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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Winterbehandlung - verzichtbar?



Nils
15.11.2012, 16:28
Servus miteinander,

eine kurze Frage: unter welchen Umständen kann man auf eine Winterbehandlung verzichten?

Hintergrund: Mein Schwarm hat jetzt schon den 8ten Tag in Folge NULL Milben auf der Windel.
Vor 14 Tagen hatte ich ihn zuletzt bedampft (das 2te mal). Mit dem zweimaligen Bedampfen sind 330 Milben gefallen.
Anfang Oktober ist die Volksstärke stark zurückgegangen, wie ich hier berichtet habe (http://www.bienenforum.com/forum/showthread.php/7289-Entwicklung-meines-Juli-Schwarms).
Jetzt sind auf der Windel 5 Gassen mit hellen Krümel zu sehen, eine Krümel-Gasse ist aber maximal 10 cm lang; seitlich immer kürzer werdend.

Soll ich die jetzt nochmal bedampfen wenn es Anfang Dezember nochmal wettermäßig paßt - oder kann ich darauf verzichten? Oder soll man grundsätzlich behandeln, egal wie es auf der Windel ausschaut (im Winter).

Danke für Euren Rat,


Nils






P.S. Wenn es jemanden interessiert hier die täglichen Fallzahlen:


Bedampfung 1:


22
60
51
50
50
13
19



Bedampfung 2:


37

7
15
8
2
1
1
0

0
0
0
0
0
0
0

Norbee81
15.11.2012, 17:58
Hallo!

War das was du gemacht hast denn nicht schon eine frühe Winterbehandlung? - so würde ich das einstufen. Wenn weiter kaum Miben fallen, dann kannst du das schwache Volk in Ruhe lassen. Es genügt in ein paar Wochen nochmal nachzusehen.

Schönen Gruß
Norbert

Palma40
15.11.2012, 18:31
Hallo Nils,

ich sehe es genauso wie Norbee, kannst ja im Dezember die Windel für drei Tage einschieben, dann siehste was Sache ist. Notfalls kannst dann nochmal behandeln.

Nils
16.11.2012, 10:48
Danke für Eure Einschätzung!

So gesehen war es wirklich eine frühe Winterbehandlung. Ich war/bin mir nur nicht sicher, ob da noch Brut vorhanden ist oder nicht. Die Krümel auf der Windel sind relativ hell, aber nicht "ganz hell" wie von seitlichen Futterwaben.

Ich werde mal weiter beobachten!

Noch eine Nachfrage dazu:
Bis zu welchem Milbenfall würdet ihr auf eine Winterbehandlung verzichten?
Bei täglich 3 Milben kann man sicher nicht darauf verzichten. Bei wöchentlich 1 Milbe schon eher?

Am liebsten wäre es mir natürlich, es bliebe jetzt bei "0" Milben pro Tag :-)

Danke Euch,

Nils

Palma40
16.11.2012, 12:42
Am liebsten wäre es mir natürlich, es bliebe jetzt bei "0" Milben pro Tag :-)

Danke Euch,

Nils


Hallo Nils,

das dürfte ein Traum bleiben. Wenn, sagen wir mitte Dezember, mehr wie eine Milbe pro Tag fällt, solltest Du behandeln. Schiebst einfach, die Windel in dieser Zeit für 3 Tage ein und teilst den Milbenabfall durch 3, dann weißt Du was los ist.

honigmaul
16.11.2012, 17:32
Hallo Nils!

Es könnte aber auch sein, dass noch ein Fleckchen Brut vorhanden ist. Ev kommt noch ein Schwung Milben herunter, wenn die letzte Brut schlüpft. Wenn der Abfall bis Weihnachten nicht mehr steigt, dann, brauchst du keine Winterbehandlung machen.

Ein Abfall von unter einer Milbe wöchentlich wäre sicher wünschenswert. Ein täglicher Abfall von einer Milbe wäre mir zu hoch.

MfG
Honigmaul

Nils
16.12.2012, 14:25
Kaum zu glauben aber es sind nun schon wieder 3 Wochen seit meiner Anfrage vergangen. Und heute konnte ich endlich wieder zählen, es hatte +5 Grad.

Das Ergebnis erstaunt: mein Schwarm hat nach 3 Wochen immer noch 0 Milben pro Tag (Zeitraum: 20 Tage)! Es scheint also wirklich eine frühe Winterbehandlung gewesen zu sein am 01.11. mit guten Erfolg. Bin ich froh, wenn ich dieses Volk in Ruhe lassen kann!
Aber vielleicht sind's ja auch nur noch so wenige Bienen? Wer weiß. Es brummt noch leise aber durch den Gitterboden sind keine mehr zu sehen. Aber das hatte ich schon mal...

Zur Ergänzung: meine restlichen Völker haben in den letzten 20 Tagen einen Milbenfall von 0,2 bis 0,6 Milben pro Tag. Sie wurden alle Anfang Nov. bedampft. (Späte Sommerbehandlung oder frühe Winterbehandlung, wie man will...)
Was ich bei dem 0,6er Volk machen soll weiss ich noch nicht recht, das 0,2er Volk werde ich jetzt nicht mehr bedampfen...

Allerdings war die Traube die letzten 20 Tage recht dicht und es hängen sicher noch einige tote Milben in der Traube....
So viele Fragezeichen....

Euch einen schönen Adventssonntag,

Nils

Chrigel
16.12.2012, 14:43
Allerdings war die Traube die letzten 20 Tage recht dicht und es hängen sicher noch einige tote Milben in der Traube....
So viele Fragezeichen....

Euch einen schönen Adventssonntag,

Nils

Hallo Nils

Nun lass es gut sein. Die Faustegel sagt, weniger als eine Milbe pro Tag erfordert keine weitere Winterbehandlung.
Da kommt mir ein kleines Gedicht in die Hände (das dir hoffentlich nicht in den falschen Hals kommt):
Der überbesorgte Imker

Er begast um vier Uhr schon am Morgen,
und spät am Abend begast er noch,
begast mit Vergnügen, begast mit Sorgen,
begast in die Gassen, begast ins Loch.
Er begast, wenn scharf die Stürme gehen.
Er begast nach Überfluß und Not.
Er begast, wenn lau die Lüfte wehen.
Er begast die armen Tierchen tot.


Ich schätze deine Sorgfalt und Verantwortung um deine Bienen hoch ein, aber jetzt musst du dir ein Bisschen Gelassenheit der "ältern" Knaben aneignen, denn jede Behandlung ist eine Belastung für die Winterbienen, die deine Völker im Frühjahr zu kräftigen Stöcken aufbauen müssen. Deine Völker werden wie ich es anhand des Milbenfalls beurteile unbeschadet aus dem Winter gehen.
mfG Christian

beivogl
16.12.2012, 14:55
Wurde bei dem Gedicht ein Wort durch ein anderes ersetzt?

Gefällt mir aber gut!


beivogl

Chrigel
16.12.2012, 16:13
Natürlich wurde das Word "dampft" für den überbesorgten Imker
verwendet an Stelle von "guckt" für den neugierigen Imker.
Christian

Nils
16.12.2012, 20:32
Danke Christian für Deine Antwort!

Die höre ich sehr gerne, denn nichts würde mich mehr freuen als meine Bienen in Ruhe lassen zu können! Vor der "obligatorischen" Behandlung zu Weihnachten habe ich schon einen rechten Graus. Es bleiben zu lassen wäre nicht nur für mich sondern auch für meine Bienen das schönste Weihnachtsgeschenk.

Das Gedicht ist zwar nicht schön aber passend - und ich hab's nicht in den falschen Hals bekommen :-)
Denn genau das möchte ich vermeiden: totschauen, totdampfen. Leider kann man sein Volk aber nicht nur mit etwas tun umbringen sondern auch mit etwas nicht-tun - z.B. die Winterbehandlung…

Die Faustregel kenne ich mit 0,5 Milben pro Tag!?
Die Gelassenheit der "älteren Knaben" fehlt mir in meinem ersten Winter natürlich total - aber ich arbeite daran :-). Darum frage ich ja Euch allen Löcher in den Bauch :-)

Danke,


Nils

Palma40
17.12.2012, 12:43
hallo Nils,
laß es gut sein. Deinen Bienen geht es gut, auch wenn noch ein paar Milben drin sind und da kannst Du Dich drehen und wenden wie Du willst, alle bekommst Du nie raus.

Astacus
17.12.2012, 14:03
Hallo,

ich würde auf keinen Fall auf eine Restentmilbung verzichten, dies zeigen alleine schon meine Abwurfzahlen nach der diesjährigen Restentmilbung:

geringster Abfall bei einem Volk mit natürlichen Abfall von 1 Milbe/Woche waren 98 Milben wäre ein Rechenfaktor von 686
stärkster Abfall bei einem Volk mit natürlichen Abfall von 10 Milben/Woche waren 876 Milben wäre ein Rechenfaktor von 613

Also zum Abschätzen der Varroazahlen muß ich bei meinen Völkern den natürlichen Abfall x mindestens 600 multiplizieren und auf den Faktor komme ich schon seit Jahren, ich kann jedenfalls die Meldungen von Kollegen von einem Abfall < 10 Milben bei der Restenmilbung nicht nachvollziehen, dies habe ich in meinem ganzen Imkerleben noch nicht gehabt. Mein Tiefstrekord lag einmal bei 43 Milben.

Gruß
Hans Peter

Norbee81
17.12.2012, 17:10
Hallo!

Bei meinen Bienen siehts in etwa so aus wie beim Hans Peter. Ohne Restentmilbung würde heuer gar nichts gehen!

Ein totes Volk hab ich heute abgeräumt. Dieses hab ich vor Wochen verstellt weil es stark geräubert hat... das war aber wohl zu spät. Typischer, massiver Varroaschaden und auch die anderen Völker an diesem Stand sind nicht wirklich stark. Einzig auffällig neben der Varroa war dass das Volk nur einen gelben Pollen drin hatte.

Gruß
Norbert

Palma40
17.12.2012, 17:52
Hallo,

ich würde auf keinen Fall auf eine Restentmilbung verzichten,
Gruß
Hans Peter

Hallo Hans Peter,

ich weiß nicht ob Du alles nachgelesen hast was der Nils so alles mit seinen Bienen in puncto Varroabehandlung durchgezogen hat, nur aus diesem Grund rate ich ihm, die Bienen endlich in Ruhe zu lassen, denn jede weitere Behandlung zehrt an der Volksstärke und ihrer Gesundheit.
Grundsätzlich aber rate ich unbedingt eine Restentmilbung durchzuführen.

Alpenimker
17.12.2012, 18:08
Ich meine es nicht böse, aber normal sollte man den Nils jetzt fesseln und wenn er noch was bei den Bienen machen möchte, eventuell auspeitschen in Betracht ziehen ;)

Nils, du übertreibst maßlos, das möchte ich noch einmal klar sagen. Du kuschelst deine Bienen zu Tode.

Wir alle wissen du meinst es gut, aber jetzt lass wirklich mal gut sein.

Mit den besten Grüßen,

Wolfgang

gartenmundl
17.12.2012, 19:40
Jetzt seid mal nicht so streng mit dem Nils!
Wir Anfänger müssen eben erst ein "Gefühl" für den Bien entwickeln.
Es gibt niemals Stillstand aber jedes Jahr wird es besser - ich merke das selbst.

Also Nils, feier getrost Weihnachten und freu dich auf nächstes Jahr!
Das einzige was wir jetzt brauchen ist Geduld!
Deine Völker leben ja noch und die Chancen stehen gut, dass sie das im Frühjahr auch noch tun.

Grüße vom Oberbayernnachbarn
Raimund

PS: Wo genau bist zu Hause?

Viktor
17.12.2012, 20:16
Ich meine es nicht böse, aber normal sollte man den Nils jetzt fesseln und wenn er noch was bei den Bienen machen möchte, eventuell auspeitschen in Betracht ziehen ;)

Nils, du übertreibst maßlos, das möchte ich noch einmal klar sagen. Du kuschelst deine Bienen zu Tode.

Wir alle wissen du meinst es gut, aber jetzt lass wirklich mal gut sein.

Mit den besten Grüßen,

Wolfgang

Hallo Wolfgang er übertreibt nicht, der Nils hat nur so viel Energie. Er braucht noch so 50-70 Völker, dann wird er ruhiger eindeutig. Ich weis es.
Gruß Viktor.

Nils
17.12.2012, 20:27
Also fesseln lasse ich mich nur von meinen Bienen !
:SM_1_13:

Und das tun die Bees-ter schon seit ich sie habe.


Zu Tode kuscheln würde ich Thymol und mehrfaches OS-Bedampfen ja nicht gerade nennen - und über 9000 Milben aus einem Volk haben mich zu Tode erschreckt. Sowas brauche ich nächstes Jahr nicht noch einmal - das dürft ihr mir glauben!

Es sind Aussagen wie von Astacus und Norbee (nur als Beispiel) - die die Restentmilbung im Dezember als unerlässlich erkennen - die mich eben genau nachfragen lassen. Als Anfänger kann ich nicht einfach so die Restentmilbung auslassen - zumindest nicht ohne die Meinung der alten Hasen einzuholen. Was ich ja hiermit tat :-)

Auch wenn ihrs mir vielleicht nicht glaubt: ich tu nix lieber als nix!
Aber auch nix tun kann den Bienen teuer zu stehen kommen.

Und am allerliebsten denke ich stundenlang über die Bienen nach - auf der Couch und nicht am Bienenstand ;)

@Astacus
Mal Deinen Faktor von 600 (der mir sehr hoch erscheint) angenommen, dann hätte ich jetzt 0,7 * 600 = 420 Milben im Volk. Das werden dann bis Anfang August 420 * 2^7 = 53.760 Milben.

Nach einer Restentmilbung mit 90%iger Wirkung wären noch 420 * 0,1 = 42 Milben im Volk.
Macht bis August 42 * 2^7 = 5.376 Milben.

Oh Wunderwelt des exponentiellen Wachstums..
Es sind nur Taschenrechnerspielchen, aber sie machen mich nachdenklich.


Aber vielleicht gilt hier: Lieber mit Milben auswintern als gar nicht?



Servus

und bleib mir bloß vom Leib mit Deiner Peitsche, Wolli !! ;-)

:SM_1_75: http://www.smiliesuche.de/smileys/peitschen/peitschen-smilies-0002.gif

Nils

Palma40
17.12.2012, 22:23
Aber vielleicht gilt hier: Lieber mit Milben auswintern als gar nicht?

Nils

richtig Nils !

mado
17.12.2012, 22:28
Hallo,

ich würde auf keinen Fall auf eine Restentmilbung verzichten, dies zeigen alleine schon meine Abwurfzahlen nach der diesjährigen Restentmilbung:

stärkster Abfall bei einem Volk mit natürlichen Abfall von 10 Milben/Woche waren 876 Milben wäre ein Rechenfaktor von 613

Also zum Abschätzen der Varroazahlen muß ich bei meinen Völkern den natürlichen Abfall x mindestens 600 multiplizieren und auf den Faktor komme ich schon seit Jahren, ich kann jedenfalls die Meldungen von Kollegen von einem Abfall < 10 Milben bei der Restenmilbung nicht nachvollziehen, dies habe ich in meinem ganzen Imkerleben noch nicht gehabt. Mein Tiefstrekord lag einmal bei 43 Milben.


Gruß
Hans Peter

Hallo,
auf Grund der hohen Milbenabfallzahl des stärksten Volkes von Hans Peter, bei der "Restentmilbung" möchte ich an etwas erinnern.
Die Entmilbung wurde optimal ausgeführt, ich gehe von einem Wirkungsgrad von 95 % aus, trotzdem sind die verbliebenen
5 % bereits 46 Milben. Wenn man davon ausgeht, daß sich die Milbenanzahl jedes Monat verdoppelt, so sind im August 5888 (theoretisch) im Volk. So gesehen würde ich es eher nicht als Restentmilbung bezeichnen.

Durch die rasante Vermehrung ist sicher auch bereits im Mai, Juni durch Verflug und Drohnenflug mit einem verstärkten
Eintrag von Milben zu rechnen, sodaß meist Drohnenbrut schneiden erfolgt.

Was spricht eigentlich gegen eine "Kontrollbedampfung" im Oktober oder Anfang November? Eine genaue Kontrolle des Milbenfalls natürlich vorausgesetzt. Die Milbenanzahl wird bereits massiv verringert. Läßt sich auch bei "Fischermühle - Varrox" etwas nachlesen.

Ich mache dies so und habe keinerlei Probleme. Die Restentmilbung wird tatsächlich zur Restentmilbung.
Der Abfall ist durchwegs unter 10 Milben, bei einigen Völkern hatte ich auch schon 0!!! Ich habe 25 Völker.
Den Milbenabfall beobachte und notiere ich nach wie vor (jedoch nicht täglich).
Die 1. Milbe ist heuer am 25. Mai gefallen - eine lebende.
Es ist im darauffolgenden Jahr absolut kein Drohnenbrutschneiden erforderlich.

Gruß
Manfred


(Hans Peter, es soll keine Kritik an Deiner Restentmilbung sein. Über den hohen Milbenfall bei der Restentmilbung liest man immer wieder).

Astacus
18.12.2012, 13:12
Hallo Manfred,

mit deiner Rechnung von 46 Milben im Volk bin ich voll bei dir. Meine Abfallzahlen Mitte Juli bei der Hauptentmilbung liegen so bei 2500 Milben und dies nach 3maligen Drohnenschneiden. Mit dem Faktor 600 wollte ich Nils meine Berechnung offen legen um den Varroabefall einzuschätzen. Da ich seinen natürlichen Abfall vor der Bedampfung nicht kenne, sollte es ihm als Hilfe dienen.
z.B. er hatte einen natürlichen Abfall von 1 Milbe / Tag und es sind bei dem Bedampfen 330 Milben abgefallen, würde ich ihm sagen, die Bedampfung im November war definitiv zu früh und er sollte noch mit >200 Milben rechnen. An der Imkerschule wurde mir der Faktor 300 gelehrt, doch aus meinen eigenen Erfahrungen habe ich ihn bei Vollvölkern (bei der Kirschblüte schon 1. Honigraum oben) auf 600 erhöht.
Mit <50 Milben im Volk nach der Restentmilbung kann ich gut leben.

@Nils ein Volk, welches 5 Wabengasse besetzt und den 1.1. erlebt, ist bei mir noch nie eingegangen.

Gruß
Hans Peter

Nils
18.12.2012, 13:56
Hallo Hans Peter und Manfred,

Einen natürlichen Milbenabfall vor der Bedampfung kann ich leider nicht liefern, denn ich hatte vorher Api Life Var eingelegt (Anfang August). Die Bedampfung erfolgte, als mir die Temperaturen im Oktober zu niedirg und die Milbenzahlen immer noch zu hoch erschienen.

Wie erwähnt habe ich bei zwei Völkern in den letzten 3 Wochen keine Milbe auf der Windel, bei einem Volk sogar seit 5 Wochen. Und das mit nur 2x bedampfen im Oktober/November.

Mein stark belastetes hatte 0,65 Milben/Tag in diesem Zeitraum - es wurde erst 3x mit Thymol und dann bis November 6x im Abstand von ca. 4 Tagen bedampft, dann habe ich mich nicht mehr getraut - die armen Bienen!...

Die Windel habe ich wieder eingelegt und werde in einigen Tagen nochmal vorsichtig kontrollieren. Zu Weihnachten soll es hier +9 Grad warm werden, da werden sie mir die Windel-Störung hoffentlich verzeihen.

Eine Bedampfung in deren Folge keine einzige Milbe fällt, halte ich für überflüssig und sollte -meiner Meinung nach - vermieden werden. Auch wenn die Bienen das scheinbar gut vertragen ist es trotzdem eine Belastung. Wie sollen sie in der Traube ohne Bienenflug die Säuren wieder rausbringen?
Und genau das ist ja mein Problem: wann ist es genug? Oder anders: wann ist der Nutzen höher als der Schaden?
Ich denke mit meinen Völkern bin ich an eben dieser Grenze sehr nah dran...

Mir ist wichtig dass ich meinen ersten Bienenwinter nicht versaue. Das ist mir wichtiger als Milbenfreiheit (die es eh nicht gibt). Habe ich im nächsten Frühsommer dann ein Milbenproblem werde ich es rechtzeitig erkennen, denn das Zählen werde ich nicht mehr aufhören. Einen natürlichen Milbenfall von 30 Milben pro Tag will und werde ich nie wieder haben!!!

Es ist schwer zu entscheiden ob ich nochmal bedampfe oder nicht. Denn beide Seiten haben gute Argumente. Sowohl die Taschenrechner-Spielchen als auch die Erfahrungen von langjährigen Imkern sprechen für sich…

Der Alfranseder Erich empfiehlt die letzte Abschlußbehandlung schon Mitte / Ende November. Meine war Anfang November. Da hätte ich vielleicht noch 1x bedampfen sollen, denn die Bienen flogen noch aus. Sie hätten die Säure also noch ausscheiden können.

Bedampfe ich jetzt, sitzen sie wohl bis Februar/März im sauren Milieu - das missfällt mir…

Nönö, ich muß sagen eine Dezemberbehandlung finde ich mehr und mehr zum davonlaufen! Ich werde mich mal genauer mit dem Theama "frühe Winterbehandlung im November" beschäftigen...


Servus,

Nils


P.S.:
@Gartenmundl: du kriegst eine PM von mir…
@papa: auh ja, 70 Völker, her damit! Dann dreh ich völlig durch *grins*

Salsa
18.12.2012, 14:34
Nönö, ich muß sagen eine Dezemberbehandlung finde ich mehr und mehr zum davonlaufen! Ich werde mich mal genauer mit dem Theama "frühe Winterbehandlung im November" beschäftigen...

Hallo Nils,
mMn ist eine Dezemberbehandlung besser als eine frühe Winterbehandlung im November. Im beiden Behandlungen belastest du die gleichen wertvollsten Winterbienen. Doch im Dezember erwischst du die Milben viel besser. Ich würde eher die Winterbienen im November schonen und nur einmal in Dezember belasten.
LG Salsa

Nils
19.12.2012, 16:21
Da hast Du bestimmt auch recht Salsa, denn jede Behandlung ist eine Belastung für die Bienen.
Allerdings können die Bienen im November nochmal richtig aufs Klo gehen und einen Reinigungsflug machen, während die jetzt bedampften Völker bis zum Februar in dem saueren Milieu bleiben müssen. Die OS bleibt sowohl auf den Waben als auch auf und vielleicht sogar in den Bienen bis sie endlich wieder fliegen können.

Der letzte große Flugverkehr war heuer bei mir am 25.11.12.
(Da gingen sie alle nochmal schnell aufs Klo und dann ritten sie los.... Ähm, nö, falscher Film ;))

Welche Belastung für die Bienen nun verträglicher ist - darüber kann man vermutlich vortrefflich diskutieren...

Servus,

Nils
der irgendwie nervös wird, wenn er diese Tage von alle liest, dass sie gerade winterbehandeln... ;)

Palma40
19.12.2012, 17:57
Nils
der irgendwie nervös wird, wenn er diese Tage von alle liest, dass sie gerade winterbehandeln... ;)

Nils, laß Dich nicht verrückt machen, Deine Bienen überstehen den Winter und nächstes Jahr sieht es wieder ganz anders aus und mit jedem Jahr wirst Du sicherer.

Alpenimker
19.12.2012, 19:42
Nils
der irgendwie nervös wird, wenn er diese Tage von alle liest, dass sie gerade winterbehandeln... ;)
Du bekommst eine auf die Finger geschnalzt, wenn du auch nur in die Nähe der Beuten kommst, alles klar? :SM_1_21:
Nicht weinen:SM_1_04:, alles wird gut :)

Nils
19.12.2012, 20:16
Du bekommst eine auf die Finger geschnalzt, wenn du auch nur in die Nähe der Beuten kommst, alles klar?

Bin ja schon weg....:SM_1_50::Bolt




:SM_1_21::SM_1_21:

Milbi
21.12.2012, 19:36
Hallo Leute, Hallo Anfänger ;)

Ich möchte das Thema "totbehandeln" nicht ewig breit trampeln, aber in diesem Zusammenhang zeige ich euch
gerne 2 Grafiken, die ich gestern und vorgestern bei meinem Waagvolk abgenommen habe.

19949

Die dunkelrote Kurve zeigt die Innenraumtemperatur in Wabengasse 5 meines Waagvolkes.
Und die ging ziemlich genau gegen 14:00 Uhr signifikant nach oben.
Was war geschehen?
Genau: Ich hatte 2gr Oxalsäure verdampft. Mehr nicht, eine Aktion von 5 Minuten.
Und dann schaut mal, wie lange die Bienen benötigten, um wieder auf Ausgangstemperatur zurück zu kommen.
19950
Selbst nach 24 Stunden waren die Bienen noch immer nicht vollständig wieder zur Ruhe gekommen.
Faszinierend. Aber auch eine Warnung an uns Imker:
Kein Eingriff bleibt ohne Folgen.
Das gilt auch fürs schnell-mal-reinschauen- im Sommer.
Diese Erkenntnis ist natürlich nichts Neues, aber es jetzt tatsächlich mal schwarz auf weiss zu sehen, hat mich doch
etwas verblüfft und in meiner Grundmentalität bestärkt, die Völker nur so wenig zu stören wie irgend notwendig.

Nils
21.12.2012, 19:53
Danke Michael,

das ist eine sehr, sehr interessante Grafik! Es paßt zu dem, was ich vor einigen Tagen mit der HOBOS-Kamera beobachtet habe. Auch dort hat es einige Zeit gedauert, bis sich das Volk beruhigt hat! Was letztendlich auch der Anstoß für mich war zu fragen, ob ich auf die Bedampfung verzichten kann/soll/darf.

Mittlerweile beschleicht mich der Verdacht, dass die Bienen es sogar irgendwie mitbekommen, wenn ich grad mal am Kasten vorbeigehe...

Deine Messungen bestärken mich darin, nichts mehr zu tun!


Nils

BienenBewahrer
21.12.2012, 20:01
Liebe Mitimker,

ich mag euch alle, da ihr so besorgt seid, um die Bienen.

Aber seht es doch einmal anders:
Mein Kind fällt in Kuhscheisse, springt vom Baum hoch oben, macht Blutsbrüderschaften,
reißt sich die Knie auf vom Hinfallen, wird von Wespen gestochen und Grasmilben
jucken ihn ganz schrecklich, hat eine Erkältung, isst Blaubeeren, nimmt Sand in den
Mund, trinkt aus einer Pfütze, hat eine Zecke am Hoden und Blutegel an den Beinen.
Kopfläuse vom Kindergarten mitgebracht, hatte Scharlach in Südfrankreich und Mädchen in der Eifel..................

Ja, und? War oder bin ich deswegen ein schlechter Vater?

Bin ich ein schlechter Imker, wenn ich diese Restentmilbung und diese Verdampfung (Oxal),
total ablehne?
Wie soll der Bienenkörper lernen, mit den Milben umzugehen?

Es darf keine Null-Lösung geben. Das ist kontraproduktiv. Wir können nicht sterile Bienen
halten, die werden für jede x-beliebige Krankheit als Folge, anfällig.
Wir brauchen robuste Bienen, das ist m.E. der einzige Weg.

Ich mache morgen bei 10 Grad eine letzte AS.Behandlung, das Wetter ist mild gestimmt.
Ob ich es richtig oder besser mache, weiß ich nicht

Die Milbenplatte wird es zeigen.
Und im Februar sprühe ich noch mal Milchsäure, ja, ist für viele tabu, warum eigentlich?
Findet sich in jedem Lebensmittel;-))
So fallen noch paar Milben ab.
Geht schon.
Liebe Grüße, Bienenbewahrer

Nils
21.12.2012, 20:04
Du lehnst Restentmilbung ab - und machst aber morgen bei 10 Grad eine AS-Behandlung?
Ich steh da irgendwie auf dem Schlauch fürchte ich...

Salsa
21.12.2012, 20:35
Hallo zusammen,

ich habe heute bei -1° mit OS geträufelt. Alle summen noch auch die kleine 4-Wabenableger sitzen auf 4 und 5 Wabengassen, was für eine Freude.
Die Bienen waren ruhig, nur verrückte Drohnen sind abgeflogen :). Ich habe ein Ei auf einem Windel entdeckt, obwohl wir hier im Osten seit Anfang Dezember frieren mit Höchsttemperaturen (http://www.wetteronline.de/cgi-bin/regframe?3&PRG=klimavar&ART=MAX&CONT=dldl&WMO=10361&LANG=de&BKM=Sachsen-Anhalt/Magdeburg)von 6° und Tiefsttemperaturen (http://www.wetteronline.de/cgi-bin/regframe?3&PRG=klimavar&ART=MAX&CONT=dldl&WMO=10361&LANG=de&BKM=Sachsen-Anhalt/Magdeburg)-12

Ich korrigiere den Bienensitz zur einwinterung nicht. Die Völker saßen sehr unterschiedlich, einige auf 5 Wabengassen, aber die ganzen Gassen von vorne nach hinten belagert und andere saßen auf 10 Wabengassen aber nur vorne. Bin gespannt wieviele Milben nun runter fallen. Der Natürlicher Fall lag durchschnittlich bei etwa 5 Milben über zwei Wochen (mit einigen Ausreissern natürlich :) )

Lg Salsa, der auf keine Restentmilbung verzichten würde :)

BienenBewahrer
21.12.2012, 21:03
Du lehnst Restentmilbung ab - und machst aber morgen bei 10 Grad eine AS-Behandlung?
Ich steh da irgendwie auf dem Schlauch fürchte ich...

Hi, Nils,
zwischen Oxalsäure und Ameisensäure ist ein großer Unterschied.
Ebenso zwischen Restentmilbung und Varroabehandlung.
Ich mach ne späte Varroabehandlung.
Gruß, UDO

Nikita
21.12.2012, 21:28
Hallo Salsa,

Die Bienen waren ruhig, nur verrückte Drohnen sind abgeflogen
bei Dir sind jetzt noch Drohnen in den Völkern?
Wird da umgeweiselt?
Mit freundlichen Grüßen
Wolf.

drohne
21.12.2012, 21:40
Wird da umgeweiselt?

Nur keine Sorge, einige Bienenmänner werden sehr gerne mit in den Winter genommen, aufmerksame Windel- und Fluglocheser können dies immer wieder erkennen.

Josef

Salsa
21.12.2012, 21:41
Hallo Salsa,

bei Dir sind jetzt noch Drohnen in den Völkern?
Wird da umgeweiselt?
Mit freundlichen Grüßen
Wolf.

Hallo Wolf,

dieses Jahr war komisch mit den Drohnen. Sie wurden sehr lange toleriert, was ich als keiner Nachteil sehe.
Der Herbst war warm und meine Bienen stehen in der Stadt. Das Pollenangebot war bis zur Frost ergiebig, vielleicht war das ein Grund, warum einige Völker immer noch Drohnen haben und dann kam der Frost schnell, sodass sie keine Lust mehr auf eine Drohnenschlacht hatten.
Ein Volk hat spät umgeweiselt, die Kö wurde erst Anfang November begatte, da sind jede Menge Drohnen drin, obwohl die neue Kö ein sehr schönes Nest angelegt hat. Das Volk sitzt heute auf 10 Wabengassen und ein Ei lag heute auf der Windel, es war also höchste Zeit für die Restentmilbung.
Aber auch andere Völker haben noch Drohnen. Das verunsichert mich aber nicht, sie gehören zum Volk und ich schneide keine Drohnenbrut

LG Salsa

mado
21.12.2012, 22:48
Hallo Leute, Hallo Anfänger ;)

Ich möchte das Thema "totbehandeln" nicht ewig breit trampeln, aber in diesem Zusammenhang zeige ich euch
gerne 2 Grafiken, die ich gestern und vorgestern bei meinem Waagvolk abgenommen habe.

Genau: Ich hatte 2gr Oxalsäure verdampft. Mehr nicht, eine Aktion von 5 Minuten.
Und dann schaut mal, wie lange die Bienen benötigten, um wieder auf Ausgangstemperatur zurück zu kommen.

Selbst nach 24 Stunden waren die Bienen noch immer nicht vollständig wieder zur Ruhe gekommen.
Faszinierend. Aber auch eine Warnung an uns Imker:
Kein Eingriff bleibt ohne Folgen.
Das gilt auch fürs schnell-mal-reinschauen- im Sommer.
Diese Erkenntnis ist natürlich nichts Neues, aber es jetzt tatsächlich mal schwarz auf weiss zu sehen, hat mich doch
etwas verblüfft und in meiner Grundmentalität bestärkt, die Völker nur so wenig zu stören wie irgend notwendig.

Hallo allerseits, hallo Michael,
besten Dank für Deinen interessanten Beitrag. Bin ganz Deiner Meinung. Natürlich ist jeder Eingriff eine massive Störung für das Volk (auch im Sommer). Zu überlegen wäre jedoch grundsätzlich, wann welche Eingriffe notwendig sind.

Wie ich schon früher beschrieben habe, kontrolliere ich den Milbenabfall sehr genau. Wenn ich es für notwendig erachte, mache ich bei diesen Völkern eine "Kontrollbedampfung". Dies ist meist Oktober, November.
Die tatsächliche "Restentmilbung" erfolgt im Dezember (dieses Jahr am 20.12.). Ich verwende 2 Oxamat.
Bei den Völkern am 2. Standplatz ist bereits seit 4. 11. kein Milbenfall, sodaß keine Restentmilbung notwendig war.
Am Heimstand war bei 5 Völkern noch am 25. 11. Polleneintrag und auch noch Milbenabfall.

Es wird eine 1 Gramm Tablette verdampft. Da sich auch in den Rohren etwas von der OS ablagert, ist nicht alles im Volk.
Die Wirkung ist trotzdem sehr gut! Es ist auch kein erhöhter Totenfall erkennbar.
Die Völker sind somit sehr "sauber", überwintern nicht schwach, und sind auch nicht "totbehandelt".
Es ist absolut kein Drohnenbrutschneiden im darauffolgenden Jahr notwendig. Somit habe ich 3 Störungen verursacht.

Wenn jedoch bei der "Restentmilbung" wie üblich ein "Rest" an Milben für die Vermehrung übrigbleibt, ist meistens im darauffolgenden Jahr Drohnenbrutwaben schneiden notwendig, um den Milbendruck zu verringern.
Am Besten mit 2 Waben abwechselnd. Totale Brutentnahme! Bannwabenverfahren notwendig!
Wie oft stört man dabei das Volk? Wird dabei daran gedacht, welch ein massiver Eingriff das in das Leben des Biens ist?

Meist wird dabei jedoch völlig !!! vergessen, daß durch die Milbenbelastung die Reinvasion enorm ansteigt!
Es ist doch jedes Jahr das Gleiche! In einem anderen Forum (D) trifft ein Beitrag den Nagel absolut auf den Kopf!!!
An der Varroa stirbt kein Volk! (warum doch?, dem schreibe ich eine PN !).

Soweit meine Einstellung zum "Totbehandeln" bzw. Varroabekämpfung. Ich "behandle" nicht!

Gruß
Manfred

(2 Gramm OS erscheint mir etwas viel, habe aber schon davon gelesen)

Marcel
22.12.2012, 00:24
Hallo Udo.

Nun ob jetzt As oder OS ist meiner Meinug nach egal.
Das eine verätzt die Trachea, das andere greift den Chitinpanzer an.
Nun für was soll man sich da entscheiden...
Ich habe für mich beschlossen keine As mehr anzuwenden, da mir OS bienenverträglicher erscheint, aber das gilt nur für mich.

Ich stimme dir aber zu, dass wir die Bienen nicht steril "halten" dürfen.
Eines kann ich dir berichten, bei dem Thema AFB geht was voran, da reicht nur der Nadeltest(das Thema habe ich schon öfters gepostet)

Bei der Varroa destructor ist es leider anders, unsere Melifera wäre schon längst ausgestorben, da sie nicht mit der Milbe alleine zurechtkommen.
Es gibt da und dort Ansätze für Verbesserungen, aber das werde ich nicht mehr erleben können.

Apis Cerana wäre noch eine Möglichkeit, varroafrei imkern zu können ;)

Also für mich ist die Restentmilbung Pflicht und wird befürwortet.

lg

fix
22.12.2012, 08:35
Ich möchte das Thema "totbehandeln" nicht ewig breit trampeln, aber in diesem Zusammenhang zeige ich euch
gerne 2 Grafiken, die ich gestern und vorgestern bei meinem Waagvolk abgenommen habe.
Hallo Milbi!

Danke für die sehr interessante und aussagekräftige Grafik!

Soweit ich die Grafik richtig gelesen habe, wird die Luftfeuchte nicht angezeigt, diese ist besonders bei offener Brut sehr wichtig meines Wissens und diese wird bei einem Eingriff natürlich auch durcheinander gebracht und muss von den Bienen wieder mühsam reguliert werden. Deshalb habe ich das ganze Jahr die Windel drin, das erspart mir und besonders den Bienen unnötige Eingriffe.

Das Drohnenbrutschneiden ist demnach ein brutaler und mehrmaliger Eingriff, es wird direkt ins Brutnest eingegriffen, ich habe das noch nie gemacht und meiner Meinung und Erfahrung nach ist es nicht notwendig wenn der Imker die Varroabehandlung effektiv durchführt.

Milbi
22.12.2012, 10:20
Hallo fix,
doch, die Luftfeuchte wird angezeigt.
Sie ist allerdings 100% (Nieselregel, Nebel), so dass die Linien sich in der Grafik überschneiden.
Wir sollten uns immer gründlich überlegen, was wir da tun, bevor wir den Bienenkästen die Deckel lupfen, finde ich.
Ich bin da ganz deiner Meinung.

fix
22.12.2012, 12:12
Hallo Milbi!

Dann ist die Luftfeuchtigkeit die oberste graue Linie.

Ich nehme an das ist die Feuchtigkeit in der Beute und deckt sich weitgehend mit der Außenluftfeuchte? In dem Fall bei Nieselregen um die 100 %, direkt an den Brutwaben oder in der Traube ist sie niedriger?

Milbi
22.12.2012, 12:22
Hallo fix,
nein, es ist die Feuchtigkeit außerhalb der Beute.
Der Sensor ist an der Waage verbaut, also unter der Beute.
Jedoch mit einem Abstand von 40cm vom Boden und frei, also ohne Abschirmung nach unten, vorne oder hinten. Der Wind kann frei daran vorbei streichen.

BienenBewahrer
22.12.2012, 20:20
Hallo Udo.


Nun ob jetzt As oder OS ist meiner Meinug nach egal.
Das eine verätzt die Trachea, das andere greift den Chitinpanzer an.
Nun für was soll man sich da entscheiden...
Ich habe für mich beschlossen keine As mehr anzuwenden, da mir OS bienenverträglicher erscheint, aber das gilt nur für mich.

Ich stimme dir aber zu, dass wir die Bienen nicht steril "halten" dürfen.
Eines kann ich dir berichten, bei dem Thema AFB geht was voran, da reicht nur der Nadeltest(das Thema habe ich schon öfters gepostet)

Bei der Varroa destructor ist es leider anders, unsere Melifera wäre schon längst ausgestorben, da sie nicht mit der Milbe alleine zurechtkommen.
Es gibt da und dort Ansätze für Verbesserungen, aber das werde ich nicht mehr erleben können.

Apis Cerana wäre noch eine Möglichkeit, varroafrei imkern zu können ;)

Also für mich ist die Restentmilbung Pflicht und wird befürwortet.

lg
Hallo, Marcel,
deinen Worten folgend möchte ich einlenken, >du kannst es noch erleben>, der
Bienenspeicher ist Millionen Jahre alt, es dauert nur kurze Zeit, und sie finden zurück.
Man muß ihnen nur die alte Energie lassen, zukommen lassen und Raum geben.

Über Säuren und deren Anwendungen streiten wir jetzt nicht.

Nüchtern betrachtet, kann ich keine nachvollziehbare Erfolge aufweisen.
Vielleicht, weil es mir selbstverständlich geworden ist, nicht alle Bienenprobleme
lösen zu können. Das soll der Bien doch machen.
Ich schaffe nur die Vorraussetzungen, also Naturbau, Drohnen zulassen und
kleiner Honigraum.
Das hat mich 5 Jahre ganz schön fertiggemacht, die Bienen wollten nicht so wie ich,
heutzutage mache ich es, wie die Bienen fordern.
Dazu gehört Gespür und Geduld, was ich mir gerade anerziehe.
Auch für die Mitschreiber hier.
Beste Grüße und Frohe Weihnachten, der Bienenbewahrer

Alpenimker
23.12.2012, 03:44
zwischen Oxalsäure und Ameisensäure ist ein großer Unterschied.
Ebenso zwischen Restentmilbung und Varroabehandlung.
Ich mach ne späte Varroabehandlung.
Das klingt so verdammt selbstsicher, da traut sich keiner was sagen. Nur, Restentmilbung kommt daher, dass der Imker versucht den Rest der Milben in der brutfreien Zeit zu erwischen. Das wird bei dir auch nicht anders sein, außer du hast jetzt noch Brut und schaffst es Ameisensäure bei 0° bis -10° zum Verdunsten zu bringen, dann ist es natürlich was anderes, nämlich eine Varroabehandlung :)

Grüße aus Tirol, vom Wolli, der gerade nach einer Weihnachtsfeier Schneeketten montieren musste um Heim zu kommen. Keine ideale Zeit um Ameisensäure zu verdunsten.

edlBeeFit
23.12.2012, 09:15
Grüße aus Tirol, vom Wolli, der gerade nach einer Weihnachtsfeier Schneeketten montieren musste um Heim zu kommen. Keine ideale Zeit um Ameisensäure zu verdunsten.
Aber gut für die Fitness lieber Wolfgang, bin mal wieder total OT, schöne Weihnachten an alle;)

Und ich mache gezwungenerMassen auch keine Restentmilbung und das schon das 2.Jahr (800km)

Palma40
23.12.2012, 10:54
Hallo alle,

ja so ist es, wie Wolfgang schreibt, keiner traut sich was dazu zu sagen, weil wir uns alle sehnlichst eine heile Welt wünschen und nicht als Wüstling dastehen wollen. Ich habe Respekt von Udo´s Zielen und seinem Verhalten den Bienen gegenüber, fürchte aber, es wird eine Illusion bleiben die Bienen so retten zu können, selbst wenn alle Imker sich so verhalten.
Selbst wenn die Vorraussetzungen geschaffen werden, Naturbau, Drohnen zulassen und kleiner Honigraum, sind die negativen Einflüsse von außen, trotzdem vorhanden welche den Bienen das Überleben fast unmöglich machen und die Unterstützung durch uns Imker verlangt.

heuwender
23.12.2012, 11:48
Hallo Bienenbewahrer,

Deine Worte klingen wie der wahrgewordene Traum eines jeden Imkers.
Ich wünsche dir, dass du das Richtige siehst und vom Falschen unterscheidest. Du machst es dir nicht leicht. Du kämpfst einen schweren Kampf. Das verdient Respekt.
Ich wünsche dir Erfolg auf deinem Weg.
Ohne dir zu nahe treten zu wollen, glaube ich nicht, dass ich ein besserer Imker werde, wenn ich die Restentmilbung einfach Varroabehandlung nenne.

@All
Ich wünsche euch noch einen schönen Advent und besinnliche Weihnacht!

stefan mandl
23.12.2012, 12:09
Liebe Bienenfreunde!

So wie ich das bis jetzt erlebt habe, kann man sich eine Winterbehandlung bei einsam gelegenen Ständen ersparen. Aber sobald man Nachbarstände hat (eigene oder von anderen Imkern) muß man winterbehandeln, sonst riskiert man im nächsten Winter einen Totalausfall.

Wir machen das seit Jahren mit 3,5%iger Oxalsäure mit Träufeln ca. 7ml pro bienenbesetzter Wabe. Funktioniert relativ gut und geht sehr schnell. Es ist eine der einfachsten Methoden, einen hohen Prozentsatz der Milbenpopulation loszuwerten.

Frohe Weihnachten

stefan mandl

BienenBewahrer
23.12.2012, 22:02
Danke für die Schreiben.
Ich bin nicht so selbstsicher, wie ich klinge.
Ich habe nur nach 25 Jahren Erfahrung mich oft umstellen müssen. Eine Umstellung
ist immer schwer. Ich habe halt meine Schlüsse für mich gezogen, bin deswegen nicht
besser als jeder andere Imker, nur "anders".
Heute hatten wir 13 Grad und ich habe den Nassenheider Verdunster aufgesetzt.
Die Bienenkugel ist auseinandergegangen.
Ich würde mich nie trauen, in die Winterkugel Oxal zu dampfen oder zu träufeln.
So schlimm sind die Milben nicht, sie sind es nicht wert, ein l(i)ebenswertes Bienenvolk
zu quälen.
Meine erste Varroabehandlung gebe ich nach dem Abernten: Juli/August.
Windel immer im Auge.
Wenn ich später die Durchsicht mache, um Altwaben wegzuschneiden (ich habe drahtlosen Naturbau), habe ich immer einen Milchsäurezerstäuber dabei. Der auf die Bienen nur trifft.

Normalerweise gebe ich nach dem Füttern die letzte AS-Behandlung.
Dann kam der Oktober-Frost dazwischen, Futter wurde nicht alles angenommen, also
gewartet. Dann der frühe Wintereinbruch Anfang Dezember.
Erfahrungsgemäß gibt es dann eine Wärmeperiode, wie zur Zeit.
Die nutze ich nun.
Ist also keine Restentmilbung, sondern zweite Varroabehandlung bei aktzeptablen
Temperaturen. Tut natürlich auch weh.
Ich seh ja, was auf der Windel unten ankommt.
Und ich scheue mich nicht, bei der ersten Durchsicht das Lebensmittel 15% Milchsäure
anzuwenden. Es tötet die Milben auf der Biene.

Wie schon geschrieben, von einer Null-Lösung rate ich ab. Das entspricht früher
oder später einer Null-Lösung für den Bien.

Und auch ich habe Verluste jetzt zu vermelden, nicht durch Varroa oder Futtermangel,
die Windel zeigte abgebissene Beine, es war Räuberei. Da hat jemand nicht rechtzeitig
gefüttert. Diese Schäden tuen wirklich weh, die Milben habe ich eher im Griff.

Beste Grüße und frohe Weihnacht.
(Ich geh Heilig Abend zu den Bienen und stell ne Kerze hin. Aberglaube?)

Der Bienenbewahrer.

Salsa
23.12.2012, 23:19
Hallo Udo,

könntest du deine Erfahrung mit der AS im Winter näher beschreiben. Seit wann betreibst du diese Behandlung und wie sieht der Erfolg (Milbenfall vor/während/nach der Behandlung) aus.
So weit ich weiß, hat einer (ich denke Simon!) eine AS-Behandlung im Winter ausprobiert. Das Volk hat seine Beute beim Minusgrad und Schnee verlassen. Das sollte häufig der Fall sein, wenn man brutlose Völker mit AS behandelt, egal ob man im Sommer oder im Winter mit AS behandelt.

LG Salsa

BienenBewahrer
24.12.2012, 00:04
Hallo Udo,

könntest du deine Erfahrung mit der AS im Winter näher beschreiben. Seit wann betreibst du diese Behandlung und wie sieht der Erfolg (Milbenfall vor/während/nach der Behandlung) aus.
So weit ich weiß, hat einer (ich denke Simon!) eine AS-Behandlung im Winter ausprobiert. Das Volk hat seine Beute beim Minusgrad und Schnee verlassen. Das sollte häufig der Fall sein, wenn man brutlose Völker mit AS behandelt, egal ob man im Sommer oder im Winter mit AS behandelt.

LG Salsa
Ja, Salsa,
wenn ich so reflektiere, hatte ich fast nie Probleme bei meinen Blätterbeuten.
Im Honigraum Schwammtuch AS gegeben und im Brutraum von hinten mit Kopfüber-Flasche gefüttert. Oft bis in den Dezember.
Jetzt habe ich Zander Beuten und nun ist alles viel komplizierter geworden.
Verstehe das, wer will.
Ich kann deine Frage nicht genau beantworten, nur sagen, ich behandele AS nur bei
frostfreiem Wetter. Morgen gibt es hier in NRW 14 Grad. Die Bienen können ausweichen.

Der Milbenbefall ist nach der zweiten Behandlung natürlich geringer, desto weiter das
Jahr, desto weniger Bienen, also auch Milben.
Die stärkeren Völker haben einen höheren Milbenabfall als schwächere Völker, wobei
kleine Völker, >oder die Schwachen<, im Frühjahr viel effektiver sein können.
Daher sind mir kleine Überwinterungsvölker viel lieber, sie brauchen weniger Energie,
haben weniger Milben und starten rasant durch, wegen ihrer natürlichen Vitalität.

Starke Völker sind mir etwas unheimlich, wobei das jetzt paradox klingt, sie verbrauchen
mehr und haben mehr Milben.
Das zeigt mal wieder mein Gehirnwirrwarr auf, ich komm aus der Sache nicht raus,
ich hätte mich gerne einfacher.;-))

Tja, und guten Morgen zum Heiligabend.

Liebe Grüße und >Friede sei mit euch<, Udo, der Bienenbewahrer

Nils
24.12.2012, 16:16
Auch auf die Gefahr hin daß Wolli mich mit Seil und Peitsche durch's Forum jagt - ich muß nochmal fragen zum Thema Winterbehandlung….

Nach 4 Wochen gab es heute -wie wohl überall- einen heftigen Reinigungsflug bei meinem Volk 1. Dieses Volk hatte im Sommer extrem viele Milben, wurde 3x mit Api Life Var behandelt und im Oktober/November 6x (!) bedampft.

Heute sind in den 2 Stunden Reinigungsflug ungefähr 14 Milben auf der Windel gelandet.(Morgen wird’s genau ausgezählt). Die sind wohl noch in irgendwelchen Ecken herumgelegen und wurden jetzt "aufgeräumt". Es liegen aber immer noch tote Bienen auf dem Gitterboden, obwohl schon viele rausgeschleppt worden sind. Es dürften also weitere Milben versteckt sein...

Berücksichtige ich nun diese 14 "vergessenen" Milben, dann hat mein Volk einen natürlichen Milbenfall von 1,7 Milben pro Tag (auf 4 Wochen). (1,7 * 500 = 850 Milben ??)

Eigentlich wollte ich auf die Behandlung verzichten - aber diese vergessenen Milben bringen mich ein wenig aus dem Konzept…

Was meint ihr?
(Morgen und übermorgen solls nochmal 12 Grad warm sein... - Und bitte nicht hauen ;)

:SM_1_32:


Nils

Palma40
24.12.2012, 17:39
:SM_1_30::SM_1_42::SM_1_30:

Nils
24.12.2012, 18:03
Bilder sagen ja mehr als 1.000 Worte Palma :-)
Also keine Panik wegen 1,7 Milben/Tag???

Seit mir nicht böse, aber wer als Anfänger Monatsbetrachtungen rauf und runter liest bekommt beim Gedanken an die Nichtbwinterbehandlung ein schlechtes Gewissen wie ein Katholik, der Weihnachten ignoriert....
:SM_1_41:


Aber ich habe nix dagegen ein Abweichler zu sein - nur sollens die Bienen auch überleben....


Euch allen einen schönen Weihnachtsabend,

Nils

Milbi
24.12.2012, 18:11
Hallo liebe Freunde,
habt ihr auch so ein komisches Gefühl, als ob in Oberbayern
gerade ein richtig guter Imker seinen Weg beginnt?
:SM_1_22:

Salsa
24.12.2012, 21:09
Hallo Nils,

wenn du wegen den Milben nicht zur Ruhe kommen kannst, dann verdampfe das Volk morgen oder übermorgen bei schönem Wetter nochmal. Ist vielleicht nicht nötig, aber dann hast du deine Ruhe. Ich denke das einmal Verdampfen wird das Volk verkraften, es bleibt besser als die hunderte tausende Kontrollen, die du machen würdest, weil du immer denkst, das Volk hätte viel Milben und so...

Auch mich dürfen jetzt Wolli, Klaus und Milbi verprügeln, aber ich kenne diese imkerliche Unruhe, die dem Volk mehr schadet als hilft. Also entweder du kannst dich nun kannst entspannt weihnachteln oder verpass das Volk eine Bedampfung und weihnachtelet beide ohne Sorgen.

Lg Salsa

Milbi
24.12.2012, 22:17
Ach was,
der Nils, der lernt das.

Nils
25.12.2012, 11:43
Guten Morgen Freunde :-)

Jedesmal wenn ich heute Nacht wach wurde grübelte ich über das Thema nach :-)
Und jedesmal kam ich zu einem anderen Entschluß.... *seufz*



habt ihr auch so ein komisches Gefühl, als ob in Oberbayern
gerade ein richtig guter Imker seinen Weg beginnt?

Nö. Ich nicht....
Im Gegenteil...



wenn du wegen den Milben nicht zur Ruhe kommen kannst, dann verdampfe das Volk morgen oder übermorgen bei schönem Wetter nochmal. Ist vielleicht nicht nötig, aber dann hast du deine Ruhe.
Danke Salsa, ist gut gemeint!
Behandeln damit die Imkerseele ihre liebe Ruhe hat ist zwar verständlich - aber ich fürchte Ruhe fände ich auch nach dem bedampfen nicht. Denn dann würde ich mir Sorgen machen, ob es eine unnötige Belastung für das Volk gewesen wäre :-)

Mir würde es ja reichen, wenn ich das alles besser einschätzen könnte. Was heisst denn jetzt soundsoviele Milben pro Tag?
Ab wann ist die Überwinterung gefährdet?
Und was blüht mir nächstes Jahr - wie werde ich dann der Milbenflut herr?
Die Unsicherheit in diesen Dingen machts mir schwer.
Dazu kommt dass immer noch Brut ausläuft. Dann machts eh wenig Sinn?!...

Aber vielleicht muß ich -wie immer- meine eigene Erfahrung dazu machen. Also nicht behandeln und schauen was auf mich zu kommt - oder behandeln und ... auch schauen was auf mich zu kommt....

Im Moment bin ich mal wieder so weit NICHT zu bedampfen und ihnen ihre Ruhe zu lassen. Das wechselt aber derzeit fast stündlich *grins*

Na, zumindest bei den restlichen Völkern bin ich mir sicher: da wird nix bedampft. Was soll ich ein 1-Milben-in-5-Wochen-Volk bedampfen?


Gestern um diese Zeit flogen sie wie im Sommer -heute sind noch alle zuhause geblieben. Die WOLLEN ihre Ruhe!

Was gäbe ich dafür, wenn ich die Bienen selber fragen könnte!



Nils

Palma40
25.12.2012, 11:56
Was gäbe ich dafür, wenn ich die Bienen selber fragen könnte!

Nils

Hallo Nils,

die Bienen würden dir jetzt sagen: Mensch laß uns endlich in Ruhe, wir machen das schon, sind ja auch nicht blöd.;)

Außerdem Nils, hast Du im Frühjahr ja auch noch Möglichkeiten etwas gegen die Milben zu unternehmen, wie z.B. Baurahmen geben und daraus Drohnenbrut schneiden und Ablegerbildung aus voll Verdeckelten Brutwaben. Dazu aber dann mehr wenn es soweit ist.

Salsa
25.12.2012, 17:02
Hallo,

ich habe heute 4 Tage nach der OS-Behandlung Milben gezählt. Hier die genauen Zahlen von den Völkern mit Varroaschubladen, falls einer vergleichen will :) (Da ich zwei decke Leisten im Boden habe, sind die Zahlen nur als Schätzung zu betrachten)

Volk----Besetzte Gassen-----Milben--------Natürlicher Milbenfall über 2 Wochen
V1 ----------------8------------200--------1
V2 ---------------10------------99--------3
V3 ----------------5------------82--------0
V4 ----------------8------------61--------4
V6 ----------------8------------66--------2
V8 ----------------6-----------441--------21

Ableger--Besetzte Gassen--- Milbenzahl ----Natürlicher Milbenfall über 2 Wochen
2------------------4-----------703--------18
3------------------4-----------113--------3
4 -----------------5------------56--------2
7 -----------------7------------41--------35

Auffallend ist Ableger Nr.2 mit über 700 Milben. Dieser Ableger hat durchgebrütet, Ende November habe ich Stifte im Brutnest besichtigt und heute lag ein Ei aufm Windel. Ein Teil meiner Völker hat durchgebrütet, da bin ich mir ganz sicher. das habe ich mit eigenem Auge gesehen, ist also keine Vermutung wie oft der Fall ist. Die dunkle Wachsstückchen auf der Windel sind auch ein Hinweis dafür. Trotzdem halte ich die Restentmilbung für sehr wichtig. Denn die Restentmilbung hat sogar aus Völkern, von denen über zwei Wochen keine einzige Milbe runter gefallen ist, bis über 80 Milben gekillt. Das ist mir viel Wert!
Ich weiß, es ist in, dann man heutzutage eine gewisse Zahl an Milben bei den Völkern überleben lässt ;), aber sind über 50 Milben im Winter eigentlich viel. Und da selbst bei natürlicher Milbenfall von 0 Milben über zwei Wochen über 50 Milben runter fallen, möchte ich auf keine Restentmilbung verzichten. Mir ist auch klar, dass die Völker mit viel mehr Milben klar kommen, aber ich will keinen Stress im Spätsommer haben und Drohnenbrut mag ich nicht freiwillig schneiden (geht eh nicht beim Naturbau :D )
Heute hat uns im schönen Osten endlich das warme Wetter erreicht, leider mit viel regen und Wind, trotz 11° sind nur wenige Bienen geflogen, einige haben vom Gras Wasser für die Brut geholt und andere haben tote Bienen ausgeräumt.
Da ich heute entspannter war, habe ich ein Ei auf der Windel vom Ableger 2 fotografiert ( Zur besseren Sicht aug ein Blatt gelegt). Beim zweiten Foto ist über das Ei eine lebendige Mini-Wachsmottenlarve, schon erstaunlich, dass ihr die Kälte und die Säure nichts ausmacht!
20710
20711

LG Salsa

Nils
25.12.2012, 17:29
Tja - und da waren sie wieder - meine Zweifel....

Danke Salsa - eine sehr interesssante Aufstellung!!!
Wenn ich jetzt nur wüsste .....

BienenBewahrer
06.01.2013, 20:47
Hallo,
ich bin ja nicht so akribisch mit den Milben. Hab jetzt gerade mit AS behandelt, Wetter über 10 Grad.
Habe kaum Milbenabfall. Bin selber erstaunt, woran mag es liegen?
Der kalte Februar, letztes Jahr?
Wenn ich Zahlen nennen soll, waren es keine fünfzig Milben. Damit kann ich leben.
Die Milben waren eigentlich nie mein Hauptproblem, sollte man ruhig vernachlässigen.

Ist es eher die Behandlung, die wir den Bienen zumuten?
Werden die dadurch mehr krank als durch die Ursache? Und dann noch so penibel ausgeführt bis in
Wintermonate, wo Bienen eigentlich in der Traube ruhen sollten?
Ich lese immer viele Beiträge, die so klingen, als wäre es ein Wettbewerb, möglichst wenig Milben zu
haben. Das kann nicht der Weg sein.

ANTIBIOTIKA.
Sie zerstören alle Bakterien im Mensch, a l l e. Noch überlebt der Mensch den Schlamassel. Mit Folgekrankheiten,
manchmal. Allergien treten vermehrt auf.
Besser wäre es, der Mensch bildet Antikörper, freiwillig und ohne Medikamente.
Ein Eingriff sollte nur im Notfall stattfinden.

Bei den Bienen sprühen und träufeln wir ohne Not, nur um die NULL-ZEIT zu erreichen.
Bienen bleiben ungefragt, sie werden "behandelt".
Ich denke, man sollte nur das notdüftigste machen und den Bienen eine Chance geben,
selber zu reagieren.
Sonst haben wir nur Junkies an der Nadel oder Tropf. Das sollen dann natürliche Geschöpfe Gottes sein,
an denen wir rum manupulieren, wie wir es gut heißen.
Unter dem Aspekt könnte ich meinen Honig nicht verkaufen, es wäre unaufrichtig.

Wenn ich wüßte, dass mein Bauer an seinen Kühen soviel Stress anbringen müsste, würde ich
keine Milch mehr bei ihm holen.

Trotzdem behandele ich mit AS nach der Abschleuderung, mit Milchsäure bei Schwärmen und
Ablegern. Ich will die Bienen ja bewahren, aber nicht um jeden Preis.

Beste Grüsse, Bienenbewahrer

Marcel
06.01.2013, 20:50
Servas!

Wenn du die Bienen schützen willst, warum preist du dann die As so an?
Gerade As schädigtdie Trachea, die OS tut das nicht.

Natürlcih gebe ich dir recht, dass wir keine Antibiotika anwenden sollen, aber Gott sei Dank können wir darauf zurückgreifen, denn ganz ohne Sie würden wir nicht weit kommen.

lg

fix
07.01.2013, 08:46
Ich lese immer viele Beiträge, die so klingen, als wäre es ein Wettbewerb, möglichst wenig Milben zu
haben. Das kann nicht der Weg sein.
Hallo Bienenbewahrer,

ich habe noch nicht die langen Erfahrungsjahre wie du, aber bisher stellte ich fest wenn die Milben nicht so gut wie vollständig aus den Völkern gebracht werden vor der Winterruhe (ich mache die letzte Behandlung Anfang November) so kommen die Völker im Frühjahr nur sehr langsam in die Gänge und sind dann erst bei der Waldtracht fit, sie bringen keinen Blütenhonig.

Meiner Beobachtung nach, machen im Frühjahr belastete Völker sogar eine Brutpause, lassen also einen Brutzyklus total aus damit die Milben auf den Bienen sitzen und diese fliegen dann ab, erst dann wird wieder gebrütet, diese Völker sind dann enorm schwach und sind erst bei der Waldtracht wieder einigermaßen fit. Solche Völker hatte ich in meinem ersten zwei Imkerjahren einige, seither strebe ich danach, dass ich die Milben so gut wie vollständig rausbringe und bisher mit sehr guten Erfolg, sowohl bei der Honigernte, als auch bei der Volksstärke und -entwicklung im Frühjahr.

Andere Imker höre ich auch klagen über solch schwache Völker im Frühjahr, ich schätze da ist es genauso, sie lehnen aber meine Beobachtung meist ab und beweisen kann ich es eben auch nicht.,

heuwender
07.01.2013, 10:04
Hallo Bienenbewahrer!
möglichst wenig Milben zu
haben. Das kann nicht der Weg sein.
Vielleicht nicht der Weg aber ein Weg von vielen.
Ich sehe es als gut an, mit einer angepaßten Methode die Milben efektiv von den Bienen zu entfernen. Das ist die Voraussetzung für gesunde Völker, für einen nervlich ausgeglichenen Imker und für ein gutes Gewissen gegenüber meinen Nachbarkollegen.
AS im Winter oder gar im Frühjahr ist für mich z.Zt kein Thema. Ist sicher zu aufregend für die Bienen.

albert
07.01.2013, 10:15
Natürlcih gebe ich dir recht, dass wir keine Antibiotika anwenden sollen, aber Gott sei Dank können wir darauf zurückgreifen, denn ganz ohne Sie würden wir nicht weit kommen.

Nicht böse sein, aber diese Aussage schockiert mich ein bisserl. Außerdem kann ich dir beim Schlusssatz absolut nicht Recht geben. Das klingt ein bisserl nach Bayer-Werbetrommel. Ich dachte, wir wären froh, diese Mittel endlich vom Markt zu bekommen. Selbst Amitraz oder Ähnliches sind ausgesprochen fragwürdig. Weiters müssen sie von einem Tierarzt verordnet werden, der in der Regel nicht den blassesten Dunst hat, was er verschreibt.

LG
Albert

Sebastian
07.01.2013, 10:30
Nicht böse sein, aber diese Aussage schockiert mich ein bisserl. Ich glaube die Antibiotika-Anwendung war auf den Menschen bezogen. Udo meinte wohl, so wie man als Mensch nicht jeden kleinen Husten gleich mit Antibiotika "erschlagen" soll, sondern dem Immunsystem die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit dem Erreger geben kann, sollte man auch nicht jede kleine Milbe in einem Bienenvolk mit AS, OS, Amitraz, wasauchimmer eliminieren, da die Auseinandersetzung des Biens mit der Milbe auch was Gutes hat - die Erhaltung der natürlichichen Abwehr.

Antibiotika zur Bekämpfung von Bienenkrankheiten werden (bei uns) sehr selten eingesetzt, da es entweder verboten ist (AFB) oder man mit imkerlichen Techniken auch das Ziel erreicht (EFB, Nosematose,..).

Antibiotika zur Bekämpfung von schwerwiegenden bakteriellen Infektionen bei Menschen und Säugetieren sind in ihrer Bedeutung in der Medizin vollkommen unbestritten. Niemand würde da freiwillig im Fall des Falles verzichten wollen. Da haben wir eher das Problem, dass zuwenig neue Substanzen auf den Markt kommen.

lg,
Sebastian

heuwender
07.01.2013, 10:38
Ich glaube die Antibiotika-Anwendung war auf den Menschen bezogen

So hatte ich das auch gelesen, aber man könnte es auch anders verstehen! Atibiotika gehört aber nicht in die Imkerei!
Marcel wird es sicher aufklären.
Ein unglücklicher Vergleich.

Nils
07.01.2013, 10:45
Den Antibiotika-Vergleich finde ich gar nicht so unglücklich...

Als Mensch nehme ich Antibiotika nur, wenn es sein muß. Sprich: wenn eine ordentliche Diagnose des Arztes vorliegt. (Leider gibt der oft auch AB bei Vireninfektionen, aber das ist ein anderes Thema...)
Niemand käme auf die Idee Antibiotika einzunehmen nur weil Weihnachten ist.

Die Varroa-Behandlung erfolgt jedoch - so scheint es mir als 0-jährigen Jungimker - of reflexartig. Ohne vorherige Diagnose oder nachfolgende Erfolgskontrolle. Würde man Menschen so behandeln ...


Nils

Marcel
07.01.2013, 15:29
Ich habe es auf Menschen bezogen....

Alpenimker
07.01.2013, 17:08
Hab jetzt gerade mit AS behandelt, Wetter über 10 Grad.
Habe kaum Milbenabfall. Bin selber erstaunt, woran mag es liegen?
Erklär uns doch nochmal wieso du davon ausgehst, dass die AS bei diesen Temperaturen überhaupt richtig verdunsten kann. Nachts wird es auch bei dir kühler sein, oder?
Weißt du, mir ist da nicht ganz wohl bei deiner Ameisensäurebehandlung im Dezember und ich möchte unbedingt Jungimker davon abhalten, dass die dann bei Minusgraden es dir nachmachen.

Sebastian
07.01.2013, 18:42
Servus Nils,


Die Varroa-Behandlung erfolgt jedoch - so scheint es mir als 0-jährigen Jungimker - of reflexartig. die Varroa-Behandlung erfolgt nicht reflexartig, denn jeder Reflex braucht einen auslösenden Reiz. Auf den warten wir bei der Varroa nicht, denn da ist der Schaden schon eingetreten. Daher wird die Varroa nicht reflexartig behandelt, sondern nach einem Konzept. Das ist ein Plan, der bestimmte Behandlungsschritte zu bestimmten Zeitpunkten im Vorhinein festlegt.

Wei sich im Unterschied zu z.B. einer Scharlacherkrankung hier nicht nicht Frage stellt, ob Deine Bienen den Parasiten haben oder nicht. Anders als virale oder bakterielle Krankheitserreger tritt die Milbe nicht nur ubiquitär (=überall) auf sondern sie vermehrt sich auch in allen Bienenvölkern sehr rasch. Daher brauchen wir nicht auf eine Diagnose oder einen Erregernachweis warten.

Auch ein Hund oder ein Pferd wird regelmäßig entwurmt oder mit Flohmitteln behandelt. Nicht, weil er/es sonst sicher sterben müsste, so schlimm wird es in dieser Regelmäßigkeit nur bei der Biene. Die Bekämpfung von Parasiten gehört zu jenen Tätigkeiten, auf zu denen ein Tierhalter gegenüber den unter seiner Obhut lebenden Tieren verpflichtet ist.

Daher ist die Diskussion um die prinzipielle Infragestellung der Varroabehandlung so notwendig wie ein Kropf. Gerne können wir uns darüber unterhalten, welche Konzepte sinnvoll sind, welche Elemente da hineingehören und welche nicht und wie dicht gestrickt sie sein müssen

So fasse ich auch Udos Beitrag auf: er deklariert sich dafür, relativ große Varroabelastung zuzulassen, da es ihm hilft besser an die Milbe adaptierte Völker zu halten bzw. selektieren. Dem kann ich persönlich auch etwas abgewinnen: ich versuche mit 10-20% Verlusten übers Jahr zu kommen. Liege ich darüber war ich bei der Varroabehandlung zu sparsam, liege ich darunter war mein Konzept zu dicht und ich habe

lg,
Sebastian

BienenBewahrer
07.01.2013, 19:37
Erklär uns doch nochmal wieso du davon ausgehst, dass die AS bei diesen Temperaturen überhaupt richtig verdunsten kann. Nachts wird es auch bei dir kühler sein, oder?
Weißt du, mir ist da nicht ganz wohl bei deiner Ameisensäurebehandlung im Dezember und ich möchte unbedingt Jungimker davon abhalten, dass die dann bei Minusgraden es dir nachmachen.

Hallo, alle und Wolli,

ich würde den Nassenheider "Verdunster" eher umschreiben, als ein Gerät, das Säure fallen läßt.
Ich setze ihn oben auf.
Bei der AS spielt die Temperatur nicht so eine Rolle, eher ist wichtig, daß die Bienen bei plus 10 Grad
etwas lockerer auf der Traube sitzen. Sie haben mehr Bewegungsspielraum.
Mir gefällt das ganze Behandeln damit auch nicht, aber da AS ein ureigenes Gift der Bienen ist,
rede ich mir das schön. Es muss ja sein, aber nur so sparsam, wie möglich.
Eine späte Behandlung erleichtert mir den Start ins Frühjahr. (Also den Bienen).
Ja, bei Minusgraden würde ich nie eine Beute öffnen, ich achte auch auf Nachttemperaturen.

Was ich mir gar nicht vorstellen kann, Oxalsäure ins Flugloch bei 3 Grad zu verdampfen, der Imker
im Schutzanzug mit Atemmaske und allem, was dazugehört.
Oder gar Völker im Winter aufzumachen, um zu träufeln......

Da fängt bei mir der Insektenschutz an, denn das geht gar nicht.
Lieber paar Verluste und widerstandsfähigere Völker.

Hab ich vielleicht schon mal geschrieben, >die 2/3 zu 1/3 Technik<.

2/3 der Völker in diesem Jahr zur Honiggewinnung, das andere Drittel mit Milchsäurebehandlung
milbenfrei und schwarmfähig machen. Und gesunden lassen, bauen lassen, schwärmen lassen oder
den Schwarm vorwegnehmen. Nächstes Jahr sind andere Völker dran. Eine Art 2-Felder-Wirtschaft für Bienen;-))
Ich halte es so, bei nur 9 Völkern ernte ich von 6 Völkern auf diese Weise ca. 300 Pfund. Das reicht auch.
Dazu habe ich neue Völker bezw. einen gesunden Stamm, der ausruhen konnte.

Es zahlt sich für mich aus, nicht so profitorientiert (honiggeil) zu sein, paar Milben zu akzeptieren und
auf allgemeine Gesundheit der Völker zu setzen.
Das nutzt auch der Entwicklung einer regionalen, widerstandsfähigen Biene.

Ich verstehe nicht, warum viele Imker sich scheuen, mehr Milchsäure 15%, einzusetzen.;-))?
Ist doch ein Lebensmittel- warum nicht zur Weidenblüte einsetzen? Zur "Restentmilbung" vor der Honigraumgabe.

Das wird sich nicht im Honig wiederfinden.
Ist nur ein Gedanke,
beste Grüße, Bienenbewahrer Udo

heuwender
07.01.2013, 20:31
Ich setze sehr gerne Milchsäure ein bei Völkern, die nicht der Honiggewinnung dienen und die ausnahmslos brutfrei sind. Sonst ist die Belastung der Bienen,die zugegeben eine der Vertretbarsten ist derzeit, nicht gerechtfertigt, weil 80% der Milben in der Brut unerreichbar sind.

Wenn du vor der Honigernte behandelst, ruinierst du möglicherweise den Ruf nicht nur deines Honigs. Denk nicht nur an die Bienen, denk auch an die Imker!
Mein Meister sagte immer: Wer im Frühjahr behandelt, hat im vorhergehenden Jahr gepennt.

Kollegiale Grüße.

Salsa
07.01.2013, 21:10
Hallo Nils,

du kennst mich ja mittlerweile (online) und ich zähle noch fast jede Milbe. Bis jetzt habe ich nur ein Volk verloren und die Milbe war schuld dran.
Ich schäme mich nicht hier zuzugeben, dass ich einer von denen, dessen Ziel ist die Milbe auf minimal zu halten und dass eine Winterbehandlung bei mir unverzichtbar ist, selbst bei Völkern, bei denen weniger als eine Milbe pro Tag natürlich fallen würde.
Meine Milbenzählungen oben (die war 4 Tage nach der Behandlung, danach sind etwa noch halb so viel Milben gefallen und es fallen immer noch welche) zeigen mir eindeutig, dass manche Völker, bei denen über mehr als zwei Wochen keine einzige Milbe runterfällt, doch über 50 Milben mit sich in das neue Jahr schleppen.
Da hört meine Milbentoleranz und meine erwünschte Selektion auf Milbentoleranz auf! Warum?
a) diese Völker gehen ohne Behandlung irgendwann ein, wenn nicht im Spätsommer dann kurz danach und verteilen die Milben überall.
b) Und das ist das Knackpunkt! Was ist bitte eine Selektion auf Varroatoleranz bei unter 100 Völkern wert? Wir kämpfen gegen ein Problem mit meheren Faktoren, die wir kaum kontrollieren können. Einfach zu sagen, diese Völker sind toleranter gegen die Milben, nur weil sie überlebt haben ist für mich nur Augenwischerei!
Das ist ungefähr so, als wenn ich behaupten würde, ich habe säuretolerante Bienen, weil ich letztes Jahr zweimal im Dezember mit OS geträufelt habe und die Völker haben das nicht nur überlebt, sondern waren unter den stärkesten Völkern un dhaben Ende April schön geschwärmt.
Ich will niemanden den Traum auf milbentolerante Bienen verderben, aber denkt bitte dran, dass es viele Faktoren eine Rolle spielen, wenn Völker trotz Milben überleben und diese Faktoren sind mindestens von uns kleinen Imkern nicht einfach zu bestimmen. Was ist, wenn wir die falsche Biene selektieren, nur weil wir dabei denken, die wäre milbentolerant, aber in der Tat andere Faktoren der Grund zur Überlebung dieser Biene waren!
Ich persönlich möchte meine Größe bei unter 20 Völkern nicht überschätzen und überlasse gerne die Selektionsaufgabe größeren Züchter und Imkern, deren Vergleiche mit über 100 Völkern aussagekräftiger als meine Völkerzahl das erlauben würde. Bei meiner Völkerzahl sind die Ergebnisse als Zufälle zu betrachten und nicht als Erfolg meiner Selektionsmethode und so sehe ich das auch bei anderen kleinen Imkeren.
Es gibt einfachere Eigenschaften, die ich als kleiner Imker selektieren kann, z.B. Sanftmut oder auch Schwarmträgheit etc. Die großen komplizierten Aufgaben, wie Varroatoleranz überlasse ich lieber größeren Züchter oder Wissenschaftler, die kontrolliert das prüfen können ( Ausschluss von Reinvasion, Pstiziden, und ander Faktoren, die ich nie auschließen kann!).
Völker an der Varroa eingehen zu lassen finde ich nicht als Versuch berichtigt, da mich die Rückschlüsse durch solche Versuche nicht weiter bringen. Ich habe bei meinen Nachbarimkern und -Bienen ein gutes Gewissen!

LG Salsa, der noch nie von einem Imker in Deutschland gehört hat, der über 5 Jahre ohne Behandlung auskommt!

Sebastian
08.01.2013, 09:27
Servus Salsa,


Das ist ungefähr so, als wenn ich behaupten würde, ich habe säuretolerante Bienendas ist aber der Fall. In dem Moment, wo Du die Umweltbedingungen Deiner Bienen änderst, stellst du damit auch Selektionskriterien auf. Dabei ist es unerheblich, ob du Völker, die keinen Honig bringen umweiselst oder Dich von Königinnen trennst, die dem Varroa- oder OS-Druck nicht ausreichend standhalten. Der Selektion entkommst Du nicht, daher ist Deine Unterscheidung zwischen Selektion auf Sanftmut, Leistung,... einerseits und Varroatoleranz andererseits nicht ganz zutreffend.

Wir selektieren immer eine Biene, die mit dem von uns gewählten Behandlungsschema und dem sich daraus ergebenden Varroadruck zurecht kommt. Da vor allem die Säuren und ätherischen Öle auch in erheblichem Maß die Bienen schädigen, kommst Du dem Zielkonflikt hier nicht aus. Was jeder Einzelne entscheiden kann ist, welches Behandlungsschema er wählt und wie scharf er selektieren möchte. Daraus ergibt sich, wieviele Leistungsminderung bzw. Ausfälle er toleriert.

lg,
Sebastian

BienenBewahrer
08.01.2013, 21:26
Ich setze sehr gerne Milchsäure ein bei Völkern, die nicht der Honiggewinnung dienen und die ausnahmslos brutfrei sind. Sonst ist die Belastung der Bienen,die zugegeben eine der Vertretbarsten ist derzeit, nicht gerechtfertigt, weil 80% der Milben in der Brut unerreichbar sind.

Wenn du vor der Honigernte behandelst, ruinierst du möglicherweise den Ruf nicht nur deines Honigs. Denk nicht nur an die Bienen, denk auch an die Imker!
Mein Meister sagte immer: Wer im Frühjahr behandelt, hat im vorhergehenden Jahr gepennt.

Kollegiale Grüße.

Hallo, Jens,
der Satz deines Meisters trifft den Punkt. Ich denke auch so, sinne aber über Alternativen nach, wie
eben der Milchsäurebehandlung im Frühjahr. Natürlich betrifft es nur die aufsitzenden Bienen.
Das ist ja der Hintergedanke dabei.

MILCHSÄURE 15 %.........

Was ich gerne provozieren will, wer bestimmt die Anwendung, wer hat es warum verordnet oder verboten?
Wer bestimmt das? Weiß das einer genau? Gibt es vielleicht noch unveröffentlichte neue Erkenntnisse,
oder werden die anderen zahlreichen Mittel protegiert, weil sie mehr Gewinn bringen?
Milchsäure ist sehr preiswert, man wird sie nicht im Honig wiederfinden, ist ein Lebensmittel.

Die chemischen Behandlungsmittel, dazu zähle ich auch auf Thymol beruhenden Mittel und die
vom Bayer-Konzern, irgendwie auch alle Säuren sind ein Zwischending.......ist nicht richtig

Ich sehe mich als Imker in Not, da mir nicht richtig geholfen wird. Und wenn, da nur mit enormen Kosten
verbunden, was wiederum die Erneuerung der Völker und Zukauf von Königinnen vorantreibt.
Das kann doch nicht der Weg in eine Bienenhaltung sein, die jedermann betreiben können sollte.
Das ist ein Rückschritt in Abhängigkeiten.
Welch Imker kann seine Kosten decken mit 5 Euro pro Pfund?

Wir können kaum noch selber züchten, da alles überzüchtet, welche Chancen haben die freien wilden Imker noch?
Die Aussenseiter, die die Biene bewahren wollen????

Tschuldigung, Jens, ich habe auf deinem Rücken geschrieben. Danke dafür.

Beste Grüße, Udo, der Bienenbewahrer

Salsa
08.01.2013, 21:38
Der Selektion entkommst Du nicht, daher ist Deine Unterscheidung zwischen Selektion auf Sanftmut, Leistung,... einerseits und Varroatoleranz andererseits nicht ganz zutreffend.

Hallo Sebastian,

ich meinte mit meiner Unterscheidung und "einfacher Selektion" nicht das Erreichen meines gewünschten Selektionsergebnisses, sondern die einfache Bestimmung der Kriterien!
Z.B. kann ich auch als kleiner Imker ganz gut feststellen, welche Biene aggressiv ist und kann die Kö umweiseln, wenn Sanftmut mein Selektionsziel wäre.
Aber wie soll ich als klein Imker feststellen, welches Volk varroatolenat ist? Wer von uns imkert auf einer Insel und hat die Möglichkeit seine Völker ohne Reinvasion zu halten oder andere Faktoren wie Pestizide etc auszuschließen, die zum Überleben der unbehandelten Völker ein Rolle spielen und die selektionsergebnisse arg verfälschen? Die meisten Völker mit der Varroa verenden zu lassen, nur um sagen zu könne, die überlebte Völker sind varroatoleranter als die andern, kann nicht stimmen, denn die Anzahl der Milben in einem Volk und seine Überlebschancen damit werden von mehreren Faktoren bestimmt, die ich nicht feststellen kann. Damit ich nicht nach falschen Kriterien selektiere, gebe ich dieses Selektionsziel bei meinen wenigen Völkern auf und überlasse ich es lieber anderen, die besser in der Lage sind "richtig" zu selektieren. Mir ist klar, dass jeder nach seinem Geschmack selektieren darf, ich finde nur dass durch "mehr Varroa zulassen" alleine, man das Ziel nicht erreicht.
Ich finde es toll, dass einige auf Varroatoleranz selektieren und stecke auch jede Hoffnung drin, dass irgendwann eine tolerante Biene ausselektiert wird. Ich hätte auch Interesse varroatolerante Belegstellen zu besuchen oder varroatolerante Kö zu kaufen. Ich habe nur was dagegen, wenn man seine 20 Völker nicht behandelt, die eigenen Völker und die Nachbarsvölker mit Milben beliefert, die meisten Völker sterben lassen und dann behaupten, er selektiert dadurch auf Varroatoleranz! Einfach mehr Milben zu lassen und schauen was überlebt reicht nicht, da übersieht man viele Faktoren und dadurch bekommt man keine tolerante Beinen. Dagegen kann ich meine 20 Völker leichter auf Sanftmut selektieren, weil ich die sanften von den aggressiven sehr leicht unterscheiden kann.

Es war nur meine jetzige persönliche Sicht und Antwort drauf, warum ich möglichst wenig Milben haben möchte, aber mir nicht um einen Wettbewerb geht, sondern um die Bienen.

Ist es eher die Behandlung, die wir den Bienen zumuten?
Werden die dadurch mehr krank als durch die Ursache? Und dann noch so penibel ausgeführt bis in
Wintermonate, wo Bienen eigentlich in der Traube ruhen sollten?
Ich lese immer viele Beiträge, die so klingen, als wäre es ein Wettbewerb, möglichst wenig Milben zu
haben. Das kann nicht der Weg sein.

LG Salsa

BienenBewahrer
08.01.2013, 21:59
Hallo Salsa und Sebastian,

ich glaube nicht, daß sich Imker mit vielen Völkern, die Mühe geben, nach Milbenkriterien auszusortieren.
Oder gar zu züchten.
Wenn sie züchten, dann auf Honigleistung und Schwarmträgheit und Sanftmut.

Mag sein daß es das ein odere andere Bieneninstitut sich an die Aufgabe wagt.
Großimker wollen Honig produzieren, wissenschaftliche Institute brauchen Gelder und Zuschüsse und
müssen nachweisen, wofür sie das Geld benötigen. (Vorreiter Uni Würzburg-googeln)

Der normale Haus- und Hofimker ist gefragt und sucht den Rat.

Meine Zuchtgedanken sind Varroatoleranz, gute Gesundheit auf Naturwaben, Erneuerbarmöglichkeit
durch Teilung (Sexualtrieb erhalten) also schwärmen, Teilhabe am Ökosystem "Bien" durch Drohnen.
Königin nicht auf Leistung pumpen bis zum Umfallen.
Und stechen dürfen meine Bienen schon ein bißchen, so erlebe ich ihre Vitalität, ihre Wehrhaftigkeit.

Nein, 50 Milben sind ein Witz, da lohnt es nicht, die Bienen zu quälen, der Schaden an ihrer
eigenen Immunität ist viel höher. Sie verlieren das Vertrauen in den Imker und reagieren nur noch
sehr mechanisch. Klar, sie funktionieren.;-)) Wie ein neurotischer Hund, der den Schwanz einkneift.
Ich weiß, glaubt mir keiner.

Nicht zuletzt; sich wohlfühlende Völker sind weniger krankheitsanfällig, mit Milbe< und bringen mir immer
genug Honig rein, in einer Qualität, die mir bis zu 10 Euro brachte. Pro Pfund.

Es geht auch anders, gerade bei den Kleinimkern kann vieles passieren.
Beste Grüße, Udo der Bienenbewahrer

Marcel
08.01.2013, 22:25
Nein, bei Kleinimkern wird sich keine Chance auftun resistente Bienen zu zuechten.
Da benoetigt man hunderte Voelker und kuenstliche Besamung und trotzdem gelingt es uns noch nicht.

Resistent werden die Bienen sowiedo nicht, es reicht dass sie ohne Behandlung im Einklang mit der Milbe leben koennen( apis cerana)
Lg

waldundwiese
09.01.2013, 20:08
Nein, bei Kleinimkern wird sich keine Chance auftun resistente Bienen zu zuechten.
Es ist eine Frage des guten Beobachtens und natürlich des Glücks (so wahrscheinlich, wie das Lotto-Glück!).


Da benoetigt man hunderte Voelker und kuenstliche Besamung und trotzdem gelingt es uns noch nicht.
Die künstliche Besamung bräuchte man nicht unbedingt. Allerdings eine große Ausgangspopulation an Völkern.

Ich hatte diesbezüglich vor wenigen Jahren mal einen Vorschlag gemacht. Bin aber als Phantast hingestellt worden. :(
Trotzdem: Wenn es eine genetisch determinierte Varroa-Resistenz (oder -toleranz) geben sollte (und die Berichten von resistenten Völkern deuten darauf hin!), sollte es möglich sein, in absehbare Zeit, solche Völker zu selektieren:

Man nehme mindestens 1000 Völker (es dürfen auch sehr viel mehr sein!), bringe sie in ein Gebiet mit gutem Nektar- und Pollenangebot (ein Truppenübungsplatz?), stelle sie so auf, dass sie maximal so weit auseinander stehen, dass sich die Geschlechtstiere noch treffen können (wichtig!!!) und machen von diesen Völkern mindestens jeweils 10 Ableger (oder Kunstschwärme etc. ) Jedenfalls sollen die dann 10.000 Königinnen von den Drohnen der Tausend Völker begattet werden können.
Danach darf man die Tausend "Muttervölker" samt "Töchtervölker" wieder auf die Heimatstände verfrachten und die "Muttervölker" mit den üblichen Varroa-Mitteln behandeln. Die "Töchtervölker" dürfen NICHT behandelt werden. Und alle Töchtervölker, die das erste Jahr überleben (man kann auch 2 Jahre warten, um eine schärfere Selektion zu haben!), kommen wieder zusammen auf den Ausgangsplatz (man kann sie auch da stehen lassen) und macht wieder Ableger (oder Zucht oder Kunstschwärme etc.), jedenfalls sollten es wieder pro Volk etwa 5-10 Ableger sein. Diese Völker dürfen alle NICHT gegen die Varroa behandelt werden.
Im nächsten bzw. übernächsten Jahr (ich würde ein Intervall von 2 Jahren bevorzugen), dasselbe Spiel wieder von vorn.
Es werden garantiert 99,99xxx% aller Völker an der Milbe eingehen. Aber die wenigen Völker, die überleben, sind der Grundstock für eine varroa-resistente Biene.

Wichtig ist, dass die Ausgangspopulation genetisch sehr heterogen ist. Also alles, was es an Züchtungen und Wildpopulationen gibt, gehört in diesen Versuch eingeschlossen.

Wenn sich 100 Imker einig wären (ist das möglich?) und in einem Jahr jeweils 10 Völker für den Versuch bereitstellen würden und auch die Arbeit mit der Vermehrung auf sich nehmen würden, wäre der Anfang gemacht. Danach wird die Arbeit sehr viel weniger ....

Es ist Winter... man sollte mal drüber nachdenken ....

Alpenimker
10.01.2013, 10:49
Also weißt du, lieber WaldundWiese,

grundsätzlich gibt es dagegen auch gar nichts zu sagen. Ideen sind super und bei den Bienen haben wir halt das Problem der Flugkreise und dass deshalb einer alleine machtlos ist, aber mir wäre schon viel lieber, wenn endlich ein heller Kopf- und selbst wenn er von der Firma Bayer kommt, etwas wirkungsvolles, halbwegs im Einklang mit der Natur, erfindet, damit wir die Milbe loswerden.

Und ich möchte dir auch sagen warum:

Damals als Epidemien, wie z.B. die Pest, über die Landschaften fegten und ganze Länder ausrotteten, hätte man es so machen können wie du vorschlägst: 99,9 Prozent der Menscheit opfern um für die stärksten 0,1 % eine neue Welt zu basteln, oder aber man hätte einfach Antibiotika erfinden können.

Ich schon verdammt froh, dass es intelligente Leute für die zweite Variante gab.

In Bezug auf Bienen kann ich mich für die erste Variante nicht begeistern, weil mir selbst mein Nachbar nichts zeigt, also kann ich mich nicht auf die Zusammenarbeit mit anderen Imkern verlassen.
Für die zweite Variante bin ich selbst zu dumm, also muss ich warten bis endlich einer was erfindet.
So halte ich mich an vernünftige Konzepte- umso einfacher- umso besser...

waldundwiese
10.01.2013, 19:39
Also weißt du, lieber WaldundWiese,

... ja, ich weiß.....

Es ist eine Idee, geboren aus der Notwendigkeit, endlich der Varroa den Schrecken zu nehmen und andererseits meinen beruflichen Erfahrungen (der Züchtung bei anderen Tieren).

Nein, mein Vorschlag soll Denkanstoß sein, mehr nicht. Dass ich deshalb als Phantast gelte, stört mich nicht. Irgendwann wird der Leidensdruck so groß sein, dass man auch in der Varroa-Bekämpfung rational zu denken anfängt oder die bisherigen Lösungsversuche fruchten vorher (was ich inzwischen sehr skeptisch sehe).

Wie gesagt: Nur ein Vorschlag zum Durchdenken!

Und um das Beispiel der Pest aufzunehmen: Bessere Hygiene und gnadenlose Verfolgung von Ratten und Mäusen hat auch geholfen, ohne Antibiotika.

kuttel
10.01.2013, 20:36
Man nehme mindestens 1000 Völker (es dürfen auch sehr viel mehr sein!), bringe sie in ein Gebiet mit gutem Nektar- und Pollenangebot (ein Truppenübungsplatz?), stelle sie so auf, dass sie maximal so weit auseinander stehen, dass sich die Geschlechtstiere noch treffen können (wichtig!!!) und machen von diesen Völkern mindestens jeweils 10 Ableger (oder Kunstschwärme etc. ) Jedenfalls sollen die dann 10.000 Königinnen von den Drohnen der Tausend Völker begattet werden können.

Hallo Waldund wiese,
das ist aus meiner Sicht schon eine richtige Idee, aber wohl in Deutschland von den ungeeigneten Platzverhältnissen nicht zu verwirklichen. Ich weiss jetzt nicht genau welche Ausmasse andere Truppenübungsplätze haben aber wenn ich unseren hier nehme dann ist er zwar lang aber nicht so breit wie Du es als notwendig schilderst. Dabei wäre das ja, wenn ich Dich richtig verstanden habe im ersten Jahr noch egal aber in den folgenden eben nicht mehr.

waldundwiese
11.01.2013, 09:59
...., aber wohl in Deutschland von den ungeeigneten Platzverhältnissen nicht zu verwirklichen. ...im ersten Jahr noch egal aber in den folgenden eben nicht mehr.
Ob es geeignete Plätze gibt, die auch genutzt werden können, weiß ich nicht. Ich kenne einige (ehemalige) Truppenübungsplätze, die nach meinem Dafürhaltern prizipiell geeignet wären. Bloß: Wer würde mitmachen? Von den Imkern, den Verbänden, der Verwaltung (Forst bzw. Militär). Da habe ich meine starken Zweifel.
Im Land der Bedenkenträger und Jammerer wird soetwas sowieso nicht werden.....

Und nach dem ersten (bzw. Anfang des 2. Jahres) würde ja die Mehrzahl der Völker sowieso von der Varroa hinweg gerafft, d.h. in den Folgejahren wird es nur noch sehr wenige Völker geben, die leben. Von diesen wenigen Völkern muss man nachziehen und die Königinnen auch genau dort begatten lassen, damit das Merkmal "Varroa-Toleranz" erhalten bleibt.

Es ist soetwas, wie eine überdimensionierte "Varroa-Toleranz-Belegstelle", nur dass die Drohnenvölker nicht vorher selektiert werden, sondern absichtlich unselektiert sind. Denn Hand auf's Herz: Wer weiß denn schon heute, was wirklich für die Ausprägung von "Varroa-Toleranz" gebraucht wird?

Aber wie gesagt: Es ist ein Vorschlag, über den man nachdenken sollte, mehr nicht! Und im Winter hat man Zeit zum Nachdenken und Pläne schmieden.

Beehouser
03.11.2017, 13:09
Um die Anfangsfrage wieder aufzunehmen... die Winterbehandlung ist im Jahre 2017 NICHT mehr verzichtbar!!!

Gebirgsimker84
04.11.2017, 08:39
Bin da ganz deiner Meinung !!!

daniel.84
04.11.2017, 12:38
Ich bin auch der Meinung das die Winterbehandlung immer wichtiger wird. Selbst Versuche ich die Völker so gut als möglich Milbenfrei zu bekommen, durch mehrmaligen verdampfen der Oxalsäure in der Brut freien Zeit.

Es gibt in unserem Verein Mitglieder die keine Winterbehandlung und auch keine biotechnischen Maßnahmen, Drohnenbrut schneiden bzw. Ablegerbildung, durchführen.

Da schaffen es die Völker teilweise nicht mal bis zur Hauptentmilbung ende Juli.

Lg Daniel

Spessartbiene
04.11.2017, 13:50
Moin,

verzichtbar ist die Winterbehandlung, der Verzicht ist aber nicht zu empfehlen.
Die Völker müssten dann so früh im Folgejahr behandelt werden, dass dies massiv auf den Honigertrag geht.

Und an die "mir geht's nicht um den Honig, ich belästige die Bienen nicht"-Fraktion: Ohne Kontrolle wären solche Völker dem Tode geweiht.
75% der Insekten sind offensichtlich die letzten 30 Jahre verschwunden. Bei den Bienen ist es nicht so dramatisch WEIL wir Imker dem entgegen wirken.

Gruß,
Hermann