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Thema: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

  1. #11

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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Zitat Zitat von andreasw Beitrag anzeigen
    Einen wunderschönen guten Abend!

    Ich trete eine bewusst provokante Diskussion vom Zaun, nämlich: wieso hören wir nicht kollektiv mit der Varroabehandlung auf und lassen die natürliche Selektion ihre Arbeit tun?

    Wie ich gerade jetzt darauf komme? Das ist einfach zu beantworten. Zum einen gab es in der Novemberausgabe der wie immer sehr guten Schweizer Imkerzeitung auf Seite 26 einen Artikel darüber (nämlich über eine Exkursion nach Großbritannien wo das Imker zT so gemacht haben - erfolgreich) zum anderen habe ich mir den Vortrag von Thomas Seeley dazu auf der Bienenfachtagung 2019 angehört (ich verweise auf diese kurze aber prägnante Zusammenfassung von Sepp) der mir das auch sehr stark vor Augen geführt hat.

    Natürlich ist das leichter gesagt als getan, denn Seeley und Co gehen von 90% Verlustrate (oder höher) aus.

    Daher ist es klar, dass es für die 2 Jahre, wo es fast einen Totalausfall gibt, eine Kompensation geben muss - für die Berufsimker natürlich in einer ganz anderen Höhe und für uns private, kleine, vielleicht durch finanzielle Unterstützung, damit wir uns neue, resistente Völker kostenneutral anschaffen können.

    Natürlich müsste man auch mit der Landwirtschaft eine Absprache halten - das wäre mal eine interessante Diskussion - zum Thema wir beweisen unseren Mehrwert.

    Wieso nun dieser brutale Vorschlag? Ganz einfach! Was machen wir, wenn in x Jahren der nächste Schädling daherkommt? Egal ob das nun die angeblich böse neue Hornisse ist oder der kleine Beutenkäfer. Wieviel Behandlungen, Eingriffe und Chemie (und Oxal bzw Ameisensäure ist für mich Chemie, egal was Bio-Zertifikate dazu sagen) halten die Bienen und wir aus? Ich bin ein Freund von dem Motto: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    Langfristig gesehen, zahlt sich das glaube ich aus: für die Berufsimker, weil sie wesentlich weniger Kosten und Aufwand haben. Und für uns private, weil wir die Freude am Imkern nicht verlieren, wenn wir irgendwann nur noch gegen x behandeln, als zu imkern.

    Wenn ganz Österreich nicht mitmacht, dann vielleicht zumindest einzelne Bundesländer oder zumindest Gebiete?

    Was haltet ihr von dieser wahnsinnigen Idee?

    Liebe Grüße
    Andreas
    Hallo Andreas,

    wenn ich mich genau erinnere hat Seeley auch gesagt, dass die wildlebenden Kolonien nur mehr aus 3 Königinnenlinien bestehen. Das heißt es ist auch viel Erbgut verloren gegangen. Vielleicht wäre aber vielfältiges Erbgut bei anderen Krankheiten wichtig? Also ich bin da nicht überzeugt, mit der Varroa kann der Imker, welcher Honig ernten will, leben. Alle anderen brauchen auch keine Bienen halten, die sollen überlebende Bienen in Wäldern suchen gehen und sich daran erfreuen. Mach Dich doch in abgeschiedenen Gebieten auf die Suche? Das meine ich gar nicht bös sondern ich finde das wäre ein wichtiger Input zu wissen wo die Imker Rücksicht nehmen sollten um diese Population nicht zu zerstören bzw. zu stören. Viele andere Tierarten haben bereits Schutzbereiche bzw. Gebiete, wildlebende Bienen (wir wissen ja nicht mal in Österreich ob es solche gibt) interessiert halt leider niemanden, es macht sich nicht mal jemand auf die Suche.

    lg
    Gerhard

  2. #12
    Moderatorin Avatar von Goldregen
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Diesen Test könnte man doch ganz einfach auf einer abgelegenen Insel durchführen und dann sehen, ob das wirklich mit den 2-3 Jahren klappt.
    Dann müßte man nicht die ganzen Bienen diesem doch recht grausamen Versuch preisgeben.

    LG Doris

  3. #13
    Avatar von Bumble Bee
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Das wurde ähnlich bereits gemacht, ohne Erfolg, die Bienen die dort resistent waren , waren es nach den nächsten Generation wo anders nicht mehr.
    Maybe if we tell people the brain is an APP.
    They will start using it..........
    Gruß,
    Volker

  4. #14
    Moderator Avatar von BeeMichi
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Hallo,

    macht wie John Keyfuss. 2 Berufsimker wollen diese Methode versuchen, je einer davon kommt aus DE und Ö. Aus Ö ist der der auch hier im Forum ist. Stand in der diesjährige Ausgabe des Bienenjournal. Ich will es auch seine Methode versuchen. Wenns kritisch wird kann man noch eingreifen.
    Lieben Gruß Michi

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist,
    werdet Ihr feststellen, das man Geld nicht essen kann.

    Weisheit der Cree-Indianer

  5. #15
    Avatar von boerni_s
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Lieber Andreas,

    Eine Vorgehensweise, wie Du sie vorschlägst, würde bedeuten, einen Großteil der Bienen auszurotten und somit die Diversität massiv einzuschränken (wie Gerhard bereits schrieb). Langsam, nach und nach jene Bienen zu vermehren, die auch die die Fähigkeit haben, sich selbst besser gegen jede Form von Krankheiten durchzusetzten, ist natürlich eine erstrebenswertes Zuchtziel.

    Ich hätte aber eine ganz andere radikale, verrückte Idee: Schaffen wir doch Habitate in denen Wild lebende Bienen sich vermehren können. Naturschutzgebiete in denen sich z.B. wieder verwilderte Stämme der Honigbiene ansiedeln können.

    Liebe Grüße
    Börni

  6. #16

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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Hallo Boerni,


    ganz im Ernst: Ich würde von wildlebenden Bienen in unsern Wäldern sicher nicht die Varroen fürchten, sondern vielmehr mich über deren Drohnen freuen!

    So wie früher, vor hundert Jahren, es imkerlich wohl unbedingt nötig war, wilde Genetik in den Bienen zugunsten züchterisch beeinflusster auszuscheiden, so scheint es mir, dass heute, wo wir eigentlich nur noch züchterisch beeinflusste Bienen haben, umgekehrt an der Zeit ist, den Faktor "Wildnis" wieder ein Stück weit hereinzuholen in die Biene - wenn es dafür nicht zu spät ist...

    Aber zumindest Basiszucht (nach Wolfgang Golz) wäre sicher ein für jeden gangbarer Weg in diese Richtung - und gleichzeitig ein Kompromiss zwischen sich frei kreuzenden Bienen und imkerlicher Auslese...

    Viele Grüße,

    Daniel

    PS: Deine Idee, einen wildlebenden Genpool an Bienen wieder zu ermöglichen, hatte die Aurelia Stiftung in Kooperation mit Jane Goddall bzgl. des Arterhalts der wilden dunklen Biene in Mitteleuropa bereits. Auf ehem. Truppenübungsplätzen oder ähnlichen Lagen in Ostdeutschland sollten einzelne Völker der dunklen Biene im Abstand von 500 m unbetreut wieder angesiedelt werden. Das Ganze kann man nachlesen unter diesem Link: https://www.aurelia-stiftung.de/de/p...e-goodall.html und zwar, wenn man das dort verlinkte PDF zum Download anklickt...
    @Andreas: Man bezieht sich dort im PDF auch ausdrücklich auf Seeley!

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  8. #17

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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Zitat Zitat von boerni_s Beitrag anzeigen
    Ich hätte aber eine ganz andere radikale, verrückte Idee: Schaffen wir doch Habitate in denen Wild lebende Bienen sich vermehren können. Naturschutzgebiete in denen sich z.B. wieder verwilderte Stämme der Honigbiene ansiedeln können.
    Hi Börni,
    Die Idee ist gut aber Österreich ist dafür einfach zu klein. Wenn ich mir die Naturschutzgebiete entlang der Donau/Marchauen ansehe, sind Habitate reichlich vorhanden. Da stehen keine 10km entfernt oder mittendrin Imker die bestimmt weiterbehandeln werden. Verwilderte oder besser gesagt entflohene Schwärme finde ich auch immer wieder in "meinem" Naturschutzgebiet. Der Schlosspark ist etwa 40ha groß und hat zumindest den nötigen Baumbestand. Älter als 1-2 Jahre ist da noch kein wildlebendes Volk geworden.
    lg Michael
    Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.

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    boerni_s (19.11.2019)

  10. #18
    Avatar von Chrigel
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Hallo Andreas
    ich nehme an, dass du enttäuscht bist über die "Diskussion", die du dir hier erhofft hast. Einerseits fehlen logischerweise die Meinungen der "Profis", da deren existenzielle Grundlagen mit deinem Vorschlag in Kürze zerstört würden, andererseits ist das Behandeln der Bienen gegen die Varroa für die Mehrheit der Imker zur Routine geworden. Kurzum für die Imker - mit wenigen Ausnahmen - gibt es keinen hinreichenden Grund, einer ideologischen Betriebsweise das Wort zu sprechen.

    Du kennst meine diesbezüglichen Themen im Forum. Ich gebe dir den Rat, suche deinen eigenen Weg und fördere jene deiner Völker, die ein höheres Mass an eigener Varroa-Abwehr aufweisen. Das erspart dir zwar nicht die Behandlung, aber du wirst sehen, dass die "Rasenmäher-Methode", nämlich alles über denselben Kamm zu scheren, nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
    Ich bin 74 und bei mir ist vielleicht bald der Ofen aus, aber du hast, wie du schreibst, noch 40 Jahre Imkerei vor dir. Suche dir deinen Weg in eine "varroacidfreie" Imkerei. Das wird dich mehr befriedigen als das hoffnungslose Suchen nach Unterstützung der andern.

    Chrigel

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  12. #19
    Moderator Avatar von Malte Niemeyer
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Hallo,

    Zitat Zitat von Bumble Bee Beitrag anzeigen
    Das wurde ähnlich bereits gemacht, ohne Erfolg, die Bienen die dort resistent waren , waren es nach den nächsten Generation wo anders nicht mehr.
    Es wurden ja in der Vergangenheit einige Versuche gemacht. 100 oder 500 oder Angeblich auch bereits 1000 Völker Irgendwo in Isolierten Gebieten aufgestellt und Jahrelang der Natur freien Lauf gelassen. Nach 3-4 Jahren lebten vielleicht noch 5 % der Völker. Die waren dann allerdings nicht von sich aus fähig die Milbe zu bekämpfen sondern hatten einfach doch mehrfaches Schwärmen und lange Brutpausen die Vermehrung der Varroa gehemmt. Und dadurch das jedes Jahr welche sterben, sterben auch die Milben in den betreffenden Völkern was die Population der Milbe kurz hält.

    Wenn man davon ausgeht das in einem natürlichen Ökosystem im Schnitt jedes Volk einmal im jahr schwärmt, würde sich die Population Jährlich verdoppeln. Da das sinnigerweise nicht geht müssen Jährlich 50 % der Völker sterben. Das ist naturgemäss aber nicht von besonders hohem Tierschutz geprägt. Der Imker reduziert seinen Überbestand an Völkern (der sich aus Ablegerbildung ergibt die nötig ist für die Bestandverjüngung) durch eine tiergerechte Vereinigung von 2 Völkern.

    Diese Völker die nach 3-4 jahren Sterbensphase noch leben sind wahrscheinlich von ihrem Charakter und ihren Eigenschaften her das womit unsere Vorfahren vor hunderten Jahren angefangen haben Honig zu ernten. Daher ist die Aussage wir würden Jahrelange Zuchtarbeit vernichten voll nachzuvollziehen. Zu Deutsch: Die Völker sind Stechlustig, machen wenig Honig und neigen zu starken schwärmen. Eben voll und ganz auf Arterhaltung ausgelegt und weniger auf einen domeszitiertes Nutztier.

    Was derzeit Vielversprechend ist, sind die VSH Projekte der verschiedenen Belegstellen. Im Sommer hatte ich einige BK auf der Belegstelle Leyhörn in der Nordsee. Der Belegstellenbetreiber heißt Peter Spieker. Er hat voriges Jahr einen spannenden Vortrag in Celle gehalten. Seine Zuchtarbeit ist inzwischen so weit das die Drohnenvölker (!) keine Sommerbehandlung mehr brauchen und nur mit einer Restentmilbung im Winter klarkommen. Ebenso macht Detlev Kremer (Inselbelegstelle Baltrum) Zuchtarbeit in der Richtung, er zählt die Milben auf den Bodenschiebern aus und soweit ich da informiert bin, werden sie Milben auf Beschädigungen untersucht. Sprich wenn die Milben angefressen oder verletzt sind, ist das ein Hinweis das die Bienen aktiv die Milben töten. Das sind dann Völker die (parrallel zu den normalen Zuchtzielen) für die weitere Zucht taugen. Im Frühjahr bekam ich einige Brutwaben mit Zuchtmaterial von Lutz Eggert und auch er ist soweit das die ersten Völker nurnoch sehr selten behandelt werden müssen bei geichzeitig zufriedenenstellenden Erträgen. Er arbeitet viel mit Hygienetest. Sprich die Waben werden mit Nadeltest auf ihr Ausräumverhalten geprüft. Nicht jedes Volk was ein gutes Hygieneverhalten hat, hat auch VSH Eigenschaften. Andersrum haben fast alle VSH Völker auch eine gute Ausräumrate beim Nadeltest.

    Bei allen die derzeit gute Fortschritte machen wird nicht auf Tot oder lebendig selektiert sondern die Reissleine gezogen wenn die Schadschwelle überschritten ist. Sprich sobald die Völker drohen zusammenzubrechen bzw. sich verkrüppelte Flügel zeigen und die üblichen Schädigungen auftreten wird behandelt. Später wird dieses Material ausgesondert indem nicht umgelarvt wird, bzw die Königinnen umgeweiselt werden.

    Leider kann man solche Zuchtfortschritte nicht mit 5, 10 oder 50 Völkern machen, sondern in diesen Projekten stecken 1000de Völker. Zum Beispiel liefert Lutz Eggert seine Königinnen an 5 verschiedene Erwerbsbetriebe die wiederrum Rückmeldung geben wie der Zustand der Völker jeweils ist, dadurch fallen Entscheidungen welche Linie im Folgejahr fokussiert wird. Hinter diesen vielen Völkern stehen 20 oder 30 Imker die jeden Tag ein Dach über dem Kopf brauchen und was zu essen. Das geht nur wenn man entweder jedes Jahr Honig erntet oder einen Haupterwerb hat und versucht seine Hobbyimkerei nach Feierabend zu betreuen.

    Eins ist bei der Problematik klar. Die Praxis die derzeit herrscht, das wir jedes Jahr unseren Behandlungsaufwand mit AS, OX, Tymol, Oxalstreifen oder Begasung hochfahren und intensivieren kann keine Lösung sein. Zumindest sollte man versuchen die Schadschwelle im Auge zu behalten und nicht blind 20 Mal zu bedampfen und sinnvoll wäre im Folgejahr von den Völkern Ablegern zu bilden die friedlich sind, einen guten Ertrag abwerfen und bei allen Behandlungen wenig Milbenabfall hatten.
    MfG Malte Niemeyer

    Wer sich lässt von Stichen schrecken, wird niemals süßen Honig schlecken!

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  14. #20
    Avatar von Chrigel
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    AW: Lasst uns doch einfach kollektiv mit der Varroabehandlung aufhören

    Malte, ein ausgezeichneter Beitrag!
    ...aber nicht vergessen, dass auch Kleinvieh Mist macht. Deshalb können auch kleine Betriebe einen wesentlichen Beitrag an den "professionellen" Weg beitragen. Erfahrene Leute wie beispielsweise Josef und viele mehr hier im Forum sollten bereit sein, mehr kalkuliertes Risiko (immer unter der Rückversicherung der konsequenten Befallskontrolle) einzugehen.
    Das jugendliche Motto "No risk no fun" müsste nur umformuliert werden in "No risk no success".
    Chrigel

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    claudialener (20.11.2019)

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