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Thema: Viren bekämpfen

  1. #1
    Avatar von Nils
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    Viren bekämpfen

    Hallo miteinander,

    habt Nachsicht mit einem Anfänger - ich habe da mal wieder so Ideen im Kopf (Flausen?) die raus wollen.

    Gerade war ich auf einem Vortrag über die Varroa und Bienenkrankheiten - und das Thema regt mich immer wieder auf. Sch... Varroa.

    Varroa öffnet das Tor für Viren und die geben den Bienen den Rest - das ist die Kurzfassung. Daher ist Varroabekämpfung auch so wichtig.

    Aber was mich auch beschäftigt ist, ob es denn keine Möglichkeit gibt, auch die Viren direkt zu bekämpfen. Zusätzlich zur Varroa-Behandlung. Kennt da jemand Möglichkeiten?

    Ich weiß daß auch bei Menschen Viren nur schwer bekämpfbar sind und letztendlich unser Imunsystem selber damit fertig weden muß. Aber es gibt unterstützende Mittel aus Kräutern wie z.B. das bekannte Echinacea oder auch den Wasserdost. Beide unterstützen das Immunsystem. Salbei ist auch sehr antiviral.

    Würde denn ein Auszug aus diesen Pflanzen ins Zuckerwasser gemischt auch den Bienen helfen? Das könnte man ja beim einfüttern für den Winter druntermischen.

    Selber mache ich mir aus den Pflanzen auch alkoholische Auszüge die mir dann im Frühjahr zur Grippe sehr willkommen sind..

    Ich finde es zu einseitig, nur die Varroa zu bekämpfen. Ich möchte meine Bienen, bzw. deren Imunsystem auch sonst noch irgendwie stärken.

    Bestimmt habt ihr so was (blödes?) schon öfters gehört, mich würde Eure Meinung dazu interessieren.

    Danke,

    Nils

  2. #2
    Avatar von Sebastian
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    Zitat Zitat von Nils Beitrag anzeigen
    unterstützende Mittel aus Kräutern
    Leider scheitern diese oft wenn es darum geht, einen greifbaren Vorteil nachzuweisen.

    Zitat Zitat von Nils Beitrag anzeigen
    Ich möchte meine Bienen, bzw. deren Imunsystem auch sonst noch irgendwie stärken.
    Besser als mit irgendwelchem Wässern und Mittelchen herumzudoktern ist es, gesunde, vitale Bienen zu selektieren. Das schliesst auch ein, Schwächlinge auszumerzen, d.h. umzuweiseln. Das ist zwar oft nicht das, was sich so mancher Anfänger unter Bienenliebe vorgestellt hat, aber Anpassung und Auslese ist nun einmal das Rezept nach dem die Natur funktioniert.

    lg,
    Sebastian
    Schwarm drüber!

  3. #3

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    Zitat Zitat von Nils Beitrag anzeigen
    Ich finde es zu einseitig, nur die Varroa zu bekämpfen. Ich möchte meine Bienen, bzw. deren Imunsystem auch sonst noch irgendwie stärken.
    Hallo Nils,
    das Immunsystem stärken ist bestimmt hilfreich, bei Menschen und Bienen. Die Viren werden durch die Varroa übertragen. Durch den Chitinpanzer ist die Biene gut geschützt. Wenn nun der Saugrüssel der Varroa diesen Schutzpanzer durchbohrt, ist es mit diesem Schutz vorbei. Vergleichbar ist dies mit einem faustgroßen Loch im menschlichen Körper, da hilft auch ein noch so gutes Immunsystem nicht mehr.
    Dr. Ritter schreibt dazu in seinem neuen Buch: "Auch Bienen verfügen über eine immunologische Abwehr im Körper. Die in der Hämolymphe enthaltenen Fresszellen wirken wohl nicht gegen Viren, aber zumindest gegen Bakterien. Weiterhin konnte eine zellfreie Immunabwehr nachgewiesen werden. Sie beruht auf bestimmten Stoffen....". Bienenwissenschaftler sind sich einig, der beste Virenschutz ist die Varroapopulation im Bienenvolk gering zu halten.
    Dies ist eine ständige Herausforderung für uns Imker
    meint winolf

  4. #4
    Jena
    Gast
    Zitat Zitat von Sebastian Beitrag anzeigen
    ...Besser als mit irgendwelchem Wässern und Mittelchen herumzudoktern ist es, gesunde, vitale Bienen zu selektieren. Das schliesst auch ein, Schwächlinge auszumerzen, d.h. umzuweiseln. Das ist zwar oft nicht das, was sich so mancher Anfänger unter Bienenliebe vorgestellt hat, aber Anpassung und Auslese ist nun einmal das Rezept nach dem die Natur funktioniert.
    Vielleicht sollte man nach der Vorselektion durch den Menschen (Imker) dann auch die Natur zum Zuge kommen lassen, in diesem Falle ohne Gift und Galle aus Imkers "Dilletantenhand":

    http://www.summ-summ.ch/bibl/for/virenforschung_08.pdf
    6.2. These: Viren aus gesundheitsökologischer Sicht
    Ein stabiler Bienenorganismus ist Träger von zahlreichen Viren, welche sich vertikal über Generationen halten.
    Wenn der Organismus eine deutliche Schwäche zeigt und aus dem Gleichgewicht zu kommen droht, so sind es die
    Viren, welche das Problem akzentuieren. Sie unterstützen damit die Forderung nach einer Anpassung, indem sie
    sich massenhaft vermehren.. Der Organismus ist gezwungen zu reagieren oder der Auslese zum Opfer zu fallen.
    Die Massenvermehrung ist im Hinblick auf das Ende des Organismus die folgerichtige Strategie des Virus, um
    seine Überlebenschancen zu erhöhen. Aus dieser Sicht können Viren als Teil einer Gesundheitspolizei gesehen
    werden. Das Virus hat im System des Organismus eine ähnliche Funktion wie der Luchs im Schweizer Wald: Wer
    über zuwenig Vitalität verfügt, wird raschmöglichst ausgeschieden.
    Diese These deutet eine Antwort an auf die Frage im Bericht Bienenviren (Dainat B. et al. 2008): „Schwächen die Viren die Völker oder vermehren sich Viren nur stärker in bereits geschwächten Völkern“

    Auch in diesem Forum wurde schon verschiedentlich über Viren geschrieben, so u.a. hier.

    Übrigens, die Viren, die uns in heutiger Zeit so große Sorgen bei den paar Milben in den Völkern machen, gab es auch schon in unseren Völkern, als diese noch ein Mehrfaches von der heutigen gerade noch erträglichen Milbenlasten ertrugen. Dass viele Milben in den Völkern waren kam erst durch die Zehrung zahlreicher Milben an der Brut zum Vorschein, welche zu heftig verkürzten Hinterleibern schlüpftender Bienen führte. Verkrüppelte Flügel oder so, das gab es zunächst nicht (trotz der Viren). Warum meiden unsere gut ausgestatteten Bienenwissenschaftler diesen Umsatnd wie der Teufel das Weihwasseer?

    Viele Bien- und Milbgrüße
    Jena

  5. #5
    Avatar von Nils
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    Aminosäuren für die Bienen - L-Lysin

    Hallo,

    ich möchtem einen alten Beitrag nochmal erneuern. Nach wie vor bin ich der Meinung, auch die Viren im Bienenstock sollte man reduzieren, falls möglich.

    Da bin ich nun über Aminosäuren gestolpert, genauer gesagt: L-Lysin.
    Viren benötigen für ihre Vermehrung L-Arginin, ebenfalls eine Aminosäure. L-Lysin ist eine sehr ähnliche Aminosäure. Hat der Körper mehr L-Lysin, verwenden Viren zur Vermehrung eben diese Aminosäure. Was aber dazu führt, daß der mit L-Lysin "hergestellte" Virus nicht überlebensfähig ist bzw. sich nicht weiter vermehren kann.

    Daher wird z.B. bei Herpes oft L-Lysin verschrieben.

    Nun mein Gedanke: wie reagieren Bienen auf Aminosäuren im Futter? Was würde passieren, wenn man zum Einfüttern L-Lysin zusetzt? Bringt man damit die Viren um - oder die Bienen?

    Man kann ja nicht immer alles, was gut für den Menschen ist, auf die Bienen übertragen.
    Im Web konnte ich dazu nichts finden. Aber vielleicth weiß von Euch jemand was dazu?

    Und ja: die beste Virenbekämpfung ist die Varroa-Vernichtung. Trotzdem würde ich gerne weiter denken...

    Danke :-)

    Nils

  6. #6
    Avatar von OliverRoedel
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    Zitat Zitat von Jena Beitrag anzeigen
    ...Warum meiden unsere gut ausgestatteten Bienenwissenschaftler diesen Umsatnd wie der Teufel das Weihwasseer?
    Jena:
    Der Teufel meidet das garnicht! Weil der Teufel ein abtrünniger Engel ist und irgendein Wasser nunmal Null Effekt hat.

    Wie mit der Varroa, muss man halt das Fundament verstehen...

    Auslese erhält die ART nicht das Individuum. Der Imker hängt aber von der Produktion seiner INDIVIDUEN ab und nicht von der Erhaltung der Art.

    Wobei ich bezweifle, dass wenn es keine Imker gäbe die Biene nicht schon längst in den Varroagebieten ausgestorben wäre.
    Woher sollen denn die vielen Völker kommen um eine "Auslese" zu erreichen?

    Nils:
    Lysin ist eine proteinogene Aminosäure, damit für den Menschen wichtig. Muss mal in den Artikeln über Aminosäuren und Bienen nachforschen, aber ich glaube das Thema ist nicht besonders ergründet. Wenn jemand was dazu hätte wäre spannend.
    Wobei sicher die Varroa-Vernichtung besser ist als die Folgeerkrankungen zu behandeln. Die Biene leidet ja auch durch den Verlust von Körpersäften.
    Allerdings könnte die Stärkung der Abwehr, bei der Selektion einer Varroa-Bewussten Biene helfen.
    Oliver Rödel
    - Apiário Ouro de Ibiúna -
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    http://www.socialbee.eco.br http://facebook.com/oliver.roedel

  7. #7
    cornelius
    Gast
    Dr. Ritter schreibt dazu in seinem neuen Buch
    Was Dr. Ritter * wo auch immer schreibt oder verlautbart, so ist dies gleichzusetzen mit dem Sack Reis welcher in China umfällt! Denn Dr. Ritter gehört zu den von der Pestizidindustrie hörigen sogenannten Wissenschaftlern. Welche wohl reichlich ihr eigenes Einkommen mehren, jedoch für die Umwelt und hier für die Imkerei, völlig fehl am Platze sind!

    * Dr. Ritter steht als Synonym für alle " Bienenwissenschaftler " in der BRD und anderswo.

    Viren und Varroa, habt ihr keine anderen Sorgen?

  8. #8
    Avatar von Bienen Sepp
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    Viren, eine spät sichtbare Gefahr

    Hallo!

    Auf der Homepage des Bildungszentrum Wallierhof gibt es umfangreiches PDF in welchen die Prolbematik
    rund um die Viren einfach und verständlich dargestellt wird.

    http://bienenbeiderbasel.ch/daten/Viren.pdf


    Vorbeugung
    • Übertragung minimieren (Verflug oder Räuberei)
    • Noch strengeres Vorgehen bei der Bekämpfung der Varroa
    • Stressvermeidung


    Zusammenfassung
    • Milben förden die Virulenz
    • Es ist normal, dass Viren in einem Volk vorhanden sind
    • Milben übertragen Viren
    • DWV vermehrt sich im Varroa und verursacht deformierte Flügel
    • Die beste Vorbeugung ist = Varroabehandlung
    • Frühzeitig behandeln!!! Vor Virenübertragung d.h. sobald wie möglich nach der Ernte!!!


    Gruß Sepp

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