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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zuckerwasser einfrieren?



Nils
29.03.2013, 16:14
Hallo miteinander,

ein wenig angesteckt von der sich verbreitenden Futternot-Panik habe ich mir Zuckerwasser 3:2 angerührt und heute mal kurz durch die Folien geschaut, wo denn Not herrschen könnte.

Ein Volk bekam Teig und Zuckerwasser in der Tasche, da die Randwabe nur noch teilweise verdeckelt war. Es ist ein Volk das nur 5 Waben hat und 5 Gassen besetzt. Ich denke (und hoffe), diese Aktion war hier notwendig, angesichts der weiteren Wetter-Aussichten...

Nun bleibt mir aber noch Zuckerwasser übrig, ich habe ja gleich 4 Liter angerührt, man weiß ja nie....

Die Frage ist nun: kann ich das ZuWa eigentlich einfrieren und für später aufbewahren?
Soweit ich weiß darf ApiInvert nicht frieren. Aber in den Futterwaben friert das Futter doch auch wenn es draußen mal -15 Grad hat??

Was meint ihr? Wie erhalte ich die restlichen 3 Liter Zuckerwasser (nicht ApiInvert) - denn zum wegschütten ist das viel zu schade...

Danke,

Nils

Josef Fleischhacker
29.03.2013, 17:26
Was meint ihr? Wie erhalte ich die restlichen 3 Liter Zuckerwasser

Also ein Liter ist innert einem einzigen Tag weg, der zweite nach längstens drei Tagen, die verbleibenden zwei nach längstens einer Woche. Einfrieren wird also nicht notwendig werden. Bitte stell´s (wenn die Gattin dies erlaubt) in den Kühlschrank, vor der Fütterung im Wasserbad jedoch etwas erwärmen.

Josef

mahagugu
29.03.2013, 19:52
Sirup dicker machen - also mit mehr Zucker - dann hält er länger und du sparst
dir die Gschicht mit dem Kühlschrank

Malte Niemeyer
29.03.2013, 20:16
Hallo,

kipp Zucker rein, bis sich nix mehr auflöst und stells irgendwo Kühl. z.B. in Keller oder draussen in Schuppen. Du musst das blos gut abdecken, sonst zieht das Zuckerwasser durch die geringe Aussentemperatur die Luftfeutigkeit an...

Mfg Malte Niemeyer

Nils
29.03.2013, 20:25
Danke Josef!


Also ein Liter ist innert einem einzigen Tag weg, der zweite nach längstens drei Tagen, die verbleibenden zwei nach längstens einer Woche.
Und wie lange hält nun Zuckerwasser im Kühlschrank? Gattin muß ich allerdings keine Fragen *grins*
Zumindest im Sommer versuche ich Zuckerwasser innerhalb von 2, max. 3 Tagen zu verbrauchen. Lag er (im Sommer!) länger als 3 Tage im Futtergeschirr, schüttete ich ihn vorsichtshalber weg (Schimmel!) und wusch das Geschirr auch bei jedem neu auffüllen aus.

Bin ich da zu vorsichtig?


Sirup dicker machen - also mit mehr Zucker

Klasse Matthias - auf diese einfache und doch wirkungsvolle Methode wäre ich nie gekommen! Marmelade hält ja auch lange wegen des Zuckergehalts!!! Danke!



Aber was mich zum Zuckerwasser auch noch interessieren würde....
Darf Zuckerwasser gefrieren? Ist es dann für die Bienen schlecht?

Es wundert mich nämlich daß ApiInvert z.B. nicht gefrieren soll. Ist es aber von den Bienen in die Waben eingelagert und hat es -15 Grad - dann gefriert es doch auch in den nicht besetzten Randwaben???


Danke Euch,

Nils

Malte Niemeyer
29.03.2013, 20:32
Hallo,

ich kann mit halbwissen glänzen: Wenn man eine Kartoffel einfriert, dann wird sie süß, weil sich die Stärke in Zucker verwandelt... Angenommen Apiinvert enthält Stärke könnte das da so ähnlich laufen...

Mfg Malte Niemeyer

OliverRoedel
30.03.2013, 11:09
Kocht Ihr das Wasser ab? Ich mach das, obwohl wir já Brunnwasser nutzen, also nix mit Chlor. Das abgekochte Wasser löst den Zucker leichter und dann vergährt das Sirup nicht so schnell. Ich produziere auch nur die Menge die ich Heute, ma, morgen verbrauche und die Bienen in wenigen Tagen aufnehmen können. Lieber öfter und weniger füttern als vergammeln lassen. Dabei muss man allerdings auch beachten, dass die Art und Weise und Konzentration der Fütterung das Verhalten der Bienen beeinflusst.

Josef Fleischhacker
30.03.2013, 12:21
Kocht Ihr das Wasser ab?

Nein, niemals! Wir verwenden kaltes Leitungswasser, zuerst Wasser hinein, dann Zucker dazu und nun die Tauchpumpe reingeben, innert weniger Minuten ist alles aufgelöst. Verarbeitet wir einzig was innert zwei Tagen von den Bienen verbraucht werden kann.

Josef

OliverRoedel
30.03.2013, 23:50
ist Leitungswasser nicht zu kalk- und chlorhaltig? Wäre Regenwasser nicht besser?

edlBee
31.03.2013, 07:46
ist Leitungswasser nicht zu kalk- und chlorhaltig? Wäre Regenwasser nicht besser?
Würdest Du Regenwasser trinken, Regenwasser ist wie destilliertes Wasser also tot

edlBee
31.03.2013, 08:36
Viel wichtiger als das Wasser wäre Tee 7 Teesorten, siehe Link

(http://culturechange.de/wesensgemaesse-fuetterung-der-bienen-im-herbst.html)Vorallen wenn Pollen Mangelware ist, so wie jetzt zum Teil

schwabenimker
31.03.2013, 09:00
Hallo Karl.

ich habe diesen Bericht mit den 7 Teesorten schon einmal gelesen, dann aber aus Bequemlichkeit nicht weiter verfolgt und letztendlich vergessen.
Es ist klar, dass es einfacher ist, Wasser und Zucker zusammenzurühren als 7 Teesorten teils recht aufwändig zu beschaffen und dann auch noch teils getrennt zuzubereiten.

Ich bin generell ein Mensch, der versucht, seine Prozesse möglichst einfach zu gestalten und den Aufwand im Rahmen zu halten. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Kräuter den Bienen Abwehrkräfte geben, die sie angesichts des Stresses, in den wir sie versetzen, auch benötigen. Man denke an die hier viel diskutierten Beiz- und Spritzmittel, aber auch an die direkt eingebrachten organischen Säuren wie AS, MS, OS etc. zur Varroabehandlung.

Hast Du diese Teesorten bereits getestet? Falls ja,mit welchen Erkenntnissen?

Ich möchte mir generell eine solide Basis schaffen, um für mich eine Entscheidung zu treffen, ob ich im Sommer mit einem Test starten soll, der vermutlich über Jahre laufen sollte.

Gruß Stefan

edlBee
31.03.2013, 09:08
Hast Du diese Teesorten bereits getestet? Falls ja,mit welchen Erkenntnissen?
Stefan, ich bin drann, zurzeit teste ich als Reizfütterung (Tränke) eine solche Teelösung mit etwas mehr Honig

Ein großer Imker in Unter-Kärnten (mehr als 200 Völker), macht das schon Jahrelang, und ist absolut positiv dazu eingestellt

Wenn einer mit 200 Völker das machen kann, dann ich auch mit meinen wenigen Völkern

Wenn ich Erkenntnissen- Resultate habe werde ich berichten

schwabenimker
31.03.2013, 09:12
Karl,

ich freue mich

Stefan

OliverRoedel
31.03.2013, 16:21
Würdest Du Regenwasser trinken, Regenwasser ist wie destilliertes Wasser also tot
Regenwasser ist sicher nicht gleichzustellen mit destilliertem, aber sicher nicht mit Mineralwasser zu vergleichen. Wobei Leitungswasser aufgrund des Clorgehaltes sicher negativer zu sehen ist. Je nach Region kann Regenwasser auch giftiger sein als Leitungswasser.

cebylon
31.03.2013, 16:23
gerlinde99, was mich noch interessieren würde, welche Art Tränke verwendest du ?

edlBee
31.03.2013, 17:04
gerlinde99, was mich noch interessieren würde, welche Art Tränke verwendest du ?
Flache Schalen, die ich bei entsprechenden + Temperaturen, direkt von hinten durch die Putzklappe unter die Waben schiebe, kleine Mengen

Der angesprochene Imker, verwendet sogar eine Außentränke pro Stand, was mir aber so nicht passt, will ja nicht andere Bienen füttern oder anziehen

cebylon
31.03.2013, 17:30
Danke Gerlinde,
bei diesen Temperaturen brauchen sie ja auch schon Wasser für die Brut,
weswegen sie auch bei gerade mal 5 Grad derzeit fliegen.
Da ich ihnen diese Anstrengung ersparen möchte, dachte ich auch an Wassergaben,
nur wie lockst du die Damen bei dieser Kälte aus der Traube in deine Wasserschalen ?

edlBee
31.03.2013, 19:19
nur wie lockst du die Damen bei dieser Kälte aus der Traube in deine Wasserschalen ?
Du schreibst ja selber, das sie schon bei 5° + fliegen, nun bevor sie ausfliegen gehen sie lieber zu der internen Tränke,
und der Honig und der Tee machen es innen recht Schmackhaft, jeden Tag neu und vorgewärmt, aber erst Nachmittags, wenn es über 5°+ hat

Nils
03.04.2013, 16:39
Zu der Frage, ob man Zuckerwasser einfrieren darf oder nicht - und wieso ApiInvert eigentlich verdirbt wenn es einfriert, habe ich mich mal bei Südzucker schlau gemacht.

Die prompte Antwort des guten Kundenservices lautet wie folgt:


vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Tat geben wir eine Aufbewahrungsempfehlung für Apiinvert. Wir empfehlen es zwischen 10 und 20 Grad C zu lagern. Das Problem bei tieferen Temperaturen ist, dass einzelne Zuckerbausteine unseres Apiinvert (besteht aus Fruchtzucker, Traubenzucker und normalen Weißzucker in der Lösung) bei solchen Temperaturen auskristallisieren können. Das zeigt sich dann in weißen „Flocken“ im Apiinvert. Diese Flocken bestehen meist aus Traubenzucker. Die Biene wird später nicht in der Lage sein, diese wieder zu lösen, schädlich sind sie indes nicht. Der kristallisierte Zucker steht als Futter somit nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig sinkt der Gesamtzuckergehalt von Apiinvert unter die Sättigunsgrenze (unter 66 %). Apiinvert hat normalerweise einen Trockensubstanzgehalt von knapp 73 %. Der sogenannte osmotische Druck kann dann soweit absinken, dass die Zuckerlösung z.B. gärt und Alkohol entsteht, welcher für Bienen giftig ist.
Ähnlich verhält es sich mit in Wasser gelöstem Kristallzucker.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben.

Mein Dank an Südzucker für diese umfassende und verständliche Antwort!


Nils

fix
03.04.2013, 16:47
Danke Nils für die Weiterleitung der Südzuckerantwort, nun bleibt die Frage, Apiinvert gefriert in den Futter-Waben im Bienenstock auch, tritt dann dieses Phänomen der Auskristallisierung nicht mehr auf?

Nils
03.04.2013, 16:54
Zweimal darfst du raten was die nächste Fragen an Südzucker ist :-)

fix
03.04.2013, 16:58
Nicht schwer zu erraten, ich bin schon ganz Auge was für eine Antwort kommen wird.
Man könnte gleich mitfragen, ob Apiinvert auf Neonics-Rückstände untersucht wird.

Malte Niemeyer
03.04.2013, 20:58
Hallo,

ein Trockensubstanzgehalt von 73 % bedeutet, das 27 % Wasser im Fertigfutter sind. Und das beudeutet, das die Bienen ihn Eintrocknen, bevor sie ihn in die Zellen kleistern. Und wenn er eingetrocknet ist, ist man viel weiter entfernt von der Sättigungsgrenze.

Ist jetzt blos noch die Frage, ob der Traubenzucker auskristallisiert, wenn die Lösung übersättigt ist....

Es könnte allerdings auch sein, das die Bienen dem Futter beim Einlagern Invertase (ein Enzym das für die Honigbildung verantwortlich ist) zusetzten. Die Invertase spaltet dann einen Teil des Zuckers ( Sacharose? ) in andere Zuckerarten (Glukose? ).
Dann würde nix mehr auskristallisieren, weil die Zuckerzusammensetztung anders ist.

Mfg Malte Niemeyer

Nils
03.04.2013, 21:26
Der Malte hat's gewusst :-)
Von Südzucker habe ich eben noch eine Antwort bekommen:



Es ist korrekt, dass die Biene Apiinvert nicht mehr umarbeiten müsste, jedoch gibt sie automatisch ihr Enzym Invertase beim entleeren der Blase hinzu. Sie unterscheidet nicht zwischen Nektar und Futter. Damit wird der noch vorhandene Haushaltszucker zur Gänze aufgespalten und es liegt ein sehr hoher Fruchtzuckeranteil von 50 % vor. Somit ist sehr unwahrscheinlich, dass das eingelagerte Futter auskristallisiert – unmöglich ist aber auch dies sicher nicht. Dass die Temperatur in einem Bienenvolk jedoch so niedrig ist, dürfte ebenfalls sehr selten sein.

Nils
08.04.2013, 12:06
Vor 10 Tagen habe ich Zuckerwasser angerührt, seitdem stehen die 2 übriggebliebenen Liter kühl.
Meint ihr, ich kann das noch verwenden?

Josel
08.04.2013, 12:12
Wenn es nicht gammelt, schimmelt oder stinkt, würd ich es verwenden.

Nils
08.04.2013, 12:26
Danke Josel :-)
Dann werde ich mal vorkosten und bei Wohlgeschmack verwenden...

Josel
08.04.2013, 20:43
Guten Appetit! ;-)

Nils
09.04.2013, 12:17
Danke :-)
Hat noch gut geschmeckt und wurde -angewärmt- auch reissend angenommen :-)

Josel
09.04.2013, 16:45
Bei uns liegt der Zuckerpreis mittlerweile bei 89 Cent pro Kilo, wenn ich bei unseren Nachbarn im Osten unterwegs bin ( um genau zu sein in Polen, wo ja angeblich alles billiger ist als bei uns) und sehe dass die umgerechnet 1,50 fürs Kilo bezahlen ( und das bei den dortigen Löhnen...) entsorge ich Zucker nur noch im allergrößten Notfall. Eigentlich sollte man das auf alle Lebensmittel anwenden, denn zu ihrer Herstellung haben viele Leute viel Arbeit aufwenden müssen, ob sie nun 2, 4 oder 6 Beine hatten.

Aber so ist weit ökologisiert bin ich leider noch nicht, da argumentiert die persönliche Bequemlichkeit oft viel plausibler ;-)