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Thema: Futterteig leicht und einfach gemacht

  1. #1
    Administrator Avatar von drohne
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    Futterteig leicht und einfach gemacht

    Liebe Bienenfreunde!

    Futterteig wird in einer Imkerei relativ häufig gebraucht, sei es zum füllen von Begattungskästchen, Frühjahrsreizfüttern oder einfach um griffbereit in einer kargen Zeit für unsere Lieblinge zu haben. Hier möchte ich beschreiben, wie Imkerinnen und Imker ohne viel Material- und Kraftaufwand auf relativ einfache Weise Futterteig herstellen können.

    Idealerweise nimmt man Puderzucker, aber da diese Rarität offenbar nur noch sehr schwer zu bekommen ist, kann auch ein Sack Staubzucker zu 25 kg verwendet werden. Diesen Zucker in die Wanne leeren, in etwa der Mitte eine Mulde machen, in diese Mulde kommt dann der Honig und das Wasser hinein. Nun kommt der Spaten zum Einsatz.

    Zuerst fülle ich die fallweise noch offene Mulde mit Zucker auf und rühre ganz vorsichtig mit dem Spaten darin herum. Dieses herum rühren geht dann so lange, bis nahezu kein Honig mehr zu sehen ist. Nun beginne ich mit dem Spaten zu graben, ähnlich wie es die Gärtner im Gemüsebeet machen. Etwa 2 – 3 cm dicken Scheiben werden stets von einer Seite zur anderen geschaufelt. Das ganze ist relativ einfach und benötigt tatsächlich keinen Kraftaufwand.

    Wenn nun nahezu keine weißen –Zucker- Stellen mehr vorhanden sind, ist der Futterteig eigentlich bereits fertig. Das bisschen etwas an sichtbaren Zucker an den Ecken oder Kanten, muss nicht auch noch unbedingt verrührt werden, denn der Honig und das Wasser verteilen sich in der Folge zu einer vollkommen homogenen Masse.

    Nun kann der bereits fertige Teig bis zum endgültigen Verbrauch in einem verschließbaren Kübel, oder noch günstiger, in Lebensmittelechten -Tiefkühl- Säcke gefüllt werden. Wichtiger Hinweis: die Futterkammer der Begattungskästchen nicht sofort füllen, damit wird ein austrocknen und somit hart werden des Teiges verhindert. Übrigens, je wärmer der Raum und die gesamte Masse ist, desto besser und leichter kann der Futterteig zubereitet werden.



    Material:

    Edelstahlspaten, natürlich sauber und heiß gereinigt
    Kunststoffwanne mit etwa 100 L oder mehr Inhalt
    25 kg Puder- oder Staubzucker
    2,5 kg erwärmten und flüssigen Honig aus eigener Imkerei
    2,5 l warmes Wasser


    Viel Spaß und gutes Gelingen, wünscht mit lieben Grüßen
    Josef
    Geändert von drohne (19.12.2016 um 17:43 Uhr)

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu drohne für den nützlichen Beitrag:

    naturwabe (09.02.2016)

  3. #2

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    Hallo zusammen!

    Zitat Zitat von drohne
    25 kg Puder- oder Staubzucker
    2-3 kg erwärmten und flüssigen Honig aus eigener Imkerei
    1 l warmes Wasser
    Wer seinen Begattungskästchen auf eine Belegstelle bringen will, der darf keinen Honig im Futterteig haben! (Um einer Verbreitung der Amerikanischen Faulbrut vorzubeugen).

    Für diesen Fall kann ein Germteig nach folgendem Rezept hergestellt werden:

    0,5 kg Bäckerhefe in Zitronensaft lösen (ca. ein 1 kg Honigglas voll Zitronensaft erforderlich) und mit
    10-13 kg Staubzucker vermengen.

    MfG Johannes

  4. #3

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    ein Germteig
    Futterteig mit Hefe ist mir völlig unbekannt. Warum kommt sie hinein? Soll sie einen Eiweißanteil mitbringen?

    Viele Grüße

    Maja

  5. #4

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    Hallo Maja!

    Zitat Zitat von Maja
    Futterteig mit Hefe ist mir völlig unbekannt. Warum kommt sie hinein? Soll sie einen Eiweißanteil mitbringen?
    Ich nehme an, daß es zum einen eine Eiweißquelle darstellt und zum anderen dafür sorgt, daß der Futterteig nicht eintrocknet und dadurch hart wird.


    MfG Johannes

  6. #5
    Avatar von Der Bienen-Much
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    Hallo Johannes,
    bei der nächsten Futterteigherstellung verzichte bitte auf Bäckerhefe und Zitronensaft. Das ganze hat im Teig nichts zu suchen. Es belastet nur unnötig den Bienendarm. Ob du nun eigenen Honig verwendest oder nicht, bleibt dir überlassen. Bienenhonig ist das natürlichste und für die Königinnenzucht unabdingbar, so meine Meinung.

    Ohne Honig:

    Invertzuckerteig: Auf l kg Puderzucker werden 80 ml Wasser und l g „Invertin" als Weichmacher beigegeben. Die Menge Puderzucker wird in ein gut verschließbares Gefäß (Honigeimer) gefüllt und am Boden fest angedrückt. Hierauf gießt man die erforderliche Menge der Mischung Wasser - „Invertin" und schließt das Gefäß mit dem Deckel ab. Nach ein paar Tagen ist der festgedrückte Puderzucker von der Flüssigkeit bis zum Gefäßboden durchsetzt und der Zuckerteig ist fertig.

    Invertin
    Invertin ist kein Medikament sondern ein Weichhaltemittel für Süßwaren. Es ist ein Invertase Enzym, das in der Lage ist, Rohrzucker in Frucht- und Traubenzucker umzuwandeln; es wird industriell in flüssiger und fester Form hergestellt. Invertin eignet sich sehr gut, wenn man Futterteig ohne Honig herstellen will. Invertin ist in Drogerien oder in Bäckereinkaufsgenossenschaften erhältlich. Dem ,,Apipuder" im 10-kg-Plastikbeutel der Firma Südzucker ist das rohrzuckerspaltende Enzym in Trockenform bereits beigegeben.

    Honigzuckerteig: Die Herstellung ist denkbar einfach. Wichtig ist, dass das Fertigprodukt nicht klebrig ist, sondern eine marzipanartige Masse darstellt. Als Zutaten werden nur Staubzucker und Blütenhonig verwendet. Kleinere Mengen knetet man von Hand. Man nimmt vier Teile Staubzucker und gibt diesem nach und nach durch Mischen und Kneten einen Teil verflüssigten, erwärmten Honig hinzu. Die Bearbeitung der Masse geschieht so lange, bis diese sich trocken anfühlt und nicht mehr klebt.

    Beste Grüße

    Dieter
    Let the bees tell you

  7. Folgender Benutzer sagt Danke zu Der Bienen-Much für den nützlichen Beitrag:

    Karl (06.12.2012)

  8. #6
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    Dankeschön für diese Rezepte Dieter, schauen echt brauchbar aus.

    Frage:

    a. woher bekommt man Invertin und was kostet dies in etwa

    b. wird dieser selbstgemachte Invertin Futterteig in der Futterschale des Begattungskästchen sehr schnell hart

    c. was ist wenn ich davon mehrere Hobbocks mit jeweils 40kg benötige, kann da ganz einfach alles mal 40 multiplizieren

    d. Du sagst:

    Zitat Der Bienen-Much

    gefüllt und am Boden fest angedrückt.
    genügt es, wenn ich den verschlossenen Hobbock einige mal am Boden aufstoße?

  9. #7
    Avatar von Der Bienen-Much
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    Zu deinen Fragen Josef

    a. woher bekommt man Invertin und was kostet dies in etwa
    Frag mal bei deinen Bäcker. Ich habe für 1 Liter Invertin zwei Glas Honig bezahlt.

    b. wird dieser selbstgemachte Invertin Futterteig in der Futterschale des Begattungskästchen sehr schnell hart
    Ich sag mal so, der Futterteig hat die selbe Konsistenz wie der im Imkereihandel gekaufte. Für Begattungseinheiten verwende ich nur Futterteig mit Honig. (Futterteigherstellung: Honigfutterteig fürs EWK. 2 kg Staubzucker + 650 g Honig.)

    c. was ist wenn ich davon mehrere Hobbocks mit jeweils 40kg benötige, kann da ganz einfach alles mal 40 multiplizieren
    Oh, das kann ich dir nicht sagen. So viel habe ich nur nie hergestellt. Das beste ist, du startest einen Versuch im kleineren Rahmen.

    genügt es, wenn ich den verschlossenen Hobbock einige mal am Boden aufstoße?
    Wie Was aufstoßen? Ich meine damit wenn der Futterteig fertig ist. Oder habe ich da was missverstanden?

    Herzliche Grüße

    Dieter
    Let the bees tell you

  10. #8
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    Alles klar Dieter und Dankeschön für die ergänzenden Antworten, aber dies sollte doch noch geklärt werden:

    Zitat Der Bienen-Much

    Invertzuckerteig: Auf l kg Puderzucker werden 80 ml Wasser und l g „Invertin" als Weichmacher beigegeben. Die Menge Puderzucker wird in ein gut verschließbares Gefäß (Honigeimer) gefüllt und am Boden fest angedrückt.
    Was, bzw. wie geht " am Boden fest angedrückt bzw. was bewirkt man damit? :oops:

  11. #9

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    Hallo Dieter,

    Zitat Zitat von Der Bienen-Much
    Invertzuckerteig: Auf l kg Puderzucker werden 80 ml Wasser und l g „Invertin" als Weichmacher beigegeben. Die Menge Puderzucker wird in ein gut verschließbares Gefäß (Honigeimer) gefüllt und am Boden fest angedrückt. Hierauf gießt man die erforderliche Menge der Mischung Wasser - „Invertin" und schließt das Gefäß mit dem Deckel ab. Nach ein paar Tagen ist der festgedrückte Puderzucker von der Flüssigkeit bis zum Gefäßboden durchsetzt und der Zuckerteig ist fertig.
    das ist ein interessantes Rezept - werde ich nächstes Jahr ausprobieren :-)

    Zitat Zitat von Der Bienen-Much
    Dem ,,Apipuder" im 10-kg-Plastikbeutel der Firma Südzucker ist das rohrzuckerspaltende Enzym in Trockenform bereits beigegeben.
    Das heißt, ich brauche einem 10kg Sack Apipuder nur noch 800ml Wasser zusetzen und fertig?

    Zitat Zitat von Der Bienen-Much
    ... verzichte bitte auf Bäckerhefe und Zitronensaft. Das ganze hat im Teig nichts zu suchen. Es belastet nur unnötig den Bienendarm.
    Das ist sehr interessant, denn die von mir genannte Rezeptur ist bei der Belegstelle, bei der ich aufführe praktisch so vorgeschrieben :? Diese Rezeptur liegt z.B. den Auffuhrterminen bei.

    Zitat Zitat von Der Bienen-Much
    Bienenhonig ist das natürlichste und für die Königinnenzucht unabdingbar
    Ja, daß der Honig für die Bienen das natürlichste und hochwertigste Futter darstellt ist unbestritten. Leider verbietet die Belegstellenordnung ausdrücklich, daß sich Honig im Futter befindet (aus seuchenhygienischen Gründen)!


    MfG Johannes

  12. #10
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    Guten Tag Johannes

    Andere Länder andere Sitten. Bei uns in Deutschland gibt es das verbot Honig im Futterteig nicht. Hier ist nur eine Seuchenfreiheitsbescheinigung notwendig.

    Zum Apipuder
    Im großen und ganzen reichen 800ml Wasser vollkommen aus. Man kann natürlich auch das ganze mit Honig aufwerden. Aber Wasser tut es auch.

    Teigherstellung
    Ohne Honig: Ecke des Foliensackes abschneiden und 750 -1.000 ml Wasser zugeben. Den Foliensack durch Falten schließen, kräftig schütteln und aufrecht stellen. Teigansatz während der 5- bis 7-tägigen Reifeperiode verschlossen lagern.

    Mit Honig: 500 g Honig in 600 ml Wasser auflösen – Lösung dann wie oben beschrieben verwenden.

    Wünsche einen schönen Adventssonntag

    Dieter
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