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Thema: Rähmchen selbst gemacht, Teil I Holz und Teil II zusammenbau

  1. #1
    Administrator Avatar von drohne
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    Rähmchen selbst gemacht, Teil I Holz und Teil II zusammenbau

    Diese typische Winterarbeit macht den Bastlern unter den Imkern nicht nur großen Spaß, sondern erspart auch noch zusätzlich eine Menge Geld. Jährlich benötige ich etwa. 500 – 600 neue Rähmchen, diese würden im Handel den beachtlichen Preis von € 600-- kosten. Selbstgemacht kostet das Material maximal € 60,-- also in etwa 10% des Betrages für die käufliche Ware.

    Nicht nur dieser relativ günstige Preis ist für mich ausschlaggebend für das selbst anfertigen neuer Rähmchen, sondern auch die Haltbarkeit der gekauften lässt eigentlich stets zu wünschen übrig. Der Grund dafür ist, dass die gekauften lediglich mit 3cm Klammern zusammen getakert werden, wohingegen bei mir 35er Nägel zum Einsatz kommen. Bei meinen Dickwaben ist dieses nageln ein ganz erheblicher Vorteil. Beim Holz an sich bin ich nicht wählerisch, Fichte oder Kiefer genügt vollkommen.

    Das zur Herstellung notwendige Holz kaufe ich ganz einfach beim nächsten Sägewerk in der Stärke von 22 mm, selbstverständlich roh, also nicht gehobelt. Die Bienen tun sich nämlich mit rauhen Holz wesentlich leichter als mit glatten bzw. gehobelten Rähmchen. 22 mm deshalb, weil wir zum entdeckeln der vollen Honigwaben elektrische Messer verwenden, welche bei 25 mm Rähmchen nicht eingesetzt werden könnten. Die dicke der einzelnen Teile schneide ich stets mit 10 mm zu.

    Auf noch etwas relativ wichtiges möchte ich hier noch etwas näher eingehen: merkwürdigerweise haben die gekauften Rähmchen eine sehr starke Rähmchenoberleiste, diese enorme Stärke ist absolut entbehrlich bzw. nicht notwendig. Ich möchte sogar behaupten, dass dieser Unsinn eher sogar schlecht für das Volk ist. Folgende Gründe möchte ich dafür vorbringen: die Selbstanfertigung wird damit erheblich verkompliziert, ist also vermutlich von der Industrie durchaus gewollt, weiters gehen dadurch sehr viele Zellen und somit Bienen und Honig verloren, auch der umstieg im Winter von einem Magazin zum anderen, kann mitunter für ein Volk fatal enden. Offenbar ist schönstes und teuerstes Lindenholz lediglich fürs Auge passend, aber sicher nicht für unsere Bienen.


    LG Josef

    Im II. Teil befassen wir uns mit dem Zusammenbau der einzelnen Rähmchenteile

  2. #2
    Avatar von Der Bienen-Much
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    Im II. Teil befassen wir uns mit dem Zusammenbau der einzelnen Rähmchenteile
    Sicherlich nicht aktuell. Aber der 2. Teil würde mich interessieren.

    Beste Grüße

    Dieter
    Let the bees tell you

  3. Folgender Benutzer sagt Danke zu Der Bienen-Much für den nützlichen Beitrag:

    Beloe1996 (30.03.2016)

  4. #3
    Administrator Avatar von drohne
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    Zitat Zitat von Der Bienen-Much
    Im II. Teil befassen wir uns mit dem Zusammenbau der einzelnen Rähmchenteile
    Sicherlich nicht aktuell. Aber der 2. Teil würde mich interessieren.
    Pardon bitte Dieter, hier hat die Zeit ihren Tribut gefordert, aber bereits in den nächsten Tagen werde ich versäumtes nachholen, OK. Selbstverständlich werden die einzelnen Arbeitsabschnitte mit Fotos dokumentiert.

    Du wirst echt staunen, wie einfach Rähmchen anzufertigen sind.

    LG Josef

  5. #4
    Administrator Avatar von drohne
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    Rähmchen selbst gemacht, Teil II -Zusammenbau

    Nun geht es an das zuschneiden der einzelnen Teile. Um möglichst wenig Verschnitt zu haben, schneide ich natürlich zuerst die längsten Teile zu, dies sind die Oberträger. Hierzu zerschneide ich die Bretter in 45 cm Teile. Genauso verfahre ich mit den Unterleisten, diese werden stets in 42,5 cm Länge zugeschnitten. Als letztes schneide ich nun 23 cm lange Stücke herunter, hier natürlich doppelt so viele als Träger- bzw. Unterleisten, diese werden in der Folge die Seitenteile der Rähmchen.

    Wenn nun die Bretter auf die von uns benötigten Teile zugeschnitten sind, werden diese der Länge nach in 1cm breite Streifen geschnitten. Diese 1cm sind eigentlich neben der enormen finanziellen Ersparnis der wichtigste Grund, warum ich meine Rähmchen selbst anfertige. Bei mir gibt es keine Oberträger mit 16cm oder Unterleisten mit 8cm, sondern einheitlich alles mit 1cm. Der zweit wichtigste Grund ist das verformen der Rähmchen beim drahten. Die 8mm Unterleisten der im Handel erhältlichen Rähmchen verformen sich nämlich beim drahten enorm, natürlich kein Wunder, denn hier fehlen ja immerhin 20% Verwindungsstabilität in Relation zu meinen Rähmchen.

    Soderle, wenn nun alle diese Teile zugeschnitten sind, geht’s an die Montage bzw. an nageln der Rähmchen. Hierzu verwende ich seit vielen Jahrzehnten ein selbst gefertigtes Rähmchennagelbrett. In dieses werden nun die einzelnen Teile eingelegt, mit dem Querbalken verspannt und mit 35er Nägel die Rähmchen zusammen genagelt. Oben werden zwecks höherer Tragkraft -Dickwaben- zwei Stück reingeschlagen, unten genügt lediglich ein einzelner Nagel.

    Nun werden die Rähmchen aus dem Nagelbrett genommen und je sechs 2,5mm starke Löcher an der Träger- und Unterleiste 2,5mm gebohrt. Achtung, diese Bohrlöcher niemals genau vertikal bohren, sondern stets etwas verschränkt, dies verhindert nämlich ein abrutschen der vollen Honigwaben. Als letztes werden nun die 13mm Abstandhalter befestigt und fertig ist unser Rähmchen.

    Zum Zeitaufwand: die einzelnen Teile schneide ich mit der Kreissäge locker an einem Nachmittag zusammen, nageln und bohren geht ebenfalls sehr rasch. Diese arbeiten werden stets nach den Hl. Drei Königen begonnen und bereiten bereits echt Vorfreude auf die sehr bald beginnende Bauzeit. Übrigens, in unserem Betrieb werden niemals Rähmchen nach dem ausschmelzen im Sonnenwachsschmelzer neuerlich verwendet. Dieses an sich fette Holz wird natürlich gesammelt und zum anheizen unseres Kachelofens verwendet. So macht eben alles Sinn.

    Falls noch Fragen auftauchen oder etwas nicht ausführlich geschildert wurde, bitte fleißig in die Tasten klopfen, gerne stehe ich zur Verfügung.

    LG Josef


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  6. #5
    Avatar von Der Bienen-Much
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    Josef, ich bin begeistert! Dankeschön für die ausführliche Beschreibung. Ich werde die ganze Geschichte im kommenden Bienenjahr nach deiner Anleitung nachbauen. Auch die 10 mm Holzbreite werde ich beherzigen.

    Beste Grüße

    Dieter
    Let the bees tell you

  7. #6

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    Hallo Drohne!

    Auf der ewigen Suche nach den besten Materialien für meinen Start ist mir ein Gedanke gekomen. Was hältst Du von diesen Tilly Vollholz-Möbelplatten (Tilly wahrscheinlich teuer, aber davon gibt es in den Baumärkten auch schon Billiglinien).
    Ich weiss zwar nicht ob es diese auch in 22mm oder 25mm Stärke gibt, aber ich denk mir die Platten mit einer Kreis- oder Bandsäge in 10mm Streifen zu schneiden und dann zu Rähmchen zusammezunageln müsst doch funktionieren.

    Andere Frage noch: Ich hab mich diese Woche mit einem Tischler unterhalten. Er meinte Lindenholz splittert nicht so leicht wie Fichte.

    lg
    und wenn wir uns nicht mehr hören einen guten Rutsch
    stixy

  8. #7
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    @ Stixy

    gute Fragen wofür ich mich gleich bedanken möchte! :n107:

    Zitat Stixy

    Was hältst Du von diesen Tilly Vollholz-Möbelplatten
    Diese sehr schönen Platten habe ich erst unlängst beim Hornbach besichtigt, sind echt schön, aber doch sehr teuer. Wenn man gleich mehrere hundert Rähmchen auf einem Schlag benötigt, geht dies doch enorm ins Geld.

    Als negativ möchte ich auch noch das glatte Holz -gehobelt- bezeichnen, Bienen haben Sägerauhes Holz bedeutend lieber.

    Besser, bedeutend billiger und wesentlich einfacher zu bekommen ist Sägerauhes 3/4 oder noch besser 7/8 zölliges Bauholz in Fichte. Dieses Material kostet echt einen Klacks. Also am besten ins nächste Sägewerk oder Zimmerei marschieren und möglichst Astfreie Bretter aussuchen. Uns Imkern erlauben die das natürlich sehr gerne. ;-)

    Zitat Stixy

    Andere Frage noch: Ich hab mich diese Woche mit einem Tischler unterhalten. Er meinte Lindenholz splittert nicht so leicht wie Fichte.
    Schon richtig, dieses Holz splittert nahezu nie, ist aber sehr sehr teuer und überaus schwer zu bekommen. Persönlich mag ich den gaaanz feinen Lindenstaub überhaupt nicht, der brennt mir in den Augen und juckt und kratzt am ganzen Körper. Mein Urteil also: obwohl dieses Holz natürlich sehr schön ist, ist es für uns Imker absolut entbehrlich.



    Zitat Stixy

    und wenn wir uns nicht mehr hören einen guten Rutsch
    Wünsche ich gleichfalls und vor allem viel Freude mit der geplanten Imkerei.

    Liebe Grüße

    Josef

  9. #8

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    Ja, super. Hab Deinen Vorschlag heute in die Tat umgesetzt. Ich war bei dem Tischler mit einem banalen sägerauhen Holzbrett (Fichte). Wir haben dieses dann in nullkommanix in Leisten verwandet.
    Er hat mir zum probieren aus einem "Brennholzscheit" aus Espe (hoffentlich ist das richtig geschrieben) wegen des gerigeren Gewichtes und der besseren Härte Leisten zusammengehobelt und geschnitten. Auch toll.

    Noch eine Frage: ich hatte in der Imkerschule "Rähmchenholz" gekauft. Wieso sind diese 26mm breit? In Deiner Beschreibung ist die Rede von nur 22mm Breite. Komischerweise ist die Nagelvorrichtung von IBZ auch nur 22mm oder 23mm hoch.

    lg Christof

  10. #9
    Administrator Avatar von drohne
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    Freut mich wirklich Christof und Du wirst sehen, Rähmchen selbstgemacht, bringt nicht Freude und ein kleines Erfolgserlebnis, sondern spart auch noch zusätzlich eine Menge Kohle.

    Zitat Zitat von stixy
    Noch eine Frage: ich hatte in der Imkerschule "Rähmchenholz" gekauft. Wieso sind diese 26mm breit? In Deiner Beschreibung ist die Rede von nur 22mm Breite. Komischerweise ist die Nagelvorrichtung von IBZ auch nur 22mm oder 23mm hoch.
    Bravo Christof, hast gut aufgepasst und ordentlich gelesen.

    Zu den von mir verwendeten 22mm Rähmchen: unsere Bienen sind hier gezwungen einen Zellenüberbau, also breiter als besagte 22mm zu bauen. Genau dies ist von mir erwünscht, denn somit kann ich beim entdeckeln ein langes E-Messer zum Einsatz bringen und ganz leicht den Überbau dem Holz entlang abschneiden. Entdeckeln mit einer großen Wanne, wo an einem Balken ein Dorn angebracht ist, geht somit sehr flott und vor allem ganz einfach.

    Vorteile 22er gegenüber 25er Rähmchen: das dünnere Holz ist bedeutend billiger im Einkauf, geht wesentlich besser zu bearbeiten und ist erheblich leichter, entdeckeln macht Freude und ist nahezu Kinderleicht. Ach ja, noch etwas wichtiges, infolge des Überbaus, sieht man die Weiselzellen beim revidieren sehr schön. ;-)

    LG Josef

  11. #10
    Avatar von Hephaistos
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    Re: Rähmchen selbst gemacht, Teil I Holz und Teil II zusammenbau

    Hallo!

    Ein weiterer Nachteil von Linde ist, dass der bei der Verarbeitung entstehende Staub lt. Grenzwerteverordnung krebserregend ist:
    Zitat Zitat von Grenzwerteverordnung 2006, Seite 64, Pkt.6
    Hartholzstäube gelten als eindeutig krebserzeugend. Alle anderen Holzstäube gelten als Arbeitsstoffe mit
    begründetem Verdacht auf krebserzeugendes Potential.
    Nachzulesen hier
    Die Liste der Harthölzer befindet sich auf der letzten Seite.

    Gruß,
    Hary (SVP)
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    Die Welt ist ein Dorf ...

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