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Thema: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

  1. #21
    Avatar von Hagen
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Malte,

    das stimmt auch und dem kann ich definitiv nicht widersprechen.
    Die Waben werden allerdings bei den meisten in einem
    annehmbaren Zyklus getauscht.
    Ich weiß, dass "Transferleistungen" oftmals nicht
    vollzogen werden.
    Der Hang nach "Schema F" vor zu gehen, ohne zu hinterfragen warum
    ist leider weit verbreitet.
    "...50ml pro Volk.... genau so habe ich es gemacht...."
    Ja - Beim 5-Wabenableger mit 3 besetzten Gassen, genau so wie
    beim 2 - Zarger der fast überquillt.

    Aber Du musst auch zu geben, dass genau diese Imker sehr leicht
    utilisiert werden können, und dies nun auch von den entsprechenden
    Lobbyisten getan wird.

    VG
    Hagen
    Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.
    (Gelöbnis auf die Freiheitsglocke zu Berlin)

    "Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
    wäre ich selbst nicht gekommen.
    George Bernard Shaw

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    Beehouser (29.12.2014)

  3. #22
    Moderator Avatar von Malte Niemeyer
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Hallo,

    sicher werden diese Personen gerne von den Lobbyisten als die verantwortlichen der Verluste hingestellt. Natürlich können PSM bei Verlusten eine Rolle spielen, aber ich denke das der Hauptgrund die Varroa ist. Wobei natürlich das Problem auftaucht das die Neuimker gerne von den alten lernen und dann die gleichen Fehler machen, die die alten seit 30 Jahren machen.

    Mfg Malte Niemeyer

  4. #23

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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Hagen spricht mir aus der Seele und sagt genau das, was ich meine.
    Vielen Dank. Leider muss man das auch auf Imkerfunktionäre ausweiten.


    Zitat Zitat von Hagen Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Leider ist das in der Tat so.
    Ich habe Kontakt zu Imkern, die sich sehr wenig
    Gedanken machen wie es in der Landwirtschaft läuft.
    Viele haben nicht mal einen PC, was unter anderem auch
    mit ihrem Lebensalter in Kombination mit der ländlichen Umgebung
    in der sie leben begründet ist.
    Wenn sie einen PC haben, dann haben sie kein Internet.
    Nachrichtenquellen beschränken sich allenfalls auf die
    "Heute - Sendung", wenn überhaupt und ab und an auf eine populäre Tageszeitung.

    Eine einzige Aussage von einem vermeintlichen "Sachverständigen"
    wird unter ihnen weiter gegeben.
    Für diese Imker gibt es nur die Varroamilbe.
    Spricht man über Neonicotinoide, so hören sie diesen Begriff zum ersten mal.
    Und Pflanzenschutzmittel gibt es allenfalls 20 km bis 30 km weiter in den Weinbergen,
    und das bisschen was die Ehefrau auf die Rosen spritzt gegen die Blattläuse; aber an dem
    kann es ja nicht liegen.

    Spricht jemand von Verlusten, ist die selbstverständliche und alleinige Frage,
    ob derjenige die AMS - Behandlung falsch gemacht hat.

    Die "Pilger" und "Missionare" welche die Ansicht verbreiten sollen, dass
    es für die Bienen nur eine alleinige und einzige Gefahr gibt, nämlich die Milbe,
    haben hier leichtes Spiel.
    Es gibt für diese Imker nur diesen Informationskanal und auch keine Möglichkeit
    Aussagen zu überprüfen oder zu hinterfragen.
    Die Herrschaften sind zudem auch so erzogen, dass das was die "Hohen Herrn"
    (Sprich: Arzt, Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister, "Gelehrter") sagen, auch immer
    richtig ist. Es wird hier nicht hinterfragt.

    Wenn dann Verluste auftreten, haben diese Imker die gleiche Überzeugung,
    nämlich die, dass sie selbst schuld sind.
    Dem entsprechend werden Verluste von Grund auf schon mal möglichst
    bedeckt gehalten.
    Hat jemand ein Jahr zuvor angegeben z.B. 15 Völker zu halten, und hat ein Jahr
    danach 12 Völker, gibt er drei Völker als Verlust an.
    Dass er 9 Ableger gebildet hat und von den 15 Ursprungsvölkern nur noch
    3 leben wird verschwiegen.
    Dass er mit einer Mehrzahl damit in den Raps gewandert ist, sagt er nicht und
    nachgefragt wird erst recht nicht.
    Dass der gleiche Imker seit 1970 Imkert, und ab 1978 bis ca. 2003 mit der Milbe "gut" zurecht gekommen ist
    fällt unter den Tisch.
    Am Vereinstreffen heißt es dann bei Bier und Brezel:" ... ja ja - die Milbe ist wirklich schlimm geworden -
    ... das war früher nicht so - da war die noch nicht so schlimm...".

    VG
    Hagen

  5. #24

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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Hallo,

    wenn ich mir die letzten Jahrzehnte das Arbeiten mit der Varroa so anschaue, dann stelle ich fest, ich muss immer mehr Maßnahmen gegen die Varroa unternehmen. Haben früher noch "kleinere" Methoden bzw. Eingriffe funktioniert so muss ich heute schon vehementer gegen die Varroa ankämpfen. Die totale Brutentnahme betreibe ich schon, mit ca. 10 Jahren Unterbrechung, seit Beginn der Varroazeit (begonnen haben wir mit dem Bannwabenverfahren...). Aber warum reicht das schon lange nicht mehr? Liegt es an den warmen Winter (Klimaveränderung), an meiner imkerlichen Unfähigkeit und Unwissenheit, dass ich mehr Varroa von den Bienen holen muss damit sie den Winter schaffen?
    Ja genau bei Schema F bin ich heute da Schema A und B schon lange nicht mehr reichen. Liebe Imkerinnen und Imker, Hand auf´s Herz wer imkert noch so wie vor 10 Jahren? Ich glaube diese Imker gibt es nicht mehr...

    Wenn es an der Varroa liegt, was hat sich dann an der Varroa verändert? Ich kann mir derzeit keinen Reim machen warum die "Varroa" schuld sein soll. Ich finde dafür keine Antwort, ich gehe daher davon aus, dass die Varroa eine Konstante ist und dass die Veränderung auf der Seite der Biene abläuft. Beeindruckend war für mich heuer ein Vortrag bei der ersten Wiener Bienenschutzkonferenz, wo gezeigt wurde dass die Bienen mit PSM "verdummen". Ich glaube hier könnte schon ein Körnchen Wahrheit liegen, lernen doch die Bienen voneinander... Und dass die Neonics das Immunsystem der Bienen schwächt leuchtet mir eher ein als dass irgendwo ein Imker schuld ist der noch mit dem ersten Schema A arbeitet.. Wir sind bereits dort angelangt wo Schema F auch nicht mehr funktioniert.

    Nun ja ich habe auch heuer wieder bei der Behandlung nachgeschärft und daher zum Glück bisher keine Ausfälle, nur kann ich mich irgendwie nicht richtig freuen.

    Nachdenkliche Grüße

    Gerhard

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  7. #25

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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Gerhard. Du hast zum Teil Recht.In manchen Jahren (wie heuer) musst du mehr und intensiver behandeln, weil die gleiche Behandlung wie im VJ zu wenig ist. Ein anderes Jahr kommt man mit weniger auch aus. Wir müssen mit Sicherheit immer mehr auf der Hut sein und die Varroa schon zwischen den Trachten auszählen. Die Milbe wird resistenter keine Frage, aber mit der richtigen (und vorallem rechtzeitigen) Behandlung lässt du ihr keine Chance. Wichtig dazu ist aber, dass der Imker immer weiss, was sich in den Völkern abspielt und danach auch die richtigen (rechtzeitigen) Schritte setzt. Noch besser gehts, wenn du einen guten Kontakt zum Nachbarimker hast, damit dieser die Bekämpfung auch rechtzeitig setzt, die Reinvasion ist nicht zu unterschätzen.
    lG Roman

  8. Folgender Benutzer sagt Danke zu Weinhappl für den nützlichen Beitrag:


  9. #26
    Avatar von Bumble Bee
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Ich denke auch das die Milben die Hauptlast beitragen, und ich habe keine Ahnung wie es noch vor Jahren war.
    Ich hatte ein Volk dabei , wo ich die Milben nicht in den Griff bekommen habe, auch eine Analyse meiner Vorgehensweise hat mich nicht schlauer gemacht. Alle anderen Völker am gleichen Stand wiesen nicht dieses Problem auf. Das Volk werde ich wohl auf die Verlust Liste setzen müssen :S , ich befürchte das es den Winter nicht überstehen wird.
    Was da letztendlich Schuld war ? Ich habe keine Ahnung, meine Dummheit, überzüchtete Bienen , oder irgendwas anderes, einzig Einfluss durch Landwirtschaft kann ich meinem Fall ausschließen Ich wohne mehr oder weniger in der Stadt.
    Ich glaube aber auch das auf dem Land die Probleme noch verschärft werden, durch Monokulturen ( Fehlende Vielfalt bei den Pollen), durch Spritz und Beizmittel. Das ist auch der Grund warum ich mit meinen Völkern hier im Garten und in einem großem Naturschutzgebiet stehe. Hier in der Siedlung spritzt zumindest keiner gegen irgend etwas. Das einzige es gibt noch ein paar unbelehrbare die noch Monsantos Round Up verwenden, aber ich arbeite dran dass das auch aufhört.

  10. #27
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Zitat Zitat von Weinhappl Beitrag anzeigen
    In manchen Jahren (wie heuer) musst du mehr und intensiver behandeln, weil die gleiche
    Gerhard hat zu 100% Recht, am Abend gehe ich etwas näher darauf ein, bin soeben mit Met umziehen beschäftigt.

    Josef

  11. #28
    Administrator Avatar von Josef Fleischhacker
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Soderle, zart von Met Aromen umnebelt wird nun Forumsdienst angetreten, ich schwöre keinen Tropfen dieser Köstlichkeiten intus zu haben.


    Nun denn, wer meine Beiträge der letzten fünf Jahre mitverfolgte wird immer wieder erkannt haben, dass ich ständig einzig von Völkerverlusten ab Beginn der Grünbrachen redete und auch schrieb. Dies betrifft rund um Bienen- und Hausgarten alle Stände, Verluste von bis zu 30 % sind hier die Regel, das Trachtgebiet wird landwirtschaftlich intensiv bewirtschaftet, von Mais bis Senf und Mischtrachten gibt es hier Mixturen aller Art .

    Als ich eben seit diesem fünfjährigen Zeitraum diese Ungereimtheiten erkannte pilgerte ich zuerst zu unserer Ziersdorfer Tierärztin, als diese mein Begehren, nämlich die Völker Monat für Monat und gegen Honorar im Auge zu behalten, ablehnte, pilgerte ich weiter zur Ravelsbacher Tierärztin, auch hier bekam ich trotz ebenfalls angebotener Entlohnung eine Abfuhr. Als Begründung, nein mach ich, kann ich nicht und hab da auch keine Ausbildung dazu, ist doch das Bienenwesen bei der Ausbildung Freigenstand der nahezu von niemanden besucht wird.

    Bis eben zur Grünbrache gibt es keinerlei Probleme, beginnt diese Tracht so fliegen sich Völker innert weniger Tage völlig kahl. Flugbienen kommen nahezu keine zurück, nun werden logischerweise sämtliche entbehrlichen Stockbienen rekrutiert, was sich für diese Völker äußerst fatal auswirkt. So geschwächt sind diese völlig wehrlosen Völker eine leichte Beute für Wespen & Co.

    Sagt nun jemand ich hätte die Milben nicht im Griff, so kann ich leider nur zustimmend nicken und diese dicke Krot schlucken, hab ich doch keinerlei Gegenbeweise und stehe letztendlich auch noch als Dummkopf da.

    Josef

  12. Folgender Benutzer sagt Danke zu Josef Fleischhacker für den nützlichen Beitrag:

    marchauimker (29.12.2014)

  13. #29
    Avatar von gärtner
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Josef, das ist ein interessantes Thema!

    Was verstehst Du genau unter Grünbrache? Und von welchem Zeitraum genau sprichst Du?
    Wenn ich es richtig verstehe, sind das späte Blütenpflanzen wie Senf, Phacelia, Buchweizen etc.

    Ich vermute aber, dass da nicht mehr viel gespritzt wird. Das Hauptproblem scheint mir da eher zu sein, dass die Bienen, die eigentlich zur Überwinterung gedacht sind, noch einmal richtig schwer arbeiten müssen und sich dadurch abarbeiten.
    Eine Sommerbiene lebt ja nur ein paar Wochen, eine Winterbiene sollte eigentlich ein halbes Jahr lang leben, kann das aber nicht, weil sie sich schon im Herbst zu Tode arbeitet.
    Wenn dann noch die Varroa im Stock ist, hat die natürlich leichtes Spiel, dem Volk den Rest zu geben.

    Was meine persönlichen Völkerverluste betrifft, kann ich diese fast zu 100% meiner eigenen imkerlichen Schludrigkeit zuschreiben: zu spätes Behandeln und Füttern etc. Meine Völker stehen gut 2 km bzw. noch weiter von intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen entfernt und haben in der näheren Umgebung ein reiches Trachtangebot. Ich kann also PSM-Schäden ziemlich ausschließen und muss mir die Schuld an Völkerverlusten i.d.R. selbst zuschreiben (Zeitmangel, Unwissenheit, Überforderung etc.). Meine Erfahrung sagt mir, dass ich den größten Teil meiner Völker gut über die Runden brächte, wenn ich etwas konsequenter Arbeiten würde bzw. könnte (Gärtnerei geht vor...).
    Dieses Jahr hatte ich allerdings ein höchst interessantes Phänomen: ein bereits im Juli Varroa-gezeichnetes abgeschwärmtes Volk (deformierte Flügel!) hat sich noch vor der spätsommerlichen ersten AS-Behandlung gänzlich selbst geheilt und ist im Herbst ein starkes, gesundes Überwinterungsvolk geworden! Aber wir haben ja (bzw. Chrigel hat das) vor einigen Wochen bereits darüber geschrieben, dass der Varroadruck bei abgeschwärmten Völkern stark zurückgeht.

    Aber damit ich nicht falsch verstanden werde: ich bin kein Freund der flächendeckenden PSM-Anwendung, bin im Gegenteil der Meinung, dass massenhaft ausgebrachte Insektizide nicht nur unsere Bienenvölker, sondern mindestens gleichermaßen auch Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge etc. schädigen und dezimieren. Daneben haben das Ausräumen der Landschaft und die landwirtschaftlichen Monokulturen eine ebenso fatale Wirkung: Die Insekten finden entweder kurzfristige Massentrachten oder sie finden so gut wie nichts. Das ist so als würden wir uns zu Weihnachten den Bauch bis zum Anschlag mit Süßigkeiten vollschlagen und das restliche Jahr über Hunger leiden. Wir würden ganz schnell an Mangelerkrankungen leiden oder daran sterben. Warum sollte es bei den Bienen (und sonstigen Insekten) anders sein?!?

    Soweit meine laienhaften Überlegungen dazu.
    franz.

    Im übrigen empfehle ich in dem Zusammenhang noch einmal das bereits erwähnte Hummelbuch von Dave Goulson.
    http://www.kleine-gaertnerei.de

    Gäbe es keine Menschen mehr, würde sich die Erde zu jenem wunderbaren Zustand der Balance zurückentwickeln, der vor 10.000 Jahren herrschte.
    Verschwänden aber die Insekten, würde die Natur ins Chaos stürzen.
    (E.O. Wilson, zitiert nach D. Goulson)

    Damit Bäume und Pflanzen sprießen, damit die Tiere, die sich von ihnen ernähren, gedeihen, damit die Menschen leben, müssen wir die Erde in Ehren halten.
    (Pierre Rhabi)

  14. Folgender Benutzer sagt Danke zu gärtner für den nützlichen Beitrag:

    Selurone (29.12.2014)

  15. #30
    Avatar von Josef Gruber
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    AW: OÖ LWK meldet sich zu Wort.Varroa Krise in der Imkerei.

    Hallo Josef!

    Mit deiner Vermutung liegst du falsch, hatt doch die AGES im Vorjahr berichtet das von Kulturen dieser Art keine Gefahr ausgeht.
    http://www.ages.at/ages/landwirtscha...enschutz-2013/
    Und lasst Euch dass mal auf derI Zunge zergehen
    79 Imker haben Schäden im Sommer aufgezeit
    60 Imker haben sich geirrt, lediglich in 19 Proben wurden Rückstände gefunden.

    Es gibt gute Mitarbeiter in dieser Organisation, aber im gesamtheitlich hab ich kein Vertrauen
    in unsere Organisation für Ernährungssicherheit.
    Schaut mal was in Kärnten los ist, aus meiner Sicher hätt die "Organisation für Ernährungssicherheit" eine andere Rolle
    spielen müssen.

    Gruß Sepp

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