Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 24

Thema: Aktuelle Milbensituation im Bezug auf dubiose Vermehrungsraten

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
    Registriert seit
    18.01.2007
    Ort
    3710 Fahndorf 86
    Alter
    70
    Beiträge
    37.319
    Imker seit
    1976
    Heimstand
    JA
    Wanderimker
    Ja
    Rähmchenmaß
    ÖBW
    Danke Thanks Given 
    5.512
    Danke Thanks Received 
    8.045
    Thanked in
    Bedankt : 5.140
    Tops
    Erhalten: 3.867
    Vergeben: 2.425

    Aktuelle Milbensituation im Bezug auf dubiose Vermehrungsraten

    Zitat Zitat von andreasw Beitrag anzeigen

    Was mich aber verunsichert sind die Milbenrechner. Die sagen, dass ich bei einem Abfall von 2 Milben pro Tag auf ca 900 Milben im Volk derzeit komme. Wenn die sich monatlich verdoppeln, bin ich im Mai schon bei knapp 15.000 Milben im Volk!
    Diese inflationsartigen Steigerungsraten sind interessant, anfangs ging man von 100 : 1 aus, es folgten Raten zu 200 und ja sogar 300 : 1, mittlerweile ist man nun schon bei 450 : 1 angelangt.

    Andreas, welche Milbenrechner sind dies überhaupt die solche Daten verbreiten?

    Josef

  2. #2
    Avatar von andreasw
    Registriert seit
    14.04.2019
    Ort
    Wien
    Beiträge
    1.429
    Imker seit
    28.06.2019 ;)
    Wanderimker
    Nein
    Rähmchenmaß
    Zander Jumbo (BR) und Flach (HR)
    Danke Thanks Given 
    445
    Danke Thanks Received 
    222
    Thanked in
    Bedankt : 130
    Tops
    Erhalten: 172
    Vergeben: 17

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Zitat Zitat von Chrigel Beitrag anzeigen
    Ich halte dagegen:

    Das grösste Problem in der Varroabekämpfung ist, dass sich der Imker gleich verhält wie der von den Imkern dauernd gescholtene Landwirt : Kaum ist ein Schädling / Milbe sichtbar, werden die PSM / Tierarzneimittel aufgefahren und gleich auch mehrfach eingesetzt (3er Behandlungsblock im Winter!). Dabei richtet sich der Imker nach zweifelhaften Regelzahlen, die flächendeckend für alle Bienenvölker gelten sollen. In dieses Schemaverhalten wird der Jungimker aus Furcht vor Völkerverlusten gedrängt.
    Die Furcht und der Schrecken vor ein paar Milben ist mir längst abhanden gekommen, seit ich mich von der verbreiteten Lehre verabschiedet habe und die Völker auch einmal eine höhere Belastung aushalten lasse. Bestätigt sich, dass diese Belastung für ein Volk zum Problem wird, sind heute Betriebsmittel bekannt, die im Frühsommer die erwünschte Wirkung ohne Einsatz von TAM zeigen. Kein Volk muss dabei über den Jordan gehen - aber es könnten dann halt ein paar Kilo Honig weniger sein. Den Bienen bleibt ein Säureregen erspart, der ja so bienenverträglich sein soll.

    Sei mutig und ein Imker, der die Situation peinlichst genau beobachtet und bei den Völkern dann eingreift, wenn echte Gefahr droht. Die Erfahrung die du dabei machst, wird dich in den nächsten Jahren vielleicht auf eine ganz andere Praxisschiene führen.

    Chrigel
    Chrigel, mein primäres Ziel ist, dass es meinen Bienen gut geht. Denn wenn es ihnen gut geht, werden sie stark, gesund und bringen auch Honig - wobei mir letzteres relativ wurscht ist, da ich das als Hobby mache und die erste Priorität immer das Wohl der Bienen hat.

    Mir fehlt wie gesagt noch die Erfahrung bzw die Gelassenheit - wenn aber zwei der erfahrensten Imker im Forum, nämlich Josef und Du mir raten, einfach mal abzuwarten und Tee zu trinken - dann mache ich das jetzt einfach mal. Aber ich werde den Milbenfall genau monitoren.

    Die Frage ist: wann greift man dann ein und wie? Angenommen, im März, April steigt die Zahl so stark an, dass die gängigen Ratgeber sagen "sofort behandeln". Was würdest Du tun? Bzw was meinst Du mit "Betriebsmittel, die im Frühsommer die erwünschte Wirkung ohne Einsatz von TAM zeigen"?

    Mir fällt hier nur Brutfreiheit durch Käfigen bzw. Wärmebehandlung der Brutwaben durch den Varroa-Kontroller ein.

    Josef, es ist relativ egal, alle Rechner, die ich kenne, haben ähnliche Zahlen. Hier zB der von btree:

    btreevarroa.jpg

    Der rechnet mir 800+ Milben im Volk vor, was bei exponentiellem Wachstum Mitte Juli (180 Tage) dann halt so ca 20.000 Milben bedeuten würde = Volk tot.

    Liebe Grüße,
    Andreas

  3. #3
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
    Registriert seit
    18.01.2007
    Ort
    3710 Fahndorf 86
    Alter
    70
    Beiträge
    37.319
    Imker seit
    1976
    Heimstand
    JA
    Wanderimker
    Ja
    Rähmchenmaß
    ÖBW
    Danke Thanks Given 
    5.512
    Danke Thanks Received 
    8.045
    Thanked in
    Bedankt : 5.140
    Tops
    Erhalten: 3.867
    Vergeben: 2.425

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Interessant, hat der Hannes da fundierte wissenschaftliche Daten, bzw. nachvollziehbare Recherchen?

    Josef

  4. #4

    Registriert seit
    14.11.2020
    Ort
    Oberfranken (Bavaria)
    Alter
    62
    Beiträge
    136
    Imker seit
    2019
    Heimstand
    Oberfranken
    Wanderimker
    Nein
    Rähmchenmaß
    Warre
    Danke Thanks Given 
    66
    Danke Thanks Received 
    22
    Thanked in
    Bedankt : 17
    Tops
    Erhalten: 7
    Vergeben: 5

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Ich bin nur der Anfänger, habe meine 2 Völker und 2 Schwärme im 2. Herbst nicht halten können.
    Es gab viel PSM-Spritzungen (Landwirt und Borkenkäfer) und die Hauptursache war aber meine Unerfahrenheit.
    Auch hat ein anderer Neuimker in ca. 400m Entfernung 12 Völker aufgestellt. Meine Völker lagen mitten in Senf und Sonnenblumen,
    wurden von den neuen Völkern massiv geräubert.

    Die Varroa-Populationen verdoppeln sich - nach meiner bescheidenen Meinung - nur in den Hauptmonaten.
    Vorher und nachher gibt es nur eine geringere Vermehrung.

    Nach vielen Erfahrungsberichten und Studien kann man "vielleicht" nicht ALLES über einen Kamm scheren.
    Manchmal geht es so und manchmal so. Auch ist Bienenhaltung regional.

    Rolf

  5. #5
    Administrator Avatar von fix
    Registriert seit
    08.08.2010
    Ort
    Lkr. Traunstein
    Alter
    65
    Beiträge
    10.679
    Imker seit
    2008
    Heimstand
    Bienenhaus
    Wanderimker
    nein
    Rähmchenmaß
    DNM
    Danke Thanks Given 
    2.592
    Danke Thanks Received 
    2.106
    Thanked in
    Bedankt : 1.460
    Tops
    Erhalten: 1.406
    Vergeben: 1.420

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Zitat Zitat von Rolf G Beitrag anzeigen
    Die Varroa-Populationen verdoppeln sich - nach meiner bescheidenen Meinung - nur in den Hauptmonaten.
    Vorher und nachher gibt es nur eine geringere Vermehrung.
    Welche Monate siehst du als Hauptmonate an?

    Meine Erfahrung ist - die Milbe hat übers ganze Jahre einen gigantischen Vermehrungsdrang, im Herbst und kurz vor dem Winter scheint er noch ausgeprägter zu sein. Brutpausen sind ein sehr wirkungsvoller Punkt die Vermehrung zu unterbinden weil der Milbe die Grundlage zur Vermehrung gänzlich fehlt.

    Deshalb muss man auch unterscheiden zwischen regionalen Gebieten, in Gebieten in denen die Bienen während des Winters aus der Brut gehen, haben es die Imker erheblich leichter mit der Milbenreduzierung als Imker bei denen die Bienen den Winter über durchbrüten!
    Geändert von fix (16.01.2021 um 12:02 Uhr) Grund: Satz entfernt der zu Missverständnissen führen kann
    Es kommt meist anders, wenn man denkt


  6. #6
    Moderatorin Avatar von Goldregen
    Registriert seit
    31.05.2016
    Ort
    Merklingen
    Alter
    63
    Beiträge
    2.446
    Imker seit
    Mai 2016
    Heimstand
    Merklingen
    Wanderimker
    nein
    Rähmchenmaß
    Zander ohne Hoffmann modifiziert 477x220
    Danke Thanks Given 
    851
    Danke Thanks Received 
    798
    Thanked in
    Bedankt : 437
    Tops
    Erhalten: 547
    Vergeben: 304

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Wie sagt man so schön: 2 Imker 3 Meinungen.
    Es ist als Anfänger wirklich schwer, das Richtige vom Richtigen durchzuführen.
    Ich lese im Moment viel, vor allem Monatsbetrachtungen. Da ich nun schon ein klein bischen Erfahrung habe, stelle ich fest das es ganz total verschiedene Ansätze sind. Die müssen alle nicht falsch oder richtig sein.

    Zum Beispiel Honigraum aufsetzen: Es gibt kein zu früh.... erst aufsetzen, wenn der Brutraum voll ist.
    Und genau so ist es mit der Varroa.
    Ein erfahrener Imker kennt seine Umgebung, ein Anfänger einfach noch nicht. Er hört auf das, was er liest. Leider einmal so und dann einmal anders. Dann werden die Betriebsweisen vermischt.... und schon ist das Malheur da.
    Und dann kommen so Sätze wie: Das Problem steht hinter der Kiste. Stimmt. Aber warum muss das so sein? Verwirrung pur.
    Und das Bauchgefühl stimmt leider halt nicht immer. Und jedes Jahr ist ein neues Jahr und jedes Jahr ist es wieder anders.

    Aber warum hat Andreas nicht schon früher behandelt? Warum erst jetzt, wo es eigentlich schon verboten ist wenn man Honig ernten möchte? Es gibt doch eigentlich den Stichtag 21. Dezember.
    Das ist das, was ich an der ganzen Diskussion nicht verstehe.
    Aber jetzt bin ich schwer OT. Das Thema ist Windellesen und nicht Varroabehandlung.

    LG Doris

  7. #7

    Registriert seit
    14.11.2020
    Ort
    Oberfranken (Bavaria)
    Alter
    62
    Beiträge
    136
    Imker seit
    2019
    Heimstand
    Oberfranken
    Wanderimker
    Nein
    Rähmchenmaß
    Warre
    Danke Thanks Given 
    66
    Danke Thanks Received 
    22
    Thanked in
    Bedankt : 17
    Tops
    Erhalten: 7
    Vergeben: 5

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Zitat Zitat von fix Beitrag anzeigen
    Welche Monate siehst du als Hauptmonate an?
    Hallo fix!
    Hier mal eine Grafik von Dr. W. Ritter als Anlage.
    Wie schon angedeutet so ungefähr ab Schwarmzeit bis zur Bruteinschränkung.
    Aber - Bienenhaltung ist regional + jedes Volk ist anders.
    Sonst würden ja alle Völker oder kein Volk sterben ...

    Rolf

    bienen varroa Viren bn.pdf

  8. #8
    Avatar von boerni_s
    Registriert seit
    23.05.2017
    Ort
    Mistelbach
    Beiträge
    1.094
    Imker seit
    2017
    Heimstand
    Nördl. Niederösterreich
    Wanderimker
    nein
    Rähmchenmaß
    Zander 1,5 (Jumbo) im Brutraum
    Danke Thanks Given 
    535
    Danke Thanks Received 
    247
    Thanked in
    Bedankt : 138
    Tops
    Erhalten: 129
    Vergeben: 169

    AW: Windellesen 2020 - was lernen wir daraus? (Milbenabfall, Sitz vom Volk und Käfer?

    Die Frage ist: wann greift man dann ein und wie? Angenommen, im März, April steigt die Zahl so stark an, dass die gängigen Ratgeber sagen "sofort behandeln". Was würdest Du tun? Bzw was meinst Du mit "Betriebsmittel, die im Frühsommer die erwünschte Wirkung ohne Einsatz von TAM zeigen"?
    Andreas, Du fragst, was Du im Frühsommer ohne Einsatz Tierarzneimittel (TAM) tun könntest. Ich habe mich das auch gefragt und mir fällt als Möglichkeit ein Königinnen-Ableger ein. (Brutfreiheit im ursprünglichen Volk) Ich halte Deine Frage aber für sehr wichtig und habe sie daher noch einmal aufgegriffen.

    @Janaki: ich habe deinen Beitrag einfach nicht verstanden, ich weiß nicht worauf Du hinaus willst, vielleicht magst Du noch ein paar erklärende Worte schreiben

    Liebe Grüße
    Börni

  9. #9

    Registriert seit
    13.09.2009
    Ort
    Hombrechtikon
    Beiträge
    4.935
    Imker seit
    1958
    Danke Thanks Given 
    985
    Danke Thanks Received 
    5.575
    Thanked in
    Bedankt : 1.946
    Tops
    Erhalten: 1.865
    Vergeben: 555

    AW: Aktuelle Milbensituation im Bezug auf dubiose Vermehrungsraten

    Sobald Drohnenwabe verdeckelt Drohnenbrutentnahme, regelmässig
    Falls Befallsgrad dies erfordert:
    Entnahme der verdeckelten Brut - Butableger (behandeln nach Schlupf der Brut) ev. Rückvereinigen
    Bannwabenverfahren
    Brutpause durch Internieren der Königin

  10. The Following 3 Users Say Thank You to Chrigel For This Useful Post:

    andreasw (31.01.2021), boerni_s (16.01.2021), Rolf G (17.01.2021)

  11. #10

    Registriert seit
    13.09.2009
    Ort
    Hombrechtikon
    Beiträge
    4.935
    Imker seit
    1958
    Danke Thanks Given 
    985
    Danke Thanks Received 
    5.575
    Thanked in
    Bedankt : 1.946
    Tops
    Erhalten: 1.865
    Vergeben: 555

    AW: Aktuelle Milbensituation im Bezug auf dubiose Vermehrungsraten

    In den verschiedensten Arbeiten zum Thema finden wir verallgemeinert:
    Der Befallsgrad aus dem Windelabfall wird für die Perioden unterschiedlich berechnet:
    Periode mit der höchsten Bruttätigkeit Mai bis September:
    Gesamtbefall = gefallene Milben/Tag mal Faktor 100 (bis 300)
    Monate Oktober/November/Dezember
    Gesamtbefall = gefallene Milben/Tag mal Faktor (300 bis 500)
    Dieser Berechnung liegt ein Schwankungsfaktor von 3 nach oben und unten inne.
    Damit ist bereits ein weites Feld für unterschiedliche Ansichten geöffnet .

    Der Vermehrungsfaktor ist ein gemittelter Wert für Völker mit Brut beider Geschlechter und über die ganze Brutperiode gerechnet.
    Der gemittelte Vermehrungsfaktor wird mit 1.9 angegeben. Daraus kann man die bekannte Faustregel ableiten, dass sich der Befall ca alle 3 Wochen verdoppelt. Das ist von der Korrelation der Brutentwicklung und der Fortpflanzung der Varroa her indiskutabel. Nicht brücksichtig ist allerdings das Abwehrverhalten des Bienenvolkes.

    Auf diesen Daten fussen Grafiken wie sie von Andreas eingestellt wurden.

    Chrigel

  12. The Following 2 Users Say Thank You to Chrigel For This Useful Post:

    andreasw (31.01.2021), boerni_s (16.01.2021)

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Ähnliche Themen

  1. Aktuelle Futterreserven
    Von Nils im Forum Arbeiten im Dezember
    Antworten: 95
    Letzter Beitrag: 22.03.2018, 19:09
  2. hoher Boden, Hochwaben , Putzverhalten in Bezug auf Varroa
    Von mahagugu im Forum Bienenschädlinge
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.03.2012, 22:03

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
This website uses cookies
We use cookies to store session information to facilitate remembering your login information, to allow you to save website preferences, to personalise content and ads, to provide social media features and to analyse our traffic. We also share information about your use of our site with our social media, advertising and analytics partners.