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Thema: Varroabehandlung mit Biotaps und Ameisensäure

  1. #11
    Moderator Avatar von Malte Niemeyer
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    AW: Varroabehandlung mit Biotaps und Ameisensäure

    Hallo,

    Zitat Zitat von Bienen Sepp Beitrag anzeigen
    Ich vermute, dass wir uns in ein paar Jahren nicht mehr wegen der Ameisensäure streiten.

    Auf der Homepage der UNI Graz sind die Details zu den Winterverlusten 2018/19 ersichtlich.


    Gruß Sepp
    aus dieser kleinen Umfrage den Rückschluss zu ziehen das jetzt Amitraz das Mittel der Wahl ist, halte ich für falsch. Wenn von den 204 Völkern in 10 Betrieben bereits über 100 in einem Betrieb zusammengefasst würden, und dieser Größere Imker keine Verluste hat, reisst das die Statistik natürlich ganz schön nach unten. Außerdem sind ja die Milben nicht der einzige Verlustfaktor. Angenommen dieser Größere Betrieb vereinigt vorm Winter jeweils ein Volk mit einem Ableger, minimiert das die Verluste zusätzlich. Des weiteren würde die Statistik höchstwahrscheinlich anders aussehen wenn Amitraz das breit angewandte Mittel wäre und die AS Verdunstung die Nischen Anwendung für Idealisten. Derzeit behandeln ja auch weniger gut ausgebildete Anfänger mit AS.

    Laut Aussage eines Institutsmitarbeiters war die Vermutung seitens der Staatlichen Stellen in Deutschland, Österrich und co. das einige Imker bereits länger mit nicht zugelassenen Amitraz Präperaten behandelt haben. Man fürchtete einen Lebensmittelskandal wenn Rückstände nicht zugelassener Mittel im Honig auftauchen. Die Schlagzeilen in den Tageszeitungen will keiner sehen (ausser vielleicht der Hersteller von Nuss nougat creme). Auch aus diesem Grund wurde dann vor einigen Jahren ein Amitraz Präperat zugelassen. Die Tatsache das kurze Zeit später schon von mangelnder Wirksamkeit und fallweise von Resistenzen berichtet wurde, bestätigt in beschränktem Umfang die Vermutung das bereits länger mit diesen Mitteln behandelt wurde.

    Mit der Ameisenäure steht uns ein Mittel zur Verfügung was leicht zu beschaffen ist, gut wirkt und ein sehr geringes Risiko von Resistenzen birgt. Die Anwendung setzt weder Strom noch andere Energie (ausser die Abwärme der Brut) voraus. Es Bedarf annähernd keiner zusätzlichen Ausrüstung und relativ wenig Hintergrundwissen. Die Aktivität des Mittels lässt sich auch durch den ungeübten feststellen. Bei Ameisensäure ist die Reizwirkung stärker als die Giftwirkung. Das bedeutet wenn man versehentlich die aufsteigenden Dämpfe einatmet merkt man sofor die Kontamination. Eine Verätzung der Atemwege oder so ist nur bei unsachgemässer Anwendung denkbar. Bei OX und bei Amitraz fällt eine Kontamination sehr viel später auf. Bie Amitraz im schlimmsten fall erst beim Arzt. Bei der Vergasung von OX setzen sich die winzig kleinen Partikel in der Kleidung fest und werden dann unter Umständen verschleppt.

    Zum Thema: Nein, von den Biotabs hab ich noch nichts gehört. Habt ihr die Kurzerklärung was das ist?
    MfG Malte Niemeyer

    Wer sich lässt von Stichen schrecken, wird niemals süßen Honig schlecken!

  2. Folgender Benutzer sagt Danke zu Malte Niemeyer für den nützlichen Beitrag:

    Sturmimker (07.08.2019)

  3. #12

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    AW: Varroabehandlung mit Biotaps und Ameisensäure

    Zitat Zitat von Malte Niemeyer Beitrag anzeigen
    Mit der Ameisenäure steht uns ein Mittel zur Verfügung was leicht zu beschaffen ist, gut wirkt und ein sehr geringes Risiko von Resistenzen birgt. Die Anwendung setzt weder Strom noch andere Energie (ausser die Abwärme der Brut) voraus. Es Bedarf annähernd keiner zusätzlichen Ausrüstung und relativ wenig Hintergrundwissen. Die Aktivität des Mittels lässt sich auch durch den ungeübten feststellen. Bei Ameisensäure ist die Reizwirkung stärker als die Giftwirkung. Das bedeutet wenn man versehentlich die aufsteigenden Dämpfe einatmet merkt man sofor die Kontamination. Eine Verätzung der Atemwege oder so ist nur bei unsachgemässer Anwendung denkbar. Bei OX und bei Amitraz fällt eine Kontamination sehr viel später auf. Bie Amitraz im schlimmsten fall erst beim Arzt. Bei der Vergasung von OX setzen sich die winzig kleinen Partikel in der Kleidung fest und werden dann unter Umständen verschleppt.
    Hallo Malte,
    Du hast von mir ein "Top" und ein "Danke" bekommen. Ich bin allerdings der Meinung, es ist nicht möglich Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Amitraz ist das Eine, OX sublimiert das Andere und AS ist auch nicht so lustig, für die Bienen und den Anwender.
    Ich glaube man muss sich (mit dem Wind ohne Schutzausrüstung) in den OX-Dampf stellen um Probleme zu bekommen. Bei AS genügt ein Spritzer und die Haut macht nicht mehr mit. So gesehen ist für mich OX die ungefährlichste Variante der Varroabehandlung.
    lg Michael
    Am wichtigsten ist die Biene, alles andere ist primär.

  4. #13
    Avatar von Bienen Sepp
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    AW: Varroabehandlung mit Biotaps und Ameisensäure

    Hallo Malte!

    Ich fang mit den BIO Tabs an, weil ja das Ursprungsthema.
    BIO Tabs war in Schalen gepresster Getreideschrot, welcher mit AS getränkt wurde.
    Das gesamte wurde gasdicht verschlossen und gebrauchsfertig ausgeliefert.
    Als AS zu Medizin gewandelt wurde, hat dieses Produkt keine Zulassung erhalten
    und wird meines Wissens auch nirgends gehandelt.

    AS steht oft in der Kritik unzureichend zu wirken und die Bienen zu schädigen.
    Aus diesen Gründen machen es sich viele Imker einfach und greifen zu synthetischen Mitteln
    - kleine Imker Streifen vom Tierarzt, Kosten egal, Hauptsache den Bienen geht's gut
    - Imker im Erwerbsbereich, wollen sicher, einfach und zeitsparend behandeln, und greifen zu den beiden zugelassenen Amitraz Produkten
    Einer dieser Imker, lässt sein Wachs jährlich auf Rückstände untersuchen und es findet sich nicht's was auf den Einsatz von Amitraz hinweist

    @Hagen, kennst du die Hintergründe warum bei den herkömmlichen Wachsuntersuchungen, Amitraz Rückstände nicht gefunden werden?


    Ich mach jährlich bei einen Teil meiner Völker totale Brut Entnahme und hab dabei viele Varianten durch.
    Hab mit Oxalsäure geträufelt, verdampft oder auch mit Fangwaben viele Milben gefangen.
    Im September kommt bei mir immer die Zeit, dass bei diesen Völkern eine Zusatzbehandlung von Nöten ist.
    Und wenn es Verluste gibt, bleiben die Brutentzugsvölker auch nicht verschont.

    Was bei mir arbeitstechnisch recht gut funktioniert sind Kunstschwärme nach der letzten Honigernte:
    - ein Beute mit Mittelwänden kommt auf den Stand
    - darin eine begattete Königin im Zusetzkäfig oder ein Begattungskästchen mit Königin
    - darüber die Bienenflucht
    - darauf Honigräume von 2 Wirtschaftsvölkern
    - am nächsten Tag werden die Honigräume abgenommen und Kunstschwärme auf einen anderen Stand gebracht

    Die Kunstschwärme werden gefüttert und mit Oxalsäure beträufelt
    Die verbleibenden Wirtschaftsvölker werden mit AS behandelt
    - wenn's heiß ist, nach der Methode vom Stefan Mandl
    - wenn's kühler wird, kommen die Nassenheider zum Einsatz

    Die nicht entsprechenden Wirtschaftsvölker werden nach der ersten AS Behandlung aufgelöst

    Mir würde die AS fehlen, mit Bedacht angewandt gibt es wenig bessere Mittel.

    Schöne Grüße
    Sepp
    Geändert von Malte Niemeyer (09.08.2019 um 19:48 Uhr)

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