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Thema: EU Entscheidung über Zulassung von Glyphosat verschoben

  1. #11
    Administrator Avatar von Hagen
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    AW: EU Entscheidung über Zulassung von Glyphosat verschoben

    Zitat Zitat von drohne Beitrag anzeigen
    Frage, gibt es solche Auflistungen auch in Ländern außerhalb der DE, mich würde vor allem meine Lieblingssorte Zipfer Urtyp interessieren?

    Josef
    Hallo Josef,

    leider wurden nur 14 Biersorten untersucht.
    Es war kein einziges dabei, in dem Glyphosat nicht nachgewiesen
    wurde. Wir müssen daher zunächst einmal davon aus gehen, dass
    das Zeug überall enthalten ist.
    Ich kann nur aus eigenen beruflichem Wissen sagen, dass
    die Menge "µg/l" eine sehr geringe Menge ist.
    Wenn man sich das verdeutlichen möchte:
    1µg ist in etwa die Menge, die in einen Würfel passt
    der ein hundertstel Millimeter lang, breit und hoch ist.
    Den würde man mit bloßem Auge kaum sehen.
    Ein menschliches Haar ist 10 mal so dick wie dieser Würfel.
    Die unteren 5 Biere dieser Liste würde ich nun selbst trinken
    (und tue das auch), obgleich ich es mir auf Dauer ernsthaft
    überlege.
    Ziel ist es, dass dieses Glyphosat aus unserem Leben verschwindet.
    Es ist in Tampons, Wattestäbchen, natürlich im Brot (Getreide),
    und in allen Produkten in denen Pflanzen verarbeitet werden, die damit
    auf dem Acker "behandelt" werden.

    Das bedeutet nun nicht, dass ich das als "harmlos" einstufen möchte.
    Man muss hier bedenken, dass ähnlich wie bei anderen Schadstoffen,
    ein "Grenzwert" unter dem nichts passiert, nicht existiert.
    Man trinkt immer wieder Bier, und man nimmt es über Jahrzehnte
    immer wieder auf, und das Risiko steigt damit kontinuierlich an,
    an den Folgen dieser Chemikalie zu erkranken.
    Das ist das üble an vielen Stoffen mit denen man in Berührung kommt.
    Und es ist noch schlimmer:
    Die Risiken der verschiedenen Chemikalien akkumulieren sich,
    das heißt, die Wirkung der einen Chemikalie wie z.B. Glyphosat
    addiert sich zu anderen Chemikalien wie z.B. Nitritpökelsalz (in Schinken und Wurstwaren).

    In einem nachfolgenden Beitrag zeige ich auf, dass
    es den Behörden, deren Verantwortung es eigentlich ist, die Menschen
    vor solchen Einflüssen zu schützen, es schlicht gleichgültig ist, und diese
    sich den Wünschen der Konzerne wie Monsanto einfach beugen, und solche Gifte
    für unbedenklich erklären - bar jeder rationalen wissenschaftlicher Erkenntnis

    VG
    Hagen
    Geändert von Hagen (12.03.2016 um 00:57 Uhr)
    Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.
    (Gelöbnis auf die Freiheitsglocke zu Berlin)

    "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
    wäre ich selbst nicht gekommen.
    George Bernard Shaw

  2. #12
    Administrator Avatar von Hagen
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    AW: EU Entscheidung über Zulassung von Glyphosat verschoben

    Hallo,

    ich hatte in den vergangenen Monaten persönlichen
    Kontakt zu dem Bundesamt für Risikobewertung, weil ich die
    Damen und Herren (böswillig, wie ich in solchen Angelegenheiten bin) in Bedrängnis bringen wollte.
    Da mein Nebenfach in meinem Studium Umwelttechnik und
    Umweltchemie war, kann man mir so leicht kein x für ein u vor machen.
    Ich kann nur sagen, die winden sich am Telefon wie kleine Jungs
    die beim stehlen erwischt wurden, und widersprechen sich
    in ihren Textnachrichten selbst. Wenn es nicht so fatal wäre,
    könnte man über die geistigen Ergüsse dieser Damen und Herren herzlich lachen.

    Hier nun ein Bericht einer Zeitung über dieses Thema.
    Wenn jemand Fragen hat, beantworte ich die sehr gerne:

    Zitat Zitat von SÜDWEST PRESSE
    ULM


    Risiko-Bewertung von Glyphosat: "Dreistes Fälschungsverfahren"


    Ist das Herbizid Glyphosat potenziell krebserzeugend? Nein, erklären die zuständigen Behörden in der
    EU und in Deutschland. Mediziner halten dieses Urteil für falsch. Es sei wissenschaftlich nicht nachvollziehbar.
    Haben sie Gehör gefunden? Die EU-Mitgliedstaaten haben die Neuzulassung vertagt.

    Der Epidemiologe Eberhard Greiser hat in seiner langen Mediziner-Karriere schon viel erlebt.
    „Dass jedoch eine Bundesoberbehörde zu einem derart dreisten Fälschungsverfahren greift,
    um ein Pestizid als total harmlos qualifizieren zu können, hat mich fast umgehauen“, schreibt der Bremer Professor.

    Er meint das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Es untersteht dem Bundeslandwirtschaftsministerium,
    Deutschland ist als berichterstattender EU-Mitgliedstaat beauftragt, das Risiko von Glyphosat abzuschätzen.
    Die EU-Zulassung des Herbizids gilt bis Juni 2016. Die Genehmigung, das Spritzmittel in der EU zu verwenden,
    lief schon Ende 2015 ab. Doch den Behörden wollte die EU-Kommission mehr Zeit einräumen, es umfassend,
    vor allem auch an Hand neuer Erkenntnisse einzuschätzen. Das BfR hat mittlerweile geprüft, ob der Wirkstoff
    des Spritzmittels nach heutigem Stand der Wissenschaft keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit
    von Menschen, Tieren und auf die Umwelt hat. Die Behörde stellte dem Herbizid einen Persilschein aus.
    Die europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit EFSA stimmte diesem Urteil zu.

    Führende Epidemiologen, Krebsexperten und Toxikologen aus aller Welt halten diese Schlussfolgerung hingegen für f
    alsch. In einem achtseitigen offenen Brief haben 96 Wissenschaftler dem EU-Kommissar für Gesundheit und
    Lebensmittsicherheit, Vytenis Andriukaitis, die Gründe dafür dargelegt. Ihr Ausgangspunkt: Die Internationale
    Agentur für Krebsrisiko (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat für „wahrscheinlich
    krebserzeugend“ beim Menschen eingestuft, starke Belege für seine Erbgutgiftigkeit gefunden und „signifikante kanzerogene Effekte“
    bei Labortieren festgestellt. Die Chemikalie könne auch oxidativen Stress – eine Schädigung der Zellen bei Menschen – auslösen.
    Dies schließe Befunde von DNA-Schäden in Blutzellen ein. Die IARC hat ihr Urteil aus allen öffentlich zugänglichen Studien
    zu dem Herbizid abgeleitet und sie ebenfalls ausführlich begründet.

    BfR und EFSA fanden hingegen nur einen „begrenzten Beleg“ für die krebsauslösende Wirkung des Spritzmittels.
    Sie entgegneten den Krebsforschern: Die IARC interpretierte die Studienergebnisse unter „vorbeugenden“ Gesichtspunkten.
    Die Behörden seien hingegen „vorsichtiger“, da es keinen „konsistenten“ Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und
    Belastung durch die Chemikalie gebe. Begründung: Es läge nur eine qualifizierte Kohortenstudie vor.
    Sie hätte keinen Krebs des Lymphsystems gefunden. Bei Kohortenstudien werden Personen meist über
    Jahrzehnte genau beobachtet, um das Entstehen von Erkrankungen ermitteln zu können. Für die Analyse
    bedarf es einer extrem großen Zahl von Teilnehmern, um überhaupt eine ausreichende Anzahl von Erkrankten
    zu finden. Im Vergleich dazu hätten Fall-Kontroll-Studien geringe wissenschaftliche Qualität, ihre Ergebnisse
    könne man vernachlässigen, erläutert die Bundesbehörde.

    BfR und EFSA erklären auch, in vielen Studien sei nicht zwischen Glyphosat als Wirkstoff und den zugefügten
    Chemikalien unterschieden worden. Nur das Risiko der Substanz gelte es zu prüfen.
    Greiser hält diese Argumentation für abwegig. Epidemiologen untersuchen unter anderem Faktoren, die zu
    Erkrankungen führen. Deshalb müssten sie sich mit dem Herbizid – etwa Roundup – befassen, das gespritzt wird.
    „Sonst kann man sich solche Untersuchungen sparen.“ Fall-Kontroll-Studien abzuqualifizieren, sei absurd. Untersucht
    werden dabei in Frage kommende Risikofaktoren, denen sich bereits Erkrankte ausgesetzt haben. Diese Angaben
    werden mit Personen verglichen, die nicht erkrankt sind. Greiser: „Solche Studien haben bisher die stärksten
    Beweise zu Gesundheitsgefährdungen der Bevölkerung erbracht – etwa den Zusammenhang zwischen Rauchen
    und Lungenkrebs oder die Gefährlichkeit von Asbest.“

    Greiser und seine Kollegen empört, dass das BfR 18 epidemiologischen Studien ankreidet, sie hätten versäumt,
    notwendige Angaben zu Erkrankungsrisiken zu erheben. Träfe dies zu, wären sie wertlos, betont Greiser.
    Doch die Informationen seien im Detail vorhanden, die Studien in renommierten medizinischen Fachzeitschriften
    veröffentlicht worden. „Unter den Instituten, die laut BfR wertlose Studien publiziert hätten, finden sich viele,
    bei den es mir eine große Ehren gewesen wäre, dort mitarbeiten zu können“, betont er. Drei der als wenig
    aussagefähig deklarierten Publikationen stammen etwa vom nationalen Krebsforschungszentrum der USA.

    Die 96 Wissenschaftler halten auch die BfR-Schlussfolgerungen zum Krebsrisiko von Glyphosat in Tierversuchen
    für unzutreffend. Die Behörde hatte moniert, bei Experimenten mit Mäusen und Ratten zur Krebsentstehung hätte
    man historische Kontrolldaten verwendet, die nicht zu den Versuchstieren passten. Dass bei Tests mit gegenteiligem
    Ergebnis Forscher zur selben Methode griffen, störte das BfR nicht. Sie stufte diese als relevant ein. Die Experten
    teilen dem EU-Kommissar dazu mit: Das BfR habe hier differenziert, um sein Ergebnis zu erreichen.

    Bei Thema Zellschäden wenden sich die 96 Forscher gegen die geringe Gewichtung von Studien, die
    Fachleute geprüft haben. „Leitlinien-Untersuchungen“ hat das BfR hingegen als wesentlich kategorisiert.
    Den einen Untersuchungen ihre Wertigkeit abzusprechen, sei in einer vorzunehmenden Gesamtbewertung
    nicht korrekt, betonen die Wissenschaftler.

    Fazit ihres offenen Briefes an den EU-Kommissar: Das Behördenurteil „entspricht nicht den vorhandenen
    wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Greiser wird in seinem Urteil der Behördenarbeit erheblich deutlicher:
    „Ich kann nicht umhin, dieses Vorgehen als systematische Fälschung von Studieninhalten zu bezeichnen.
    “ Die Experten fordern von der EU eine transparente, offene und glaubwürdige Einschätzung der
    wissenschaftlichen Literatur zu den Gesundheitsgefahren.
    Hat das Urteil der Forscher zu einem Umdenken der Mitgliedstaaten geführt? In zwei Tagen fand der Vorschlag der
    EU-Kommission keine Mehrheit im zuständigen Fachausschuss der 28 EU-Regierungen. Schon am Montag
    hatten sich Frankreich, die Niederlande und Italien den zuvor geäußerten Bedenken der Schweden angeschlossen.
    Am Dienstag wurde abgestimmt. Es kam keine Mehrheit dafür zustande, das Spritzmittel in Europa jetzt gleich
    für weitere 15 Jahre zuzulassen. Nun wollen die EU-Regierungen am 18. Und 19. Mai erneut über die Zulassung
    beraten. Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) erklärte dazu, die
    Bundesregierung stimme sich dann erneut ab. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte im
    Februar die Neuzulassung mit dem Argument abgelehnt, das Herbizid gefährde die biologische Vielfalt.

    Keine Frage: Als Breitbandherbizid ist Glyphosat hoch wirksam. Sogenannte Unkräuter sterben zuverlässig ab.
    Forscher des US-Konzerns Monsanto haben dies 1970 erkannt. In Pflanzen verhindert die Substanz die Produktion
    lebensnotwendiger Aminosäuren, die Bausteine der Eiweiße. Da dieser Stoffwechselweg bei Tieren und
    Menschen nicht existiert, glaubten die Hersteller, es könne diesen auch nicht schaden.

    Inzwischen ist durch Untersuchungen hinreichend belegt, dass das Herbizid die Aufnahme von Spurenelementen wie Calcium,
    Mangan, Eisen und Magnesium hemmt. Es reduziert im Magen-Darm-Trakt höherer Lebewesen Bakterien, Pilze,
    Algen und Mikroorganismen. Das Problem dabei: Gesundheitsfördernde Bakterien haben sich als empfindlicher
    gegenüber der Chemikalie erwiesen als potenziell krankheitserregende. Diese Folgen können bereits bei
    Konzentrationen des Spritzmittels in Nanogramm-Bereich (ein Milliardstel Gramm) auftreten.

    Die Tierärztin Prof. Monika Krüger von der Universität Leipzig untersucht schon seit Jahren die Wirkung von
    Glyphosat und ihren Beimischungen, die vor allem das Eindringen des Wirkstoffs in die Blätter erleichtern.
    Sie stellt zusammen mit anderen Experten fest, dass das Herbizid auch in die Enzymsysteme und den fein
    ausbalancierten Hormonhaushalt von Warmblütern eingreift. „In Rinder- und Schweinebeständen sind dadurch
    Fruchtbarkeitsprobleme an der Tagesordnung“, beschreibt sie ihre Erkenntnisse. Im menschlichen Organismus
    wirke Roundup auf Testosteron bildende Zellen, die davon weniger produzieren. Die Chemikalie hemmt auch die
    Bildung entgiftender Enzyme oder zerstört sie in der Leber. Giftige Bakterien und Pilze gewinnen die Oberhand.
    Bei Kühen kann sich dann eine chronische Botulinusvergiftung entwickeln.

    In Deutschland werden jährlich 5000 bis 6000 Tonnen eingesetzt – vor allem in der konventionellen Landwirtschaft,
    weltweit werden pro Jahr geschätzte 800.000 Tonnen versprüht. Stark zugenommen hat der Glyphosateinsatz mit
    dem Ausbringen gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. Diese haben Monsanto und andere Agrokonzerne gegen
    das Herbizid immunisiert.

    Geringe Glyphosat-Rückstände finden sich in zahlreichen Lebens- und Futtermitteln, in Nutztieren wie Schweinen,
    Rindern und Geflügel, in Hasen oder Mastkaninchen. Monika Krüger berichtet: „Dort weisen sie eine 3,7mal höhere
    Konzentration auf als in Milchkühen.“
    Man sieht hier, dass Lobbyismus leider alles überschattet, und das Wort an sich
    eine "sanfterer" Ausdruck für Korruption ist.

    VG
    Hagen
    Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.
    (Gelöbnis auf die Freiheitsglocke zu Berlin)

    "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
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    George Bernard Shaw

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