Wie möglichst rasch einen eigenen Wachskreislauf schaffen?

Josef Fleischhacker

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Hier der Anstoß zu diesem neuen Thread

Ich weiß nicht ab wann man einen eigenen Wachskreislauf in Schwung bringen kann

Dieses scheinbar schwierige Vorhaben lässt sich relativ leicht verwirklichen, Nils merkte an, lediglich Wachs für fünf MW zu haben, aus diesen fünf MW könnte er nun locker bis zu 40 Streifen a 1 cm schneiden, damit wäre auch schon die Basis für 40 eigene Rähmchen geschaffen.

Gibt man nun diese Rähmchen mit Anfangsstreifen nach der Schwarmzeit in die Wirtschaftsvölker, selbstverständlich können damit auch Jungvölker erfreut werden, so erhält man bis zum Herbst herrlich schöne 40 ausgebaute Waben. Macht man dies nun zwei/drei Jahre, so hat man innert weniger Jahre seinen eigenen Wachskreislauf ohne auch nur einen einzigen Euro in die Hand nehmen zu müssen.

Will jemand mehr darüber wissen, so können wir uns gerne darüber unterhalten.

Josef
 
ja ich bitte!
Ich würd bitte gern wissen warum erst nach der Schwarmzeit??

Ich hab voriges Jahr Brutnest-Erweiterungen nur mit Anfangsstreifen gemacht. Dies aber auch vor und während der Schwarmzeit... Gab keine Probleme.

Zu bedenken ist halt, dass laut Bienen-aktuell 02/2014 für den Bau der Waben mit 100.000 Zellen und 1,2 kg Gewicht ca. 7,5 kg Honig aufgewendet werden müssen. Um das wird man halt weniger Honig ernten, bzw mehr auffüttern müssen.
 
Ich würd bitte gern wissen warum erst nach der Schwarmzeit??

Ab diesem Zeitpunkt bauen Bienen nur noch sehr schöne Arbeiterinnenzellen und ohne Drohneneckeln, ab der Schwarmzeit werden eben keine Drohnen mehr benötigt.

Jungvölker benötigen keinen Honig, sondern werden zumindest wöchentlich einmal, besser zwei mal gefüttert. Dies sichert einerseits das zügige erstarken, andererseits wird Problemhonig, z.B. Sonnenblume sehr stark verdünnt, was einer besseren Überwinterung zugute kommt.

Josef.
 
Aber meine Herren,

die Bienen bilden soviel Drohnen, wie sie meinen bilden zu müssen und ein einfacher Wachsstreifen mit mind. 0,6 mm Länge reicht auch für den Ausbau. Wer Naturbau macht, wird sehen, es führt nicht zu zu viel Drohnenbau, sondern dem Volk und der Tracht angepasste Verhältnisse.

VG

Tim
 
die Bienen bilden soviel Drohnen , wie sie meinen bilden zu müssen

Stimmt schon, bedenke jedoch, nach der Schwarmzeit und auch Jungvölker benötigen eben bis zum kommenden Frühjahr keine Drohnenmänner mehr.
 
Kommt auf die Trachtverhältnisse an. Wenn die Schwarmzeit vorbei ist, ist beispielsweise bei uns noch einen Monat lang üppige Tracht und dann wird geläppert. Da hört es dann meist auch bald mit dem ausgeprägten Wabenbau auf und es wird gehortet.

Insoweit nehme ich meine Erfahrungen und werfe sie in den Ring. Ich lasse gleich im Frühjahr ausbauen und die Drohnenanzahl wird nicht weiter beachtet. Sie bilden sie aus, nicht übermäßig, aber für die Befruchtung angemessen. Später sind es Wachszellen, wie andere auch.
 
Uih,
da habe ich ohne es zu wollen ja einen recht interessanten Thread in's Leben gerufen. Danke Josef daß du diesen "Ball" so wunderbar aufgefangen hast :-) Und auch danke für deine Antwort!

Gibt man nun diese Rähmchen mit Anfangsstreifen nach der Schwarmzeit
Damit gibst du mir einen wichtigen Hinweis Josef!

Denn: ich habe letztes Jahr schon versucht nur mit Anfangsstreifen zu erweitern. Erstens weil ich gerne Naturbau hätte und zweitens sind mir die Mittelwände eigentlich zu teuer. Also hängte ich ca. 2 cm. breite Streifen ein.
Das Ergebnis war für mich leider frustrierend!

Zwar wurden die Waben sehr schön ausgebaut, wunderschöne Waben! Aber leider nur sehr langsam. Das führte dazu, daß alle (!) meine 6 Völker prompt in Schwarmstimmung kamen. Sicher machte ich auch noch den Fehler nur zögerlich zu erweitern und auf eine sehr umständliche Art und Weise, die uns am Lehrbienenstand gezeigt wurde, aber im wesentlichen führe ich die ausgeprägte Schwarmstimmung auf diese Anfangsstreifen zurück! Der Ausbau ging zu langsam voran, der Platz wurde dadurch zu wenig und los ging die Lust auf Betriebsausflug!!!

Als Resultat habe ich nun keine 6 Völker - sondern 18 ;) Die Vermehrung klappt also schon recht gut...

Ich nahm mir damals vor, im nächsten Jahr (also heuer) ausschließlich mit MW zu arbeiten!
Mal schauen ob ich das NACH der Schwarmzeit überdenken werde...

Bis dahin gilt es jedoch auch die Völker zu erweitern, d.h. in diesem Jahr komme ich um die Anschaffung von Mittelwänden nicht herum, es sei denn ich möchte alle 18 Völker in Schwarmstimmung versetzen.
Was mir als Anfänger aber durchaus auch so passieren könnte ;)

Danke, ein interessanter Thread, bitte diskutiert fleissig darüber weiter!!!

Nils
 
Schon klar Tim, jede zu erwartende Tracht verlangt vorausschauende Betriebsweisen, auch ist nicht egal wie alt die Königinnen sind, so werden sich die Bienen alter Damen eher noch einige Drohnen gönnen, jedoch werden heurige Königinnen mit einem guten Brutnest aber ganz sicher keine Drohnen mehr wollen.

Wir wollen hier bitte nicht verwirren, sondern eine ganz einfache Möglichkeit aufzeigen wie sich selbst Jungimker schon ab dem zweiten Jahr einen eigenen Wachskreislauf aufbauen können.

Josef
 
Hatte ich nicht vor. Auch ich stand vor der Frage, wie ich meine Betriebsweise vereinfache und den Bienen rückstandsfreies Wachs angedeihen lasse. Wachsstreifen an die Oberträger der Rähmchen, mehr nicht. Sie haben sich die Waben gezogen, wie sie es benötigen und dies auf frischem Wachs. In diesem Jahr werde ich das erste frische Wachs daraus ernten können. Es ist gut so.
 
Guten Abend, Imkeranfänger, die auch eigenes Wachs haben wollen!

Hab einmal zugesehen, wie ein Imker, der 30 Völker hatte, mit der vom Verein geliehenen Mittelwandform seine Mittelwände machte. Er hatte alles schön vorbereitet und arbeitete schon so rationell, wie es mit so einem Gerät geht.
Es ging trotzdem nicht voran und ich habe mir daraufhin vorgenommen, meine Mittelwändd auf einer Maschine machen zu lassen.
Das Erste Mal 2008. Ich hatte die vom Wachsverarbeiter gewünschte Menge von 20 Kg nicht ganz zusammen, Hab ihm versprochen, nächstes Mal umso mehr zu bringen, und er hat ein Auge zugedrückt.
Hab irgendwo gelesen, dass manche Verarbeiter auch mit 10 Kg zufrieden sind.

Jetzt aber zu meinem Vorschlag:
Mittelwände kaufen bei einem vertauenswürdigen Imker in der Nähe. Einem, der seit Jahren eigenes Wachs hat.
Hab auch schon an Anfänger kleinere Mengen Mittelwände abgegeben.
Waben mit Mittelwand sind deutlich schwerer als Naturbauwaben, weil die Walzmaschine die Mittelwände dicker macht, als die Bienen. Und beim Einschmelzen sind die mit Mittelwand entsprechend ergiebiger.
Und:
Standardmässig immer einen Behälter für Wachs dabei haben. Es fällt immer etwas an, und wenn es nur ein paar Spielnäpfchen sind.
Immer eine Deckelgabel oder eine angespitzte Gabel aus dem Essbesteck dabei haben und sowas wie Verbauung, Weiselzellen usw mit dieser Gabel rausheben, nicht reindrücken. Gibt sofort etwas Wachs.
Hauptsächlich "gable" ich, weil das schönere Waben gibt. Durch rausziehen mit der Gabel beiben die übrig bleibenden Teile der Zellwänden aufrecht stehen und werden von den Bienen perfekt instandgesetzt.
Sonnenwachsschmelzer in der Nähe der Bienen ist optimal, dann wird man das gesammelte Wachs schnell wieder los und Drohnenwaben auch.
Dronenwaben schneiden ist gut, jedenfalls früh im Frühling. Man denke an den Obstbauer, der früh im Frühling im Obstgarten Mäuse fängt. Er will die Mütter erwischen, die den Winter überlebt haben, bevor sie Junge bekommen. Das ist effektiv. Gradeso, wie Milben in Dronenbrut fangen, auch so früh wie möglich.
Auch bevor sie Junge bekommen.
Altes Futter und alte Pollen schmelze ich normalerweise mit ein. Tote Brut auch.
Verschimmelte Pollen und stinkende alte Brut nicht.
Man braucht noch einen anderen Schmelzer, denn nicht immer, wenn grade eingeschmolzen werden sollte, scheint die Sonne. Gut geht es in einem elektrisch beheizten Einkochgefäss. Kaufen bei Ebay oder bei der Arbeitslosenselbsthilfe.
Geschmolzenes Wachs abkühlen lassen in einem hohen, schlanken Gefäss. Gerne unten etwas kochendes Wasser einfüllen, dann das heisse Wachs drauf. Kaffeewärmer oder Pappkarton drüberstülpen, damit es
Langsam abkühlt. Dann bleibt die Zeit zum Absetzen der Verschmutzungen.
Grosse 1l, 1,5 l,, und 2 l Plastik Wasserflaschen kommen in Frage. Anderntags aufschlitzen, Wachs raus,
Wachs unten vom Dreck befreien mit Messer.
Nochmal: schlank und hoch sollte die Form sein, dann gibt es unten nur eine kleine Fläche, die man abkratzen muss.
Hab beim Wachsverarbeiter genau das Falsche gesehen. Da lag eine ca 3 cm dicke, ovale Scheibe aus Wachs.
Die offensichtlich in einen grossen Farbeimer gegossen worden war. Sicher ohne Wasser, denn die Form des Eimerbodens war perfekt abgeformt. Und diese Unterseite der Wachsscheibe war voller kleiner eingeschlossener Schmutzpartikel. Vielleicht Pollen.
Wäre etwas heisses Wasser in diesem Eimer gewesen, wäre das Wachs dann auf dem Wasser geschwommen und die Schmutzpartikel wären grossteils unten herausgefallen aus dem flüssigen Wachs.
Dann klebt nach dem Abkühlen nur noch ein Teil der Schmutzpartikel am Wachs. Und die lassen sich dann abschaben. Aber wer will schon die Fläche eines grossen Farbeimers abschaben. Drum Flasche.
Abgeschabtes schmutziges Wachs schmelze ich später wieder mit ein. Es ist nicht so, dass dann immer mehr und mehr Dreck da wäre.
Genug Wasser, das Dreck aufnimmt, ist wichtig, besonders wenn Futterreste mit eingeschmolzen werden. Denn viel Zucker löst sich nur in viel Wasser
Die Flaschen sind für wenig Wachs. Wirds mehr, Ausschau halten nach einem schlanken, hohen, konischen
Eimer.
 
Ja, AdrianL

Ein Sieb wäre von Vorteil, immer dann, wenn Brutwaben eingeschmolzen werden müssen. Die hinterlassen
viel Trester, den man herausheben sollte. Kannst ein grosses Mückengitter reinlegen.
Reindrücken, do, dass der Rand oben herausguckt. U
Und wenn alles geschmolzen ist, wie einen Sack langsam nach oben herausziehen.
Es geht auch, den TresterTrester mit einem Küchensieb rauszuschöpfen.

Hab aber auch an das weitere Reinigen der Klötze aus Sonnenwachsschmelzer gedacht.
Und an Wildbau und Deckelwachs. Da bleibt weniger Dreck zurück, aber ein Sieb tut trotzdem gut.

Solang die Imkerei noch klein ist, reicht das so.
Ich rate dazu, den Sonnenwachsschmelzer etwas grösser zu bauen, damit die alten Waben alle weg sind, bevor es Herbst wird und der nicht mehr funktioniert.

Gruss RSR
 
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