Bienenhiasl

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Hallo zusammen,

ich hab gerade was in den Waben, das ich zwar für Honig gehalten habe, aber es ist wie Gelee, und entfernt erinnert der Geschmack an Mirabellen, und wässrig ist es trotz seiner Dicke. Es hat 19,5% Wassergehalt, geht nicht durch das Honigsieb, und kommt nur bei hoher Geschwindigkeit aus den Zellen.
Klar, diese hohen Touren werde ich fürderhin meiden, aber kennt jemand solches Sammelgut und kann mir ggf etwas dazu sagen?

Schön, dass es dieses Forum gibt übrigens.

Grüße,
Matthias
 

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Bienenhiasl

Mitglied
Beim Auswaschen des Siebs bleibt so ein Glibber zurück. Er schmeckt schwach süß und ein bisschen auch wie frisches Harz vom Kirschbaum oder anderen Obstbäumen.
 

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Josef Fleischhacker

Administrator
Teammitglied
Bei mir werden soeben die Mirabellen -wir sagen Kriecherl dazu- reif, eben deswegen hab ich Olivennetze aufgelegt. Auf den Früchten tummelb sich jede Menge Insekten, vor allem Wespen finden sich sehr viele, natürlich auch die eine oder anderen Biene. Wenn bei mir eher wenig Bienen auf den Kriecherl zu sehen sind so führte ich dies auf die schon sehr straff blühende Sonnenblume zurück, dessen Tracht für Bienen doch bedeutungsvoller ist.

Das erste Foto, jenes mit dem gelben Gelee und dem Spachtel erkenne ich klar als Kriecherlgelee, meine täglich eingemaischten und per Rührspirale zermusertenFrüchte sehen exakt gleich aus. Finden bei dir die Bienen keine Trachten so nehmen sie dieses lohnende Angebot liebend gerne an, ist auch bei anderen süßen Früchten der Fall.

Als Honig ernten und sofort weiterverarbeiten, z. B. als Met-Honigwein ist ohne weitere möglich, als Honig einlagern ist jedoch sehr, sehr gewagt, bin mir nämlich sicher, hier finden sich bereits Hefesporen darin, was den Honig sehr rasch zur Gärung bringt.

Josef, der sich als Schnapsbrenner über solche Honigwaben riesig freuen würde
 

Bienenhiasl

Mitglied
Danke Dir, Josef,

leider wohnst Du weit. Ich frage mal meinen Freund Thomas, der hat eine eigene Brennerei, vielleicht will er die Waben. Es ist um die 5% bisher in jeder Wabe gewesen. Der Turbo bleibt natürlich jetzt aus.

Grüße, Matthias
 

Bienenhiasl

Mitglied
oder muss ich sie ihm besser gleich ausschleudern? Ich könnte meine Waben noch brauchen! Und er wohl weniger, jedenfalls habe ich von Bienenwabenbrand noch nichts gehört 😏.
 

Josef Fleischhacker

Administrator
Teammitglied
leider wohnst Du weit.
Mein Herz blutet:SM_1_04: lieben gerne würde ich dies übernehmen.

Deine Situation ist nun nicht unbedingt als glücklich zu bezeichnen, sind die Bienen auf diese Früchte eingeflogen und sie finden alsbald keine anderen Trachten so bleiben die darauf, das kann sich alleine nur beim Fruchtabfall locker bis zu zwei Wochen hinziehen. Noch schlimmer wäre, würden diese Früchte nicht eingesammelt werden, was bei Waldrändern sehr oft der Fall ist, so bleiben die bis zur völligen Vergärung liegen, ist ein Fressen für Wespen.

Also ich werde da nicht schleudern, das Risiko für weitere Vermischungen wäre doch zu heikel.

Frage, war dies schon einmal der Fall?

Josef
 

Bienenhiasl

Mitglied
Nein. Ich müsste mal wieder die Honiguntersuchung bemühen, die letzte ist schon eine Weile her, die war sehr gut, und vom Geschmack sowie vom Zustand des Honigs bei Schleuderung wars sehr gut wie immer, außer paar mal Melizitoseanteil und letztes Jahr zu hohe Feuchtigkeit um 18,5-19%, bisher überhaupt einmalig in 22 Jahren.
Ich hatte mal Kirschsaftwaben, paar Stück mit rotem Schimmer im Durchlicht, die habe ich dringelassen. Sowas wie jetzt gab's nie.

Der Thomas tut meinen ausgelösten Abdeckelhonig mit dem Mirabellen-Glibber und ggf Wabenstücke, wenn noch vollere kommen, zu einem Mirabellenbrand dazu, da die Menge allein nich reichen wird. Ich schick Dir ein Fläschle, zum Trost und als Dank für den Verwertungstipp.

Honig mit Fruchtsaftanteil ist leider unvermarktbar, außer als Brotaufstrich. Hier habe ich selbst höchstes Interesse, dass alles clean bleibt. Lieber oben etwas zu viel abschöpfen.

Das Fläschle ist versprochen!
 

Bienenhiasl

Mitglied
Deal! Fläschle gegen Flascherl ist wie ein Has gegen ein Hascherl. Aber ich bin auch verheiratet, da bleiben wir lieber auf der Ebene der geistigen Flüssigkeiten. Verzeih, Sancta Prudensis Emanzipatoris, nur ganz selten rutschte mir mal sowas raus.

Also nochmal fachlich, die Honigräume sind unten, es kommt eh nix mehr in der Oberrheinebene, ich versuche wie nehrmals gesagt per Drehzahl zu separieren, den Rest macht hoffentlich die Dichte im Hobbock, das leichtere weil wässrigere kommt hoch und wird zugunsten eines noch zu bestimmmenden Anteils in einem geplanten Honig - Mirabellenschnaps abgeschöpft.

Grüße , hicks!
 

Bienenhiasl

Mitglied
Auf die Gefahr hin, auf die Nerven zu gehen, möchte ich noch ein Bild posten. Wenn man sowas sieht beim Schleudern, ist eventuell dasselbe wie bei meinem Eintrag von (anschließend geliertem) Mirabellensaft der Fall:
Kristallklare Klumpen im auslaufenden Honig, das Sieb verstopft, die Klumpen, da leichter (höherer Wassergehalt) als der Honig, schwimmen oben und machen eine buckelige Oberfläche im Honig, ohne dass erkennbar bei jedem Buckel Luftblasen oder Wachsstücke beteiligt sind.

Houston, wir haben ein Problem.

Ich werde eine Probe des geklärten und nach bester Möglichkeit separierten Honigs nach Hohenheim senden mit dem Vermerk, Mirabellensaft-Eintrag, und das Ergebnis hier posten.

Josef, wenn der Honig wild zu gären begönne (natürlich anwesende Hefen) kann man das doch immer noch brennen, oder?

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Josef Fleischhacker

Administrator
Teammitglied
Hier nervt grundsätzlich niemand, schon gar nicht bei interessanten Fragen wie diese eine ist.
Josef, wenn der Honig wild zu gären begönne (natürlich anwesende Hefen) kann man das doch immer noch brennen, oder?
Edelbrenner ja, die kaufen ja auch -wie ich selber- Industriehonige an, für Imker ohne Erfahrung mit der Destillation sehe ich da schwarz. Der sich in Gärung befindliche Honig muß unbedingt aufgekocht werden, somit werden unerwünschte Hefezellen abgetötet. Nun wird der "gekochte Honig" möglichst rasch auf 25 Grad abgekühlt und unverzüglich der von mir erwünschte Hefestamm eingerührt.


Noch etwa interessantes konnte ich heute erkennen, beim täglichen Marillensammeln sah wie in in trauter Zweisamkeit Bienen und Wespen den süßen Saft naschen, also bitte bei der Probe nicht unbedingt nur Mirabellen, sondern auch Marillen erwähnen.

Josef
 

Bienenhiasl

Mitglied
Marillen- sind das Pflaumen bzw. Zwetschgen? Den Unterschied kennen ja nur Eingeweihte. Es gibt auch ganz alte Kulturformen wie die
sog. Zibärtle, von deren Schnaps man bei allem Wohlgeschmack schnell zuviel genossen hat.

Glaubst Du es wird bei der Probe der Fruchtanteil nach Arten betrachtet?
 

Josef Fleischhacker

Administrator
Teammitglied
Marillen ist eine eigene Sorte, ist oranges bis zu Faust großen Steinobst und genießt sowohl als Speiseobst, als als auch als Destillat höchste Bewunderung, google bitte "Wachauer Marille".
Glaubst Du es wird bei der Probe der Fruchtanteil nach Arten betrachtet?
Der Fruchtanteil nicht, jedoch der (Frucht)Zuckeranteil sehr wohl, so ist die Marille wesentlich süßer als Mirabellen.

Josef
 

Bienenhiasl

Mitglied
Ok, danke für die ganzen Informationen, Josef.
Ich hab mich als schon gewundert, was im Laden als Pflaumen verkauft wird. Das müssen Marillen gewesen sein. Der Begriff ist hier nicht geläufig, dann wird halt der Oberbegriff hingeschrieben. Pflaumen sind bei mir oval und blau, Fleisch gelb bis rötlich, Zwetschgen auch, aber kleiner und blauer.

Ich werd auch Pflaumen hinschreiben.
 

Bienenhiasl

Mitglied
Wachauer Marillen ... ich habs erst jetzt gegoogelt, das sind ja Aprikosen, Josef! Prunus ist es zwar trotzdem, aber nix Pflaume! Die mir unbekannten waren ebensogroß, aber glatt und glänzend. Nein, das gibt es bei uns noch nicht. Aber da es immer wärmer wird, würde mich nichts wundern. Bitte um Nachsicht, da war ich jetzt echt schludrig.
 

Bienenhiasl

Mitglied
Ich habe heute mit dem Labor für Honiguntersuchung an der Universität Hohenheim bei Stuttgart telefoniert. Die Quintessenz war, bevor man eine teure Untersuchung des Zuckerspektrums macht, würde man die Volluntersuchung laut deren Parametern machen. Sollten sich anhand dieser Kriterien Auffälligkeiten ergeben, die nicht erklärbar sind, könnte man immer noch das Zuckerspektrum prüfen.
Die Honiguntersuchung in Hohenheim wird überdies für Imker aus Baden-Württemberg vom Bundesland B.-W. gefördert. Sei es die Qualitätsanalyse oder die Rückstandsanalyse, auch die Wachsanslyse. Wenn auch an unpassender Stelle, einen herzlichen Dank an den Badischen Imkerbund und den Bund Württembergischer Imker (es lebe der traditionelle Unilateralismus?), bei denen ich primär die Fleißarbeit vor der Landesförderung der Honig-und Wachsproben vermute. Also ich habe einen Eigenanteil von 30€ für eine Volluntersuchung nach dem dortigen Prüfschema zu tragen, das ist für Hobbyisten ein angemessener Betrag.
Wie schon geschrieben, ich melde mich.
 

Bienenhiasl

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe von den ersten beiden Kübeln eine Probe gezogen. Das waren diejenigen, bei denen ich das geleeartige Zeug noch mit ausgeschleudert hatte, was dann größtenteils im Sieb hing.
Bei den restlichen Kübeln habe ich vorsichtiger geschleudert, so dass das dicke Zeug mehrheitlich in den Zellen verblieb.
Dadurch habe ich beim Inhalt dieser späteren Kübel eigentlich keine Probleme erwartet. Wie man sieht, habe ich zum Glück auch bei den ersten beiden keine...
Gärung gab es bisher nicht. Der Wassergehalt wird durch Mischen auf ein niedrigeres Niveau gebracht, da auch dieser bei den folgenden Kübeln abgenommen hat (aber eine blöde Arbeit).
Ich hatte die Frühtracht nicht geschleudert. Im Flugradius gibt es Bärlauch (Allium), dessen Honig das Labor als mögliche Ursache der Geleebildung sieht. Die Pollenanalyse kommt erst noch per Post.

Josef, ich muss mal den Thomas fragen, was er aus meinen 15 kg extra ausgeschleudertem Gelee letzlich gemacht hat. Er schien mir mit meiner Gabe etwas ratlos zu sein.

Grüße!
 

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Bienenhiasl

Mitglied
Hier noch die Pollenanalyse, der Vollständigkeit halber. Nach Vergissmeinnicht, das überrepräsentiert ist, ist Allium die zweithäufigste Pollensorte.
Also wieder was gelernt, Bärlauchhonig geliert.
Bärlauch wächst im Tiefgestade und in der Rheinaue. Das nächste Vorkommen dürfte ca. 1 km entfernt sein. Bisher hatte ich sowas nicht. Die Frühtracht war aber, wie gesagt, nicht geschleudert worden.
Als alter Türmlesbauer und Einmalschleuderer nehm ichs eher hin, wenn sich die Trachten mischen als dass ich mehrmals schleudern muss. Nur wenns mal echt viel gibt, mach ich die Frühtracht vorher raus.
Übrigens ist gerade meine Hebehilfe geliefert worden, die meinen Rücken etwas entlasten soll. Ich werde berichten.

Grüße zum Abschluss dieses Themas

Matthias
 

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Josef Fleischhacker

Administrator
Teammitglied
Danke Mathias für dieses lehrreiche und überaus interessante Thema.

Viel Freude mit der neuen Tragehilfe, Wirbelsäule hat man bekanntlich nur eine und aus diese soll man auch heikel sein.

Josef