intensität, mit der sich die außen ansitzenden Bienen ineinander "verschachteln", mit der sie ihr Haarkleid "verfilzen" um keine Wärme abzugeben, wird es schwierig, sich wieder zu entwirren. Man findet manchmal beim Totenfall mehrere Bienen die ineinander verhakt sind - das insoferne - wenn im gleichen Moment Bienen an der Außentraube absterben mangels vorhandener Energie. Dabei geht die Temperatur der außen sitzenden Bienen auf ca. 10°C runter. Mit einer Infrarotaufnahme kann das gut dokumentiert werden. Diese Energie, welche die außen sitzenden Bienen abgeben wird zum Leitfaden für die innen zu haltende Wärmensumme.
Daher meine ich mal, dass man die Paralellität zwischen Außen und Innen ziehen kann - eigentlich muß!!!!!!!!
Weil es ja im eigentlichen Sinne eine Wasserspannungskurve ist. Hier ist der pF-Wert (muß) direkt proportional zur Feuchte im Innren, denn sonst würden die Bienen austrocknen und die Maden würden verdursten!!!!
Die Feuchtekonstante wird aber durch Zerlegung des Zuckers (C6-H12-O6), der ja zu 6 x H2O + C dissoziiert, konstant gehalten!!!!! Die Menge der Feuchtigkeit der Luft ergibt die Wärmeleitfähigkeit und diese wiederum reguliert den Wärmebedarf (auf gut deutsch - ist die Luft zu trocken, verbrauchen die Bienen zu viel Futter), daher ist es sinnvoll, Plastikfolien über die Rähmchen zu legen und diese mit Papier abzudecken, damit die Feuchtigkeit innen, die die Bienen produzieren, innen wieder verwendet wird und die Feuchtigkeit außen vom Papier aufgesaugt wird. Nicht beschichtetes Papier (Zeitungspspier z.B.) obwohl statisch innaktiv, wirkt der Verdunstung entgegen, da entstehende Feuchtigkeit in der Dampfphase absorbiert wird (aufgesaugt), sie ergibt daher keine Verdunstungskälte und ist "Wärmeprogressiv".
Soviel zu meinen Forschungen (weis nicht ob man das zur Bienenbiologie hinzuzählen darf?) die jeder anzweifeln darf.
Ich habe auch kein Problem als "Spinner gesehen zu werden".
Bedenkt aber: der, der nicht spinnt, ist nicht normal.
In diesem Sinne schöne Weihnachten.
Gruß Einstein