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Thema: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

  1. #1
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Reinhard´s Antwort bei einem zugeflogenenen sehr kleinen Bienenschwarm Klick, hier zu lesen hat mich etwas aufhorchen lassen und nun möchte ich mit Euch gerne darüber reden.

    Immer wieder liest man von einem Varroaschwarm, doch wer von Euch hat dieses schon einmal erlebt? Das Milbenverseuchte Bienen ausziehen ist klar und keine Frage, jedoch denke ich geschieht dies stets einzeln und keineswegs geschlossen und schon gar nicht koordiniert wie bei einem Vermehrungsschwarm.

    Bei erhöhtem Milbendruck waren mein bisherigen Erfahrungen stets so, dass einzelne und mitunter kleine Bienenhäufchen auf der Wiese herumkrabbelten, diese jedoch niemals Flugfähig waren. Selbst ein einsammeln dieser kleinen Häufchen und Verabreichung eines Tropfens Honig konnte diese nicht mehr zum fliegen bringen.

    Nun liebe Freunde, reden wir doch darüber.

    Josef

  2. #2
    albert
    Gast

    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Hallo Josef,

    Gesehen Nein.
    Aber viele Anzeichen, die dafür sprechen:
    +) Ende September waren die Bienen noch da und im Oktober plötzlich weg. Die sind mir gestohlen worden. (Den Ausspruch kennst du sicher)
    +) Die Königin krabbelt mit einer Hand voll Bienen auf der Wabe herum. Rundherum alles voll Futter - Keine Bienen vorhanden.
    +) Voriges Jahr war ich Ende Dezember Varroafrei (auf MW abgekehrt und nach 5 Tagen mit Bienenwohl behandelt). Ausgezählte 1 Varroa bei 14 Völkern in 4 Tagen! Im Oktober fallen in einem Volk 48, in einem anderen 33, dann 25... Varroen in 4 Tagen. Natürlich vermehrt können sich die nicht haben...
    +) Das kann nur etwas schwarmähnliches sein, sonst würden sich die Bienen am alten Standort orientieren.

    LG
    Albert

  3. #3
    Avatar von Hephaistos
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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Hallo Josef!

    Ich persönlich habe auch noch nie einen Varroaschwarm erlebt, sondern das was du schon beschrieben hast.
    Zum Thema „Gibt es Varroa-Schwärme?“ meine ganz persönlichen, wissenschaftlich NICHT belegten Gedanken:
    In Abhängigkeit der Jahreszeit und Trachtsituation JA: Wenn jetzt so ein Schwarm ausziehen würde, ist es im Prinzip nichts anderes als die totale Bauerneuerung wie es Albert so schön beschrieben hat. Die meisten Varroen sitzen in der Brut und die Bienen merken, dass sich aus der infizierten Brut keine gesunden Winterbienen entwickeln können und das Volk so nicht überleben kann. Was bleibt also übrig? Ein Schwarm. Für den Bien ein Damoklesschwert: Entweder sicher zwecks den Varroen verenden, oder vielleicht verhungen. Um dem Tod bei zweiterer Wahl zu entgehen, kann ja immer noch Nektar von Läppertrachten eingebracht werden, oder andere Völker um ihr Winterfutter erleichtert werden (wobei ihnen wahrscheinlich die Kraft dazu fehlt).

    Schwärme um diese Zeit hatte ich zu Beginn meines Imkerlebens auch schon, es waren aber eindeutig keine Varroaschwärme:
    Letzte Honigernte => starkes Volk wurde auf eine Einheit (EHM) zusammengepfercht und erst später „Trachtlücke“, viel mehr verdeckelte Brut als offene, massenhaft „arbeitslose“ Bienen => hoch lebe der Schwarmgedanke

    Gruß,
    Hary
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    Die Welt ist ein Dorf ...

  4. #4

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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Ein gutes Thema, Josef, danke!
    Ich hab bis jetzt auch nur darüber gehört, gesehen noch nicht.
    Ich möchte das Thema erweitern um den Gedanken, dass Krankheiten evtl. der Grund sein könnten, auszuziehen. Ich denke hier an die Faulbrut oder was auch immer....

    Wie seht ihr das um diese Jahreszeit:
    Schwarm wegen Varroa
    Schwarm wegen Krankheit oder dgl

  5. #5
    albert
    Gast

    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Hallo Reinhard,

    Interessanter Weise - obwohl das eigentlich dem Stock helfen würde - habe ich das weder bei der Faubrut, noch bei der Kalkbrut gehört oder gelesen.
    Offensichtlich bedarf es unbequemer Plagegeister, um die Bienen zum Verlassen des Stockes zu bringen.

    Bei der Faulbrut kommt es mir so vor, dass die Bienen gar nicht mitbekommen, worum es geht. Außerdem passiert der Prozess ziemlich schleichend. Es kommt halt nix nach. Bienen neigen mit unter dazu, falsche Schlüsse zu ziehen. Denk' an die Maikrankheit. Die Bienen wissen nicht, dass ihnen Wasser fehlt, um den Pollen aufzulösen. Sie spüren lediglich, dass sie keinen Pollen zur Verfügung haben, aber nicht warum. Sie beginnen nun, vermehrt Pollen aufzunehmen, was die Hinterleiber auftreibt.

    LG
    Albert

  6. #6
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Bei der Riesenhonigbiene ist dies klar, diese verlassen bei Gefahr im Verzug, z.B. bei Buschbrände, mitunter mehrmals ihren Bau, bei unserer Honigbiene bezweifle ich dies sehr stark. Einzelner Auszug ja und selbstverständlich, das Volk soll ja unter allen Umständen geschützt werden, aber geschlossen und koordiniert, hm, ich denke dies ist Humbug.

  7. #7

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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Vor ca. 8-10 Jahren hatte ich einen Schwarm am 6. September eingefangen, ca. 1,5 kg schwer und voll mit Milben.
    Ich habe ihn auf ausgebaute Waben gesetzt und mit Bienenwohl behandelt. Er hat sogar den Winter überlebt.
    Also meiner Meinung nach gibt es diese Schwärme wirklich.

    Grüße Karl
    Schöne Grüße
    Karl

    Wenn die Biene stirbt hat der Mensch noch 4 Jahre zu Leben!

  8. #8
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Also eine sehr glaubwürdige Aussage haben wir bereits, meinen Dank dafür an Neubauer!

    Meine Erfahrung: Bei der Lindenschleuderung vor etwa drei Wochen stand ich echt vor einem Rätsel und dies war der eigentliche Grund für dieses Thema. Ein 4er Volk, also eines der besten, hatte bis zur Robinie ständig zwei BR ÖBW, ab der Linde und um mehr Honig zu ernten nur noch einen BR und stattdessen zwei HR. Dieses Volk hatte im Juni bereits mehr als 10 Milbenabfall pro Tag, war also akut gefährdet. Bei der Lindenschleuderung staute ich neben meinen Mitarbeitern, immerhin in Bälde auch beide IM, aber ganz ordentlich, da waren beide HR bummvoll, aber bei der Ernte nur noch die Königin und allerhöchstens etwa 500 Bienen auf lediglich zwei BW vorhanden. Wo zum Kuckuck nocheinmal sind 50.000 bis 60.000 Bienen hingekommen? WZ oder eine stille Umweiselung kann absolzt ausgeschlossen werden, die vorhandene Königin war die Stammmutter.

    Dazu noch eine Anmerkung, ich -und wir- bin -sind- täglich bei den Bienen und wir können sehr gut Fluglochlesen, es gab absolut keinerlei informellen Hinweis das da etwas nicht in Ordnung sein könnte.

    Josef

  9. #9

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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Hallo,

    erstmal vielen Dank an Drohne für das kritische Hinterfragen dieses Themas!
    Der Name "Varroaschwarm", so gebräuchlich er in den letzten Jahren geworden ist, suggeriert dass wirklich die Milbe Ursache/Auslöser des Schwärmens ist.
    Klar, und nicht nur für die Riesenhonigbiene, ist dass ein Schwärmen neben der Vermehrung auch ein Hygieneverhalten darstellt. Deshalb betreiben wir ja heute, und die Korbimkerei auch früher, sehr hohen Wabenwechsel.
    Schwierig wird des bei der Ursachenforschung. Mit, und teilweise durch, die Milbe vermehren sich bienenschädliche Viren ("Krabbler"). Wir wissen heute dass Nosema (zumind. ceranae) ohne erkennbare Klinik auftreten kann, ebenso Amerikanische Faulbrut.
    Pollen wird eingelagert und nicht immer zeitnah verbraucht. Bei Futter/Honig sind die Krankheitsproblematiken relativ weit bekannt ("Maikrankheit", "Waldkrankheit", "Zementhonig"), die Pollenproblematik wird erst in den letzten drei Jahren aktueller. Während der Hauptentwicklungszeit Mitte Mai bis Mitte Juli können Brutschäden durch Pollenverunreinigungen noch durch den Brutnestumfang, neuen Polleneintrag und Altbienen ausgeglichen werden. Danach werden die Symptome erkennbar. So sind 2008 im Oberrheingraben und hier viele Völker noch passabel durch das Frühjahr gekommen, im Spätsommer aber zunehmend eingegangen - trotz intensiver Pflege durch alarmierte Imker. Völker deren Pollenbestände im Mai komplett verbrannt wurden hatten es später teilweise etwas leichter.

    Angemerkt sei auch dass die Milbenbiologie perfekt auf geschwächte Völker passt. Diese haben mehr Probleme mit Räuberei, geringeres Hygieneverhalten (da weniger Jungbienen relativ zu Altbienen) und viel mehr Verflug.

    Viele Völker haben durch die lange Tracht 2010 einen hohen Altbienenanteil. Kommen nun noch Brutschäden (egal ob aus Krankheitskeimen oder Pollen) hinzu, kollabieren diese Völker ohne weiteres Zutun je nach Region Mitte August bis Mitte Oktober.

    Also schwärmen viele vielleicht garnicht?
    Sind Julischwärme (Drohnes Lindenschwarm) wirklich Varroa-induzierte Schwärme oder waren hier auch andere, unsichtbare Faktoren, mit im Spiel?
    Wieso gab es die Varroaschwärme in den vergangenen 30 Jahren bei gleicher Varroa-Verbreitung nur selten?



    Viele Grüße vom verregneten Mindelsee

    Michael
    Michael T. Mader
    Imkerei Mindelsee
    D-78315 Möggingen-Radolfzell
    http://imkerei-mader.awardspace.com

  10. #10

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    Re: Gibt es Varroaschwärme tatsächlich?

    Hallo!
    Ein Bekannter aus Kärnten hat mir letztes WE erzählt, dass es heuer viele Völker gibt, die scheinbar ohne Grund aus dem Stock ausziehen. Ich habe mir zuerst keinen Reim darauf machen können und gewitzelt, dass wohl die Architektur der Beuten nicht mehr zeitgemäß sei...
    Vielleicht lest ja ein betroffener Kärntner mit und kann das bestätigen.
    LG,
    Markus

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