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Thema: Wie entsteht Bienenwachs

  1. #1
    Administrator Avatar von drohne
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    Wie entsteht Bienenwachs

    Dem blinden Schweizer Bienenforscher Francois Huber † 1832, gelang es als erster Mensch eine bahnbrechende Entdeckung zu machen. Durch Beobachtungen und Hinweise, die er sich von seinen Mitarbeitern erklären lies, erkannte er als erster die Tatsache, dass die Bienen Wachs tatsächlich ausschwitzen und nicht, wie überwiegend angenommen, aus Pollen herstellen. Es gelang ihm auch als ersten Wissenschaftler, die vier Paar Wachsdrüsen an der Unterseite des Hinterlaibes der weiblichen Bienen ganz exakt zu beschreiben.

    Die Bienen schwitzen also das flüssige Wachs aus diesen Drüsen und sobald dies mit der Außenluft in Berührung kommt, erstarrt es zu winzig kleinen weiß-transparenten Wachsplättchen. Etwa 1 ¼ Millionen solcher Plättchen ergeben lediglich ein einziges Kilo reines Bienenwachs. Um diese Wachsmenge erzeugen zu können, benötigt ein Bienenvolk etwa 6 kg Honig.

    Mit der Wachserzeugung beginnen die Bienen im Frühjahr ab jenem Zeitpunkt, wenn genug Trachtangebot zur Verfügung steht. Das ganz frische und soeben erzeugte Bienenwachs nennt man Jungfernwachs. Die gelbe Farbe erhält Wachs durch Beimischung von Propolis und Pollenbalsam. Allgemein wird angenommen, dass etwa 5% Propolis im Bienenwachs enthalten ist.

    Löslich ist Bienenwachs in Äther, ätherischen Fetten und heißen Ölen, sowie Chloroform, Benzin und Terpentin. Der Schmelzpunkt unseres Wachses liegt bei etwa 64 –67c und es erstarrt bei 58c.

    LG Josef

  2. #2

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    Bienenwachs (Cera Flava) ist ehrlich ein toller Stoff!

    Hallo, lieber Josef!

    Mit großem Interesse habe ich Deinen Artikel über Bienenwachs gelesen, ein wirklich einzigartiger Stoff, weil chemisch einmalig -wieder mal so ein Bienenprodukt :mrgreen: - und künstlich nicht herzustellen.
    Dass die Bienen das Wachs ausschwitzen hab ich schon von meiner Freundin gehört und erstaunt aufgenommen. Jungbien wird das heute in seinem Referat auch erzählen (im Zusammenhang mit der Anatomie der Honigbiene.).
    Bienen sind ehrlich einmalig..., das finden wir beide.

    Was mich besonders gefreut hat, ist auch, dass offensichtlich nicht alle "E-s" schlecht sind: Bienenwachs wird als Lebensmittelzusatz verwendet und trägt die Bezeichnung E 901. Also dieses "E" darf man problemlos verzehren und man braucht keine schädlichen Nach- und Nebenwirkungen befürchten, zumal es auch Blütenpollen (wodurch es seine gelbe Farbe erhält -weil Blütenpollen den Naturfarbstoff Carotin enthalten- und wodurch, vermute ich mal, auch lange Zeit fälschlich angenommen wurde, dass die Bienen es überhaupt aus diesem Stoff herstellen), Pollenöl und Propolis (und sogar ein bisserl Honig?) enthält.
    Also, wenn Mi seine Gummibärli isst (wo Bienenwachs als Überzugs- und Trennmittel verwendet wird), hat er also noch diese guten Stoffe drin .

    Erfreulich finde ich auch, dass, wenn das Bienenwachs auch in den meisten Wirtschaftszweigen durch Kunstwachs ersetzt wurde, es im pharmazeutischen und kosmetischen Bereich nach wie vor großen Gebrauch findet. Von unserem berühmten Propolis-Lippenpflegestift (der auf einer Olivenöl-Bienenwachs-Basis hergestellt wird, womit kein Gewöhnungseffekt bei der Anwendung entsteht) bin ich ja auch total begeistert :love10: - ein Hoch auf meine Freundin, die ihn kreiert hat =D> =D> =D> ; mein Söhnchen und ich haben ständig einen in der Hosentasche. Er ist nämlich nicht nur ideal für die Lippenpflege, sondern lässt sich auch wunderbar bei kleinen Verletzungen (Schrammen, Kratzer, eingerissene Haut oder Nägel, blaue Flecken, Insektenstiche, kleine Verbrennungen, Mundecken....), die im Alltag -vor allem einem lebhaften Siebenjährigen- immer wieder passieren, einsetzen. Einfach toll!

    Sehr interessant finde ich als "Frischgfangte" auch den Wachskreislauf des Imkers- bei der Arbeit mit den Bienen wird wirklich gar nichts weggeworfen oder verschwendet! Alles wird irgendeinem nützlichen Gebrauch zugeführt.
    In diesem speziellen Fall -ist jetzt meine Annahme- kann der Imker, indem er das alte Wachs nach einigen Jahren aus Hygienegründen einschmilzt, die Schmutzstoffe davon trennt, neue Wachsplatten herstellt und in Form von neuen Rähmchen den Bienen wieder zur Verfügung stellt, seine ohnehin fleißigen Bienchen wieder unterstützen (natürlich gibt`s auch andere Gründe, das ist mir schon klar; nur Wildbau wär sicher nicht so ertragreich, auch wenn Scheibenhonig, oder "Honigkaugummi", wie mein Kleiner dazu sagt- das Runternehmen des Wachsdeckels mit der Entdeckelungsgabel vor dem Schleudern hat er deswegen auch als besonders angenehm emfpunden :lol:- echt lecker ist), die ja (wie von Dir, lieber Josef, oben schon erwähnt) einen Energiewert von etwa 6 Kilo Honig brauchen, um 1 Kilo Wachs herzustellen. Fleißige Bienchen...

    Was mir nicht ganz klar ist, lieber Josef, warum ist eigentlich -das hab ich mal gehört- der Wachskreislauf des Imkers wegen der Varroamilbe ein bisserl in Verruf geraten?

    Ich zünd mir jetzt eine Bienenwachskerze an ;-) , die riechen nämlich herrlich -ganz anders als die Sterafin- und Paraffin-Kerzen- und natürlich (ohne beigefügten, meist sehr intensiven und oft auch künstlichen Duftstoffen).

    Liebe Grüße,
    Cora :41545

    P.S.: Und ich freu mich schon soo auf das Kerzengießen und -drehen- eine Kunst, in die mich meine Freundin noch nicht eingeführt hat *beschwerbeschwerbeschwer* !
    Jedem Bienchen sein Plaisinchen ;-)...

  3. #3
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    Re: Bienenwachs (Cera Flava) ist ehrlich ein toller Stoff!

    Zitat Zitat von Cora
    Was mir nicht ganz klar ist, lieber Josef, warum ist eigentlich -das hab ich mal gehört- der Wachskreislauf des Imkers wegen der Varroamilbe ein bisserl in Verruf geraten?
    Dies trifft erfreulicherweise nicht bei den Bio Imkern zu, denn die dürfen natürlich keinerlei Chemikalien zur Varroabekämpfung ins Volk bringen. Wir verwenden ausschließlich Ameisen- und Oxalsäure um der Milben Herr zu werden. Um dies zu beweisen, werden jährlich vom Bio Kontrollor Proben gezogen und diese in der Uni Hohenheim auf allfällige Rückstände untersucht. Wo nichts reinkommt, kann natürlich auch nichts gefunden werden.

    Anders hingegen verhält es sich bei konventionellen Imkern, denn dort war es durchaus üblich, zB mit Perizin oder einer anderen Chemiekeule die Varroa Milbe zu bekämpfen. Das diese Medikamente ihre Spuren im Wachs hinterlassen, versteht sich von selbst.

    Heute gibt es bereits ein generelles Umdenken unter der Imkerschaft, denn die Varroa wurde gegen diese Chemikalien sehr schnell resistent. Letztendlich bleiben vermutlich allen Imkern nur mehr natürliche Nittel zur Varroabekämpfung übrig.

  4. #4

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    denn die Varroa wurde gegen diese Chemikalien sehr schnell resistent
    Von Resistenzen gegen Pyrethrum / Bayvarol habe ich schon gehört. Gibt es wirklich Milbenstämme, die gegen Perizin resistent sind? Das wäre mir neu.

    Viele Grüße

    Maja

  5. #5
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    Zitat Zitat von Maja
    Gibt es wirklich Milbenstämme, die gegen Perizin resistent sind? Das wäre mir neu.
    Maja, wissenschaftlich kann ich dies iad hoc natürlich nicht genau sagen, aber als bei uns etwa Mitte der Achtziger Jahre die ersten Völker der Varroa zum Opfer vielen, kamen als erstes und bereits sehr gut brauchbares Abwehrmittel die Illertissener Ameisensäureplatten zum Einsatz. An sich waren diese Platten bereits recht ausgereift, aber mit dem Verdunstungslöchern gab es erhebliche Probleme. Aufatmen durfte man damals, als kurz darauf Perizin auf den Markt kam.

    Die Anfangseuphorie war aber sehr schnell verflogen, denn einige Jahre später brachen dennoch Völker zusammen. Schnell wurden Gerüchte laut, dass jene Völker, denen dieses Mittel zur Varroabehandlung verabreicht verabreicht wurde, die Parasiten bereits immun gegen seien.

    Erst darauf kam Apistan, Bayvarol, das verbotene Klartan usw auf den Markt.

    Persönlich tendiere ich eher dazu, dass die Varroa gegen Perizin im hohen Maße immun ist. Allerdings fehlen mir dazu im Moment Beweise, hier müsste ich unser Bieneninstitut kontaktieren.

    LG Josef

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