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Thema: Gemülldiagnose im Jänner

  1. #1
    Administrator Avatar von drohne
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    Gemülldiagnose im Jänner

    Etwa einmal pro Monat sollte der Bienenbetreuer bei günstiger Witterung die Bodeneinlage -Windel- kontrollieren. Aus diesem Windel kann man wie aus einer Buchseite den Zustand des Volkes ganz genau erkennen. Frisch abgeschrotete und helle Zelldeckel weisen auf laufende Nahrungsaufnahme des Volkes hin, mit diesem optimalen Zustand darf der Imker durchaus zufrieden sein.

    Mit der Länge und Breite der Gassen kann man in etwa auch die Volksstärke sehr gut ermessen. Eine runde und etwa 5 Wabengassen breite Gemüllablagerung weist auf eine durchaus gute und intakte Bienentraube hin. Sollte diese Gassen jedoch sechs und mehr Waben breit sein, darf sich der Imker bereits heimlich auf ein sehr starkes Trachtvolk freuen.

    Findet man aber überdurchschnittlich viele tote Bienen auf der Windel, sollte man eine Zündholzschachtel mit diesen Bienen füllen und zur Untersuchung auf Nosema oder Malpighamöben zum zuständigen Gesundheitswart bringen. Auch könnte durchaus eine Viruserkrankung vorliegen, in diesem Fall wäre das zuständige Bieneninstitut mit der Untersuchung zu betrauen.

    Ferner könnte man auf der Windel Bienenteile wie Köpfe oder Hinterleibe auffinden. In diesem Fall würde eine lästige Spitzmaus genüsslich Biene um Biene verzehren. Dieses Volk müsste bei einigen Plusgraden unbedingt auseinander genommen werden, dies damit, um den sehr großen Schädling zu suchen. Möglicherweise haben die Bienen dies schon selbst gemacht und man findet lediglich nur noch das abgenagte Gerippe vor. Auch den Chitinpanzer eines harmlosen Diebes, nämlich den des Totenkopffalters, könnte man fallweise auf der Windel auffinden.

    LG Josef

  2. #2

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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Hallo Josef, erkennt man am Gemüll auch ob wieder gebrütet wird?

    Gruß
    Maddin
    ubi apis ibi salus

  3. #3

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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Zitat Zitat von drohne
    auf Nosema
    Gab es da nicht auch eine Möglichkeit das selber heraus zu finden?

    Möglicherweise haben die Bienen dies schon selbst gemacht und man findet lediglich nur noch das abgenagte Gerippe vor.
    Wer nagt denn das Gerippe im Winter ab?

  4. #4
    Avatar von gärtner
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Habe mir für's neue Jahr und v.a. die Zeit der Auswinterung eine wöchentliche Windelkontrolle vorgenommen. So auch heute wieder geschehen.

    Ich verwende als Windeln mit Melkfett eingestrichenen DIN A 3 Recycling-Karton, 170 g/m².
    Die Milben bleiben also kleben und das Kondenswasser dringt nicht sofort in das Papier ein.
    Bei sehr starker Kondenswasserbildung kann es allerdings zum Festfrieren der Windel-Unterseite kommen.

    Beginn der Bruttätigkeit kann man wohl an folgenden Phänomenen erkennen:
    - Verstärkte Kondenswasserbildung
    - Vergrösserung der Wintertraube
    - Abgesprengte Zelldeckel auf der Windel (fallen bei mir allerdings nicht durch das Gitter)

    Bei einem meiner Ableger passiert gerade eine regelrechte Explosion. Es ist eine junge standbegattete Königin, eine von 3 verbliebenen Töchtern meiner besten Mami (Carnica aus Oberösterreich), die leider vor ein paar Wochen - wie berichtet - verschieden ist. Trotz der immer noch kalten Temperaturen in der verg. Woche, geht es da jetzt richtig zur Sache, und wenn sich das bei den anderen auch so entwickelt, bin ich guter Dinge, daß ich doch noch halbwegs ungeschoren über meinen ersten Bienenwinter komme.
    Milben gibt es übrigens so gut wie gar nicht mehr. Die OS-Behandlung war aber offensichtlich lebenswichtig!

    Die Bilder sprechen für sich. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es eine ziemlich alte Wabe im Kasten, deshalb die unschönen dunklen Tropfen auf dem Papier. Ich gehe davon aus, daß das nicht weiter schädlich ist.

    Beste Grüße!
    franz.

    Kontrolle am 04.01.2009:



    Kontrolle am 11.01.2009:



    Kontrolle am 18.01.2009:

    http://www.kleine-gaertnerei.de

    Gäbe es keine Menschen mehr, würde sich die Erde zu jenem wunderbaren Zustand der Balance zurückentwickeln, der vor 10.000 Jahren herrschte.
    Verschwänden aber die Insekten, würde die Natur ins Chaos stürzen.
    (E.O. Wilson, zitiert nach D. Goulson)

    Damit Bäume und Pflanzen sprießen, damit die Tiere, die sich von ihnen ernähren, gedeihen, damit die Menschen leben, müssen wir die Erde in Ehren halten.
    (Pierre Rhabi)

  5. #5
    Administrator Avatar von drohne
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Zitat Zitat von Tommy Tulpe
    Wer nagt denn das Gerippe im Winter ab?
    Na wer, die Bienen natürlich!

    Bei einigen Plusgraden, oder beim nächsten Reinigungsflug beseitigen die Bienen innerhalb kürzester Zeit die Weichteile dieses Winzlings.

    Zitat Maddin

    Hallo Josef, erkennt man am Gemüll auch ob wieder gebrütet wird?
    Sehr gut sogar, denn wenn nasse Flecken wie bei den Fotos von Franz ersichtlich sind, brütet dieses Volk bereits.

    @ franz

    schaut gut aus! :bravo:

    Aber aufpassen und Futterteig für den Feber bis längstens März griffbereit halten. Warum: die Wabengassen gehen sehr lang nach hinten und wenn die Bienen den hintersten Teil erreicht haben, ist auch das Futterende erreicht. Wenn dann die Bienen nicht auf die nächsten Waben wechseln können, wäre dies sehr schlimm.

    Fladen des Futterteigs kann man beim Reinigungsflug im Feber ohne weiters oben auf die Folie auflegen. Dies bewirkt zusätzlich einen enormen Brutanreiz.

    Josef

  6. #6
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    @ Josef:

    Bin Anfang bis Mitte Februar noch einmal für 10 Tage weg - habe mir eh gedacht, sicherheitshalber vorher bei allen Völkern einen Fladen Futterteig aufzulegen.
    Vor allem bei meinem stärksten Volk - sitzt auf 9 Waben! - mache ich mir Sorgen, daß das Futter nicht reichen könnte. Habe schon überlegt, falls ein halbwegs warmer Tag kommt, eine ganze Zarge mit Futterwaben aufzusetzen:
    Deckel wegnehmen - 2. Zarge mit neuer Folie und Deckel vorsichtig draufsetzen und ankippen - alte Folie vorsichtig herausziehen und 2. Zarge vollständig aufsetzen.
    Mit dieser Methode würde man die Bienen so gut wie gar nicht stören - und sie hätten reichlich Platz und Futter - und ich wieder einen ruhigen Schlaf.

    Was hältst Du davon?

    Besten Gruß,
    franz.

    Nachtrag: Warum kann es vorkommen, daß die Wabengasse nicht gewechselt werden kann? Beissen die Bienen sich nicht einfach durch das Wachs?
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  7. #7
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Kannst ruhig machen Franz und somit wäre dieses Volk bestens versorgt. Aber bitte ganz vorsichtig und keinesfalls herumhauen, die Bienen könnten nämlich die Königin einknäueln.

    Meinen Glückwunsch zu solch einem starken Volk, ist dies von Deinem Vater bzw. woher kommt es?

    Josef

  8. #8
    Avatar von gärtner
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Nein Josef,

    das Volk kommt nicht von meinem Vater, sondern von unserem ältestgedienten Vereinskollegen. Er ist über 80 Jahre alt, dabei sehr jung geblieben, und imkert seit ungefähr 65 Jahren. Ein sehr besonnener und gewissenhafter Mann, von dem man viel lernen kann - und der mit seinem Wissen auch nicht geizig ist, zum Glück!

    Ich habe das Volk, Ableger aus 2007 mit gelber Königin, im Juni auf 18 Waben übernommen, den zur Linde aufgesetzten Honigraum haben sie mir dann zwar nicht mehr voll gemacht, sie haben aber offenbar noch gut für die eigene Überwinterung gesorgt.

    Waldemar, so heißt er, überwintert übrigens grundsätzlich in 2 Räumen seiner selbstentwickelten 3-Raum Kuntzsch-Beuten. Ich überlege deshalb inzwischen, ob es gut war, sie auf 1 Zarge zusammenzudrücken, weil er hat wirklich enorm starke Völker mit super Königinnen.

    Beste Grüße,
    franz.
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  9. #9
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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Guten Abend!

    Jetzt oder nie, hab ich heute nachmittag gedacht (Sonnenschein, milde Luft, ein paar vereinzelte Bienen kamen heraus) und meinem 9-Waben-Volk (s.o.) ganz vorsichtig eine Zarge mit halbvollen bis vollen Futterwaben aufgesetzt. Es ist alles ganz ruhig geblieben, und ich hoffe, daß alles gut gegangen ist.

    Der oben erwähnte Ableger wird von Woche zu Woche größer, ein Schwestervolk fängt jetzt auch an, deutlich in die Breite zu gehen. Im Herbst waren das 2 recht schwache ableger, jetzt sitzen beide auf 5-6 Waben! Morgen kaufe ich dann Puderzucker für den Futterteig, weil unendlich viel haben sie nicht drin, vielleicht 7 Waben mit Futter.

    @Josef: Ich habe Warmbau: das Flugloch ist links, die Bienen sitzen also nicht bis hinten durch, sondern über die gesamte Breite.

    Situation heute, 25.01.09. Keine einzige Varroa!




    Beste Grüße! franz.
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  10. #10

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    Re: Gemülldiagnose im Jänner

    Könnt ihr meine Bienen bitte auch mal beurteilen?
    Beim stärkeren Volk hatte ich nach der Oxalsäurebehandlung 10 Milben auf der Windel, beim schwächeren Volk keine Milbe. Allerdings erscheint mir das kleinere Volk so klein, dass ich mal vermute, dass es noch nicht mal den Winter überlebt-aber ich bin Anfängerin.
    http://www.flickr.com/photos/recyclemou ... 042205109/
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