Varroa Bekämpfung mittels Brutpause

Ewas verspätet, heute die erste Durchsicht. Das erfreuliche Ergebnis: Alle Königinnen haben das Käfigen gut überstanden. In allen Völkern gibt es bereits verdeckelte Brut.

Die Bienen sind jetzt so freundlich, wie sonst nie. Genau Null Stiche, ein Schleier ist nicht nötig, der Smoker sowieso nicht. Vor einer Woche haben wir noch um die alten Waben gestritten, jetzt haben die mitlerweile durchwegs alten Damen ein Lächeln im Gesicht. "Bienen wie Käfer".

Bei den ersten Durchsichten korrigiere ich immer etwas am Wabenbau. Manchmal möchten die Bienen zwei Waben verbinden. Nanchmal ist er Naturbau etwas schief, das ist alles leicht korrigiert. Eine einzige Wabe hatte ein Loch in der Mitte, ob ich das akzeptiere, weiß ich noch nicht. vielleicht wird sie später einmal zur Randwabe. Meine persönliche Erfahrung ist, dass quer-gedrahtete Rähmchen viel besser ausgebaut werden. Bei den senkrecht gedrahteten ergeben sich fast immer Wellen im Wabenbau (Abstand passt, daran liegt es nicht).
Bei der totalen Bauerneuerung legen die Bienen (zumindest meine Bienen) eigentlich immer das Brutnest an einer Seite an, fast nie in der Mitte. Zu Beginn ist das Brutnest auch oft noch etwas löchrig. Das gibt sich aber bald.
Ich habe ja nur eine halbe Mittelwand vorgegeben, somit befindet sich im unteren Bereich oft Drohnenbau. Mir ist das recht, allerdings sollte es nicht überhand nehmen.

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Ach ja, um nicht nur von den starken Völkern zu sprechen; zwei sind etwas schwächer (die sind noch spät abgeschwärmt). Die haben zwar ähnlich große Brutnester angelegt, jedoch deutlich weniger Futter eingelagert. Das Brutnest befindet sich bei diesen Völkern nur auf einer Seite und auf der andern Seite sind 2 bzw. 3 Waben unberührt. Wenn sich das nicht in den nächsten 14 Tagen ändert, schiede ich auf 8 Waben.

Die umgearbeiteten Mittelwände aus Eigenwachs habe ich heute abgeholt, Viel Arbeit steht heuer nicht mehr an. Fertig füttern, Einwinterung, Winterbehandlung, monatliches Windeln checken und administratives für den Völkerverkauf im Frühjahr muss ich noch erledigen. Und natürlich die Vorbereitungen fürs nächste Jahr....

Liebe Grüße
Börni
 
Zuletzt bearbeitet:
...ich vergaß, zu den Käfigwaben muss ich noch etwas schreiben, aber as mach ich ein andermal
 
Hey Börni,

mal ein ganz besonderes Dankeschön meinerseits für all' die Info und die informativen Bilder dazu.
Als Imker im 2. Jahr suche ich gerade "meinen" Weg und da kommt das alles sehr gelegen.
Und es ist einfach super aufbreitet ;-)

Viele Grüße aus dem nördlichen Schwarzwald,
Mitch
 
zu den Brutwaben, die in den Käfigen waren:
Die Käfig-Waben sind MiniPlus Waben. Jeweils bis zu 12 solcher Käfig-Waben kommen zu einem MiniPlus-Volk dazu. kurz daraufhin wird die Königin des MiniPlus selbst für 22 Tage in den Käfig gesperrt. Da die Königin dann erst Ende August aus dem Käfig entlassen wird und das fürs Auffüttern und für eine gute Volksentwicklung schon spät ist, gibt es für jedes Brutwaben-MiniPlus ein Volk, welches inzwischen übermäßig aufgefüttert wird und dann die Hälfte seiner Futterwaben abgibt. Auch die eine oder andere Brutwabe kann das Volk wechseln. Ich mag es grundsätzlich, dass immer ein paar MiniPlus zur Verfügung stehen. Falls einmal eine Königin verloren geht, kann man gut vereinigen.
Die Käfig-Waben sind keine Fangwaben im eigentlichen Sinn. Chrigel hat einmal untersucht, wie viele Varroen sich in einer solche Wabe befinden. Es waren nicht übermäßig viele. Ich kenne auch weitere Quellen aus dem Internet, die das bestätigen.
Liebe Grüße
Börni
 
Die Käfig-Waben sind keine Fangwaben im eigentlichen Sinn. Chrigel hat einmal untersucht, wie viele Varroen sich in einer solche Wabe befinden. Es waren nicht übermäßig viele. Ich kenne auch weitere Quellen aus dem Internet, die das bestätigen.
Liebe Grüße
Börni
Bitte öffne doch einmal ein paar der Zellen und schaue nach. Ich hatte dieses Jahr welche dabei da fand ich kaum eine Milbe und andere Völker waren übersät wie ein Streuselkuchen. So pauschal würde ich es nicht sagen da kommt vielleicht auch wieder der Putztrieb die Milbenlast und der Geruch der offenen Brut dazu?
Vielleicht wäre ein auszählen solcher Waben auch von Vorteil so findet man die Völker die am besten mit der Milbe leben können und du kommst der "vsh" Biene etwas näher.

Hier noch ein Bild die Waben waren die kompletten 25tage drinnen wurden aber erst zum Ende ausgebaut und bestiftet
 
...meine Käfigwaben kommen ja in MP und dort sind jetzt erst die Kö gekräftigt. Die Waben werde ich mir in 2 Wochen ansehen....

Liebe Grüße Börni
 
Ich behandle meine Bienen jetzt das zweite Jahr erfolgreich mit Lithiumchlorid (25mMol - 1g LiCl auf 1 Liter Zuckerwasser) jeweils zwei mal im Abstand von 3 Wochen. Habe seitdem keine Varroen mehr. Größere Schädigungen konnte ich bisher nicht beobachten.
Hat nix mit dem Thema zu tun, mach doch besser ein neues und Werbung brauchst so auch nicht machen!
 
Ich habe auch dieses Jahr wieder bei 10 Völkern die Kö für 24 Tage in Käfige verfrachtet. Zudem habe ich Fluchten gebastelt, bei denen ein Zufüttern gut möglich ist. Wäre spannend gewesen, ob eine totale Bauerneuerung ohne aufwendigem Abkehren möglich gewesen wäre?
Der Mensch denkt und Gott lenkt, sagen manche. Jedenfalls hab ich mir die rechte Hand gebrochen, wurde operiert und kann derzeit nicht einmal einen Kugelschreiber und schon gar nicht eine Zarge heben.
Die Kös sind in den Käfigen. Ich werde sie nach ca. 3 Wochen freilassen und (ohne Bauerneuerung) mit Oxalsäure behandeln.
Wer mir dabei helfen kann und möchte weiß ich noch nicht, ich hoffe, ich habe nächstes Jahr noch Bienen und kann sie wieder vernünftig bearbeiten.
:014:
Liebe Grüße Börni
 
Alles Gute und gute Besserung!
 
Auch von mir alles Gute und schnelle Besserung!
 
Der Mensch denkt und Gott lenkt, ...
... und gerade deswegen gibst nun für zwei Wochen totale Ruhe, denk dir du wärst auf Urlaub, ab der dritten Woche kannst schon vorsichtig erste kleine Arbeiten verrichten, wirst sehen.

Jedenfalls alles Gute und vollständige Genesung, ok.

Josef
 
Ich hatte auch gesperrt und mache nur im Frühjahr neue Waben rein und die Schinken die an der Seite hängen raus. Mach dir keinen Kopf solange bei der Brutpause behandelst klappt das schon. Gute Besserung!
 
Nachdem mir letztes Jahr richtige Freunde geholfen haben, habe ich auch voriges Jahr kein Volk an die Varroa verloren.

Heuer bin ich wieder soweit fit, dass ich die Brutpause und Bauerneuerung durchführen kann. Ich möchte jedoch eine kleine Veränderung durchführen: ich möchte die Waben aus dem Brutraum nicht abkehren, sondern teilweise abschütteln und teilweise über Bienenfluchten auf die neuen Rähmchen laufen lassen. Das Abkehren war bisher immer ein Kampf, vor allem bei Temperaturen um die 30 Grad.

Also:
Alte Waben aus dem Brutraum sanft auf neue Waben (untere Zarge) abschütteln, Königin zugeben (unten). Futter über Gläser anbieten (unten).
Darüber Bienenflucht.
Darüber alten Waben (oben)

Meine Fragen:
  • Muss ich ein Absperrgitter über die Bienenfluchten geben, damit die Drohnen die Fluchten nicht verstopfen?
  • Wie lange dauert es bis die Bienen alle unten sind

Liebe Grüße Börni
 
Hallo Börni, wenn du Brut in den Waben hast, dann funktioniert die Bienenflucht nicht.
lg Manfred
 
Danke Manfred, aber ich bin ja schon bei Tag 24. Da gibt es keine Brut mehr. Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob es funktioniert, da ja die Waben oben sind, alt und oft bebrütet, die riechen vielleicht auch noch zu attraktiv, um sie zu verlassen.
Es gibt außerdem ein kleines Flugloch. Sie können ausfliegen und unten wieder einfliegen.
Und wenn sie es nicht tun, hab ich immer noch den Besen...

Jedenfalls werde ich berichten.

Allerdings bleibt die Frage, ob ich über den Fluchten ein Stück Absperrgitter legen soll.
 
Wenn du ein Flugloch hast, wo sie Ausflügen können, warum dann zusätzlich die Bienenflucht?

Marianne
 
Mir scheint dein geplantes Vorgehen ein wesentlich grösserer Murks als das Abwischen der Bienen. Die Drohnen sind ein Problem und können ein grösseres Spektakel vollführen - dein Plan mit dem kleinen Flugloch kann das zwar entschärfen, dafür ein neues Problem schaffen: da keine Tracht mehr ist, werden die Suchbienen die Waben ohne Bienen schnell entdecken mit möglicherweise übleren Folgen.
Ich selber wische seit 15 Jahren ab, dazu im Hinterbehandler - da musst du durch.
Christian
 
Herzlichen Dank für die Antworten. Ich habe die Idee mit den Bienenfluchten vorerst einmal ad acta gelegt und gestern die Waben abgekehrt. Bei nicht einmal 20 Grad war das eine relativ leichte Übung.

Es gibt nichts Schöneres bei der Bienenhaltung, als super entspannte Bienen auf dem neu errichteten Wabenbau. Ich freu mich schon auf die Durchsicht in ein paar Tagen.

Liebe Grüße Börni
 
Trotzdem bleibt das Problem, dass bei über 30 Grad, und die hat es bei uns zumeist Ende Juli, das Abkehren von etwa zweihundert Waben einem Kampf gleichkommt. Eine Seite abgekehrt, die andere ist schon wieder gut besetzt. Ich kehre ab, wechsle den Standort, kehre erneut ab... Ein Alfranseder Abkehr-Gerät könnte helfen, ist mir aber zu teuer.

Ich dachte, dass mit den Fluchten das Abkehren auf mehrere Tage aufgeteilt werden könnte und somit in den frühen Morgenstunden stattfinden könnte. Vielleicht hat jemand eine Idee...
Liebe Grüße Börni
 
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