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Thema: Lagerung Honig

  1. #1
    Avatar von Astacus
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    Lagerung Honig

    Hallo,

    wie lagert Ihr Euren Honig ?

    Aus der Literatur entnommen:

    Zerstörung von Enzymen bei der Lagerung von Honig

    LagerTemperatur Halbwertszeit von Invertase (Saccharase) und Diastase (Amylase)

    10°C Invertase 9600 Tage Diastase 12600 Tage
    20°C Invertase 820 Tage Diastase 1480 Tage
    25°C Invertase 250 Tage Diastase 540 Tage
    30°C Invertase 83 Tage Diastase 200 Tage
    35°C Invertase 28 Tage Diastase 78 Tage
    40°C Invertase 9,6 Tage Diastase 31 Tage
    50°C Invertase 1,3 Tage Diastase 5,4 Tage
    60°C Invertase 4,7 Stunden Diastase 1,1 Tage
    70°C Invertase 47 Minuten Diastase 5,3 Stunden

    Eine Kühlzelle wäre natürlich ideal, aber welcher Hobbyimker kann sich diese leisten.
    Wenn man diese Tabelle anschaut und berücksichtigt, den Honig auch lichtgeschützt zu lagern, stellt sich für mich die Frage, ob meine Tiefkühlschranklagerung überhaupt notwendig ist.

    Kann ich Honig auch in einem Keller lagern, der als Abstellraum von Gartengeräten genützt wird ? Ich würde schon ein eigenes Regal aufstellen und den Honig in luftdichten Lagerkannen aufbewahren, nur ist der Keller halt nicht ganz so sauber.

    Gruß
    Astacus
    Meine Herkunft liegt im Südburgenland, auch wenn ich jetzt lieber in die Südstadt heimkomme. http://www.imker-burgenland.at

  2. #2
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    @ Astacus

    Im Zuge der Errichtung unseres Hauses vor etwa 20 Jahren, konnten wir von Anfang an einen Honiglagerraum miteinplanen. Dieser Raum ist etwa 6 x 4m groß und hat natürlich kein Fenster.

    Bewusst wurde eine Ochsner Luftwärmepumpe in diesem Raum installiert. Warum: diese Wärmepumpe saugt warme Luft über +8c an und erwärmt auf diese Weise unser Brauchwasser auf + 52c. Die nicht benötigte warme Luft wird über ein 25er Rohr direkt von der Pumpe ins freie Befördert. Die Vorteile damit, der Raum wird damit nicht nur ständig gekühlt, sondern auch Luftfeuchtigkeit wird im hohen Maße entfernt.

    Leider ist dieser Raum mittlerweile durch unsere Expansionen viel zu klein geworden, möglicherweise steht deshalb in den nächsten Jahren ein Umbau an. Wern ma schaun! ;-)

    Gelagert wird der Honig einerseits in 200kg fassende E-Behälter, aber auch noch in Hobbocks.

  3. #3
    Avatar von Verena Hagelkruys
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    Hallo,

    auch ich lagere den Honig in einem kühlen Keller. Wenn ein Honig kristalisiert bin ich sogar froh darüber, denn dann ist er sicher bestens gelagert und er bleibt so wie er ist ! Ich erwärme den Honig dann schonend in einem Wärmeschrank bevor er abgefüllt wird. Damit ist gewährleistet das der Honig nicht unnötig und vorallem nicht zu hoch erwärmt wird und die Lagerung ist auch optimal.

    Wie ich schon mal geschrieben habe, einfrieren halte ich persönlich nicht für ideal. Durch eine normale, kühle Lagerung bleibt der Honig theoretisch über Jahrtausende genießbar - wie in der Praxis die Ausgrabungen in Pyramiden gezeigt haben.
    ____________________________
    Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.
    Albert Schweitzer


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  4. #4
    Avatar von Astacus
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    Hallo,

    jetzt hab ich endlich meine Bezugsquelle wieder gefunden:

    Zitat aus dem Buch "Der schweizerische Bienenvater" Band 4 Seite 18:
    Die Lagerung im Tiefkühlfach bewirkt eine vollständige Hemmung der Kristallisation von langsam kristallisierende Honigen, während sehr schnell kristallisierende Honige (Raps,Löwenzahn) langsam, aber innerhalb eines Jahres fein auskristallisieren. Der Vorteil einer Lagerung im Tiefkühlfach liegt zudem darin, dass die biologische Wirksamkeit des Honigs am besten erhalten bleibt. Ein Nachteil ist der hohe Energieverbrauch der Tiefkühlgeräte.
    Ich für mich interpretiere dies folgt:
    1. Lagerung im Tiefkühlfach ist das Beste für meinen Honig
    2. Wenn ich bestens fein kristallisierten Honig will, brauch ich den Honig nur in den Tiefkühler geben,warten und ich spar mir das Rühren.

    Gruß
    Astacus
    Meine Herkunft liegt im Südburgenland, auch wenn ich jetzt lieber in die Südstadt heimkomme. http://www.imker-burgenland.at

  5. #5
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    Obwohl tiefkühlen durchaus interessant ist, kommt für mich als Imker diese Möglichkeit keinesfalls in Betracht.

    Warum: Honige die zum kristallisieren neigen, werden unmittelbar nach dem Schleudern kühl und dunkel gelagert. Da Rapshonig sehr fein auskristallisiert braucht er lediglich nur kurz erwärmt werden und kommt dann sofort ins Rührwerk. Anders beim Sonnenblumenhonig zB, denn dieser kristallisiert sehr grob aus. Dieser wird also verflüssigt, geimpft und dann erst abgefüllt.

    Von Tiefkühlhäusern einmal abgesehen, sehe ich absolut keine Möglichkeit die Ernte von sagen wir einmal 70 Völkern auf diese Weise cremig in den Verkauf bringen.

    Anders wiederum beim Kunden der lediglich einige wenige Gläser einkauft. Diese könnten durchaus die Truhe verwenden, aber wozu frage ich mich:?: Kunden die flüssigen Honig bevorzugen, werden natürlich mit Akazie, Wald & Co bestens bedient. Jene Kunden die cremigen Honig wollen, bekommen diesen eben bereits cremig angeboten.

  6. #6
    Avatar von Verena Hagelkruys
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    Hallo,

    also ich muß gestehen ich habe es sogar versucht und habe einmal 1 kg Honig ( Akazie) eingefroren. Nach 6 Monaten habe ich das Kilo wieder "aufgetaut" und es war eigentlich geschmacklich und optisch voll ok.
    Was mir ein wenig zu Denken gibt, ist die Tatsache das zB. große Firmen wie Iglo Ihre Produkte Schockgefrieren, damit so wenig wie möglich Vitamine verloren gehen. Da Honig einfach und normal eingefroren wird, kommt meiner Meinung nach der selbe Effekt zu tragen. Der Honig ist zwar ok, trotzdem sind Vitamine, übrigends genauso wie beim zu starken Erhitzen, weg. Vom 2maligen Einfrieren ist generell abzuraten, wie bei jeden anderen Lebensmittel.

    Ich bin, für mich der Überzeugung, die schonenste Variante ist den Honig so wie er ist einfach zu lagern ( kühl - aber nicht tiefgefroren) und im Falle das er kandiert, Ihn langsam und schonend auftauen und dann aber sofort in den Verkauf bringen. Dh. flüssige Honige sind damit max. 1x aufgetaut, cremige gar nicht, da diese sofort gerührt werden und daher Ihre Konsistenz behalten.

    Aber es muß jeder den für sich idealen Weg finden, die Lagerung seines Honigs zu optimieren. Verwerflich finde ich nur wenn man den Honig schnell, mit viel zu hoher Temperatur und uU auch mehrmals verflüssigt. Denn dann wird der Kunde sicherlich nicht ideal versorgt. Aber wie gesagt, wenn man die Bedürfnisse des Kunden nicht aus den Augen verliert ist, geht man eigentlich den richten Weg.
    ____________________________
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  7. #7
    Avatar von Astacus
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    Hallo,

    ich möchte bei diesem Thema mal unterscheiden zwischen Imker weit über 10 Völker und Kleinstimker <10 Völker.

    Bei einem Imker mit vielen Völkern wird sich die Infrastruktur (Melitherm, Wärmeschrank, Lagerort) zur Gewinnung von Qualitäts-Honig sicher rechnen.

    Bei Kleinstimker schaut es schon anders aus, da hätte ich ja nur die Möglichkeit meinen Honig gleich nach dem Abfüllen zu verkaufen. Wenn ich jetzt meinen Honig in 20 kg Gefäßen lager, müßte ich diesen nach dem Verflüssigen und abfüllen, schnellstens < 1 Monat verkaufen. Mit dieser Methode müßte ich dann mehr Kunden gewinnen, dann auch mehr Honig produzieren, was wiederum ein Hobby zur Arbeit ausarten läßt.

    Ist es da nicht einfacher, daß abgefüllte Glas einen Tag vor dem Verkauf aus dem Tiefkühlschrank zu holen, und sich der Qualität dieses Honigs sicher zu sein.

    Was mir ja bei der Imkerei fehlt, wäre eine Stelle, wo man sich alles mieten kann. Ich wäre bereit für einen Schleuder-, Abfüll- + Lagerraum, der den strengsten Hygieneanforderungen (geeichte Waagen, Wasserüberprüfung, Raumvorschriften,...) Miete zu zahlen. Es zahlt sich ja bei kleinen Mengen nicht aus, all diese Geräte, die man vielleicht 3mal im Jahr braucht zu kaufen.

    Gruß
    Astacus
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  8. #8
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    Zitat Zitat von Astacus
    ich möchte bei diesem Thema mal unterscheiden zwischen Imker weit über 10 Völker und Kleinstimker <10 Völker.
    Genau so ist es Astacus! :bravo:

    Mit lediglich einigen zig Kilos Honig und die beste von allen einverstanden ist und Platz zur Verfügung stellt, bietet sich natürlich die Lagerung in der Tiefkühltruhe bestens an.


    Was mir ja bei der Imkerei fehlt, wäre eine Stelle, wo man sich alles mieten kann. Ich wäre bereit für einen Schleuder-, Abfüll- + Lagerraum, der den strengsten Hygieneanforderungen (geeichte Waagen, Wasserüberprüfung, Raumvorschriften,...) Miete zu zahlen. Es zahlt sich ja bei kleinen Mengen nicht aus, all diese Geräte, die man vielleicht 3mal im Jahr braucht zu kaufen.
    Gute Idee und solche Räumlichkeiten sind in Wien an sich kein Problem. Ich kenne einige Imker die sich in den Mag Abt. und Gutshöfen solche Plätz gemietet haben. Am Abend bekommst diesbezüglich eine PN, OK.

    LG Josef

  9. #9
    Avatar von Verena Hagelkruys
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    @Astacus:

    Du hast sicherlich Recht, für sein Hobby, sich all diese doch recht teuren Geräte anzuschaffen, macht wiederum nur Sinn,wenn man das Hobby wirtschaftlich aufzieht. Wie ich schon geschrieben habe, mein eingefrorener Honig war total ok und ich habe ihn zwar nicht mehr verkauft, aber einfach selber verspeist. Ich bewundere Leute die die Imkerei als Hobby betreiben, denn genau sowas braucht unsere Natur und unsere Landwirtschaft.
    Ich betreibe die Imkerei wirtschaftlich und muß daher regelmäßg Proben meiner Produkte abgeben, daher muß ich auch dementsprechend handeln. Aber nochmals, man muß für sich die möglichen Lagerarten ausschöpfen um ein gutes Produkt weiterzureichen (und da gilt bei mir nur als böse, den Honig zu heiß zu erwärmen) !
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  10. #10
    Avatar von the czar
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    Zitat Zitat von Sybill
    Ich bin, für mich der Überzeugung, die schonenste Variante ist den Honig so wie er ist einfach zu lagern ( kühl
    Aber wie gesagt, wenn man die Bedürfnisse des Kunden nicht aus den Augen verliert ist, geht man eigentlich den richten Weg.
    :bravo:
    (und da gilt bei mir nur als böse, den Honig zu heiß zu erwärmen) !
    Verwerflich finde ich nur wenn man den Honig schnell, mit viel zu hoher Temperatur
    Gleich vorweg, ich habe kein Melitherm. Aber andere erfahrene Berufsimker und Melifans berichten genau das Gegenteil. Der Honig würde weniger geschädigt und der HMF-Gehalt geringer wenn, man den Honig kurz und stark erwärmt als lang und z.B bei 40°C. Vielleicht gibt es unter uns Experten und wir können das Thema etwas genauer analysieren.
    Natürlich würde das auch zu Astacus seiner Auftauumfrage passen.
    Gruß Peter

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