Unsere fleißigen Bienen sammeln nicht nur Honig und Blütenpollen, sondern auch Harzstoffe von den Blatt und Blütenknospen. Sie vermischen diesen Harzleimstoff mit Blütenpollen und körpereigenen Drüsenstoffen und bereiten daraus das sogenannte Propolis.

Die Bienen verkitten mit diesem Propolis die Ritzen und Löcher ihrer Heimstätte, um in der kalten Jahreszeit vor Wetterunbilden geschützt zu sein. Wir Imker gewinnen diesen wertvollen Rohstoff mittels eingelegten Gitter, dass von den Bienen als Fremdkörper betrachtet und mit Propolis verkittet wird. Jeweils im Spätsommer wird nun das auf diese Weise gewonnene Propolis den Bienenvölkern entnommen.

Für unsere Bienenvölker ist Propolis ein wichtiger Schutzstoff. Ein Volk von 80.000 Bienen hat etwa 0.75 m3 Wohnfläche zur Verfügung. Daher braucht es zum überleben einen besonderen Schutz gegen den Befall von Krankheitserregern. Dieser besondere Schutzstoff war schon den alten Griechen bekannt. Das Wort Propolis ist griechischen Ursprungs (pro = vor, polis = Stadt) und bedeutet „Verteidigungswerk einer Stadt“. Die griechischen Ärzte und Philosophen kannten bereits das wertvolle Propolis seit langem und verwendeten es auch in der Medizin. Auch in unserem Raum ist Propolis bereits seit langem fester Bestandteil in der Volksmedizin.

Erst in der Neuzeit wurde es leider durch synthetische Mittel verdrängt und kam deshalb immer mehr in Vergessenheit. In den sechziger und siebziger Jahren dieses Jahrhunderts, wurde über Propolis auf den internationalen Kongressen plötzlich wieder sehr viel referiert und über Heilerfolge von diesem Naturstoff sehr ausführlich berichtet. Vor allem bei den Kongressen in den aufstrebenden Oststaaten wurde ersichtlich, dass ein sehr reges medizinisches Interesse an der Anwendung und wissenschaftlichen Erprobung von natürlich vorkommenden Pharmaka, die der Volksmedizin seit langem bekannt sind, bestand. Neben der Entwicklung und industriellen Produktion moderner synthetischer Präparate, beschäftigte man sich in Instituten mit der systematischen Untersuchung solcher Volksmittel. Vor allem die Bienenprodukte Honig, Blütenpollen, Bienenwachs, Gelee Royal (Königinnenfuttersaft) und eben auch Propolis,
wurden Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Bei all diesen Versuchsreihen die mit Propolis durchgeführt wurden, kann nun bereits seit langem gesagt werden, Propolis ist sehr wirksam gegen die verschiedenartigsten Bakterienstämme. Es kann äußerlich und innerlich eingesetzt werden. Bei Atmungsorganen, vor allem bei Verkühlungen, bei Pilzkrankheiten, bei Verletzungen und Schmerzen verschiedenster Art. Dieses Naturheilmittel hat ein großes Anwendungsgebiet in der Altersheilkunde sowie in der Nachbehandlung von Genesenden. Regenerierende und stabilisierende Wirkung wurde dem Propolis nachgewiesen. Es steigert die Abwehrkräfte des Körpers und beugt Infektionen vor, auch ist es ein vorzügliches Antibiotikum, es hemmt zahlreiche Bakterien- und Virusinfektionen, wie umfangreiche bakteriologische Versuche belegen. Neben den antibiotischen Wirkstoffen hat es hochdosierte Flavenoide. Diese sind für Menschen mindestens ebenso wichtig, wie Vitamine und Minerale, sie üben einen stärkenden Einfluss auf das Herz- Kreislaufsystem aus, indem sie das Bindegewebe und die Blutgefäße festigen. Bei schweren Krankheiten kann Propolis zusätzlich verwendet werden. Überdies gibt es heute schon sehr viele Ärzte die Propolis zeitbewusst einsetzen!

LG Josef