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Thema: Sterben der Wildbienen

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    Administrator Avatar von Hagen
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    Sterben der Wildbienen

    Ein Bericht der schon 2016
    bei N TV erschienen ist.
    Ich stolperte heute erst darüber, und
    möchte ihn daher hier einstellen.
    Obwohl schon über ein Jahr alt,
    hat er an Aktualität nichts verloren:

    Zitat Zitat von NTV
    Agrargift zerstört TiergedächtnisUrsache für Sterben der Wildbienen geklärt

    Lange Zeit waren die Ursachen für das weltweit verbreitete Bienensterben
    nicht geklärt. Neueste Untersuchungen können nun den Grund benennen.
    Es ist derselbe, der auch die Schmetterlingspopulationen schrumpfen lässt.


    Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonikotinoide können Studien zufolge nicht nur
    Honigbienen, sondern auch Wildbienen und Schmetterlinge gefährden. Ihre Ergebnisse
    veröffentlichten zwei Forscherteams jetzt in Fachjournalen. Eine Studie des britischen
    Zentrums für Ökologie und Hydrologie (NERC) legt einen Zusammenhang zwischen dem
    Einsatz von Neonikotinoiden und dem Rückgang von Wildbienen-Populationen nahe.

    Für die Untersuchung analysierten Forscher um den Insektenkundler Ben Woodcock,
    wie sich der großflächige Einsatz von Neonikotinoiden auf 62 Wildbienen-Arten in Großbritannien
    von 1994 bis 2011 auswirkte. 2002 waren die Pestizide dort erstmalig zugelassen worden.
    Sie konnten dabei auf die Daten der "The Bees, Wasps and Ants Recording Society" zurückgreifen,
    eines Verbandes von Naturfreunden, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts akribisch Informationen über Bienen,
    Wespen und Ameisen auf den britischen Inseln sammeln.

    Das Ergebnis der im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlichten Analyse:
    Bei Wildbienen-Arten, die sich vorrangig von mit Neonikotinoiden behandeltem Raps ernähren,
    schrumpften die Populationen drei Mal stärker als bei jenen Arten, die andere, nicht behandelte
    Pflanzen bevorzugen. Bei fünf der untersuchten Wildbienen-Arten könne man sogar davon ausgehen,
    dass der Einsatz der Mittel 20 Prozent der lokalen Populationen vernichtet habe. "Als blühendes
    Getreide ist Raps sehr nützlich für bestäubende Insekten", erklärt Woodcock in einer Mitteilung.
    "Dieser Nutzen scheint aber durch die Effekte der Neonikotinoid-Behandlung für eine ganze
    Reihe von Wildbienen-Arten mehr als aufgehoben."

    Verheerende Auswirkungen

    Nach Ansicht des Neurobiologen Randolf Menzel, der zu den führenden Bienenforschern
    Deutschlands zählt, zeigt die Studie, wie groß der Einfluss der Neonikotinoide
    wirklich ist - und das über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum.
    "Bei experimentellen Studien wird oft bezweifelt, wie aussagekräftig
    diese für das gesamte Ökosystem sind", so Menzel. Jene Zweifel würden nun widerlegt.
    Er sieht sich in seiner Grundannahme über die Wirkweise der Nervengifte bestätigt.

    Der Neurobiologe hatte in seiner Forschung an der Freien Universität Berlin bereits belegt,
    dass Bienen schon nach kleinsten Dosen der Insektizide ihre Orientierung und ihr
    Gedächtnis verlieren. Für die britische Studie hätte er sich eine genauere Aufschlüsselung
    der verwendeten Neonikotinoide gewünscht: So seien etwa Clothianidin, Imidacloprid und
    Thiamethoxam in Großbritannien seit vergangenem Jahr wieder zugelassen.
    "Bei eben jenen drei ist sehr wahrscheinlich, dass sie großen Schaden anrichten", erklärt Menzel.

    Pflanzengift schädigt Bienenlarven

    Andere Experten betonen, dass auch andere Gründe für den Rückgang von Bienen-Populationen gibt,
    darunter die Varroamilbe. Mainzer und Frankfurter Wissenschaftler hatten kürzlich entdeckt,
    dass Neonikotinoide selbst in geringen Konzentrationen den im Futtersaft von Ammenbienen
    enthaltenen Botenstoff Acetylcholin vermindern. Das Signalmolekül ist für die Larvenaufzucht
    von Honigbienen wichtig. "Unsere Forschungsergebnisse bestätigen das von Neonikotinoiden
    ausgehende Risiko für die Brutentwicklung von Honigbienen", sagte Professor Ignatz Wessler
    vom Institut für Pathologie an der Universitätsmedizin Mainz. Die Ergebnisse ihrer Forschung
    veröffentlichten die Wissenschaftler aus Mainz und der Frankfurter Universität in der Fachzeitschrift
    "Plos One".


    Doch nicht nur Bienen scheinen unter den Mitteln zu leiden: Eine Studie aus den USA legt nahe,
    dass der Bestand von Schmetterlingen mindestens ebenso durch die Pestizide bedroht ist wie
    durch die fortschreitende Vernichtung ihres Lebensraums. Die Forscher um den Biologen
    Matthew Forister von der Universität von Nevada untersuchten das Vorkommen von 67 Schmetterlingsarten
    in Nordkalifornien anhand von Daten aus den vergangenen 40 Jahren. Das Ergebnis:
    Die Zahl der Schmetterlingsarten geht dramatisch zurück - und das vor allem seit 1995,
    als Neonikotinoide in der Region erstmals eingesetzt wurden.

    Neonikotinoide wirken als Fraß- oder Kontaktgift auf die Nervenzellen von Insekten und sollen
    Pflanzen sowohl vor saugenden als auch beißenden Schädlingen schützen. Bei ihrer Einführung
    galten sie noch als besonders schonende Pestizide, die gut von Pflanzen über deren Wurzeln in die
    Blätter aufgenommen werden. Mit dieser systemischen Wirkung werden sie bevorzugt als
    Saatgutbeizmittel verwendet - und das präventiv, wie Randolf Menzel kritisiert: "Sie werden eingesetzt,
    ohne dass es schon einen Schaden oder Befall gibt", beschreibt der Bienenforscher.
    "Das ist, als würden alle Menschen immer Antibiotika nehmen, um keine Lungenentzündung zu bekommen."

    Quelle: n-tv.de , jaz/dpa



    VG
    Hagen
    Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.
    (Gelöbnis auf die Freiheitsglocke zu Berlin)

    "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
    wäre ich selbst nicht gekommen.
    George Bernard Shaw

  2. The Following 2 Users Say Thank You to Hagen For This Useful Post:

    BeeMichi (27.10.2017), fix (27.10.2017)

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