Brutnest ordnen ?

Oberlausitz

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Bautzen / Sachsen
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2013
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im Oberlausitzer Bergland am Nördlichen Fuß des Czorneboh
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Ja
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Deutsch normal im Magazin
Schwarmverhinderung wie
Zwischenableger
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Nein
Hallo zusammen,

Heute hab ich bei schönen warmen Wetter im Bienenhaus und drumerhum noch ein letztes Mal die Deckel der Beuten gehoben ohne noch Waben zu ziehen.
Dabei viel mir auf das die meisten Völker im hinteren Bereich der Beute saßen. Man konnte nämlich auch schon beobachten das die Fluglöcher ,welche auf eine Bienen breite verkleinert waren, nicht mehr bewacht waren . Da gingen die Wespen ungehindert rein und raus. Das schwächste Volk saß in 5Gassen der Rest in bis zu 8 . Das sollte okay sein oder?
Nun heißt das Thema hier ja "Arbeiten im Oktober-Brutnest ordnen... usw. Sollte ich den Sitz verändern und näher nach vorn rücken oder was ist mit " Brutnest ordnen "sonst noch gemeint?

Schöne Grüße Ronny
 
Jetzt nichts mehr "ordnen". Die Bienen machen was sie tun müssen. Der Winter wird lang und grauslig.
 
Nun nichts mehr ändern Ronny, die Bienen haben ihren Wintersitz eingerichtet, nun nur noch einmal pro Monat die Windel und deren Wabengassen kontrollieren, dies genügt vollkommen. Ernst, bzw. kritisch würde es nur dann werden, wenn die Wintertraube an der hinteren Beutenwand anstößt und naturgemäß nicht mehr weiter kann, in diesem Falle sollte man selbstgemachten FuT griffbereit halten.

Die Wabengassen zwischen fünf und acht sind ebenfalls in Ordnung, also lehne Dich entspannt zurück.

Josef
 
Super man Ihr seid ja schnell Dankeschön,
Aber wie ist das mit dem Brutnest ordnen gemeint, eher im Monat?
Schöne Grüße Ronny
 
Super man Ihr seid ja schnell Dankeschön,

Dazu sind wir uns dieses Forum ja da.

Aber wie ist das mit dem Brutnest ordnen gemeint, eher im Monat?

Ich mach dies immer so Mitte bis Ende September, als Randwabe kommt immer eine ganz dicke HoW, nun gehe ich Wabe um Wabe durch, sehe ich da unbebrütete, löchrige, oder sonst welche Waben die mir im Brutnest nicht gefallen, dies können z.B. dicke Pollenwaben sein, so werden die unbebrüteten entfernt, Pollenwaben kommen als vorletzte Wabe, nun BrW um BrW, den Abschluss bildet immer eine ebenfalls dicke FuW.

Nun wird gefüttert, meine ist es sollte nun genug sein, so gibt es nur noch einen ganz kurzen Einblick und fertig isses schon.

Josef
 
Hallo Oberlausitz!

Wo hast du das gelesen, dass man im Oktober das Brutnest ordnen sollte. Ich würde sagen, dass das ein ausgesprochener Blödsinn ist. Wenn in einem Buch oder in einer Broschüre sowas angepriesen wird, dann würde ich auch bei anderen Ratschlägen vorsichtig sein.

Mein letzter Eingriff in diese Richtung ist vor dem Einfüttern, also etwa um den 20. Juli herum. Da entferne ich nach Möglichkeit alle unbrauchbaren Waben und ergänze entweder mit Mittelwänden oder schönen Waben. Die Bienen bebrüten die Waben nochmals und legen um das Brutnest herum einen Pollenkranz an. Allmählich wird der Pollenkranz mit Futter überlagert und somit konserviert. Das Brutnest wird durch das Futter nach unten abgedrängt.

Im Frühjahr verläuft die Sache genau umgekehrt, durch den Verbrauch des Futters kommt eingelagerter Pollen zum Vorschein. Auf diese Weise können die Bienen das Brutgeschäft auch bei schlechtem Frühjahrswetter problemlos aufrecht erhalten.

MfG
Honigmaul
 
Damit kein Missverständnis entsteht.
Ich habe bspw. verschiedene Situationen. Entweder sitzen die Völker derzeit mit Ihrer Brut an der Fluglochseite oder am anderen Ende. Über den Winter "fressen" sie sich so langsam in die andere Richtung, wo sie Futter finden. Erst am Ende des Winter, in meiner Gegend so etwa Ende Februar fangen sie stärker zu brüten an, dann wird die Position in der Beute stabiler. Wenn sie in der Mitte den Winter beginnen dann fressen sie sich Richtung Rand der Beute und dann dort entlang.
Wenn sie nun im Laufe des Winter in einer "Sackgasse" landen, das heißt rundherum ist kein Futter oder es ist zu weit bei großer Kälte an Futter zu gelangen, dann können sie trotz Futter in der Beute verhungern und dann erfrieren, denn der Honig ist der Brennstoff zum Heizen.
Das kann auch am Ende des Winters passieren, denn bei Brut wollen sie diese nicht mehr verlassen und erreichen bei großem Kälteeinbruch dann das Futter nicht mehr. In dieser Phase gibt es abgesehen von der Milbe die größten natürlichen Verluste.

Ach ja, Brutnest ordnen, weiß gar nicht für was das gut sein soll. Im Frühjahr entnehme ich lediglich leergefressene ggfs. unbesetzte alte Brutwaben, damit diese Schinken mit Krankheitserregern aus den Völkern kommen. Wie auch bei Honigmaul wird bei mir nach der Honigernte nicht mehr eingegriffen. Lediglich kann mal eine Durchsicht fällig sein, wenn ein Volk Anzeichen auf Störungen hat. Aus Routine passiert allerdings kein Eingriff mehr. Man muss das Klima berücksichtigen. Bei Josef kann dies anders aussehen.
 
Mit 5 B ist der Wintersitz im CH Hinterbehandler (Warmbau) zu 100 % in Fluglochnähe. Die Bienen bauen bei der Totalbauerneuerung vom Flugloch her und ziehen dort auch die erste Brut. Die hintersten 3 Waben (von 10 ) werden nicht mehr ins spätsommerliche Brutnest miteinbezogen. Da wir im Frühjahr die Völker einengen ist das eine grosse Erleichterung für den Hinterbehandler-Imker.

Zur vorliegenden Frage: Ich hätte hier keine Probleme damit, die fluglochnahen unbesetzten Waben herauszunehmen, die bienenbesetzten ans Flugloch zu rücken und anschliessend Futterwaben aufzufüllen.
Ich habe als Bienenzuchtberater festgestellt, dass mehr Völker darunter gelitten haben, dass der Imker zu zögerlich oder ängstlich war als wenn er entschlossen einen Mangel behoben hat. Was ich von euch über die Ueberfälle von Wespen auf eure Völker höre, würde ich bei diesem Volk jedenfalls Remedur schaffen und für eine starke Fluglochverteidigung sorgen.

Chrigel
 
Also ist es vollkommen wurscht wo sie momentan sitzen. Sie fressen sich also wie sie es für richtig halten von links nach rechts und von hinten nach vorn und umgekehrt.
Gelesen hab ich das hier im Forum das da heißt: Arbeiten im Oktober/ Brutnest ordnen, Boden Einlage & Varroakontrolle.
Dadurch bin ich überhaupt erst darauf gekommen.
Schöne Grüße Ronny
 
Würde bei mir die Wintertraube hinten sitzen, also fluglochfern, würde ich mir große Sorgen machen ob genügend Futter eingelagert ist! Das wird doch stets fluglochfern eingelagert und nie fluglochnah!? Ich habe noch nie gehört, daß vorne das Futter und hinten die Traube wäre?!

Ich habe Zander kaltbau, möglicherweise ist das bei Warmbau anders?
Jedenfalls wäre meine erste Tat hier die Völker zu wiegen und das Futter ab zu schätzen...

Nils
 
? Ich habe noch nie gehört, daß vorne das Futter und hinten die Traube wäre?!

Nils

Das kann schon vorkommen im Warmbau. Nämlich dann, wenn der Imker im Sommer noch den Bau umstellt und dunkle Waben nach hinten und in Fluglochnähe unbebrütete Waben hängt. Die Königin wird die dunkeln Waben bevorzugen und die Bienen lagern das Winterfutter notgedrungen dort ein wo Platz ist. Ich habe schon Völker im CH Hinterbehandler angetroffen, bei denen der Wintersitz hinten am Abschlussfenster lag. Das ist an sich kein Unglück, wenn der Futtervorrat im vordern Bereich nicht stillem Raub zum Opfer fiel. Es gilt dann einfach im zeitigen Frühjahr die vordern bienenfreien Waben herauszuziehen und den gesamten Sitz nach vorne zu schieben. Ironie der Geschichte ist nur, dass der wenig erfahrene Imker glaubt, er hätte ein überaus starkes Volk vor sich, das den Kasten bis an das Abschlussfenster füllt.

Würde ich, was bei meiner Betriebsweise an sich nicht eintreten kann, so eine Situation antreffen, scheute ich mich nicht, dies selbst im Winter zu beheben. Denn fehlt das Futter in den vordern Waben droht der Hungertod und das kann ich nur mit einem beherzten Eingriff verhindern.
Chrigel
 
Hallo zusammen,
Danke für die schnellen Antworten. Entschieden hab ich mich nun heute Mittag für die von Chrigel vorgeschlagene Variante
Das kann ich nur mit einem beherzten Eingriff verhindern.
Und da wir heute nochmal einigermaßen günstiges Wetter hatten war es mir lieber als im Winter. Es waren auch nur zwei Völker die hinten saßen. Sie wurden jetzt bis auf eine unbesetzte Randwabe nach vorn geschoben und die dort vorher befindlichen Futterwaben nach hinten. Wenige Stunden später ( Nachmittag) konnte ich auch schon eine viel bessere Fluglochbewachung beobachten.

schöne Grüße Ronny
 
Hallo zusammen,
Danke für die schnellen Antworten. Entschieden hab ich mich nun heute Mittag für die von Chrigel vorgeschlagene Variante
Und da wir heute nochmal einigermaßen günstiges Wetter hatten war es mir lieber als im Winter. Es waren auch nur zwei Völker die hinten saßen. Sie wurden jetzt bis auf eine unbesetzte Randwabe nach vorn geschoben und die dort vorher befindlichen Futterwaben nach hinten. Wenige Stunden später ( Nachmittag) konnte ich auch schon eine viel bessere Fluglochbewachung beobachten.

schöne Grüße Ronny

Der Chrigel schreibt, dass evtl. der Imker im Sommer die Brutwaben nach hinten verschoben haben könnte. Ist das bei diesen Völkern der Fall gewesen?
Bei einem meiner Völker hat der Chrigel recht. Nach der Erstellung eines Zwischenbodenablegers, hatte ich die Bienen wieder vereinigt und dann die alte Königin mit Brut vorsichtshalber nach hinten gesetzt und
dies so gelassen, das Brutnest dieses Volkes ist nun hinten.
 
Ich persönlich denke, dass eine Störung jetzt im Volk nicht so einen großen Schaden anrichtet als man denkt.
Mehrere Tage Flugwetter und nur noch auslaufenden Brut erlauben einen kurzen Eingriff, wenn wirklich Not am Volk ist.

LG
 
Hallo,
wenn es wirklich so ist, dass das Brutnest in seltenen Ausnahmefällen Hinten ist, würde ich als Magazinimker einfach die ganze Zarge um 180° zum Boden verdrehen, so bleibt alles zusammen und die Störung für das Volk ist minimal...

Gruß Franz
 
Nein, habe DNM (=Warmbau) und könnte das Brutnest einfach um 180° drehen.
 
Verstellen und richten.

Ich hab mir zum Ziel gemacht, nicht ein Schlaumeier zu sein und meinen Bienen mein Imkerwissen aufzudrücken.
Wenn sie glauben, hinten sitzen zu müssen,....dann eben bitte sitzt dort.
Wichtig - so scheint mir, ist, dass ausreichend Futter vorhanden ist.
Ich füttere bei meinen 10 DN Waben jeweils nur 9 Waben auf. Am 20. September - nachdem alle aufgefüttert sind, kontrolliere ich
nochmals die Völker. Bei dieser Gelegenheit werden die Waben nach hinten gerichtet, und vor der letzten Brutwabe kommt eine neue,
bereits bebrütete Leerwabe.
Bis jetzt bin ich dabei gut über den Winter gekommen.

Fritz

P.S.: In einer Bienenbroschüre habe ich gelesen, dass 1943 für jedes Bienenvolk ein Bezug von 4,80 kg Zucker zuerkannt wurde. Da bedurfte es einer Rasse, welche gering und sparsam in den Winter ging und im Frühjahr eine rasche Entwicklung durch machten.
 
Bei einem meiner Völker hat der Chrigel recht.
Wenn ich es mir recht überlege, bei den beiden bei mir auch.
Einfach die ganze Zarge um 180° zum Boden verdrehen
Tja da hast Du vollkommen Recht ich bin blos nicht auf die Idee gekommen.
Wenn sie glauben, hinten sitzen zu müssen,....dann eben bitte sitzt dort.
Na da hatte ich nur Angst das sie hinten sitzen während man ihnen vorne die Bude leerräumt.
1943 für jedes Bienenvolk ein Bezug von 4,80 kg Zucker zuerkannt
saßen die nicht auf den viel kleineren Kuntsch Rähmchen in viel kleineren Beuten?
schöne Grüße Ronny
 
Hallo Ronny-

Der Imkermeister Lüftenegger war ein *Kind* unserer Ortschaft. Dadurch war seine Beute, die Lüftenegger Beute bei uns stark in Verwendung.
(924 cm2). Zur gleichen Zeit war ein örtlicher Pionier, der Verwalter Müller aktiv, welcher ein Maß von etwa 650 cm2 verwendet hat.
Ich glaube nicht, dass die Größe eine derartige Rolle gespielt hat, sondern die Zucht einer sparsamen Biene.
Überleben durch geringe Volksstärke mit anschließend rascher und starker Frühjahrsentwicklung.
Fritz
 
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