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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gelbe Wiese - was ist hier passiert?



Nils
15.11.2012, 15:58
Ich bin schockiert.
Eine bis dato grüne Wiese ist nun plötzlich gelb.
Was hat der Bauer da gemacht? Unkrautvernichter draufgesprüht?

Warum macht man sowas? Ich bin fassungslos....

Will er nächstes Jahr Raps anbauen, der dann das (vermutliche) Glyphosat wieder aus dem Boden holt und meinen Bienen als Nektar verkauft? Leckere Neonicotinoide für mein Volk?

Die Wiese befindet sich 2,4 km Luftlinie von meinen Bienen entfernt. Ich kann nur hoffen, daß sie nächstes Jahr was besseres finden und nicht dort hin fliegen. Immerhin liegt das ganze Dorf dazwischen.

Ich begreife es nicht! Wie blöd muß man sein um sowas zu machen?

Nils
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the czar
15.11.2012, 16:32
Vielleicht wird es ein Maisfeld

Fotograf
15.11.2012, 16:53
Das schaut aus als ob der Bauer Jauche auf die Wiese ausgebracht hat. Da bei trockenen Wetter und Sonnenschein,
wird das Gras durch die Jauche verbrannt, zumindest schaut es auf den Bildern so aus. Daher bringen die meisten
Bauern die Jauche bei Regenwetter aus, da die Jauche bei Regen verdünnt in den Boden gelangt, und nicht mehr so scharf ist.

cornelius
15.11.2012, 17:22
Da was auf den Bildern zu sehen ist, ist leider Standart in Sachen Bodenbewirtschaftung! Hier wurde die Wiese wahrscheinlich mit einem Pestizid/ Herbizid berieselt, um diese dann später umzubrechen und um diese Fläche dann später mit Mais oder anderen landwirtschaftlichen Kulturen zu bewirtschaften. Wetten?

Selbst wenn dies aber nicht passiert ist, so verstößt der betreffende Landwirt gegen EU- Regelungen, welche die Gülleausbringung nur zu Vegetationszeiten, bei gleichzeitigen und unverzüglichen einarbeiten der Gülle, gestattet. ( Innerhalb von vier Stunden!)
Dieser Link bezieht sich auf die Gülleausbringung in Bayern: http://www.alf-pk.bayern.de/pflanzenbau/22530/index.php (http://www.alf-pk.bayern.de/pflanzenbau/22530/index.php) Und ganz wichtig ein entsprechender Zeitungsartikel dazu:

http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Wenn-es-zum-Himmel-stinkt-id15962311.html

Je mehr ich darüber nachdenke und mir die Bilder zu Gemüte führe, so komme ich zu dem Schluß, dass das Feld mit einem Glyphosat, also einem Herbizid behandelt worden ist.

ImkerH
15.11.2012, 18:08
Hallo,
solche Bilder kenne ich nur, wenn der Landwirt eine Wiese zum Acker machen will. Dann sprüht er ein Unkraut-Vernichtungsmittel. Wenn das Gras usw. abgestorben ist, wird umgepflügt. Nächstes Jahr ist der Acker für die Saht dann „sauber“. Man erkennt dies an den scharfen Kanten und an der gleichmässigen Verteilung des Sprühgutes. Mit Gülle, dass kenne ich auch von hier, kriegt man das so nicht hin. Das ist dann eher fleckig, weil Gülle sich anhand der Feststoffanteile nicht so gleichmässig verteilen lässt, wäre aber dennoch denkbar. Du wirst es ja nächstes Jahr sehen, ob das Gras weiter genutzt wird oder ein Acker daraus wird.

Norbee81
15.11.2012, 18:12
Hallo!

Solche Bilder kann man seit 2 - 3 Jahren bei mir in der Gegend immer häufiger sehen (nicht um diese Zeit, da bei uns nach so einer Vorbehandlung zu 90% Mais gebaut wird). Jedes mal wenn ich das sehe bin ich wirklich deprimiert. Sogar die Feldraine werden so behandelt, damit sie nicht gemäht werden müssen!!

gartenmundl
15.11.2012, 18:40
Will er nächstes Jahr Raps anbauen, der dann das (vermutliche) Glyphosat wieder aus dem Boden holt und meinen Bienen als Nektar verkauft? Leckere Neonicotinoide für mein Volk?
...
Ich begreife es nicht! Wie blöd muß man sein um sowas zu machen?


Hallo Nils:

Ein paar Fakten zu deinem Gesagtem:

Raps sät man Mitte August, es wird defintiv ein Maisfeld und ja es wurde ein Herbizid, ein sog. Totalherbizid eingesetzt um die Grasnarbe abzutöten, bevor man ackert. Aber: Ein Herbizid enthält ganz sicher keine Neonics, bitte aufpassen.
Neonics sind eine bestimmte Wirkstoffgruppe bei den Insektiziden wie sie z.B. bei der Rapsglanzkäferbehandlung unter Umständen kurz vor der Rapsblüte zum Einsatz kommen oder als Beizmittel beim Mais gegen den Drahtwurm bei der Aussaat im Frühjahr. Dann kannst dir Gedanken machen um deine Bienen.....

Blöd ist dieser Landwirt bestimmt nicht, er wird seine Gründe haben warum er es so macht. Ein Landwirt steht im Zwiespalt zwischen Ökonomie und Ökologie und handelt hoffentlich nach "guter fachlicher Praxis". Ich bitte dies zu bedenken!

Grüße
Raimund

cornelius
15.11.2012, 19:24
gartenmundl schreibt u. a. :
unter Umständen kurz vor der Rapsblüte zum Einsatz kommen oder als Beizmittel beim Mais

Umweltschädliche Beizmittel werden nicht nur beim Mais angewendet.Diese Saatgutbeizung wird bei allen Feldfrüchten wie Raps, Getreide , Rüben usw. durchgeführt. Es gibt schlicht und einfach kaum ungebeiztes Saatgut im Landhandel. Diese Pflanzenschutz(gift)mittel (PSM) verteilen sich in der ganzen Pflanze und sind somit auch im Nektar und Pollen zu finden.

Was das für die Nutzinsekten und den Honig bedeutet mag sich jeder selber ausmalen! Aber darüber darf nicht diskutiert werden, weil das Imkerlein sich um seinen Honigabsatz sorgt.

Dazu kommt das nicht nur kurz vor der Rapsblüte Pestizide gespritzt werden, sondern das div. Pflanzenschutz(gift)mittel auch in die Vollblüte gespritzt werden, was mittlerweile zum Standard in der Landwirtschaft gehört.


Ein Landwirt steht im Zwiespalt zwischen Ökonomie und Ökologie und handelt hoffentlich nach "guter fachlicher Praxis". Ich bitte dies zu bedenken!

Das die Landwirte sich im Zwiespalt befinden, mag richtig sein. Nur was die " Gute fachliche Praxis " angeht, so wissen die wenigsten Landwirte was das bedeutet und wie diese umzusetzen ist. Wüßten sie oder hätten die Landwirte auch nur eine geringe Ahnung was die " Gute fachliche Praxis" ausmacht, so hätten wir keine verkorkste Umwelt mehr und die Pestizidhersteller wären Pleite.

gartenmundl
15.11.2012, 20:14
Es ist natürlich einfach den schwarzen Peter der Landwirtschaft zuzuschieben, nur ganz so einfach ist es eben nicht!


Wüßten sie oder hätten die Landwirte auch nur eine geringe Ahnung was die " Gute fachliche Praxis" ausmacht, so hätten wir keine verkorkste Umwelt

Wahrscheinlich sind wir beide Cornelius genauso mit dran schuld, wie jeder andere Verbraucher auch. Jeder sollte erstmal vor der eigenen Haustüre kehren.

Ein weiterer Punkt: Ja, Pestizide sind Gifte und ein Überbegriff für "Pflanzenschutzmittel".
Nur: ein Fungizid ist kein Insektizid und wird defacto anders auf deine Bienen Einfluss nehmen. Bitte nicht pauschalisieren!

Jeder gelernte Landwirt kann dir sagen, was mit "guter fachlicher Praxis" gemeint ist. Vielleicht meinst du etwas anderes damit, in der LW bedeutet es sinngemäß übersetzt: "So wenig wie möglich, so viel als nötig!"

Vielleicht ist dieser Grundsatz noch zuwenig in den Köpfen der Landwirte, mag sein. Wenn aber der Großteil dannach handelt, ist schon viel erreicht.

Eine konventionelle Landwirtschaft ohne chemischen Pflanzenschutz wird es so schnell nicht geben, aber vielleicht einen verantwortungs- und respektvollervoller Umgang zwischen Imkern und Landwirten?

Dazu braucht es aber noch massiv Aufklärungsarbeit auf beiden Seiten, ja auch in der Imkerschaft.

Mehr möchte ich eigentlich nicht dazu sagen!

Grüße
Raimund

Jena
15.11.2012, 20:46
Gute fachliche Praxis ist u.a. die wissenschaftlich immer wieder als unbedenklich für Bienen festgestellten Neonics nach den vom Hersteller/Gutachter als richtig erkannten Aplikationstechnologie auszubringen.

Jena

cornelius
15.11.2012, 21:10
Ein weiterer Punkt: Ja, Pestizide sind Gifte und ein Überbegriff für "Pflanzenschutzmittel".
Nur: ein Fungizid ist kein Insektizid und wird defacto anders auf deine Bienen Einfluss nehmen. Bitte nicht pauschalisieren!
Jeder gelernte Landwirt kann dir sagen, was mit "guter fachlicher Praxis" gemeint ist. Vielleicht meinst du etwas anderes damit, in der LW bedeutet es sinngemäß übersetzt: "So wenig wie möglich, so viel als nötig!"

Zu diesen Ausagen von gartenmundl ist folgendes zu bemeken:

Ob Insektizide oder Fungizide sie sind und bleiben Gifte und zerstören die Umwelt.

Die Landwirte oder nur einige wenige wissen wie die " Gute fachliche Praxis " anzuwenden ist und was das überhaupt bedeutet. In allen Landwirtschaftsschulen, in allen amtlichen landwirtschaftlichen Verlautbarungen, ob in den Behörden oder den Bauernverbänden, wird nur der Gifteinsatz gepredigt und nichts anderes. Von den vielen Marketingmaßnahmen der Giftmittelindustrie bei den Behörden, den Bauern, den Landwirtschafts- und Hochschulen und den Landvolk/ Bauernverbänden gar nicht erst zu schreiben. Ja bis hin zu den Politikern im Bund und den Ländern wird der Giftmitteleinsatz gefördert und Lobbyismus betrieben.

Von der " Guten fachlichen Praxis " ist weit und breit nichts zu spüren. Da wiederhole ich mich und behaupte: " Würde die " Gute fachliche Praxis " wie die EU dies fordert, umgesetzt, wären die Pestizidhersteller pleite und die Landwirte würden sich die Milliardenkosten für PSM ohne Ertragseinbußen ersparen.

Das dies funktioniert kann man hier nachlesen und die Empfehlung der " Guten fachlichen Praxis " im Wortlaut lesen. http://www.umweltbund.de/pflanzenbau.htmAuszug:
Gemäß der "guten fachlichen Praxis" ist eine Blattdüngung chemischen Pflanzenschutzmitteln vorzuziehen.
"Die Nährstoffversorgung der Pflanzen ist ausgewogen und bedarfsgerecht zu gestalten. ... .. dass der Befall durch
Schadorganismen nicht gefördert wird. "
"Sofern praktikable und umweltverträgliche nichtchemische
Abwehr- und Bekämpfungsverfahren zur Verfügung stehen, sind diese zu bevorzugen".

Und diese praktikablen Verfahren zur Abwehr und Bekämpfung von Schadorganismen ohne Pflanzenschutz(gift)mittel stehen jedem Landwirt zur Verfügung. Nur diese werden von den Lobbyisten der Pestizidindustrie verneint und in Bausch und Bogen verurteilt.
Wer sind diese Lobbyisten: http://fnl.de/fnl/organisation.html
Und der Deutsche Bauernvewrband ist führend in dieser Mafiaähnlichen Organisation FNL.

Imker2306
15.11.2012, 21:12
Ich würde an deiner Stelle einen Beutel voll von dem gelben Gras einschweißen und einfrieren. bei Bedarf kann dir das als Beweisprobe dienen falls deine Bienen Schaden nehmen( was Gott verhüten möge!) oder Rückstände im Honig nachweisbar sind. Glaube aber das du bei der Probenahme einen Zeugen dabei haben mußt. MfG

kuttel
15.11.2012, 21:25
Wahrscheinlich sind wir beide Cornelius genauso mit dran schuld, wie jeder andere Verbraucher auch. Jeder sollte erstmal vor der eigenen Haustüre kehren.
Das ist natürlich ein Argument, das jede Diskussion von vornherein eigentlich unmöglich macht und das ich in vielen Diskussionen immer wieder als Ausweg entgegengesetzt
bekomme. Was ist denn in diesem Fall Dein Kritikpunkt uns gegenüber ? Kaufverhalten ? Autofahren ?


Ein weiterer Punkt: Ja, Pestizide sind Gifte und ein Überbegriff für "Pflanzenschutzmittel".
Nur: ein Fungizid ist kein Insektizid und wird defacto anders auf deine Bienen Einfluss nehmen. Bitte nicht pauschalisieren!
Nein, pauschalisieren sollte man nicht, nur wenn man nicht nur auf die Bienen/Insekten sieht sondern vielleicht auch den Rahmen
etwas weiter zieht, dann sind beide Wirkungsgruppen ein Gift, das uns in der Zukunft noch sehr zu schaffen machen wird, Stichwort
Trinkwasser, PSM in Brot und Brötchen....


Jeder gelernte Landwirt kann dir sagen, was mit "guter fachlicher Praxis" gemeint ist. Vielleicht meinst du etwas anderes damit, in der LW bedeutet es sinngemäß übersetzt: "So wenig wie möglich, so viel als nötig!"
Ja ich kenne unter dem Begriff auch etwas anderes als Du. Bei mir gehört u.a. Fruchtfolge, Bodenpflege als Schwerpunkte dazu,
es erstaunt mich schon, dass Du ihn so stark reduzierst.


Vielleicht ist dieser Grundsatz noch zuwenig in den Köpfen der Landwirte, mag sein. Wenn aber der Großteil dannach handelt, ist schon viel erreicht.
Da hast Du durchaus Recht ! Nur, hast Du nicht auch den Eindruck, dass die Tendenz in die entgegengesetzte Richtung geht ?
Für mich ist das offensichtlich z.B. mit der deutlich zunehmenden Fruchtfolge: Mais, Mais, Mais....Ergebnis: Maiswurzelbohrer und mit dem
immer häufigeren Einsatz von RounUp, dafür weniger Bodenbearbeitung... und der Folge:von Mäuseplagen....und dann dem Ruf nach Gift !


Dazu braucht es aber noch massiv Aufklärungsarbeit auf beiden Seiten, ja auch in der Imkerschaft.

Das kaum überwindbare Hemmnis dabei ist, dass in der Diskussion immer geäussert wird: Der Weg ist richtig. Wer das anzweifelt
wird als "Bauernhasser" u.dgl. bezeichnet, ein Gedankenaustausch kommt erst gar nicht zustande. Ich sehe heutzutage durchaus
die Zwänge in denen ein Landwirt steckt. Nur müsste er aus meiner Sicht diesen Zwang auch sehen.
Landwirte, die die Entwicklung kritisch sehen, erlebe ich immer seltener und das obwohl unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen
hinreichende Beweise für eine Fehlentwicklung liefern.
Ein gravierendes Beispiel ist auch die Gen-Manipulation in der Pflanzenzüchtung. Eigentlich müssten die Bauern dagegen Sturm laufen,
denn ihre Abhängigkeit wird rasant zunehmen, die Verdienstmöglichkeiten aber sicher nicht.
Was erleben wir aber ?

kuttel
15.11.2012, 21:32
Ein Nachsatz muss ich noch anführen.
Es wäre gut, wenn wir auch trotz unterschiedlicher Meinungen weiter darüber diskutieren könnten, Du solltest Dich also
trotz gegenteiliger Antworten nicht eingekreist fühlen.

gartenmundl
15.11.2012, 21:33
In allen Landwirtschaftsschulen, in allen amtlichen landwirtschaftlichen Verlautbarungen, ob in den Behörden oder den Bauernverbänden, wird nur der Gifteinsatz gepredigt und nichts anderes.

Diese Aussage ist schlichtweg falsch!
Cornelius, ich schätze deine Beiträge hier im Forum sehr, nur jetzt sind wir wieder mal bei reiner "Schwarz-Weißmalerei" gelandet.
Mehr Objektivität täte gut.


Hartmut, "gute fachliche Praxis" bezieht natürlich Fruchtfolge, Boden etc mit ein. In Bezug auf den chemischen Pflanzenschutz trifft es meine "Übersetzung" allerdings ganz gut, oder etwa nicht?


Landwirte, die die Entwicklung kritisch sehen, erlebe ich immer seltener und das obwohl unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen
hinreichende Beweise für eine Fehlentwicklung liefern.
Ein gravierendes Beispiel ist auch die Gen-Manipulation in der Pflanzenzüchtung. Eigentlich müssten die Bauern dagegen Sturm laufen,
denn ihre Abhängigkeit wird rasant zunehmen, die Verdienstmöglichkeiten aber sicher nicht.
Was erleben wir aber ?

Dann erleben wir wirklich unterschiedliche Dinge. Ich lebe in einem gentechnikfreien Landkreis und dies ist unter anderem dem Engagement von Landwirten zu verdanken.

Freundlichst
Raimund

Malte Niemeyer
15.11.2012, 21:56
Hallo,

das ist doch heutzutage ganz normal. Weltweit werden Millionen Hektar Land mit Chemikalien besprüht um entweder alles Leben, nur alle Insekten oder alles ausser die Kultur zu töten.

Man sieht es nur dann wenn per Total- oder Breitbandherbiziden die Graßnarbe oder Wildwuchs abgetötet werden. (wie bei deinen paar Quadratmetern Wiese.)

Alle (bis auf Bio) Flächen werden einmal komplett abgetötet und wenn die Kultur steht nocheinmal mit einemmal mit schmalbandherbiziden der Durchwuchs der Vorkultur und die Beikräuter abgetötet. Darüber hinaus wird dann noch gegen allerlei Insekten Chemie versprüht.

Um Bienenvergiftungen würd ich mir derzeit wenig Gedanken machen, wichtiger ist jetzt, das ihr ne vernünftige Winterbehandlung durchführt und genug Futter da ist.

Mfg Malte Niemeyer

kuttel
15.11.2012, 21:59
Hartmut, "gute fachliche Praxis" bezieht natürlich Fruchtfolge, Boden etc mit ein.
Soweit - so gut. Die Frage die Du dann beantworten musst ist aber dann, ob Du nicht siehst, dass in
diesen Bereichen eine Entwicklung zu erkennen ist, die von der "guten Praxis" weg führt !?


In Bezug auf den chemischen Pflanzenschutz trifft es meine "Übersetzung" allerdings ganz gut, oder etwa nicht?
Die "übersetzung" trifft sehr wohl zu, nur ist wieder die Frage, wie Du die Einhaltung dieses Grundsatzes beurteilst.
Beim Einsatz besonders von Rounup aber auch bei anderen Mitteln ist der Entscheidungsgrund erst einmal nicht der,
der im Grundsatz zu finden ist, sondern die Frage: was ist kostengünstiger oder konkreter : wieviel Arbeitskräfte und wieviel
Diesel spare ich gegenüber einer tiefgründigeren Bodenbearbeitung ein?


Dann erleben wir wirklich unterschiedliche Dinge. Ich lebe in einem gentechnikfreien Landkreis und dies ist unter anderem dem Engagement von Landwirten zu verdanken.

Dann kann ich Dich nur beneiden ! Bei uns ist der Antrag gescheitert ! Und braune Wiesen und Felder (so wie in der Eröffnungmail) sehe ich hier massenhaft !

the czar
15.11.2012, 22:03
Nur: ein Fungizid ist kein Insektizid und wird defacto anders auf deine Bienen Einfluss nehmen. Bitte nicht pauschalisieren!



Hallo Raimund,
so ähnlich argumentieren fast alle Landwirte. Man fügt dann im Gespräch eventuell noch hinzu, es ist doch nur ein Fungizid, die sind alle ganz harmlos...
So oder so ähnlich bekommen sie es auch von den Vertretern der PSM-Hersteller und auch von den Pflanzenschutzämter immer wieder vorgebetet. Man brauch sich ja nur mal die Mühe machen und sich beim Amt als Landwirt ausgeben oder beim Amt anschauen, welche Werbeprospekte da rumliegen.
Und die jahrelange "Kopfwäsche" wirkt, denn kaum ein Landwirt stellt die Wirkung der Insektizide und noch weniger die Fungizide in Bezug auf Nichtzielorganismen in Frage.
ALLE PSM-Mittel schaden den Bienen und hier können wir ruhig, wie du so schön sagst, pauschalisieren.
Du irrst gewaltig, wenn du glaubst, die Fungizide seien harmlos.
Die Bienen müssen ihren Pollen fermentieren, was durch die Wirkung der Fungizide gestört wird. Die Herbizide zerstören die Vielfalt und über die Insektizide müssen wir glaube ich hier nicht mehr reden.
Wenn die Bienen auch nicht sofort sterben, so haben doch alle drei Kategorien neg. Einfluss auf das Immunsystem, welches die Bienen vor Krankheiten und Schädlingen schützen soll und da fällt mir gleich Varroa ein.
Gruß Peter

fuego
15.11.2012, 22:54
Hallo liebe Freunde !!

Wer von euch lebt denn BIO ???
Wer von euch kauft ausschließlich BIO ???
Nur von solchen Leuten können Biobauern leben !!!
Da aber nur ein geringer Prozentsatz von Verbrauchern regelmäßig bio- verwendet gibt es nicht mehr Biobauern !!
Alle anderen Bauern müssen sich dem Markt stellen und da gibt es keine Alternative zur Chemie.
Bitte nicht eure Bienen mit billigem konventionellem Zucker überwinter bringen und dann über die bösen, spritzenden Rübenbauern schimpfen!!
Jeder von euch der Kunststoffe aus Erdöl verwendet,
der keine Biolebensmittel verbraucht,
seine Bienen nicht mit Biozucker füttert,
bequem mit dem Auto fährt,
eventuell noch in einem Chemiebetrieb sein Geld verdient,
täglich mit dem Auto unterwegs ist,
hat kein Recht über Bauern zu urteilen ( verurteilen) die moderne Landwirtschaft betreiben!!!

PS. bin selbst Biowinzer ziehe aber nicht so über meine Kollegen her.

Der wilde Gärtner
16.11.2012, 06:24
Hallo,

das ist doch heutzutage ganz normal. Weltweit werden Millionen Hektar Land mit Chemikalien besprüht um entweder alles Leben, nur alle Insekten oder alles ausser die Kultur zu töten.

Mfg Malte Niemeyer

Lieber Malte,

das ist üblich, aber deswegen noch lange nicht normal!

Lieber Grüße
Werner

Der wilde Gärtner
16.11.2012, 06:30
Hallo liebe Freunde !!

Wer von euch lebt denn BIO ???
Wer von euch kauft ausschließlich BIO ???
Nur von solchen Leuten können Biobauern leben !!!
Da aber nur ein geringer Prozentsatz von Verbrauchern regelmäßig bio- verwendet gibt es nicht mehr Biobauern !!
Alle anderen Bauern müssen sich dem Markt stellen und da gibt es keine Alternative zur Chemie.
Bitte nicht eure Bienen mit billigem konventionellem Zucker überwinter bringen und dann über die bösen, spritzenden Rübenbauern schimpfen!!
Jeder von euch der Kunststoffe aus Erdöl verwendet,
der keine Biolebensmittel verbraucht,
seine Bienen nicht mit Biozucker füttert,
bequem mit dem Auto fährt,
eventuell noch in einem Chemiebetrieb sein Geld verdient,
täglich mit dem Auto unterwegs ist,
hat kein Recht über Bauern zu urteilen ( verurteilen) die moderne Landwirtschaft betreiben!!!

PS. bin selbst Biowinzer ziehe aber nicht so über meine Kollegen her.

Hallo lieber Freund,

Das ist aber schon wieder sehr schwarz - weiß!

Jeder der zu einem guten Teil Bio kauft, Kunsstoffe reduziert und beim Autofahren nachdenkt tut auch Gutes für die Umwelt.
Wenn man das dann auch noch verbreitet und Aufklärungsarbeit betreibt wirds noch besser.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt!
Gut ist es dann, wenn Bio normal ist und alles andere unkonventionell.

Liebe Grüße
Werner

cornelius
16.11.2012, 07:59
Zitat von fuego :
Alle anderen Bauern müssen sich dem Markt stellen und da gibt es keine Alternative zur Chemie.


Da ist sie wieder , die völlige Ahnungslosigkeit! Oder ist da die Gehirnwäsche der Pestizidhersteller, den damit verbundenen Behörden, berufständigen Vereinen, den Politikern etc., erfolgreich gewesen? Oder ist der oben zitierte Satz nur pures Verdrängen der Wirlichkeit?

Alternativen zur Chemie in der Landwirtschaft gibt es massenhaft, man muß nur seinen Verstand, sofern vorhanden, gebrauchen und die " Gute fachliche Praxis " auch tatsächlich verinnerlichen und anwenden!
Zum Beispiel siehe hier: http://www.umweltbund.de/ oder die als Beispiel können auch die vielen Biobetriebe dienen, welche sich redlich um eine bessere Umwelt bemühen.

the czar
16.11.2012, 08:28
hat kein Recht über Bauern zu urteilen ( verurteilen) die moderne Landwirtschaft betreiben!!!

PS. bin selbst Biowinzer ziehe aber nicht so über meine Kollegen her.

Wenn angenommen, die Qualität deines Weines spürbar unter irgendwelchen "Mitteln" anderer leidet, würdest du dann immer noch alles verharmlosen? Glaubst du wirklich, dass ALLE Imker die sich besorgt über Menge und Art der PSM äußern sind Spinner?
Eigentlich feht bei deinen Argumenten nur noch, dass die Bauern zur Ertragssteigerung für die Ernährung der Weltbevölkerung auf PSM nicht verzichten können. Denk nur mal an die enormen Flächen Raps und Mais zur Energieerzeugung.
Die meisten Imker ziehen nicht über die Bauern her, müssen doch aber das Recht haben sagen zu dürfen, dass durch die moderne Landwirtschaft Millionen Nichtzielorganismen (darunter auch Bienen, Hummeln, Vögel wie Rebhühner...) verdrängt, geschädigt oder getötet werden, gerade dann, wenn dadurch sogar die eigene Existenz gefährdet ist. Wir können doch nicht nur Rücksicht auf den Bauern nehmen, und alle anderen über die Klinge springen lassen.
Der Bauer hat nun mal eine besondere Verantwortung nicht nur gegenüber dem Verbraucher, sondern auch gegenüber der Natur. Stell dir vor, dein Arzt, der auch eine besondere Verantwortung gegenüber den Patienten hat, verabreichte dir oder deinen Kindern falsche Medikamente oder solche die schon häufig von anderen kritisiert wurden auch wenn die Mittel eine Zulassung für den Menschen haben, der wandert unter Umständen vors Gericht.
Eigenlich will ich damit nur sagen, die Bauern sollten schon auch ein wenig kritikfähig sein, immerhin müssen wir Imker uns auch ständig Unfähigkeit bei der Varroabehandlung anhören.:D

cornelius
16.11.2012, 10:49
http://www.bauernzeitung.at/?+Herbizidresistenz+weltweit+eine+Bedrohung+fuer+d en+Pflanzenbau+&id=2500%2C1016116%2C%2C%2CbT1CYXVlcm56ZWl0dW5nJnhf X05MWzBdPTEwMTY0NTkmeF9fVUlEWzBdPTY0MTEy

Ein Auszug zu dem obigen Link aus der Bauernzeitung.at, wo ist da etwas von der " Guten fachlichen Praxis " übrig geblieben, lieber fuego? :

....Thomas Wilde vom Pflanzenschutzmittelhersteller Bayer CropScience sprach vorige Woche bei der Beraterfachtagung des Unternehmens in Brunn am Gebirge (NÖ) von einer "ernsthaften Bedrohung für die Landwirtschaft" durch den globalen Anstieg von Biotypen mit Herbizidresistenz.
Als Hauptursachen nannte er den Verzicht auf Fruchtfolgen, die fortgesetzte Anwendung von Herbiziden mit gleichen oder ähnlichen Wirkstoffen, häufig in Verbindung mit reduzierten Aufwandmengen, Minimalbodenbearbeitung mit Pflugverzicht und die Verbreitung von Unkrautsamen durch die Landtechnik, zum Beispiel durch Erntemaschinen...

Jena
16.11.2012, 11:57
Die gute fachliche Praxis ist alles das, was funktioniert, auch mit PSM und schließlich eines Tages auch hier mit GVO. Und Zweifel daran gibt es nicht, denn der staatlichen Kontroll- und Zulassungsstelle lagen zuvor die allen wissenschaftlichen und ethischen Ansprüche genügenden Test- und Bewertungsunterlagen des jeweiligen Herstellers vor. Somit ist es völlig ausgeschlossen, dass es in der Anwendungspraxis zu Überraschungen kommen könnte. Nicht eimal Versicherungen braucht man für so einen Fall abzuschließench; es passiert doch nix!

Jena

the czar
16.11.2012, 12:11
Die gute fachliche Praxis ist alles das, was funktioniert, auch mit PSM und schließlich eines Tages auch hier mit GVO.
Was bedeutet funktioniert? Den Bauern zu überzeugen diese Mittel einzusetzen, als Hersteller steigende Umsätze zu haben und andere über die Klinge springen zu lassen.

Und Zweifel daran gibt es nicht, denn der staatlichen Kontroll- und Zulassungsstelle lagen zuvor die allen wissenschaftlichen und ethischen Ansprüche genügenden Test- und Bewertungsunterlagen des jeweiligen Herstellers vor. Somit ist es völlig ausgeschlossen, dass es in der Anwendungspraxis zu Überraschungen kommen könnte. Nicht eimal Versicherungen braucht man für so einen Fall abzuschließench; es passiert doch nix!

Jena

Entweder du lebst auf einem anderen Planeten oder du hast persönliche Vorteile von solchen Aussagen.:(

Nils
16.11.2012, 12:36
Puh, da habe ich ja eine Lawine losgetreten…

@Cornelius
Gülle ist es keinesfalls, da würde man ja noch Reste davon finden.

@Norbee81 und @Malte
Ich bin deswegen so entsetzt weil ich sowas hier noch nie gesehen habe. Und ich hätte das auch nicht geglaubt, wenn Du's mir erzählt hättest…

@gartenmundl
Danke für den Hinweis. Bisher dachte ich auch Glyphosat zählt zu den Neonics.
Trotzdem: auch Glyphosat wird mit dem Bienensterben in Verbindung gebracht.

Aus Sicht des Landwirts (auch wenn es mir schwer fällt diese Brille aufzusetzen) mag das alles wunderbar und sehr einfach sein. Sicherlich muß auch er leben und seine Kosten im Blick haben. Und wo man sich die Arbeit erleichtern kann, wird man das tun.

Aber ob das "gute fachliche Praxis" ist oder nicht, es ist kurzsichtig. Und ein Fachkundenachweis wurde ja - glaube ich - abgeschafft. Darum bekam ich wohl auch (in einem anderen Fall) auf die Frage, was er denn da spritzt die Antwort: "Ein Fungizid gegen einen Käfer". Naja…


@all
Ich werde das Feld natürlich weiter im Auge behalten. Den hiesigen Imkervereinsvorsitzenden habe ich informiert, der wußte es schon und hält es für keine Gefahr für die Bienen. Derzeit zumindest.

Wie könnte ich diese Wiese nutzen, um meinen Mitmenschen mal die Augen zu öffnen?
Was könnte man da machen?

Ich möchte den Bauern nicht ans Bein pinkeln, es aber auch nicht einfach so geschehen lassen. Wüßte ich, wem diese Wiese gehört, würde ich ihn anrufen. Einfach mal freundlichen fragen was das ist usw.
Die Bauern müssen merken, dass Mitmenschen Fragen stellen. Deswegen muß man sie ja nicht gleich angreifen…

Servus,


Nils

Jena
16.11.2012, 12:44
Deswegen muß man sie ja nicht gleich angreifen…

Und was willst du dann?
Schließlich praktiziert er nichts als gute fachliche Praxis - staatlich geprüft, finanziert aus Steuermittn!

Jena

Nils
16.11.2012, 12:49
Was ich will?

Die Menschen darauf hinweisen, ihre Augen öffnen. Da fahren täglich hunderte von Menschen daran vorbei. Ich glaube nicht, daß viele darunter sind, denen das auffällt.

Und solange die Mehrheit sowas für "normal" oder uninteressant findet, so lange wird es "gute fachliche Praxis" bleiben. Das muss aber nicht sein...

Ich will den Menschen sagen, hey, schaut mal was da passiert ist, der hat das und das gemacht und das hat auf Bienen diese und jene Folgen. Schaut's Euch an und urteilt selber!

Jena
16.11.2012, 13:52
Du willst also den Landwirt verteufeln, weil er die ihm anvertraute gute fachliche Praxis mit Leben erfüllt.
Dafür kann der Landwirt aber nix, der Segen dafür kam aus anderem Munde! Vielleicht solltest du dich an jene Architekten wenden.
Was würdest du sagen, forderte der Landwirt im Gegenzug von dir, die gute fachliche Praxis der Milbenzucht (Varroabehandlung) einzustellen? Aus meiner Sicht ist das eine legitime Forderung.

Jena

cornelius
16.11.2012, 15:50
Ergänzung zum Beitrag Nr.11

Die Nährstoffversorgung der Pflanzen ist ausgewogen und bedarfsgerecht zu gestalten. ... .. dass der Befall durch
Schadorganismen nicht gefördert wird. "
"Sofern praktikable und umweltverträgliche nichtchemische
Abwehr- und Bekämpfungsverfahren zur Verfügung stehen, sind diese zu bevorzugen".

Und diese praktikablen Verfahren zur Abwehr und Bekämpfung von Schadorganismen ohne Pflanzenschutz(gift)mittel stehen jedem Landwirt zur Verfügung. Nur diese werden von den Lobbyisten der Pestizidindustrie verneint und in Bausch und Bogen verurteilt.
Wer sind diese Lobbyisten: http://fnl.de/fnl/organisation.html
Und der Deutsche Bauernvewrband ist führend in dieser Mafiaähnlichen Organisation FNL.

Statt nun offen zuzugeben, dass z.B Herbizidresistenz eine Folge des Irrweges war, wird mit Empfehlungen herum gedocktert, die den Irrweg noch verlängern. Das Eingeständnis des Versagens müsste bei Bayer & Co doch die Konsequenz auslösen, derartige Produkte vom Markt zu nehmen. Aber dies zuzugeben und korrekt zu handeln, das hätte zur Folge, dass die Gewinne wegbrechen und Renditeziele von mindestens 20% vollends zu Luftblasen würden. Diesen Absturz will sich kein Management leisten, zumal das eigene 7-stellige Jahreseinkommen in diesen Etagen massiv schrumpfen würde.
Also wird ein "Ausweg" gesucht, die Chemieprodukte doch noch an die Landwirte (und letztlich an die Verbraucher) zu bringen.
Der Berater Th... W... von Bayer weiss sicherlich ganz genau, dass der richtige Weg der Rückkehr zu einer lang erprobten Fruchtfolge wäre, und die sorgfältige Reinigung des zu verwendenden Saatgutes, sowie die pingelige Säuberung der Erntemaschinen zwischen den Einsätzen auf verschiedenen Schlägen wäre. Aber statt dessen wird von Bayer&Co suggeriert, man könnte Zeit sparen, indem man die verschleppten Beikräuter durch Herbizide tot schlägt. Aber die Natur schlägt zurück - z.B mit Herbizidresistenzen!


Hinweis: Ein Name wurde von mir gekürzt
Drohne

kuttel
16.11.2012, 16:02
Du willst also den Landwirt verteufeln, weil er die ihm anvertraute gute fachliche Praxis mit Leben erfüllt.
Dafür kann der Landwirt aber nix, der Segen dafür kam aus anderem Munde! Vielleicht solltest du dich an jene Architekten wenden.
Was würdest du sagen, forderte der Landwirt im Gegenzug von dir, die gute fachliche Praxis der Milbenzucht (Varroabehandlung) einzustellen? Aus meiner Sicht ist das eine legitime Forderung.

Jena

..und ich habe wirklich Deinen ersten Beitrag hier als gut gesetzte Satire angesehen und konnte mein Schmunzeln und meine
Hochachtung für das Geschick dabei nicht verhehlen.
Jetzt muss ich wohl meinen Irrtum erkennen und bin einigermaßen entsetzt.
Muss man in den ersten Antworten nach dieser Erkenntnis noch einmal nachdenken, kann man sich diese Mühe im letzten Satz ersparen.
Der Vergleich mit einer "fachlichen Praxis der Milbenzucht" ist wirklich (mir fällt kein besserer Ausdruck ein) hirnrissig !
Wir brauchen nämlich nur die Berücksichtigung der guten landwirtschaftlichen Praxis einfordern, bei deren Einhaltung kein einziger
Landwirt seine Existenzgrundlage verliert, während Du mit diesem Versuch eines Vergleiches das Sterben der Tiere( hier Bienen)
forderst.
Aus meiner Sicht keine legitime, mehr eine idiotische Forderung !

the czar
16.11.2012, 21:49
Gute fachliche Praxis ist u.a. die wissenschaftlich immer wieder als unbedenklich für Bienen festgestellten Neonics nach den vom Hersteller/Gutachter als richtig erkannten Aplikationstechnologie auszubringen.

Jena

Hast du dich selbst als Imker noch nie gefragt, ob an den unzähligen Gutachten, wissenschaftlich unabhängigen Studien, ja selbst Aussagen von unseren Bieneninstituten, die das Gegenteil behaupten, etwas dran sein könnte?
Das ist man doch seinen Tieren schuldig, zumindest theoretisch solche Warnungen in Betracht zu ziehen und nicht noch öffentlich die Fahne für die Neonics zu schwingen.
Ich selbst habe es am eigenen Leib erfahren müssen, wenn Neonics die eigenen Bienen schädigt, abertausende tote Bienen als Teppich vor den Beuten liegen und man machtlos zusehen muss. So etwas bricht einem das Herz
Ich weiß welcher Druck auf Zulassungsbehörden liegt, wenn diese von milliardenschweren Konzernen bedrängt werden.
Ich habe nicht vergessen wie dies 2008 im großen Stile in die Hose ging, obwohl es vorher bekannt war und kritisiert wurde.
Würden alle so die Fahnen schwingen, hätten wir noch manchen Wirkstoff aus der Vergangenheit, die heute verboten, früher aber genauso zugelassen waren.

Jena
16.11.2012, 22:16
Ist es nun gute fachliche Praxis hoheitlich als unbedenklich anerkannte und zur Anwendung empfohlene -untergewissen Voraussetzungen sogar hoheitlich angewiesene- Neonics auszubringen oder ist es das nicht?

Und wer etwas gegen Pestizide einwendet, wendet sich damit zweckmäßig an wen?

Jena

Nils
16.11.2012, 22:20
Es ist zumindest empfehlenswerte und gute fachliche Praxis nicht allzu hoheitsgläubig zu sein.

gartenmundl
17.11.2012, 00:13
Es ist schön zu sehen wie diese Disskussion ins Rollen kommt, Hauptsache sie bleibt sachlich!

Ein paar Dinge die ich gerne ergänzen möchte:

Peter:


ALLE PSM-Mittel schaden den Bienen und hier können wir ruhig, wie du so schön sagst, pauschalisieren.
Du irrst gewaltig, wenn du glaubst, die Fungizide seien harmlos.

Ich habe nie behauptet Fungizide seien harmlos. Aber das heißt noch lang nicht jeder Landwirt , der mit der Spritze aufs Feld fährt ist ein "Umweltzerstörer" oder "Bienenkiller". Ich hab das mal etwas überspitzt dargestellt, aber genau das passiert leider so! Vielleicht hat der Bauer nur einen N-Dünger in der Spitze und düngt sein Feld? Deshalb : Bitte nicht pauschalisieren sondern die jeweilige Situation im Augen zu haben.
Verstehst worauf ich hinaus will?

Nils:

Ich will den Menschen sagen, hey, schaut mal was da passiert ist, der hat das und das gemacht und das hat auf Bienen diese und jene Folgen. Schaut's Euch an und urteilt selber!

Mach das, nur urteile nicht vorschnell!

Und jetzt bin ich wieder da wo ich schon mal war:

Hartmut alias Kuttel:


Die Frage die Du dann beantworten musst ist aber dann, ob Du nicht siehst, dass in
diesen Bereichen eine Entwicklung zu erkennen ist, die von der "guten Praxis" weg führt !?

Ja es wird zu viel gespritzt, weil es immer noch zu billig ist oder sagen wir mal billiger als andere Pflanzenschutzmaßnahmen.
Solange das so ist sollten wir Imker den Dialog suchen.

@all:
Deshalb: Geht mit Argumenten und freundlich auf Landwirte zu, aber verurtleilt sie nicht von vorneherein.
Landwirtschaft betreibt auch Naturschutz, schon vergessen?


Das hier hat mich damals sehr beeindruckt:
http://www.bienenforum.com/forum/showthread.php/6063-Kampf-den-Neonicotinoiden?highlight=imkerthing
Nur so etwas bringt uns weiter!


"Imkerei und Landwirtschaft", ein sensibles Thema, dem man sich konstruktiv stellen sollte.
Nur deshalb schreibe ich das alles hier!


Grüße
Raimund

simmerl
17.11.2012, 00:33
Letztendlich ist jeder Bauer selbstverantwortlich, was er auf seinem Grund und Boden ausbringt oder hinterläßt!

Schönen Abend, liebe Leut!

Heisst auch: Verantwortung gegenüber der nächsten Generation.

Auch Herbizide zerstören Blühpflanzen und entziehen den Honigvögeln Nahrungsquellen.

Zudem ist das Glypho schon längst in unserem Urin angekommen.

Dass Glypho krebserregend ist und unfruchtbar macht hat schon vor 4 Jahren ein argent. Militärprof. veröffentlicht, doch niemand hats kapiert.

Ant. Andriolo gab dem Genmais und der Gensoja vor 4 Jahren auch schon keine Chance mehr, weil zu kostenintensiv (durch verst. Glyphoeinsatz und doch nicht mehr Ertrag), was ich ihm kaum glauben konnte, mir aber wünschte, daß er recht hätte.

Geronimo (parag. Campensino) stellte seine Film vor ca. 2 Wochen bei uns vor und behauptete sinngemäß dasselbe.

Na gut, wir haben den Gendreck gottseidank noch nicht bei uns, aber die PSM setzen wir ein mit den selben Wirkstoffen.

Seht Euch die Fotos an, was Glypho bewirkt. (Krebsgeschüre bei Kindern, die aus den Köpfen wachsen.)

PSM sind Artenvernichter und letztlich auch Totengräber für den Menschen.

Wer das nicht kapiert, dem gehört der Weltagrarbericht Morgens, Mittags und Abends um die Ohren gehaut!

Gut Nacht!

Simmerl

Jena
17.11.2012, 09:04
...PSM sind Artenvernichter und letztlich auch Totengräber für den Menschen.

Und einige Teilnehmer verheben sich dabei, die Verantwortung dafür den Landwirten zuzuweisen. Imker sollen sie in Gesprächen für die Umweltprobleme verantwortlich machen. Ihnen, wie den Imkern werden Pestizide als gute fachliche Praxis verkauft!
Ist es so schwer zu verstehen, dass Landwirte und Imker (beide) die Opfer sind; sie (beide) werden benutzt! Und die, die Verantwortung dafür tragen, knallen in der Manege mit der Peitsche.

Wer das nicht begreifen kann, der hat ein Problem mit sich!

Jena

kuttel
17.11.2012, 09:39
....
Ist es so schwer zu verstehen, dass Landwirte und Imker (beide) die Opfer sind; sie (beide) werden benutzt! Und die, die Verantwortung dafür tragen, knallen in der Manege mit der Peitsche.
....
Jena

Vordergründig hast Du Recht ! Aber eben nur vordergründig !
Die Mehrzahl der Imker begreift den Irrsinn dieser Entwicklung, die Mehrzahl der Landwirte eben nicht !
An welchen Stellen während der Diskussion mit Landwirten kommt denn von diesen sinngemäss die
Aussage: Ich weiss, dass es der guten fachlichen Praxis widerspricht aber anders komme ich durch den
Kostendruck nicht klar ?
Ich erlebe jedenfallst in den Diskussionen bei der geringsten Kritik an der ausgeübten Praxis sofort
massive Vorwürfe, die in die Richtung gehen : keine Ahnung, Bauernhasser, das was wir machen ist
notwendig, nicht anders machbar, also richtig !
Für mich ist also die Frage, warum es kein gemeinsames Vorgehen gegen die "Peitschenknaller"gibt !?

the czar
17.11.2012, 10:16
An welchen Stellen während der Diskussion mit Landwirten kommt denn von diesen sinngemäss die
Aussage: Ich weiss, dass es der guten fachlichen Praxis widerspricht aber anders komme ich durch den
Kostendruck nicht klar ?
Ich erlebe jedenfallst in den Diskussionen bei der geringsten Kritik an der ausgeübten Praxis sofort
massive Vorwürfe, die in die Richtung gehen : keine Ahnung, Bauernhasser, das was wir machen ist
notwendig, nicht anders machbar, also richtig !
Für mich ist also die Frage, warum es kein gemeinsames Vorgehen gegen die "Peitschenknaller"gibt !?

:thumbup:Ich kann das Geschriebene nur noch einmal unterstreichen.:thumbup:

Jena
17.11.2012, 10:25
Mit den Landwirten wird es schwer möglich sein, in einen sachlichen Dialog zu treten, weil sie in der Masse der ihnen vorgegebenen guten fachlichen Praxis vertrauen. Ein Stück weit kann ich sie auch verstehen; es ist wirtschaftlicher Zwang, der für Imker im Hobbyistenbereich nicht zutrifft.

Beide, Landwirte und Imker, bedienen sich in der Masse der Schutzbehauptung, was kann ich denn machen, mich hört doch sowieso keiner (sie wollen auch nicht gehört werden, aus diversen Ängsten heraus, zu denen man auch Feigheit sagen kann) lassen sich aber von den Peitschenknallern obrigkeitsvergewissert zu "Gegnerkontakten" mit den bekannten Ergebnissen verführen.

Einen Feigheitsbeleg dokumentieren Imker beispielsweise mittels Nichtbeteiligung an Imkerdemos oder durch Gutgläubigkeit/Kritiklosigkeit in den eigenen Reihen.

Jena

Hagen
17.11.2012, 11:50
Und einige Teilnehmer verheben sich dabei, die Verantwortung dafür den Landwirten zuzuweisen. Imker sollen sie in Gesprächen für die Umweltprobleme verantwortlich machen. Ihnen, wie den Imkern werden Pestizide als gute fachliche Praxis verkauft!
Ist es so schwer zu verstehen, dass Landwirte und Imker (beide) die Opfer sind; sie (beide) werden benutzt! Und die, die Verantwortung dafür tragen, knallen in der Manege mit der Peitsche.

Wer das nicht begreifen kann, der hat ein Problem mit sich!

Jena

Da gebe ich Dir Recht, Jena, denn es handelt sich um eine Systemfrage.
Solche Abläufe, ob nun in der Landwirtschaft oder in anderen Bereichen,
werden durch Lobbys gesteuert. Diese bedienen sich unter anderem
den Medien um Meinungen in der breiten Masse zu implementieren.
Damit sind wir alle Opfer und Täter gleichermaßen. Jedoch würde ich diese Termini
nicht verwenden - ich würde sagen, dass wir alle Teil des Systems sind, welches
im Grunde eine Finanz - und Konzerndiktatur geworden ist.

Deinen letzten Satz möchte ich aber so nicht stehen lassen.
Es gibt sehr viele die diese Zusammenhänge zwar begreifen,
aber es schlicht nicht ertragen können und sie aus diesem Grunde
ausblenden, verdrängen oder gar negieren.



Für mich ist also die Frage, warum es kein gemeinsames Vorgehen gegen die "Peitschenknaller"gibt !?

Weil
a. Die Peitschenknaller praktisch abhängig sind und im Grunde nur Marionetten darstellen (und entweder korrupt oder Dumm sind)
b. die Gleichschaltung der Massen über die Mainstreammedien genial funktioniert
c. die Menschen auf "Konformismus" erzogen sind und sich aus diesem Grunde den hirarchischen Vorgaben beugen, oder diese ganz übernehmen
(nebenbei ist dieser Konformismus die Ursache, wesahalb solche Dinge wie das III Reich erst möglich sind)



Mit den Landwirten wird es schwer möglich sein, in einen sachlichen Dialog zu treten, weil sie in der Masse der ihnen vorgegebenen guten fachlichen Praxis vertrauen. Ein Stück weit kann ich sie auch verstehen; es ist wirtschaftlicher Zwang, der für Imker im Hobbyistenbereich nicht zutrifft.

Beide, Landwirte und Imker, bedienen sich in der Masse der Schutzbehauptung, was kann ich denn machen, mich hört doch sowieso keiner (sie wollen auch nicht gehört werden, aus diversen Ängsten heraus, zu denen man auch Feigheit sagen kann) lassen sich aber von den Peitschenknallern obrigkeitsvergewissert zu "Gegnerkontakten" mit den bekannten Ergebnissen verführen.

Einen Feigheitsbeleg dokumentieren Imker beispielsweise mittels Nichtbeteiligung an Imkerdemos oder durch Gutgläubigkeit/Kritiklosigkeit in den eigenen Reihen.

Jena

Wer für sich keine Möglichkeit sieht zu handeln, ist nicht unbedingt gleich feige.
Wir sollten die Menschen bewegen etwas zu tun, anstatt sie negativ bewerten.
Wir benötigen eine positive Vorstellung von dem was wir wollen.
Denn, wie es mein Chef (Geschäftsführer eines sehr erfolgreichen Mittelständischen
Unternehmens) immer zu sagen pflegt:
"die Energie folgt der Aufmerksamkeit"
oder
"die Blickrichtung bestimmt die Fahrtrichtung"

VG
Hagen

kuttel
17.11.2012, 12:03
.....

Beide, Landwirte und Imker, bedienen sich in der Masse der Schutzbehauptung, was kann ich denn machen, mich hört doch sowieso keiner (sie wollen auch nicht gehört werden, aus diversen Ängsten heraus, zu denen man auch Feigheit sagen kann) lassen sich aber von den Peitschenknallern obrigkeitsvergewissert zu "Gegnerkontakten" mit den bekannten Ergebnissen verführen.

Jena

Ich will das nicht ins uferlose ausdehnen, letztlich bringt es ja nichts wenn wir versuchen uns gegenseitig zu widerlegen.
Wegen meines Rechtsempfinden, das bei Diskussionen mit Landwirten immer eine Rolle spielt, möchte ich aber folgendes
noch anmerken :
Aus meiner Sicht gibt es in dem nicht zu leugnenden Zwang für beide, also für Imker und Landwirte, einen deutlichen
Unterschied im Unrechtsbewusstsein. Dazu nur wenige Beispiele:
Die Masse der Imker verwendet wenn möglich keine hochgradigen chemischen Gifte (Nervengifte) wie Perizin und andere,
sondern versucht aus eigenem Antrieb auf weniger umweltschädlichen Mitteln auszuweichen (AS, OS, MS...) und das,
obwohl Perizin u. co. nicht nur zugelassen sondern auch vielfältig empfohlen werden.
Für die Landwirte will ich nur die Anwendung von RoundUp anführen, die sich durchaus vermeiden lässt !
Man könnte bei allen Widersprüchen auch das Verhalten unserer Verbandsführer anführen:
Während sich Hederer und Maske mit Deinen "Peitschenknallern" anlegen (Maske jetzt leider nicht mehr so deutlich)
gibt es zwischen Bauernverbandsspitze und diesen wohl eher ein Schmusekurs.
Und da wäre noch das Verhalten in Diskussionen anzuführen, ich hatte es ja schon erläutert !

Hagen
17.11.2012, 12:10
Hallo Hartmut und Jena,

zur Begriffsdefinition für mich:
Wer sind denn die "Peitschenknaller"?

VG
Hagen

simmerl
17.11.2012, 13:34
Eine Möglichkeit: http://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/download/landwirtschaft/Folder-Agrarbuendnis-Traunstein_06-2012.pdf

sich positiv einzubringen!

Griass Simmerl

simmerl
17.11.2012, 13:37
http://www.forum-oekologie.org/fileadmin/Redaktion/Aktuelles/Genug_f%C3%BCr_alle_-_BN_Kooperation_Flyer.pdf

Diese Herren sprechen demnächst in Traunstein!

Also Nachbarn, kommt!

cornelius
17.11.2012, 13:54
Die Organisation der FNL
Die Organisation der Fördergemeinschaft entspricht im Wesentlichen der früheren von AGF (Aktionsgemeinschaft Deutsches Fleisch e.V.) und FIP (Fördergemeinschaft Integrierter Pflanzenbau e.V.). Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand, der einen Beirat einsetzen kann. Wichtiges Gremium ist außerdem der Hauptausschuss, der gemeinsam mit der Geschäftsführung die Steuerung der FNL-Arbeit auf der Grundlage der Beschlüsse im Vorstand und in der Mitgliederversammlung übernimmt. Bisher wurden drei Fachausschüsse für die Bereiche pflanzliche und tierische Produktion sowie Öffentlichkeitsarbeit gebildet. Nach Bedarf können Arbeitskreise eingesetzt werden. Der Vorsitzende der FNL ist Gerd Sonnleitner. ( Deutscher Bauernverband )
http://fnl.de/fnl/organisation.html

Werter Hagen,
das sind die" Peitschenknaller " auf die Jena abzielt. Alles was Rang und Namen in der Agroiundustrie hat ist dort vertreten. Siehe obigen Link! In dem Deutschen Bauernverband (DBV), ist der Deutsche Imkerbund und der Deutsche Erwerbsimkerbund zum DBV koopiert und sie sind dort ohne Stimmrecht vertreten.

Desweiteren gehören zum Verein FNL u.a. BAYER, BASF, Syngenta, Monsanto, Industrieverband Agrar, Dow Agrar( Dow Chemical) und viele weitere führende Verbande und Firmen der Agroszene. Siehe wiederum obigen Link!
Somit erklärt sich auch derSchmusekurs den der DIB mit den Agrochemiefirmen führt.

Zum vom Simmerl benannten BUND, das trifft ebenso auf den Umweltverband NABU zu, ist zu bemerken, dass diese Verbände wegen ihrer Nähe zu der Politik ( bezahlte Umweltgutachten für die Regierungen und Behörden ) mit allergrößter Skepsis zu betrachten sind. Denn Geld regiert die Welt. Und wer einmal ein nicht erwartungskonformes Gutachen abgibt, ist für immer draußen vor und verdient keine Euros mehr!

simmerl
17.11.2012, 13:58
Lieber Cornelius, der Bund darf mitmachen bei unserem Agrarbündnis BGL/TS.:p

Entstanden ist es huaptsächlich von den Leuten der zivilcourage!

Herzliche Grüße

Simmerl

cornelius
17.11.2012, 14:20
Werter Simmerl,

ob der BUND irgendwo mitmachen darf ändert nichts an der Tatsache, das diese Vereinigung für meinen Geschmack zu nahe an der Politik ist und zwar aus den von mir zuvor geschildertem Grund. Der BUND und der NABU sind in hohen Maße abhängig von den Geldflüssen der Politk und zum Teil auch von den Agrargiftherstellern! http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_f%C3%BCr_Umwelt_und_Naturschutz_Deutschland Zu beachten ist vor allem der Punkt: Kritik!

Genau aus diesem Grund habe ich mit Anderen einen Verein namens http://www.umweltbund.de/ (http://www.umweltbund.de/) vor ca.zehn Jahren
gegründet.

Diese Verein ist europaweit organisiert und erhält keinerlei finanzielle Zuwendungen, außer seinen Mitgliedsbeiträgen, aus der Politik und von irgendwelchen Firmen. Somit kann der Umweltbund . e. V unbeinflußt von äußeren Zwängen alle Schandtaten in der Agrowirtschaft und an der Umwelt offen benennen.

kuttel
17.11.2012, 14:39
Eine Möglichkeit: http://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/download/landwirtschaft/Folder-Agrarbuendnis-Traunstein_06-2012.pdf

sich positiv einzubringen!

Griass Simmerl

Irre ich mich oder ist das wirklich nur eine, auf Bayern gerichtete Vereinigung ?
Es wird zwar von einem, auch landesweiten Zusammenschluss geschrieben aber
eine Adresse o.dgl. kann ich nicht entdecken.
Gibt es über den Flyer hinaus auch WEB-Seiten oder ähnliches ?

simmerl
17.11.2012, 14:57
Das Agrarbündnis BGL/TS ist angelehnt an: guckst Du hier:http://www.meine-landwirtschaft.de/aktuell.html

Wir wollten halt ein wenig aktiver sein und wurschteln extra ein wenig herum, hauptsächlich mit Veranstaltungen.

Der harte Kern ist wie gesagt, die Leute von der zivilcourage und von der AbL, die ja vom Bauernverband als politischer Gegner bezeichnet wird und somit Erzfreind desselbigen darstellt, was wiederrum nicht stimmt, da der AbL (hier gibts auch wieder Unterschiede zwischen bay. AbL und Bundes AbL) zum vorrangigen Ziel hat, die kleinstrukturierte Ldw. zu erhalten.

So, nun sollten wir wieder zurückkehren zu gelben Wiesen und dem Glypho!

Nur noch ein Hinweis: http://www.trailerseite.de/film/12/raising-resistance-kino-trailer-23021.html

hier gehts auch um Glyso und dem Geronimo (lasst Euch von der Werbung nicht abhalten)

Gruß Simmerl

Hagen
17.11.2012, 15:19
Danke Dir Fridolin

Solche Seilschaften habe ich schon vermutet.
Die Strukturen sind aber auch nicht schwer zu erraten, wenn man mal begriffen hat
wie das System der derzeitigen Gesellschaft betrieben wird.
Da ist es gleichgültig in welchen Themenbereich man schaut - die Struktur ist
letztlich immer gleich.


[...] Denn Geld regiert die Welt. Und wer einmal ein nicht erwartungskonformes Gutachen abgibt, ist für immer draußen vor und verdient keine Euros mehr!

Ja - und genau da liegt die Ursache.
Wobei ich vielleicht ergänzend sagen muss, dass
diejenigen die die Macht über das Geld innehaben die Welt
regieren, (und das sind NICHT die Politiker, wenn man genau hinschaut).
Die Geldscheine selbst sind nur Papier - weiter nichts.

VG
Hagen

ImkerH
18.11.2012, 00:16
Hallo Zusammen,
heute habe ich noch Erschreckendes zum Thema erfahren.
Es werden immer mehr Felder bewusst „sterilisiert und vergiftet“ damit ja kein Aufwand mit Unkraut und Schädlingen betrieben werden muss. Auf diesen „speziellen“ Feldern ist die Belastung ohne hin so hoch, dass der Rapps und die Sonnenblumenkerne angeblich ohnehin nicht in den Lebensmittelkreislauf kommen können, sondern ausschliesslich in die Biodiesel-, Benzin E10- und Bio-Heizölproduktion. Nachdem man mit E10 das eine oder andere Problem offensichtlich immer noch hat, schüttet man das gewonnene Öl nun in das Heizöl. Bei einem Preis von ca. 1 Euro/Liter Heizöl angeblich sehr lukrativ. Und Mais, die Biogasanlagen sind dankbare Abnehmer. „Bisher habe man noch kein Auto oder Ölheizung gesehen, welche an Vergiftungserscheinungen gelitten hätten.“ Es ist unverantwortlich, abgesehen davon, dass man Lebensmittel zur Treibstoffproduktion verwendet.
Es ist nur die Frage, wie findet man derartige Felder heraus.
Ich finde es sehr gut, dass die Berliner mit Ihrem Projekt „Berlin summt“ aber auch andere Städte, die Bienen in die Städte holen und u.a. auch so auf den Missstand in der Landwirtschaft aufmerksam machen. Das Gleiche gilt für „Deutschland summt“ (www.deutschland-summt.de) und, dass der Film „More than Honey“ ab 8. November in die Kinos kommt. Die Anwesenheit der Vertreter der Landwirtschaft und Chemieindustrie sollte bei jeder Vorführung Pflicht sein. Vielleicht kommt es dann nach dem x-ten Male auch an.
Die Landwirtschaft bekommt für brachliegendes Land nutzlos Geld von der EU geschenkt. Wir Imker sollten im Gegenzug eine pauschale Stockgebühr ohne wenn und aber bekommen, für den Schaden, der durch die Chemie verursacht wird, so dass das Thema somit auch bei der EU einen festen Platz bekommt.

Jena
18.11.2012, 00:31
Ein mir bekannter Imker berichtete, dass es Anzeichen dafür gäbe, dass einzelne wenige Völker derartige Kulturen weniger/nicht anfliegen würden.

Jena

Hagen
18.11.2012, 03:20
Ein mir bekannter Imker berichtete, dass es Anzeichen dafür gäbe, dass einzelne wenige Völker derartige Kulturen weniger/nicht anfliegen würden.

Jena

Ich schätze ja die Natur was Anpassungsfähigkeit betrifft sehr sehr hoch ein.
Das wäre ja zu schön wenn das so käme.
Würden dann auch sonstige Bestäuber von diesen Produkten des Irrsinns
weg bleiben hätte sich das Thema bald von selbst erledigt.

fix
18.11.2012, 08:01
..... „Bisher habe man noch kein Auto oder Ölheizung gesehen, welche an Vergiftungserscheinungen gelitten hätten.“ .......
Weil die einen Auspuff und Schornsteine haben, und dort fliegt das Gift raus ..............

Malte Niemeyer
18.11.2012, 08:39
hallo,

wenn die Bestäuber die verstärkt gespritzten Kulturen meiden, wäre das dem Bauern scheißegal. Geitreide und Mais sind Wind- b.z.w. Selbtbestäuber.

Ausserdem sollte man genau im Auge behalten, was da läuft. Es gibt nicht pauschal "viel" und "wenig" gift.

Es Gibt Bio-apfel Plantagen auf denen fleißig Kupfer und sonstige "natürliche" Präperate gespritzt werden, da würd ich meine Bienen nicht reinstellen. Im Gegenzug Konvi-Bauern, die auf die Blühbehandlung im Raps verzichten oder Biogasbauern, die Hektarweise Zottelwicke anbauen und die nicht spritzen, weil das Zeug von alleine wuchert wie unkraut.

Mein Rat ist: Geht auf die Bauern zu und sucht das Gespräch. Teilt denen eure Sorgen mit und hört euch an, mit welchen Problemen die zu kämpfen haben.
Nur auf Stur schalten und alles verbieten wollen, klappt nicht.

Mfg Malte Niemeyer

Jena
18.11.2012, 09:54
Malte, das wäre etwa so, als würden im Krieg die Soldaten miteinder sprechen um damit den Krieg zum Stillstand zu bringen oder um ihn zu beenden, was an die Weihnachtsfeier an der Westfront 1914 (http://marialourdesblog.wordpress.com/2011/12/16/weihnachten-1914-westfront-sie-sangen-stille-nacht-und-die-waffen-schwiegen/) erinnert.
Dieser herbe Vergleich soll Gespräche zwischen den guten fachlichen Praktikern beider Seiten nicht ablehnen aber einen Ausblick auf die Entwicklung des Problems geben.

Jena

gartenmundl
18.11.2012, 16:10
Mein Rat ist: Geht auf die Bauern zu und sucht das Gespräch. Teilt denen eure Sorgen mit und hört euch an, mit welchen Problemen die zu kämpfen haben.
Nur auf Stur schalten und alles verbieten wollen, klappt nicht.

:top: Danke Malte! Nur so gehts voran, auch wenn dies oft nicht einfach ist.

Malte Niemeyer
18.11.2012, 16:46
Hallo,

ich denke das ganze Problem ist weniger wie ein Krieg zwischen uns und den Bauern. Eher Kämpfen wir und die Bauern gegen die Großkonzerne und ums überleben und prallen dabei ein wenig aufeinander.

Die UN würde das einen Bewaffneten Konflikt nennen ;-)

Mfg Malte Niemeyer

Jena
18.11.2012, 17:06
Na, dann interessiert es mich, wie eure langjährigen Erfahrungen darin aussehen, Landwirten bei der Darlegung ihrer wirtschaftlichen Zwänge zuzuhören und sie schließlich davon zu überzeugen auf Teile der guten fachlichen Praxis zu verzichten bzw. gegen diese zu verstoßen und so ihre Ertragsaussichten zu mindern, wodurch sich für den einen oder den anderen auch die Existenzfrage stellen kann, wenn sie für einige nicht ohnehin schon steht, bereits vor euren gutmeinenden Gesprächen.

Später frage ich nach euren Erfahrungen im Umgang mit den Landwirten, die fest auf dem Zug der Zeit stehen.

Übrigens, ich bin kein Balkonlandwirt.

Danke Malte, ich sehe wir verstehen uns weitgehend:

...ich denke das ganze Problem ist weniger wie ein Krieg zwischen uns und den Bauern. Eher Kämpfen wir und die Bauern gegen die Großkonzerne und ums überleben und prallen dabei ein wenig aufeinander.

Und das Aufeinanderprallen wird von den Konzernen und ihren Gehilfen gefördert.

Jena

Jena
18.11.2012, 17:27
Versehntlich drückte ich bei der Nr. 60, dem Beitrag von Malte, auf Flop. Eigentlich wollte ich das Gegegnteil davon erreichen. Vielleicht gelingt es der Moderation meinen Fehler zu tilgen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelingt und bitte bei allen um Entschuldigung für das Ungemach!

Mit freundlichen Grüßen
Jena

Malte Niemeyer
18.11.2012, 17:43
hallo,

in der Frühtracht-wanderung haben wir nen deal mit den Obstbauern in dem Tal in dem wir stehen. Wir sorgen für die Bestäubung mit unsern Völkern (ohne Bestäubungsprämie) und im Gegenzug spritzen die bis 3 Tage bevor wir kommen und dann erst wieder wenn wir nach 3-4 Wochen weg sind. In Ausnahmefällen haben alle unsere Handynummer und fragen an, was sie machen müssen, damit es auch während unserer Anwesenheit geht.

Im Raps machen die beiden Bauern erst ihre Blühbehandlung auf den Betreffenden Flächen und mailen uns dann die Karten mit den Schlägen, die bereits fertig sind und wir wandern einige Tage nach der Spritzung an.

In der Kornblume läufts andersrum dort spritzt der Betrieb erst die Kornblumen raus, nachdem wir wieder weg sind. Das geht aber nur, weil´s bei den Flächen weniger um den Ertrag als mehr um irgendwelche Nachweisflächen geht.

In der Akazie, Linde und Edelkastaie ist sowieso alles egal, weil die nicht bespritzt werden.

Privat stehe ich öfter in einem Wickenfeld, die werden für Biogas angebaut und nie gespritzt, weil es da relativ egal ist, ob da Unkraut zwischen ist, außerdem zieht die Wicke die Oberfläche zu und das Unkraut hat keine chance aufzulaufen.

Die meisten kartoffelanbauer wurden vor einigen jahren darüber informiert, das die Bienen Kartoffelläuse befliegen und die meisten kümmern sich dann spät abends drum.

Und wir haben das Glück, das beim Agrarmechaniker ein Hobbyimker arbeitet und die Bauern aufklärt, das alle Pneumatik Sähmaschinen so ausgerüstet sein müssen, das sie die Abluft in den Boden leiten.

Mfg Malte Niemeyer

edlBeeFit
18.11.2012, 18:43
Versehntlich drückte ich bei der Nr. 60, dem Beitrag von Malte, auf Flop. Eigentlich wollte ich das Gegegnteil davon erreichen. Vielleicht gelingt es der Moderation meinen Fehler zu tilgen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn es gelingt und bitte bei allen um Entschuldigung für das Ungemach!

Mit freundlichen Grüßen
Jena

Jena, das geht ja MMN garnicht, das war früher, jetzt geht doch nur mehr Top???

Palma40
18.11.2012, 18:51
Jena, das geht ja MMN garnicht, das war früher, jetzt geht doch nur mehr Top???

Richtig Kurt,
nach dem Anklicken wird der Daumen rot und ist für den Benutzer für diesen Beitrag gesperrt damit nicht mehrere Top´s von ihm in diesem Beitrag vergeben werden können.

Jena
18.11.2012, 19:05
Danke für die Erklärung des Zustandekommens des gesekten roten FLOP-Daumens!

Jena

the czar
18.11.2012, 19:27
Mein Rat ist: Geht auf die Bauern zu und sucht das Gespräch. Teilt denen eure Sorgen mit und hört euch an, mit welchen Problemen die zu kämpfen haben.


Leider wird eine gute Zusammenarbeit zw. Bauern und Imker immer mehr zum Ausnahmefall, nicht weil vielleicht der eine oder andere Imker auf stur schaltet, sondern weil immer mehr Bauern keinen Wert auf Bienen legen. Sie verlassen sich lieber auf übergroße Maschienen und den Chemieeinatz.
Wer im deutschen Fernsehen, bei MDR-Exakt den Bauern vor seiner riesigen Giftspritze hat reden sehen, wie er vor laufender Kamera sagt, die Bauern brauchen die Bienen nicht, weiß warum eine Zusammenarbeit immer weniger funktioniert. Mehr Porzellan kann man nicht zerschlagen.
Man hat immer öfter das Gefühl, dass die Riesenmaschienen auf denen die Bauern sitzen, dazu die Chemie die ihnen zur Verfügung steht ihnen das Gefühl verleitet immer weniger auf natürliche Abläufe einzugehen.
Ich habe es selbst desöfteren versucht, mein Verein hat es mehrmals versucht, selbst der Landesverband ist auf die Bauern zugegangen, keine Chance. Immerwieder bekommen wir von den Bauern einen Korb.
Ich muss dazu sagen, die Agrarbetriebe hier in Ostdeutschland sind so riesig, mächtig und etabliert , dass alles nach ihren Regeln ablaufen muss. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit gegenseitigen Respekt ist fast ausgeschlossen.

Imker2306
18.11.2012, 19:58
Richtig Kurt,
nach dem Anklicken wird der Daumen rot und ist für den Benutzer für diesen Beitrag gesperrt damit nicht mehrere Top´s von ihm in diesem Beitrag vergeben werden können.

Hallo zusammen, damit wäre ja meine Frage zu diesem Thema auch hinlänglich geklärt!! Vielen Dank

Jena
18.11.2012, 20:00
Diese deine Erfahrung kann ich bestätigen, Peter.
Der landwirtschaftliche Betrieb, in dessen Refugium ich zu Hause bin bewirtschaftet rd. 6.000 ha LN, hält 6.000 Schweine sowie 900 Kühe. Weitere Geschäftsfelder stabilisieren den Geschäftsbetrieb.
Ich könnte nicht behaupten, dass dort gegen die gute fachliche Praxis (staatlich zugelassen) verstoßen wird. Und das Grundrauschen ist weder ein Kriterium der guten fachlichen Praxis noch ein Zulassungskriterium.

Jena

Selurone
18.11.2012, 20:00
Heute waren meine Frau und ich beim Beerensammeln. Da gibt es auch eine gelbe Wiese. Viele Jahre sammelten hier meine Bien von Klee und von anderen Blumen den Nektar und Pollen. Damit ist es jetzt vorbei. :(

BienenBewahrer
18.11.2012, 20:28
Liebe Mitimker, Bauern und Holzfäller,

ich habe viele Facetten gelesen und viele Wahrnehmungen unterschiedlicher Art erlebt.
Da ist was im Argen, welche Lobby haben wir Imker noch?
Wir sind doch keine Schrebergärtner (obwohl ich diese "Kultur" sehr wichtig nehme),
wir geben unser Herzblut für die Bienen, die meisten tuen alles, um sie zu erhalten,
viele mit Verzicht auf Ertrag, fokussiert auf das Weiterleben der Bienen.

Vieles wird gelenkt von Subventionen und der Macht der Chemieunternehmen.
Der Imker im Verein kriegt eine kleine Hilfe, aber macht das was aus?
Die Landwirtschaft ist mächtig und abhängig geworden. Also machtlos.

Ein jeder muß in seinem Dorf/Bezirk mit den Landwirten reden. Nur so geht es.
Ich halte es so und habe wenig oder gar keine Probleme, im Gegenteil, beim Rapsanbau
sind meine Bienen sehr willkommen.
Andere haben andere Probleme, die soll man auch zur Sprache bringen.

Beste Grüße, Bienenbewahrer

drohne
18.11.2012, 20:36
Heute waren meine Frau und ich beim Beerensammeln. Da gibt es auch eine gelbe Wiese. Viele Jahre sammelten hier meine Bien von Klee und von anderen Blumen den Nektar und Pollen. Damit ist es jetzt vorbei. :(

Ich war in meinem ganzen langem Leben immer schon Optimist, bei Rückschlägen standen stets die gesamte Familie, aber auch eigene Motivation zur Verfügung, was ich in diesem Thread aber zu lesen bekomme stimmt mich mehr als nachdenklich, es ist nicht nur zum Weinen, es ist zum Schreien. :001:

Josef

BienenBewahrer
18.11.2012, 21:34
Lieber Josef,

es liegt vieles im Argen für uns Imker, ich sag das nicht als Deutscher, sondern als Europäer,
für die dein Forum ja steht.
Wir müssen mehr in die innereuropäischen Gestaltungsmöglichkeiten eingehen, mehr Kontakte
innerhalb Europas suchen.
WOZU?
Wir müssen eine große Stimme der Imkerschaft werden, eine europäische Stimme.
Das geht nur über Mitglieder, die sich kritisch äußern.
Irgendwann wird Widerstand zu Pflicht.
Hab ich mal gelesen....

Beste Grüße, Bienenbewahrer

ImkerH
18.11.2012, 23:40
Hallo the czar,

Deine Anmerkung ist absolut richtig und wichtig, denn in Frankreich, den USA, Australien und China haben die Landwirte, nachdem die Insekten und vor allem die Bienen verschwunden waren gemerkt, dass trotz Dünger, Pestizide und selbstbefruchtender Nutzpflanzen der Ertrag bis zu 70% zurückgegangen war. Es gibt dort zwischenzeitlich Koordinierungsstellen für Imker bezüglich des Einsatzes der Bienen und dafür werden weit über tausend Dollar pro Volk bezahlt (ohne Transportkosten). Es gibt Untersuchungen in den nachgewiesen wurde, dass der Ertrag trotz selbstbefruchtender Nutzpflanzen durch Bienen erheblich gesteigert wird. In Kalifornien (Mandeln) und in der Nähe von New York(Apfelplantagen) geht ohne Bienen nichts. Hier werden sogar Bienen aus Australien und Neu Seeland zu Tausenden eingeflogen. Auch in Frankreich hatte man festgestellt, dass nur Pflanzenwachstum mit wenig Ertrag wohl nicht das Wahre ist.
In China gibt es Landstriche wo gar keine Bienen mehr sind. Dort klettern Chinesen mit Töpfchen und Federpinseln auf den Bäumen in den Plantagen herum, die Dokumentation im Fernsehen war zum Brüllen. Aber die haben den Satz vom Albert Einstein schon zu spüren bekommen und verstanden, der einst sagte: "Wenn die Bienen aussterben hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." Keine Bienen - keine Blütenbestäubung - keine Pflanzen - keine Tiere - keine Menschen. Dort versucht man mit Milliarden wieder Aufbauprogramme für Imker in Gang zu setzen.

Unsere Landwirte wird das Problem nach den Statistikentwicklungen auch sehr sicher treffen. Mit den Landwirten zu sprechen ist völlig aussichtslos, da gebe ich Dir voll Recht.

Bienenbewahrer: Volle Zustimmung. Die amerikanischen Kollegen machen es uns vor: “Landwirt, willst Du Ertrag musst Du zahlen“. Dort fahren Imker mit derartig grossen Tiefladern ihre Bienen zum Feld, das mehrere Mähdrescher gleichzeitig drauf passen. So ändern sich die Zeiten für Uneinsichtige.

Hagen
19.11.2012, 01:03
[...]
Irgendwann wird Widerstand zu Pflicht.
Hab ich mal gelesen....



"Irgendwann" ist jetzt.
Laßt uns darüber reden - ich bin dabei!

Ich sehe es auch so - und davon ist nicht nur die Imkerschaft betroffen.
Wir merken es vielleicht nur deutlicher und direkter.

the czar
19.11.2012, 12:53
Ich könnte nicht behaupten, dass dort gegen die gute fachliche Praxis (staatlich zugelassen) verstoßen wird. Und das Grundrauschen ist weder ein Kriterium der guten fachlichen Praxis noch ein Zulassungskriterium.

Jena

Mir fällt auf, du lässt fast alle Argumente an deinem "Schutzschild Gute fachliche Praxis" abprallen. Kann es sein, dass du auch selbst Landwirt bist?
Die staatlichen Zulassungen basieren vorwiegend auf Studien der Hersteller, welche für andere nicht einsehbar sind.
Bei Einreichung eines neuen Wirkstoffes zur Zulassungsstelle bekommen die dortigen Mitarbeiter unmengen an Aktenordnern überreicht. Neben dem normalen Personalnotstand in Behörden, können diese nur Stichproben bzw. die Forschungsergebnisse der Hersteller auf sachliche Richtigkeit überprüfen. Keinesfalls werden alle Laboruntersuchungen bzw. Feldstudien wiederholt und die Richtigkeit bewiesen. Im Nacken hängt ihnen zum einen der milliardenschwere Chemiekonzern mit sehr guten Beziehungen bis hoch in alle Ministerien und zum anderen der Mangel an Zeit, Personal und Geld.
Das dies so ist, beweisen die immer wieder später ruhenden bzw. wieder verbotenen Zulassungen irgendwelcher Wirkstoffe. Und glaube mir, bevor man einen Wirkstoff wieder verbietet vergeht oft viel Zeit, in der unsere Bienen bzw. auch andere Nichtzielorganismen dafür bezahlen, oder aber es braucht eine Katastrophe wie in 2008.
Mit dem Faktor Zeit wird ganz bewusst gespielt, da oft nach einigen Jahren neue Mittel auf den Markt kommen und dann der Protest ins leere läuft, man hat ja schon längst ein anderes Mittel und dort muss von neuem alles von uns bewiesen werden.
So lange unsere Landwirtschaft bzw. deren Funktionäre sich mit solch offenen Armen gegenüber der Chemieindustrie positioniert, solange werden es Bienen Hummeln und Co. immer schwerer haben.

PS: Nur so nebenbei, heute Morgen sah ich wie die Obstbaumplantagen gespritzt wurden und jetzt sehe ich, wie mein Nachbarbauer seine Spritze befüllt. Natürlich mache ich mir jetzt wegen der Jahreszeit weniger um die Bienen sorgen, doch so läuft das fast das ganze Jahr. Ende Febr./Anfang März geht es los und hört kurz vor Jahresende auf.
Im Frühjahr/Sommer sehe ich ihn tagelang spritzen, natürlich auch zur schönsten Flugzeit. Er ist kein Lohnunternehmer sondern "schützt" nur seine ca.150-200 ha. Dazu der phosphathaltige Dünger mit Urananteil, welcher tonnenweise auf die Äcker kommt. Für fast all das gibt es Alternativen, doch verdient da kein Spritz- bzw Düngemittelhersteller.
Aber ich habe mir sagen lassen, dass ist moderne Landwirtschaft und modern ist immer gut und gut gehört zur guten fachlichen Praxis. Vielleicht muss man diesen Begriff nur oft genug wiederholen um daran zu glauben.

Mit Grundrauschen ist meines Wissens der Eintrag von PSM im Bienenstock gemeint, welcher nicht unmittelbar letale Folgen auf die Bienen hat. Für die meisten Imker ist dies rechtzeitig schwer erkennbar oder gar nachweisbar. Denkt nur mal an Orientierungsschwierigkeiten, Verdeckelungszeit, einseitige Ernährung oder Mangelernährung wegen fehlender Fermentation des Pollens...usw. Alles Auswirkungen durch PSM, welche mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen wurden.
Brut, welche mit schlechtem Pollen, also nicht fermentierten Pollen durch Eintrag von Fungiziden gefüttert wird, stibt vielleicht nicht gleich aber überlebt u.U. auch keine 9 Monate als Winterbiene. Neonics, welche die Verdeckelungszeit der Brut verlängern, können drastische Einwirkungen auf die Reproduktionsrate von Milben haben. Aber all diese Faktoren werden von offizieller Seite und der Chemieindustrie auf ein Niveau heruntergespielt, nämlich auf die Unfähigkeit der Imker in Bezug auf die Varroabehandlung, denn die Landwirtschaft arbeitet auf modernsten Niveau mit guter fachlicher Praxis.

kuttel
19.11.2012, 16:42
Mit Grundrauschen ist meines Wissens der Eintrag von PSM im Bienenstock gemeint, welcher nicht unmittelbar letale Folgen auf die Bienen hat.

Dieser Begriff, von unseren Bieneninstituten kreiert, ist eine höchst fatale Wortschöpfung !
Gedeckt durch diesen "Schutzwall" können die Institute ihre Verdummungsstrategie weiterfahren und laufen nicht Gefahr,
durch Offenlegung brisanter Tatsachen ihre Drittmittelgönner zu verlieren. Sie vergessen meiner Meinung nach, dass
vielleicht doch einmal die Imkerschaft sich dessen besinnt und die Abschaffung durchsetzt. Auf jeden Fall wird ihre
Rolle in Pflanzenschutzfragen von uns nicht so schnell vergessen werden.

cornelius
19.11.2012, 17:01
Noch einmal zur allgemeinen Kenntnis: Die hier immer wieder in Rede stehende " Gute fachliche Praxis " in der Landwirtschaft ist nichts anderes als ein Empfehlung der EU und in die BRD eingeführt unter dem damaligen Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer.

Diese Empfehlung wimmelt nur so von Ausdrücken wie: sollte, nach Möglichkeite, müßte etc. Diese Empfehlung ist also völlig unverbindlich und mit keinerlei Santionen bewehrt. Diese " Gute fachliche Praxis " soll nur die Bevölkerung in dem Glauben wiegen, dass die Landirtschaft völlig umweltkonform handelt und wirtschaftet. Wer,s glaubt ist entweder Landwirt, konservativer/ liberaler Wähler oder ein ausgemachter Dummk....!

Nils
19.11.2012, 17:45
Noch einmal zur allgemeinen Kenntnis: Die hier immer wieder in Rede stehende " Gute fachliche Praxis " in der Landwirtschaft ist nichts anderes als ein Empfehlung der EU und in die BRD eingeführt unter dem damaligen Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer.
Kann man die irgendwo nachlesen?

alois
19.11.2012, 17:55
"Grias enk Imkers und Bauan"
Nahrungsmitteln müssen billig sein und noch billiger hergesellt werden.Wir alle wollen leben,Bauern und Imkers, Bienen und auch alle andern Menschen und Tiere.Wir alle müssen Umdenken und sollen zusammenhalten,und nachdenken was wir wo Kaufen, anstatt aufeinander loszugehen!In diesen Sinne,MITEINANDER REDEN IST IMMER DAS BESTE.
L.G.alois

Jena
19.11.2012, 17:59
Gute fachliche Prax (http://de.wikipedia.org/wiki/Gute_fachliche_Praxis)is kann als ein Handlungsrahmen ...
Und im Zweifel darf man sich darauf berufen, es ist ja Gestattung und Afforderung es zu tun, bis es untersagt wird.

Jena

cornelius
19.11.2012, 18:07
Kann man die irgendwo nachlesen?

Ja kann man, siehe hier: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&frm=1&source=web&cd=3&sqi=2&ved=0CDYQFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.bmelv.de%2FSharedDocs%2FDownl oads%2FBroschueren%2FGutePraxisPflanzenschutz.pdf% 3F__blob%3DpublicationFile&ei=-GaqUND-KcyFtQa6pIH4AQ&usg=AFQjCNEMyvQZfNkah8gDrXEr-gBLz-2rqw&sig2=2b29z8Jp9Jb2aO79QeClAA

Dort ist die Empfehlung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Lebensmittel zur " Guten fachlichen Praxis " als PDF zu lesen.

Jena
19.11.2012, 18:22
Mir fällt auf, du lässt fast alle Argumente an deinem "Schutzschild Gute fachliche Praxis" abprallen. Kann es sein, dass du auch selbst Landwirt bist?

Peter, ich habe den Beruf Landwirt gelernt.
Geimkert habe ich schon vor der Lehre und tue es weiter, auch mit all den Bitternissen, die du kennst.

Was du über die Landwirtschaft und ihr Umfeld schreibst sehe ich ebenso.
Davon unbenommen ist aber die amtliche Krücke "gute fachliche Praxis". Sie ist der Ermessens- und Handlungsspielraum, in welchem sich zu bewegen von den Landwirten erwartet wird. Ob uns das passt, ändert nichts an der guten fachlichen Praxis.

Wenn wir pauschal aufgefordert werden, mit Landwirten zu reden, wird im Stillen erwartet, dass wir uns an den Landwirten abnutzen und die eigentlichen Verursacher (die beispielsweise auch mal DDT produzierten und zuließen) ungestört ihre Netze werfen können.

Jena

the czar
19.11.2012, 20:24
Wenn wir pauschal aufgefordert werden, mit Landwirten zu reden, wird im Stillen erwartet, dass wir uns an den Landwirten abnutzen und die eigentlichen Verursacher (die beispielsweise auch mal DDT produzierten und zuließen) ungestört ihre Netze werfen können.

Jena

Hallo Jena,

hätte nicht gedacht, dass wir uns so annähern.:zustimm:

Peter

Jena
20.11.2012, 22:27
Hallo Umweltfreunde,

BASF, Bayer und Syngenta vermarkten jeweils mehr als 50 hochgefährliche Pestizide. Durch solche Pestizide werden weltweit Menschen, Nutztiere und wild lebende Tiere vergiftet. Ich habe gerade ein Schreiben unterzeichnet, das die Konzerne auffordert, hochgefährliche Pestizide vom Markt zu nehmen.

Macht doch auch mit. Die Nachfahren werden stolz auf euch sein!
Hier könnt ihr den Online-Appell an die Konzerne unterzeichnen:
http://action.pan-germany.org

Viele Grüße
Jena

ImkerH
21.11.2012, 21:54
Hallo,

ich habe aufgrund der Verwendung von Lebensmitteln für Treibstoffe und die damit verbundene übertriebene Pestizidausbringung für mich selbst schon vor 9 Jahren Massnahmen getroffen:

1) Biodiesel, Bio-Heizöl, nein Danke.
Ölheizung vor 7 Jahren abgeschafft (mein Nachbar übrigens auch), stattdessen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert und Photovoltaik auf das Dach montiert, die über 100% des Strombedarfes deckt.

2) Stromkosten muss man nicht haben. Gas- und Ölkraftwerke nur zur Notversorgung reicht.
Strom kommt bei uns von der Sonne via Photovoltaik schon seit ca. 9 Jahren.

3) Kraftstoff E10, nein Danke.
Autos wurden auf LPG umgestellt. Bald auf Strom. E10 wird nur noch zum Start der Fahrzeuge benötig, danach nicht mehr.

4) Statt Zierstreuchern und Zierbäumen Nutzpflanzen
Obstbäume, Beerensträucher, usw.. So wenig wie nur möglich vergiftete Lebensmittel kaufen. Und das geht sehr gut. Es wird sogar nachgeahmt. Dies haben offensichtlich etliche schon gemacht; eine Thuja kostete früher 30 D-Mark ein Apfelbäumchen 5 D-Mark, heute kostet eine Thuja 4,99 Euro und ein Apfelbäumchen 20-30 Euro.

5) Streuobstwiesen bevorzugen
Ich habe mit etlichen Imkern Kontakt, die zwischenzeitlich Streuobstwiesen bevorzugen statt vergiftete Rapsfelder. Ich weiß aber auch, dass Landwirte Ertragseinbußen festgestellt haben, zwar nicht so empfindlich aber man spricht darüber.

6) Imkern im Ort oder in der Stadt (Berlin summt, usw.)
Bienen beim Veterinäramt und Seuchenkasse angemeldet, beim Haus nachbarfreundlich aufgestellt und sich nach einiger Zeit gefreut, dass man nicht alleine ist. Nun zählen dazu Architekten, Unternehmer, Rentner. Ich wusste gar nicht, dass mir die Bienen bei uns im Ort so nahe sind und ich dachte ich wäre alleine.

Ich denke, die nächsten Veränderungen kommen von der „Main-Street“, also von jedem einzelnen. Imkern in der Stadt, Tomaten- und Kräuterzucht auf dem Balkon, Citrus-Bäumchen in der Penthauswohnung. Ein Bienensachverständiger sagte:“ Auf dem Mittelstreifen der deutschen Autobahnen ist die Pflanzenvielfalt viel grösser für Bienen als in der gesamten deutschen Landwirtschaft. Die Gifte sind auf den Pflanzen der Mittelstreifen ebenfalls um vielfaches niedriger.

drohne
21.11.2012, 22:39
Bei mir melden sich laufend besorgte User der ersten Stunde, Natur- und Bienenliebhaber, eingetragene Freunde, ja selbst Imker und Landwirte die im Forum bisher nicht allzu sehr aktiv waren, einer dieser erwähnten Mitglieder unserer Runde hat mir heute folgende PN übermittelt.


Ich möchte dir nur etwas meinen Standpunkt darlegen.

Ich P... R... bin Landwirt (konventionel,aber integriegter Pflanzenbau) bei mir steht aber schon lange die Ökologie im Vordergrund ich setze aber auch Pflanzenschutzmittel ein. Ich bin Imker weil die Bienen mein Ruhepol sind mich mit einer inneren Ruhe erfüllen die ich vorher noch nicht gekannt habe, ich habe inzwischen 40 Wirtschaftsvölker wandere mit den Bienen bis in die Heide. Wir haben einen Hofladen in dem wir superviele selbsterzeugte Produkte verkaufen und die meisten Kunden wissen das wir kein Biobetrieb sind und auch, das ich es aus Überzeugung nicht bin, sie wissen aber auch ( weil ich es ihnen zeige) das ich top gesunde Nahrungsmittel produziere. Unser Betrieb liegt 20, 50 und 100 km von der nächten größeren Stadt entfernt, wir haben im nächsten Ort 6 Supermärkte, (keine Stadt) aber wir vermarkten von 6ha das Gemüse ab Hof.

... seit dem letzten Jahr bin ich Vorsitzender des Imkerverein H...

Mir ist es ein absolutes anliegen, das Imker und Landwirte sich verstehen, zumindest miteinander reden und ich habe nicht viel Zeit gebraucht um meine Landwirtskollegen und meine Imkerkollegen entweder über mich miteinander sprechen, oder direkt. Wo ich aber immer eingreifen das ist Hetze das lasse ich nicht so einfach zu ich streite nicht aber ich argumentiere, weil es in unserer Imkergemeinschaft so viele ungeschickte Jungs gibt, die ihre eigene Argumentation zu nichte machen, weil sie sich nicht ordentlich informieren.

mfg P...

Man sieht hier, Imkerei und Landwirtschaft kann mit etwas Vernunft durchaus miteinander funktionieren.

Josef

Jena
22.11.2012, 10:03
Ja, in Oasen ist das möglich. Und die Oasen sind auch der maßgebliche Trend der aktuellen Strukturentwicklung in der Landwirtschaft wie im Gartenbau. Daher sind Bilder von gelben Wiesen höchstens noch in Archiven zu finden.

Jena

cornelius
22.11.2012, 10:20
Mir ist es ein absolutes anliegen, das Imker und Landwirte sich verstehen, zumindest miteinander reden und ich habe nicht viel Zeit gebraucht um meine Landwirtskollegen und meine Imkerkollegen entweder über mich miteinander sprechen, oder direkt. Wo ich aber immer eingreifen das ist Hetze das lasse ich nicht so einfach zu ich streite nicht aber ich argumentiere, weil es in unserer Imkergemeinschaft so viele ungeschickte Jungs gibt, die ihre eigene Argumentation zu nichte machen, weil sie sich nicht ordentlich informieren.


Aha, mit den Landwirten reden? Das bringt garnichts oder nur in Einzelfällen. Solange die Mehrheit der Bevölkerung in obrigkeitshöriges Denken verfangens ist, wird sich nichts ändern.

Es geht nicht darum die Anwender von Pflanzenschutz(gift)mitteln (PSM) an den Pranger zu stellen, sondern es geht darum das die korrupten Zulassungsumstände durch die " Fachbehörden " offen gelegt werden. Welcher Landwirt liest schon seitenlange Datenblätter zur Anwendung der Pestizide, wenn diese " amtlich " zugelassen sind?

Es kann nicht sein das die Pestzidhersteller z. B. firmeneeigene Mitarbeiter kostenlos den Zulassungsbehörden überlassen. Es kann nicht sein das Studien zur Zulassung von PSM als Betriebsgeheimnisse deklariert werden. Es kann nicht sein das die Anträge zur Zulassung von PSM nicht oder nur unzureichend von den Zulassungsbehörden abgesegnet werden. Dies ist nur eine kleine Auflistung von Schandtaten der Zulassungsbehörden. Diese Liste ließe sich fast unbegrenzt im Sinne von " Tango Corrupti "verlängern.

drohne
22.11.2012, 13:29
Aha, mit den Landwirten reden? Das bringt garnichts oder nur in Einzelfällen. Solange die Mehrheit der Bevölkerung in obrigkeitshöriges Denken verfangens ist, wird sich nichts ändern.


Cornelius, wir sollten uns doch bei P... für seine Mitteilung Danke sagen und nicht gleich die Mehrheit der Bevölkerung für verblödet halten.

Bis noch wenigen Jahren gab es auch bei uns mit Landwirten keinerlei Probleme, dies änderte sich jedoch mit Auftreten von Großbauern die mit ihren Monstertraktoren oft über zig Kilometer zu uns kommen, der Grund dafür dürfte das Verschwinden der kleinen und mittleren Betriebe sein. Wir sollten also mit User P... Mitteilung Freude haben, wäre doch schön, gäbe es noch viele solcher wackeren Landwirte die auch ein herzu für Bienen haben.

Josef

the czar
22.11.2012, 15:26
Cornelius, wir sollten uns doch bei P... für seine Mitteilung Danke sagen und nicht gleich die Mehrheit der Bevölkerung für verblödet halten.

Bis noch wenigen Jahren gab es auch bei uns mit Landwirten keinerlei Probleme, dies änderte sich jedoch mit Auftreten von Großbauern die mit ihren Monstertraktoren oft über zig Kilometer zu uns kommen, der Grund dafür dürfte das Verschwinden der kleinen und mittleren Betriebe sein. Wir sollten also mit User P... Mitteilung Freude haben, wäre doch schön, gäbe es noch viele solcher wackeren Landwirte die auch ein herzu für Bienen haben.

Josef
Wenn es wirklich Hetze ist was einige hier ablassen, dann sollte es auf den Tisch kommen und wir sollten kritisch darüber reden. Wenn es aber nur die Wahrheit ist, die mancheiner nicht ertragen kann, dann sollten diese genauso kritisch auf den Tisch gelegt werden. Bauern die kritisch ihre eigene Betriebsweise hinterfragen, sind sicherlich die letzten die sich über aufgebrachte Imker beschweren.
Denkt ihr wirklich, wenn wir einen Schmusekurs mit der Landwirtschaft fahren, ändert sich irgend etwas.
Abgesehen davon wurde häufig genug erwähnt, dass wir in erster Linie die Hersteller und Zulassungsbehörden kritisieren.
Natürlich würde es unseren Frust nicht geben, wenn der Bauer diese Mittel nicht anwenden würde.

Jena
22.11.2012, 15:33
Eine Schwalbe (die erste wie die letzte) macht keinen Sommer, auch nicht das Bäuerlein X oder Y.

Die "Mündigkeit des Bürgers" spiegelt immer mehr das Mediengeplapper wider.
Schade, im Kopf ist viel mehr Platz für die Aufnahme von und den Umgang mit eigenen Erfahrungen!
Drum ist der alte Philosoph Kant heute aktueller denn je: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!


Nur Mut!
Jena

cornelius
22.11.2012, 16:25
In meinem Beitrag hier im Thread und zwar unter der # 89 ist mir ein schwerer Fehler unterlaufen:
Es kann nicht sein das die Anträge zur Zulassung von PSM nicht oder nur unzureichend von den Zulassungsbehörden abgesegnet werden.

Richtig sollte es heißen:
Es kann nicht sein das die Anträge zur Zulassung von PSM nicht oder nur unzureichend von den Zulassungsbehörden überprüft werden und ohne eigene Prüfung auf Richtigkeit abgesegnet werden.
Oder diese Zulassungen von Pflanzenschutz(gift)mitteln (PSM) werden von Mitarbeitern der zulassungsbegehrenden Pestizidfirmen, welche in die Zulassungsbehörden abgeordnet wurden, durchgewinkt.
Dies ist bei allen Zulassungsverfahren von PSM die Regel und zwar in ganz Europa und insbesondere bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Die deutsche Zulassungsbehörde für PSM, das Julius- Kühn- Institut, Bund, hat noch nicht einmal die personellen bzw. die Gerätschaften um Studien zur Zulassung von PSM nachzuvollziehen. Bei der AGES in Wien wird es ähnlich sein!

Da liegt der Hund in der Regel begraben und nicht bei den Landwirten. Diese sind nur Opfer einer verfehlten Agrarpolitik, weil sie nicht mißtraurisch genug gegenüber den Empfehlungen der Behörden, des eigenen Verbandes und der Politik sind.
Siehe dazu zum x-ten Mal:
http://fnl.de/fnl/organisation.htmlhttp://fnl.de/fnl/organisation.html

Jena
22.11.2012, 17:23
Fridolin, wer sich mit dem Thema etwas befasst, wusste was du meintest.

Daher ist es ja auch so schwer an die Zulassungsunterlagen zu kommen. Diese stellen eben Betriebsgeheimnisse der Antragsteller dar. Ich erinnere mich an die Bemühungen, die Eric seinerzeit dafür auf sich nahm und welche Stühle sie ihm dabei immer wieder neu vor die Füße zu stellen nicht müde wurden.

Jena

cornelius
22.11.2012, 17:40
Ich erinnere mich an die Bemühungen, die Eric seinerzeit dafür auf sich nahm und welche Stühle sie ihm dabei immer wieder neu vor die Füße zu stellen nicht müde wurden.


Ja es ist sehr bedauerlich das Eric, als ausgewiesener Fachmann, im Kampf gegen die Agrargiftlobby mehr oder weniger resigniert hat. Das erinneert mich an eine Begebenheit in Bonn, dem Hauptdienstsitz des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Eine Besuchergruppe, bestehend aus Imkern bzw. Agrargiftgegnern ( ca. 25 Aktive) wurde vom Bundesamt verbindlich zu einer Gesprächsrunde eingeladen.
Die Anreisekosten und evtl. Übernachtungen gingen auf Kosten der Eingeladenen. Einen Tag, nachdem die Fahrkarten, die Hotelzimmer, der Urlaub gebucht waren, sagte das Bundesamt ohne Begründung die Tagung per E- Mail ab. Auf den verauslagten Kosten blieben die Teilnehmer der Gesprächsrunde sitzen. Soviel zum Umgang der Behörden mit den Imkern!!

heuwender
22.11.2012, 20:49
Ja, in Oasen ist das möglich. Und die Oasen sind auch der maßgebliche Trend der aktuellen Strukturentwicklung in der Landwirtschaft wie im Gartenbau. Daher sind Bilder von gelben Wiesen höchstens noch in Archiven zu finden.

Jena

Ich nehme an, das ist deine Art von Humor?!

ImkerH
23.11.2012, 11:49
Hallo,

ich denke, dass man am Handeln der einzelnen Personen und Gruppen recht deutlich europaweit sehen kann, dass den Landwirten kaum jemand mehr vertraut. (Imkern in der Stadt, top Video, Inhalt super: http://www.youtube.com/watch?v=-g699JQ90L8 (http://www.youtube.com/watch?v=-g699JQ90L8), ferner: www.guerrillagardening.org (http://www.guerrillagardening.org/)) Selbstverständlich gibt es Landwirte (leider sehr wenige), die eine ökologische und umweltverträgliche Anbauweise praktizieren, diese unterstützt man auch gerne und stellt auch seine Bienen hin auf Anfrage.

Ich und wie andere hier auch, werden mit Sicherheit unsere Bienen nicht auf ein Feld stellen, da gibt es zu viele Kleingärtner und Streuobstwiesen Besitzer, die schon Anfragen gestellt haben und bei uns im Gemeindeblatt wurde diesbezüglich ausdrücklich auf das Vorhanden sein eines Gesundheitszeugnisses hingewiesen. Die Nachfrage kann ich persönlich, wie auch andere hier nicht befriedigen aber was nicht ist kann noch werden.

Jena und Cornelius: Ich kann Euch nur bestätigen und mit diesem Beispiel das Ganze noch unterstreichen.

Heute habe ich erfahren, dass in einem Kindergarten mit angrenzender Schule, die 4 Muster-Bienenstöcke (2-Zarger) aufgestellt hatten, diese plötzlich in kurzer Zeit verendet sind, nachdem der Landwirt seine Felder gespritzt hat. Die in der Nähe liegenden Felder waren mit Sonnenblumen und Raps für Bio-Diesel/Heizöl und E 10 Produktion bestückt, dies hat man im Nachhinein erfahren. Der Landwirt sagte dazu nur: "Man hätte die Bienen wo anders hinstellen sollen, man sieht doch dass hier Felder sind." Ungeschickter geht es wohl nicht. Wie war das mit dem Satz: "…weil es in unserer Imkergemeinschaft so viele ungeschickte Jungs gibt,..", dass sehe ich aber anders. Einige Eltern offensichtlich auch und hatten den Umstieg des KFZ auf LPG durchgeführt, 2 sind vorgezogen von Ölheizungen auf Wärmepumpen umgestiegen und 3 haben nun auch Bienen im eigenen Garten am Haus mitten im Ort stehen. „Man glaubt, wenn man Bio-Diesel, Bio-Heizöl und E 10 kauft tut man was Gutes, genau das Gegenteil ist der Fall. Man unterstütz nur die Pestizidindustrie und zerstört die Umwelt und dafür bezahlt man auch noch mehr. Was für ein Unsinn.“

Hier sieht man aber auch recht deutlich, wie bereits kleine Fehler der Landwirte zu sehr heftigen Reaktionen führen und wie angespannt die Lage zwischenzeitlich ist.

Nun, 3 Imker mehr zusätzlich im Ort ist doch ein schöner kleiner Erfolg.

Jena
23.11.2012, 16:07
Inzwischen bin ich mir unsicher, wo es interessanter zugeht,
hier oder im Archiv!

Jena

drohne
23.11.2012, 17:48
Gestern war ich im Retzter/Haugsdorfer Raum unterwegs, direkt auf der Haupstraße Richtung Znaim konnte ich abermals solch eine gelbes Feld erkennen, offenbar müssen wir uns daran gewöhnen.


Inzwischen bin ich mir unsicher, wo es interessanter zugeht,
hier oder im Archiv!

Jena

Zweifelsohne hier, im Archiv befinden sich aktuell 112 Beiträge die es in einem Forum eigentlich nicht geben sollte .

Josef

Jena
23.11.2012, 18:51
Danke, Fridolin, du gibst mir Sicherheit!

Jena

drohne
23.11.2012, 19:13
Danke, Fridolin, du gibst mir Sicherheit!

Jena

Geht´s hier so weiter, wird dieses Thema geschlossen.

Josef

BienenBewahrer
23.11.2012, 19:17
Hallo,

ich denke, dass man am Handeln der einzelnen Personen und Gruppen recht deutlich europaweit sehen kann, dass den Landwirten kaum jemand mehr vertraut. (Imkern in der Stadt, top Video, Inhalt super: http://www.youtube.com/watch?v=-g699JQ90L8 (http://www.youtube.com/watch?v=-g699JQ90L8), ferner: www.guerrillagardening.org (http://www.guerrillagardening.org/)) Selbstverständlich gibt es Landwirte (leider sehr wenige), die eine ökologische und umweltverträgliche Anbauweise praktizieren, diese unterstützt man auch gerne und stellt auch seine Bienen hin auf Anfrage.

Ich und wie andere hier auch, werden mit Sicherheit unsere Bienen nicht auf ein Feld stellen, da gibt es zu viele Kleingärtner und Streuobstwiesen Besitzer, die schon Anfragen gestellt haben und bei uns im Gemeindeblatt wurde diesbezüglich ausdrücklich auf das Vorhanden sein eines Gesundheitszeugnisses hingewiesen. Die Nachfrage kann ich persönlich, wie auch andere hier nicht befriedigen aber was nicht ist kann noch werden.

Jena und Cornelius: Ich kann Euch nur bestätigen und mit diesem Beispiel das Ganze noch unterstreichen.

Heute habe ich erfahren, dass in einem Kindergarten mit angrenzender Schule, die 4 Muster-Bienenstöcke (2-Zarger) aufgestellt hatten, diese plötzlich in kurzer Zeit verendet sind, nachdem der Landwirt seine Felder gespritzt hat. Die in der Nähe liegenden Felder waren mit Sonnenblumen und Raps für Bio-Diesel/Heizöl und E 10 Produktion bestückt, dies hat man im Nachhinein erfahren. Der Landwirt sagte dazu nur: "Man hätte die Bienen wo anders hinstellen sollen, man sieht doch dass hier Felder sind." Ungeschickter geht es wohl nicht. Wie war das mit dem Satz: "…weil es in unserer Imkergemeinschaft so viele ungeschickte Jungs gibt,..", dass sehe ich aber anders. Einige Eltern offensichtlich auch und hatten den Umstieg des KFZ auf LPG durchgeführt, 2 sind vorgezogen von Ölheizungen auf Wärmepumpen umgestiegen und 3 haben nun auch Bienen im eigenen Garten am Haus mitten im Ort stehen. „Man glaubt, wenn man Bio-Diesel, Bio-Heizöl und E 10 kauft tut man was Gutes, genau das Gegenteil ist der Fall. Man unterstütz nur die Pestizidindustrie und zerstört die Umwelt und dafür bezahlt man auch noch mehr. Was für ein Unsinn.“

Hier sieht man aber auch recht deutlich, wie bereits kleine Fehler der Landwirte zu sehr heftigen Reaktionen führen und wie angespannt die Lage zwischenzeitlich ist.

Nun, 3 Imker mehr zusätzlich im Ort ist doch ein schöner kleiner Erfolg.

Danke, für diesen Beitrag,
jeder Imker mehr hat ein Bewußtsein für seine Umwelt. Wir haben keine Lobby,
aber würden wir STREIKEN, wehe dem Land.
Land ohne Bienen....
Wir haben die Macht, die Bestäubung einzustellen, auch wenn es kontraproduktiv gegen den BIEN
ginge. Aber es ist möglich. Für kurze Zeit.
Nur, wieviele würden mitmachen?
Es wird Zeit, ein Bewußtsein und einen Stolz zu erbringen; ohne uns Imker, ob viele Völker
oder wenige, wäre bald vieles sehr im Argen. Da draussen.

Beste Grüße, Bienenbewahrer

heuwender
23.11.2012, 19:20
Hallo Jena!

Ich lese deine Beiträge mit großem Interesse.
Da ich mich mit dieser Materie erst seit einigen Jahren befasse, habe ich nicht dein umfassendes Wissen.
Mir fällt es bisweilen nicht leicht Zynismus und ernstgemeinte Bemerkungen von dir zu unterscheiden.
Wie meinst du das: Daher sind Bilder von gelben Wiesen höchstens noch in Archiven zu finden.

Wenn ich über die Felder unser Umgebung schaue, sind mir Flächen mit gelbem Bewuchs, offensichtlich totgespritzt, vertraut.
Ich wohne im Osten Deutschlands.

the czar
23.11.2012, 19:23
offenbar müssen wir uns daran gewöhnen.


Müssen wir das?
Josef, ich bin wie schon erwähnt gegen Hetze, doch Schmusekurs und die Einstellung wie: "Das ist halt so, daran können wir sowieso nichts ändern" halte ich ebenso für bedenklich.
Bei gelben Wiesen fängt das Wegsehen an und wo hört es auf?

Ich bin dafür, dass über die Betriebsweisen der Landwirte und natürlich auch der Imker, offen und nachvollziehbar gesprochen wird. Nur so hat der Verbraucher eine Entscheidungshilfe. Und sollte er sich irgendwann gegen diese Produkte entscheiden, dann wird das in der Mehrzahl einen guten Grund haben. Doch für eine Entscheidung benötigt er Hinweise und Infos.

Nochmal zum Thema Hetze:
Wenn ein Hersteller für Kinderspielzeug giftige Substanzen verwendet, in kleinen Mengen obwohl dies auch ohne geht und dann öffentlich in den Medien angeprangert wird, dann ist auch dies eine Art Rufschädigung.
Doch befragen wir mal junge Eltern wie die darüber denken.

Hagen
23.11.2012, 19:54
Da stimme ich "czar" voll und ganz zu.
Wir müssen uns nicht daran gewöhnen.

Sehen wir das doch mal von der Basis aus:
Handel, zurück zu den Ursprüngen:
Ein Bauer baut Getreide an, ein Zimmermann baut Scheunen...
Für die Scheune die der Zimmermann baut, bekommt er vom Bauer
Getreide.
Das war der Tauschhandel.
Würde der Bauer mit vergiftetem Getreide einen Zimmermann suchen,
würde er keinen finden.
Wenn der Zimmermann dafür bekannt wäre, dass das Holz das er verbaut
schlecht ist und die Scheunen zusammenbrechen nach zwei oder drei Jahren,
würde ihm niemand einen Auftrag geben.
Und das ist auch gut so!
Was die Landwirtschaft nun heute darbietet, ist im Grunde genommen Betrug.
Denn ich möchte mal behaupten, dass um die 90% das Zeug nicht kaufen
würden. Punkt!
Das wiederum ist keine Rechtfertigung dafür, zu verheimlichen wie das Zeug
angebaut wurde.
Ich bin dafür, dass die Betriebsweisen offen gelegt werden - ob es dem
jeweiligen Landwirt (Firma, Nahrungsmittelkonzern etc.) passt oder nicht.
Das sehe ich dann nicht als Hetze an, sondern als gerechte und notwendige
Information die jedem der das Erzeugnis kauft zusteht - ohne wenn und aber.

drohne
23.11.2012, 20:24
Müssen wir das?
Josef, ich bin wie schon erwähnt gegen Hetze, doch Schmusekurs und die Einstellung wie: "Das ist halt so, daran können wir sowieso nichts ändern" halte ich ebenso für bedenklich.



Mit sauren, gelben und vergifteten Wiesen werden wir in diesem Forum ganz sicher keinen Schmusekurs fahren, es ist aber doch nicht notwendig Mitarbeiter von Chemiefirmen namentlich zu erwähnen und diese öffentlich als Korrupt zu bezeichnen. Hagen, the Czar und noch viele weitere User melden sich mit informativen und höchst leserlichen Beiträgen zu Wort, dies macht Sinn und bringt uns alle weiter, wäre doch schön, würden sich andere User ebenso gedeihlich beteiligen.

Josef

Jena
23.11.2012, 20:55
Der Landwirt ist ein Glied in der Wertschöpfungskette der PSM-Produzenten. Er handelt nach guter fachlicher Praxis, d.h., er bedient sich staatlich zugelassener PSM und appliziert sie vorschriftsmäßig.
Kommt es zu den problembehafteten Auswirkungen auf u.a. Nutz-Insekten und damit auch auf die Bienen, gehen im Forum die Meinungen darüber leider auseinander, wer Verursacher (Verantwortlicher) ist.
Schade!!!

Jena

drohne
23.11.2012, 21:01
Bedenke Jena, wer auch immer meine Bienen vergiftet ist Verursacher und sollte als solcher auch zur Verantwortung gezogen werden -können. Kein Bauer der Verantwortung zeigt muss zu Mittag mit der Giftspritze ausfahren, das da kein Weihwasser drinnen ist, dies sollte auch der dümmste Bauer wissen.

Josef

Hagen
23.11.2012, 21:32
Danke, für diesen Beitrag,
[...] würden wir STREIKEN, wehe dem Land.
Land ohne Bienen....
Wir haben die Macht, die Bestäubung einzustellen, auch wenn es kontraproduktiv gegen den BIEN
ginge. Aber es ist möglich. Für kurze Zeit.
Nur, wieviele würden mitmachen?
Es wird Zeit, ein Bewußtsein und einen Stolz zu erbringen; ohne uns Imker, ob viele Völker
oder wenige, wäre bald vieles sehr im Argen. Da draussen.

Beste Grüße, Bienenbewahrer

o.k. - da bin ich gerne mit dabei!
Ich meine, ich habe mir das schon vorgenommen und
gehe nicht an Landwirtschaftliche Flächen.
Ich habe eine "historische Streuobstwiese" in der nichts
eingebracht werden darf, ein Waldgebiet mit Robinie und
die Haupttracht, die Edelkastanie, auch nur Wald weit und breit.
Sind Landwirtschaftliche Nutzflächen in der Nähe, lehne
ich grundsätzlich ab, und zwar mit entsprechender Begründung.

Eine entsprechende Kampagne ... ich würde mit machen und
auch mitarbeiten.

Viele Grüße,
Hagen

simmerl
23.11.2012, 22:06
Was regt Ihr Euch so auf?

Schaut mal hier: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unser-land/themen-rubriken/landwirtschaft-und-forst/fliegenlarven-als-viehfutter-100.html

Könnt gut sein, dass wir unser Eiweiss zukünftig von Insekten beziehen werden, zumindest, wenn es durch den Magen der Hühner und Sauen geht.

Viele Insekten, wie auch unsere Hobi, ist auf die insektenbest. Pflanzen angewiesen.

Sterben diese Pflanzen, sterben nicht nur die darauf spez. Insekten sondern es wird auch der lebensnotwendige Nährhumus nicht mehr gebildet.

Das ist seit über 60 Jahren bekannt, wenn nicht länger.

Deshalb sind die gelben Wiesen Gift, im wahrsten Sinne des Wortes.

Und alles fängt in unserem Tun und Handeln an:

Unsere Kühe fressen den Soja von Südam.

Der vernichtet den Regenwald.

Und die Bauern dort!

Der Dreck belibt bei uns und auch das Glypho!

Das Glypho haben wir im Urin. o. k., da wissen wir.

Killen wir die Insekten, wenn wir schon alles andere gekillt haben, killen wir uns selbst hundertfach, weil wir uns alle Lebensgrundlagen abschneiden.

Nein!!!

Imker sind nicht die Bösen!

Wenn sie erkannt haben,daß da etwas vorsichgeht, was uns alle den Kragen kosten wird.

Griass Simmerl
PS-Peter. the czar, Du bist ein guter Vermittler und Multipiklator - mach weiter!

BienenBewahrer
23.11.2012, 22:08
Hagen,
ich liebe dich für diesen Beitrag. (Nur platonisch)
Stell dir vor, es gibt Krieg und keiner geht hin. Oder:
Wir haben die Macht der Bienen, nun kommt uns entgegen, oder unsere Bienen gehen
nicht mehr hin.
Ich weiß, etwas überzogen geschrieben, aber macht einen Sinn.

Lieber Josef, habe Geduld mit uns, hier wächst gerade ein zartes Pflänzlein.

Diese IDEE hat was.
Liebe Grüße, Udo

Jena
23.11.2012, 22:18
Bedenke Jena, wer auch immer meine Bienen vergiftet ist Verursacher und sollte als solcher auch zur Verantwortung gezogen werden -können. Kein Bauer der Verantwortung zeigt muss zu Mittag mit der Giftspritze ausfahren, das da kein Weihwasser drinnen ist, dies sollte auch der dümmste Bauer wissen.

So pauschal sagt das nichts. Also, was (Mittel) wurde wogegen (Grund) und zu welchem Zeitpunkt gespritzt?


Jena

kuttel
23.11.2012, 22:32
Land ohne Bienen....
Wir haben die Macht, die Bestäubung einzustellen, auch wenn es kontraproduktiv gegen den BIEN
ginge. Aber es ist möglich. Für kurze Zeit.
Beste Grüße, Bienenbewahrer

Wenn Du Dich aber in die heutige Situation hinein denkst und Ziel und Richtung der industriellen Landwirtschaft
zur Kenntnis nimmst, dann müsstest Du leider erkennen, dass ein "Streik der Imker/Bienen" genau das Gegenteil
dessen erreichen würde, was Du anstrebst.
Für die grossindustrielle Landwirtschaft sind wir nur Störenfriede und unerwünscht, kommt doch durch unsere
Aufmerksamkeit erst das unsägliche Tun ans Tageslicht.
Und das die Natur insgesamt leiden würde wenn die Bestäuber fehlen geht diesen Kreisen doch am A...vorbei.
Profit und Rendite, jetzt und hier ist entscheidend, da können nicht einmal eigene Kinder und Enkel etwas an
Bedenken entwickeln.
Nein, es bleibt nur der Weg über eine einheitlich handelnde Imkerschaft und die ständige und nachhaltige Infor-
mation der Menschen.

ImkerH
24.11.2012, 02:49
Hallo Bienenbewahrer,

mit dem Satz: „Wir haben die Macht der Bienen, nun kommt uns entgegen, oder unsere Bienen gehen nicht mehr hin.“, hast Du den Nagel auf dem Kopf getroffen. Sehr, sehr gut! Genau das ist dass, was in den USA bei der Mandelblüte und in Frankreich schon abläuft. In Deutschland hat man dies vor Jahren im Rheingraben beim grossen Bienensterben festgestellt, was passiert wenn Bienen fehlen.

Es gibt eine Dokumentation darüber. Hier wurde z.B. festgestellt, dass wenn die Bienen bei der Mandelblüte in Kalifornien nicht anwesend sind, gibt es einen Ertrag von 10 Kg / Hektar, wenn die Bienen da sind aber 700 kg / Hektar. Hier der Link zur Doku. http://www.youtube.com/watch?v=wOZ-tarAa2A&feature=related. Die Zeit wo der Sachverhalt genannt wird ab 0:45:20. In Obstplantagen liegt der Ertrag 10x höher, wenn Bienen da sind. Ähnliche Verhältnisse stellen sich sogar bei selbst besteubenden Nutzpflanzen dar. Und genau da liegt der Ansatz. Die Bestäubung/Standorte auf Kleingärtnersiedlungen, in die Stadt, in die Gemeinden, in Parks, in die Wälder, in die Flussauen und Streuobstwiesen zu verlagern stellt sicherlich kein Hindernis mehr dar. Ich praktiziere es bereits. Mitstreiter gibt es mehr als wir glauben. Siehe diesen Link: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/imkern-in-der-stadt-honey-ich-geh-honig-machen-a-758211.html. Es ist schön, dass auch namhafte Zeitschriften sensibilisieren in Video und Text.

Kuttel: Deinen Satz, „Nein, es bleibt nur der Weg über eine einheitlich handelnde Imkerschaft und die ständige und nachhaltige Information der Menschen.“ möchte ich ebenfalls doppelt unterstreichen.

BienenBewahrer
24.11.2012, 18:52
Liebe Mitimker,
das wäre ein Traum, wenn sich alle Imker übergeordnet zusammenschliessen könnten.
Unabhängig von Verbänden und Vereinen.
Ein Netzwerk, wie jedes Bienenvolk es hat. Ein >Bienennetzwerk< eben. Nur eben für Imker,
die Bienen würden die bedankt-Taste drücken.....
Es hat noch niemand geschafft, alle Völker gleichzeitig zu behandeln und zu füttern,
(Räuberei und Milbenübergriffe).
Ich denke, das ist auch so nicht möglich, weil wir verschiedene Lagen und Trachtangebote haben.
Es könnte in gewissen Kreisen funktionieren, nach Absprache.
Wozu hat man Internet und Google?
Aber ist der nächste Imker immer mein Freund?
Zumal noch Landwirt und anderen Interessen unterworfen?
Was nutzt es dem Imker im Schwarzwald, wenn ich aus der Eifel zeitgleich behandele und füttere?
Oder dem Imker in Luxembourg oder Österreich.
Ich trage gerne den europäischen Gedanken weiter, wir können alle zusammen, gemeinsam handeln.
Aber wie?
Ich bin euphorisch ratlos.
Schön, daß es noch so starke Gemeinschaften gibt, Idealisten brauchen wir, wir haben eine
reele Chance, die Lobby in die Knie zu bringen.
Ich bin mit meinem Latein am Ende.

Liebe Grüße, Udo der Bienenbewahrer

ImkerH
25.11.2012, 16:35
Hallo Udo,

ich habe bereits Anfang des Jahres mit einigen Streuobstwiesen Besitzern und Kleingartenanlagen Besitzern gesprochen. Stets sehr gute Gespräche aufgeschlossen und willkommen. Am besten waren Streuobstwiesenbesitzer, die wollten sofort, dass ich mich über Jahre verpflichte die Bienen aufzustellen und wollten beim Aufstellen und Betreuen auch noch behilflich sein. Der Bedarf an Besteubungsleistung ist hier sehr hoch und konstant. Die gegenseitige WIN-WIN Situation extrem hoch. Ich habe auch bestätigt bekommen, dass der Ertrag der Obstbäume definitiv um ein vielfaches höher ist, aber der der Imker auch. Ferner nutzen beide Seiten die gleichen Vertriebswege für ihre Produkte und profitieren auch noch zusätzlich davon durch Fixkostensenkung. Denn hier passt auch der Produktmix in jeder Hinsicht. Obst, Saft, Marmelade, Honig, Propolis-Produkte usw.. Die gegenseitigen Partnerschaften seien sehr gut, offen und kameradschaftlich, weil man die gleichen Interessen, Ziele und „Einstellung zu Produkten und deren Betriebsweise hat“. Ich selbst bin also eigentlich mitten drin ohne wenn und aber.

Das man miteinander reden muss, wie hier oftmals vorgeschlagen wurde, selbstverständlich gerne. Aber mit den Richtigen, Motivierten, Innovativen und Lösungsorientierten, die den Wagen in die gleiche Richtung ziehen.

Ich sehe, ist natürlich subjektiv, daher 3 Gruppen als besonders wichtig für Imker an.

1) Die Streuobstwiesenbesitzer, die aller wichtigste Zielgruppe in jeder Hinsicht.

Nur einige Beispiele:

Bundeslandebene:
http://www.streuobstwiesen.org/
http://www.streuobstwiesen-bw.de/ (Man beachte unter „Aktive und Förderer“ wer alles dabei ist.)
http://streuobstinitiative.de/

Auf Stadtebene:
http://www.streuobstwiesen-eberstadt.de/

Das Thema Imker und Streuobstwiesen wird bereits bis in die Schulen getragen, man beachte die Solidargemeinschaft der Schulen:
http://www.unserland.info/projekte/kinder-und-jugendprojekte/19-schule-auf-der-streuobstwiese


2) Der nächste Ansprechpartner ist der Bund deutscher Gartenfreunde: „ … mit 15.000 Kleingärtnervereinen… Sie verwalten fast eine Million Kleingärten….“.

http://www.kleingarten-bund.de/bundesverband/portrait/ueber_uns

3) Die Waldbesitzer

http://www.bayer-waldbesitzerverband.de/


Nun die Idee, die man hier im Forum, sofern die Moderatoren damit einverstanden wären, diskutieren
könnte.

Man richtet hier einen Bereich ein, in dem die Forumsmitglieder die Aufstellung der Beuten/ Besteubungsleistung und deren Nutzen anbieten, aber zuerst nur für die oben genannten Gruppen, also einen Angebotsbereich. Der andere Bereich ist der Nachfragebereich ebenfalls nur für diese 3 Gruppen, könnte man durch Überschriften steuern. Ein Weiterer Bereich wäre der Angebotsbereich für Bienen und Königinnen mit einem verbundenen Nachfragebereich, weil es auch einige Interessierte gibt, die wir mit versorgen könnten. Um dies noch zu verstärken, könnten wir bestimmte interessante Internetauftritte von den oben genannten Gruppen zur gegenseitigen Verlinkung bringen, nach einer entsprechenden Anfrage als z.B. Partner- oder Kooperationslinks. Dies könnte der erste Schritt mit Vorbildwirkung sein.

BienenBewahrer
25.11.2012, 18:17
Hallo, Herbert, ich finde deine Ideen gut.
Ich habe gerade eine vernachlässigte Streuobstwiese gekauft, mußte sie einzäunen.
(Kaufvertragsbedingung)
Hier werde ich alte Obstsorten anbauen und eine Wildwiese fördern.
Mein Bienenhaus steht schon seit 25 Jahren dort, jetzt kann ich endlich meinen kleinen
Traum verwirklichen: Ein kleines Stück heile Bienenwelt.

Sachlich; Es sind viel mehr Schritte notwendig, als es für sich im kleinen zu machen.
Dazu gehört auch, daß man hinausgeht und Kontakte sucht und aufbaut.
Das fällt nicht jedem leicht.
Ich bin auch eher der Introvertierte, der im Internet aber ganz mutig tut.
Da sind schon Hürden zu meistern. In dem Sinne, Udo, der Bienenbewahrer.

Malte Niemeyer
25.11.2012, 19:58
Hallo,
die Idee ist genial, man müsste Werbung für unsere Bestäubungsleistung machen. Wieviele imker sind hier vernetzt und wieviele Bienenvölker stehen hier zur Verfügung?

Da könnten die Steuobstwiesen-besitzter und sonstige Leute die Bedarf an Bienen haben und den Sinn sehen, sich melden und über das Forum könnte der nächstliegende Bienenbesitzter ermittelt werden...

Das ganze ist natürlich nur dann Sinnvoll, wenns "seriöse" Aktionen sind. Zwei Wochen in ne Monokultur Apfelplantage wandern, einmal vergiftet zu werden und dann weggejagt zu werden mach keinen Sinn.

Mfg Malte Niemeyer

ImkerH
25.11.2012, 23:42
Hallo Udo,

„… jetzt kann ich endlich meinen kleinen Traum verwirklichen: Ein kleines Stück heile Bienenwelt.“
Kann ich nachvollziehen, ist tatsächlich so.

Was meinst Du mit dem Satz: „Da sind schon Hürden zu meistern.“
Ich habe auch bereits 2 kleine Grundstücke. Ich melde selbst die Bienenstöcke beim Veterinäramt und Seuchenkasse an. Wenn die Bestätigung da ist ermittle ich den jeweiligen Bienensachverständigen für den Bereich, der informiert wird. Von ihm bekommt man einen Termin für die Prüfung und er erstellt ein Gesundheitszeugnis. Bei fremden Grundstücken unterschreibt der Eigentümer mit. Fertig. Meist Du noch etwas anderes?

ImkerH
26.11.2012, 00:10
Hallo Malte,

genau so ist es gemeint.

Wir sind viele und wir haben ein gutes Wissen und können uns schnell austauschen und abstimmen. Bei den Streuobstwiesen Besitzern, bei denen ich nachgefragt habe, kann man die Bienen permanent stehen lassen und auch beim Veterinäramt und Seuchenkasse fest anmelden. Das ist wichtig. Dies ist wesentlich einfacher und hier muss man gar nicht wandern, wenn man nicht will. Die wollen meistens eine feste Beziehung teilweise mit Vertrag über Jahre. Die haben Prio 1. Bei Kleingärnern ist dies ähnlich. Weggejagt wirst Du hier nicht, im Gegenteil, eher am nächsten Baum angebunden damit Du nicht mehr weg kommst, habe von Imkern am Bodensee gehört. Mir ist es ja ähnlich ergangen. Die wissen schon was Sache ist. Seriös muss selbstverständlich sein. Das Bienen- und Königinnenangebot darf jedoch nicht vergessen werden.

heinz-egon
27.11.2012, 17:44
Ich bin schockiert.
Eine bis dato grüne Wiese ist nun plötzlich gelb.
Was hat der Bauer da gemacht? Unkrautvernichter draufgesprüht?

Warum macht man sowas? Ich bin fassungslos....

Will er nächstes Jahr Raps anbauen, der dann das (vermutliche) Glyphosat wieder aus dem Boden holt und meinen Bienen als Nektar verkauft? Leckere Neonicotinoide für mein Volk?

Die Wiese befindet sich 2,4 km Luftlinie von meinen Bienen entfernt. Ich kann nur hoffen, daß sie nächstes Jahr was besseres finden und nicht dort hin fliegen. Immerhin liegt das ganze Dorf dazwischen.

Ich begreife es nicht! Wie blöd muß man sein um sowas zu machen?

Nils
:SM_1_04:

16694


16695



16696

Bei diesem Bild hat der Landirt den Seitenstreifen ja noch geschont. Bei mir haben sie alles gleich mit behandelt.
Vor ca 5 Jahren haben meine beiden Hunde auf solch einer Wiese die frisch gespritz(noch nicht braun) war herumgetolt. Der ganze Bauch war wochenlang fast rohes Fleisch. Lt Tierarzt Allergie und das bei beiden Hunden. ein Dr..... im Ministerium in Hannover schrieb das aufgebrachte Mittel sei zugelassen.
Habe darauf nur geantwortet er sei herzlich eingeladen mit seinen Kindern Picknik auf der Wies zu machen. Einladung nicht angenommen.
liebe Grüße heinzegon

heuwender
27.11.2012, 18:57
Du hattes ja noch einen Bezug zum Schaden an deinen Hunden, auch wenn das in diesem Falle " nur als Sachbeschädigung " zählt (Diese Bezeichnung dreht einem den Magen um, wenn man seine Tiere liebt). Aber was ist mit den vielen anderen Allergien, deren Befallszahlen jährlich steigen? Da bleibt der Auslöser im Dunkeln.
Und im Ministerium braucht man nicht nach der Ursache suchen, die Brühe hat ja ´ne Zulassung!
Haftet der Ausbringer eigentlich bei einem enstandenen Schaden, wenn die gute fachliche Praxis beachtet wurde?

BienenBewahrer
27.11.2012, 19:08
Hallo Udo,

„… jetzt kann ich endlich meinen kleinen Traum verwirklichen: Ein kleines Stück heile Bienenwelt.“
Kann ich nachvollziehen, ist tatsächlich so.

Was meinst Du mit dem Satz: „Da sind schon Hürden zu meistern.“
Ich habe auch bereits 2 kleine Grundstücke. Ich melde selbst die Bienenstöcke beim Veterinäramt und Seuchenkasse an. Wenn die Bestätigung da ist ermittle ich den jeweiligen Bienensachverständigen für den Bereich, der informiert wird. Von ihm bekommt man einen Termin für die Prüfung und er erstellt ein Gesundheitszeugnis. Bei fremden Grundstücken unterschreibt der Eigentümer mit. Fertig. Meist Du noch etwas anderes?

Hallo, Herbert,
ich bin sozusagen ein wilder Imker, mehr ein Streuner in der Natur, der die Augen offenhält und immer wach ist.
Der seine Bienen artgerecht hält und auf Fragen anderer Imker über Drohnenvielfalt/mengen, Rechenschaft ablegen sollte/muß.
Meine Bienen sind gesund und nirgendwo registriert. Mir sind alle meldepflichtigen Krankheiten bekannt, auch die bei Bäumen, ich bin der Erste, der das meldet.
So verfahre ich seit 30 Jahren oder so.
Ich möchte kein Untertan sein, weil die da oben nichts Vernünftiges für uns Imker zustande bringen. Ich nehme auch keine Almosen von einem Verein an. Das macht nur abhängig,
man kann da nicht mehr widersprechen.

Was ich meinte, mit >Hürden meistern<, ich habe eher Kontaktschwierigkeiten, mache lieber mein Ding mit den Bienen, weil ich immer aufgelaufen bin, es wird nicht verstanden, was ich an den Bienen anders und wohlwollend mache.
Das erlebe ich nun seit einigen Jahren und mir reicht es nun zum Rückzug.
Ich bin nicht mehr so mitteilsam, kann und will es nicht mehr.
Weil mir die "Hürden" immer auf den Kopp knallen. Das tut weh.

In dem Sinne, der Bienenbewahrer

ImkerH
27.11.2012, 19:31
Hallo Udo,

ich habe Dich verstanden. Da haben wir vieles gemeinsam.

drohne
29.11.2012, 11:31
Wer etwas Zeit hat möge sich bitte diesen Link ansehen, Dankeschön an Cornelius für dessen Mühe

Josef


http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s-h_magazin/glyphosat119.html

Nils
29.11.2012, 11:53
Ein interressantes Video Josef. Da wird der Grenzwert um's zehnfache erhöht damit der Hersteller seine verseuchte Ware noch verkaufen kann. Toll.

Wie in der Medizin mit den Laborwerten, da werden die Grenzwerte seit Jahren immer weiter und weiter gesenkt, damit die Leute früher als "krank" angesehen werden....

Diese Welt ist echt der Planet der Affen....


Nils

Jena
29.11.2012, 13:50
...Diese Welt ist echt der Planet der Affen....
Bitte beleidige die Affen nicht; sie können nicht für uns!

Gruß, Jena

heinz-egon
29.11.2012, 17:25
Du hattes ja noch einen Bezug zum Schaden an deinen Hunden, auch wenn das in diesem Falle " nur als Sachbeschädigung " zählt (Diese Bezeichnung dreht einem den Magen um, wenn man seine Tiere liebt). Aber was ist mit den vielen anderen Allergien, deren Befallszahlen jährlich steigen? Da bleibt der Auslöser im Dunkeln.
Und im Ministerium braucht man nicht nach der Ursache suchen, die Brühe hat ja ´ne Zulassung!
Haftet der Ausbringer eigentlich bei einem enstandenen Schaden, wenn die gute fachliche Praxis beachtet wurde?

Hallo Jens
Bezüglich Allergin. Ich habe mein Lebenlang mit Magenproblemen zu tu gehabt. Bis vor zwei Jahren musste ich diverse Tabletten, Pillen usw schlucken. Nebenwirkungen Allergin und was sich sonst noch alles einstellt an Erscheinungen die das Leben soweit verändern, dass man nicht mehr weis was man machen soll.

Auf der Packung der letzten Pille standen die Wirkstoffe,die ich bislang nicht zur Kenntnis genommen hatte, wie bei denen zuvor. Bin mit diesen Begriffen ins Internet gegangen wo ich dann auch heraus fand für was die sind und vor allem was sie im Körper bewirken an posetiven, aber auch an Nebenwirkungen. Haben dann nach Alternativen gesucht. Fand eine Heilpratikerin die mir ein Stoffwechselprogramm empfahl.
Dieses Programm baut auf, auf eine Blutanalyse nach Blutgruppen. Hiernach wird festgestellt was der Körper jedes einzelnen wie verarbeiten kann.
Die Blutwerte aufgelistet auf 2 Din A 4 Seiten ergeben eine Einkaufsliste für Prudukte die der körper verarbeiten kann. Produkte die neutral sind und solche die man nicht essen sollte.
Nach dieser E Liste habe ich meinen Speiseplan zusammengestellt und hergerichtet. Ist eine neue Geschmacksrichtung und viele Lieblingsspeisen sind Tabu. Schon nach 4-5 Monaten waren alle Beschwerden verschwunden, ohne Tabletten, Magenspiegelungen usw.
Bis Heute jetzt genau 2 Jahre sind keine Symtome wieder aufgetaucht. Außer einer Blutuntersuchung im Jahr keinen Arztbesuch. Blutwerte habe sich verbessert obwohl auch hier Werte festgelgt sind, die die meisten Menschen krank erscheinen lassen um Medikamente zu verabreichen.
Wie man sieht ich komme ohne aus und mein Gewicht hat sich auf "Normal" eingpendelt. Von den 20000 Artikeln die es im Supermarkt für die Ernährung und gibt brauche ich 20 und davon die Hälfte am Markt. Soweit zu Allergin.

Liebe Grüße heinzegon

heuwender
29.11.2012, 22:16
Da freue ich mich , daß du deinen guten Weg gefunden hast. Ist sicher nicht eben leicht auf einen Großteil des Gewohnten zu verzichten. Aber wenns hilft.... Wünsche dir noch viel Gesunheit und Durchhaltevermögen!
Bin jetzt seit ziehmlich genau einem Jahr Insuliner. Könnte gut mitreden, aber über Krankheiten reden macht nicht gesund.
Mich stört nur, das es zur Guten fachlichen Praxis gehöhren soll, Chemie im Großen Stil auf landwirtschaftliche Nutzfläche auszubringen. Das es ein System gibt, das das zwangsläufig zur Notwendigkeit macht.

heinz-egon
30.11.2012, 14:50
Da freue ich mich , daß du deinen guten Weg gefunden hast. Ist sicher nicht eben leicht auf einen Großteil des Gewohnten zu verzichten. Aber wenns hilft.... Wünsche dir noch viel Gesunheit und Durchhaltevermögen!
Bin jetzt seit ziehmlich genau einem Jahr Insuliner. Könnte gut mitreden, aber über Krankheiten reden macht nicht gesund.
Mich stört nur, das es zur Guten fachlichen Praxis gehöhren soll, Chemie im Großen Stil auf landwirtschaftliche Nutzfläche auszubringen. Das es ein System gibt, das das zwangsläufig zur Notwendigkeit macht.

hallo Jens.
Das Durchhalten ist nicht besonders schwierig, da ich in Zubereitung der Speisen, Früstück und Abendessen viel gelernt habe wie gesundes schmackhaftes Essen zubereitet wird. Die Sendungen der Köche im Fernsehen tragen auch dazu bei, dass man es richtig macht z B die kurzen Garzeiten. Auch das Würzen lernt man, wobei ich wenig Salz verwende, denn der Eigengeschmack der Zutaten muss es machen.
Diese Geschmacksrichtung lernt man. Gib mir mal deine E Mail unter heinz@ritters.de und ich schicke dir wenn du möchtest meine Unterlagen.
Vielleicht kommst du auch ohne Spritzen aus. Es ist keine Diät im üblichen Sinne, die Zigfach angeboten werden.
Es gibt auch eien Buch darüber mit ähnlichen Ansätzen auf gleicher Basis. " Die Vier Blutgruppen" Hier ist nochallgemeinverständlicher aufgeführt worauf das ganze beruht. Jeder Mensch hat genau wie der Fingerabdruck einen inviduellen Stoffwechsel der mit den richtigen, bekömmlichen Produkten versorgt werden muss. Das Theam das diese Blutanalysen auswertet nennt dir auch einen Ansprechpartner in deiner Nähe, mit dem du es besprechen kannst. Versuche es, ich wünsche es dir. Ich glaube man kann nichts falsch machen und gewinnt eine neue Lebensqualität, die auch deinen Bienen und der Familie zugute kommt. Ich jedenfalls fühle mich wie neu geboren, auch wenn ich schon etwas älter bin. vielleicht machen auch noch andere mit die diesen Artikel lesen. Übrgens habe ich es hinbekommen, dass anstatt Ahorn Honig guter einheimischer Bienenhonig in den Rezepten bei der neuen Auflage genommen wird.
Liebe Grüße heinzegon.

heinz-egon
30.11.2012, 17:25
hallo Jens.
Das Durchhalten ist nicht besonders schwierig, da ich in Zubereitung der Speisen, Früstück und Abendessen viel gelernt habe wie gesundes schmackhaftes Essen zubereitet wird. Die Sendungen der Köche im Fernsehen tragen auch dazu bei, dass man es richtig macht z B die kurzen Garzeiten. Auch das Würzen lernt man, wobei ich wenig Salz verwende, denn der Eigengeschmack der Zutaten muss es machen.
Diese Geschmacksrichtung lernt man. Gib mir mal deine E Mail unter heinz@ritters.de und ich schicke dir wenn du möchtest meine Unterlagen.
Vielleicht kommst du auch ohne Spritzen aus. Es ist keine Diät im üblichen Sinne, die Zigfach angeboten werden.
Es gibt auch eien Buch darüber mit ähnlichen Ansätzen auf gleicher Basis. " Die Vier Blutgruppen" Hier ist nochallgemeinverständlicher aufgeführt worauf das ganze beruht. Jeder Mensch hat genau wie der Fingerabdruck einen inviduellen Stoffwechsel der mit den richtigen, bekömmlichen Produkten versorgt werden muss. Das Theam das diese Blutanalysen auswertet nennt dir auch einen Ansprechpartner in deiner Nähe, mit dem du es besprechen kannst. Versuche es, ich wünsche es dir. Ich glaube man kann nichts falsch machen und gewinnt eine neue Lebensqualität, die auch deinen Bienen und der Familie zugute kommt. Ich jedenfalls fühle mich wie neu geboren, auch wenn ich schon etwas älter bin. vielleicht machen auch noch andere mit die diesen Artikel lesen. Übrgens habe ich es hinbekommen, dass anstatt Ahorn-Sirup guter einheimischer Bienenhonig in den Rezepten bei der neuen Auflage genommen wird.
Liebe Grüße heinzegon.
hallo. Muss natürlich Ahorn Sirup heißen.

heuwender
30.11.2012, 19:12
Habe schon verstanden. Mail ist schon raus.

Nils
19.11.2013, 13:35
Vor genau einem Jahr schockte mich eine gelbe Wiese (siehe Beitrag #1).
Wie ging es weiter?


Die Wiese blieb eine Wiese. Allerdings war nur noch einheitliches "Monogras" darauf. Eine grüne Wüste...

Und jetzt - 1 Jahr später - ist die Wiese direkt daneben gelb. Und eine weitere, keine 500 Meter hinter dem Hof eben so.
Fotos habe ich keine mehr gemacht weil's mich frustriert...


Servus,

Nils

Hagen
19.11.2013, 14:16
Und jetzt - 1 Jahr später - ist die Wiese direkt daneben gelb. Und eine weitere, keine 500 Meter hinter dem Hof eben so.
Fotos habe ich keine mehr gemacht weil's mich frustriert...

Dein Frust kann ich sehr gut nachvollziehen.
Schau mal in das Thema "Aktion Neonikotinoide",
da findest Du Links zu Petitionen die fordern das Verbot
dieses Glyphosats.

Der Bundesrat hat dem Parlament nahe gelegt, dass Glyphosat
zu verbieten.
So lange Angelika Murksel nun keine besonderen Freunde bei Monsanto, Bayer, Syngenta oder BASF hat (was doch sehr wahrscheinlich ist),
könnte nach den letzten veröffentlichten Studien nun auch ein Verbot durch gehen.
Fruchtschädigend, Krebserregend, Parkinson, Autismus - .... wenn´s weiter nichts ist..... Hauptsache die Kasse klingelt.

drohne
19.11.2013, 15:12
Fotos habe ich keine mehr gemacht weil's mich frustriert...

Schade, gerade für solche Fotos haben wir einen völlig neues Bereich bei der "Aktion Neonicotinoide" geschaffen, gibt bitte Deinem Herzen einen Stoß und drück dennoch auf den Auslöser.

Josef

Hagen
19.11.2013, 15:30
Schade, gerade für solche Fotos haben wir einen völlig neues Bereich bei der "Aktion Neonicotinoide" geschaffen, gibt bitte Deinem Herzen einen Stoß und drück dennoch auf den Auslöser.Das stimmt allerdings.Danke Josef für den "Anstubser".Im Zuge dessen würde ich gerne die Bilder in diesem Thread in das Bilderarchiv aufnehmen.Für Argumentationen usw. können solche Bilder sehr gut herangezogen werden.VGHagen

Bienen Sepp
20.11.2013, 07:40
Hallo!

Viele unserer Mitbürger wissen nicht wie und in welchen Maße heutzutage Pflanzenschutz betrieben wird.
Wir als Imker sehen die Natur mit anderen Augen und es ist auch unsere Aufgabe Freunde, Bekannte usw.
auf diverse Entwicklungen aufmerksam zu machen.

im November werden die Wiesen halb tot gespritzt, im nächsten Jahr werden Milchkühe mit dem Futter dieser Flächen versorgt
Getreide wird kurz vor dem Drusch mit Round Up behandelt - und wann und wo baut sich dieses Gift ab? in der Mühle? beim Bäcker? in unserem Körper?
Kartoffelkraut wird kurz vor der Ernte geschlegelt und zur Sicherheit nochmals totgespritzt
auf Kürbisfeldern ist vor lauter Unkraut oft kein Kürbis zu sehen, ohne massiven Einsatz von .... könnte auf diesen Feldern keine Nachfrucht angebaut werden
Genmais gelangt über Futtermittel in unsere Nahrungskette, jedoch wegen ein paar Pollenkörner aus denselben Pflanzen wird Honig zum Sondermüll


Ihr werdet sehen, die Menschen verstehen, dass es ohne einen Mindesteinsatz von Pflanzenschutzmittel nicht gehen wird,
aber den grenzenlosen, oft von ein paar Cent gesteuerten Einsatz diverser Mittel verstehen die Wenigsten.

Informiert und ihr werdet sehen die Mitstreiter werden mehr.

Schöne Grüße Sepp

bienechristian
20.11.2013, 10:21
Hallo!

im November werden die Wiesen halb tot gespritzt, im nächsten Jahr werden Milchkühe mit dem Futter dieser Flächen versorgt
Getreide wird kurz vor dem Drusch mit Round Up behandelt - und wann und wo baut sich dieses Gift ab? in der Mühle? beim Bäcker? in unserem Körper?
Kartoffelkraut wird kurz vor der Ernte geschlegelt und zur Sicherheit nochmals totgespritzt
auf Kürbisfeldern ist vor lauter Unkraut oft kein Kürbis zu sehen, ohne massiven Einsatz von .... könnte auf diesen Feldern keine Nachfrucht angebaut werden
Genmais gelangt über Futtermittel in unsere Nahrungskette, jedoch wegen ein paar Pollenkörner aus denselben Pflanzen wird Honig zum Sondermüll



Schöne Grüße Sepp

Hallo, Bienensepp. Ich will ja nichts gegen Deine Äußerungen sagen, richtig können die aber kaum sein.

1. Wenn die Wiesen tod gespritzt werden, können die Kühe dort nichts mehr fressen, es müsste er wieder angesät werden, "halbtod" spritzen ist, so glaube ich, nicht möglich; so zu sagen, entwerder oder.
2. Punkt 2 stimmt, was ich hier allerdings sehr selten sehe, eine Regel dieses Vorgehen vermute ich nicht.
3. Kann so nicht stimmen, da RU ein Blattaktives mittel ist, wenn es erst abgeschlegelt wird, hat RU keine Wirkung "auf den Boden" es "hilft" auch nicht "präventiv"
4 und 5 kann ich nicht beurteilen.

Christian

Bienen Sepp
20.11.2013, 10:55
Hallo Christian!

Lange Zeit war es üblich Grünland mittels Fruchtfolge zu erneuern.
Dann verschwand in vielen Gebieten der Ackerbau und es wurde Dauergrünland.
Auch dieses wollte nach Jahren oder bei schwerer Verunkrautung erneuert werden, dies geschah vielfach durch Nachsaat
bzw. mittels Streifensaat mit speziellen Maschinen.
Nun wird scheinbar vor dieser Nachsaat die Wiese mit RU unkrautfrei gemacht.

Bei den Kartoffeln wird maschinell das Kraut vernichtet und damit das Unkraut keine Chance hat, kommt nochmals eine Chemiekeule.
Natürlich läuft die Ernte schneller und störungsfreier wenn das Feld von allen Grünzeug befreit ist.

Ich frag mich schon ob das sein muß, oder ob es für das Image der Landwirte nicht besser wär auf
solche Aktionen zu verzichten.

Schöne Grüße Sepp

bienechristian
21.11.2013, 09:02
Hallo, Sepp!

Also ich kenne das so nicht, und halte es auch nicht für die Regel, aber uns trennen einfach etliche KM, die den Unterschied machen dürften. Eine Grünlandserneuerung mittels Fruchtfolge ist mir noch nie untergekommen, eine Nachsaat allerdings schon? Welche "Fruchtfolge" sollte denn ein Grünland beinhalten? Grünland ist in den Regionen (hier) zumindest meist "nicht brauchbares Ackerland, also wenn der Boden nicht für Ackerland "taugt" dann wird es eben zum Grünland, bzw. es bleibt Grünland. Der Ackerbau verschwand doch "nur" in Gebieten, in denen kein Ackerbar sinnvoll möglich war, oder?

Wie das mit den Kartoffeln sein kann, überleg ich noch immer, es ist doch quatsch, das abgehäckselte Kraut zu spritzen, das KRaut ist doch so oder so nicht mehr wachstumsfähig... ich bin Ratlos

drohne
21.11.2013, 10:13
Bei uns ist es wiederum völlig anders, es gibt

* Waldgebiet

* Ackerland, hier gibt es wiederum zwei Möglichkeiten

a) bebaut = keine Förderung

b) Grünbrache von der Ernte bis 1.12. des laufenden Jahres = gefördert


bei uns Ackerland bzw. Grünland brach liegen lassen würden innert eines einzigen Jahres Unmengen von Akazien-Jungtrieben heranwachsen lassen, innert fünf Jahren wäre dies geschlossener Wald


Wie das mit den Kartoffeln sein kann, überleg ich noch immer, es ist doch quatsch, das abgehäckselte Kraut zu spritzen, das KRaut ist doch so oder so nicht mehr wachstumsfähig... ich bin Ratlos

Kartoffelkraut wird auch bei uns nicht gehäckselt, sondern sikkatiert, innert vier Tagen ist das Feld völlig braun. Wo all das viele Gift auf den Feldern hinkommt ist mir echt rätselhaft???

Josef

Bienen Sepp
21.11.2013, 10:30
Hallo Christian!

Ich bin auf einer für heutige Verhältnisse zu kleinen Landwirtschaft in der nördlichen Oststeiermark aufgewachsen.
Und hab wie es sich für den Ältesten gehörte, eine landwirtschaftliche Ausbildung genossen. Bin jetzt jedoch im flachen Teil
der Oststeiermark seßhaft geworden und verdiene mein Geld als Konstrukteur in einer namhaften Maschinenbaufirma.
Aber zurück zum Thema:


bis Mitte der siebziger Jahre wurde sogar in den Bergregionen Ackerbau betrieben die damalige Fruchtfolge war Getreide, Klee und einige Gras, nach spätestens 10 Jahren gings wieder von vorne los
dort wo es noch Rinderwirtschaft gibt und Ackerbau möglich ist findet man auch heute ähnliche Fruchtfolgen
worin Silomais, Getreide, Kartoffel, Klee und Gründland eingebunden sind
diejenigen Rinderbauern, welche Futtermittel im großen Still zukaufen, kultivieren auf ihren Feldern nur mehr
mehrschnittiges Grünland (in unserer Gegend bis zu 5 Schnitte). Natürlich kämpft auch diese Monokulturen mit
Schwierigkeiten und nicht alle Versuche abgenutztes, lückenhaftes, verunkrautetes Grünland zu Erneuern
findet meine innere Zustimmung
und kommst dann in Gegenden wo es im ganzen Dorf keine Kuh mehr gibt, ist Grünland eine lästige Fläche und
wird vielfach ohne Nutzung abgeschlegelt


Bei den Kartoffeln wird das Kraut geschlegelt sobald die Knollen die gewünschte Größe erreicht haben erst wenn die Knollen gereift sind kommt der Vollernter. Natürlich wird der Acker wieder "Grün" dieses ist eine Bremse beim Ernten. Um dies und eventuelle Erkrankungen der Frucht zu verhindern kommt nochmals die Chemiekeule.

Heuer ist mir noch kein mit Round UP behandeltes Grünland, Grünbache etc aufgefallen.
Jedoch hält das Zeug Einzug in die privaten Gräten und das ist wirklich nur Bequemlichkeit.

Schöne Grüße Sepp

hely1
23.11.2013, 13:00
Einzug in die privaten Gräten und das ist wirklich nur Bequemlichkeit.

Hallo
Ja, leider, da kann ich dir nur zustimmen! Bevor bei Verbundsteinen die Fuge ausgekratzt oder wie bei mir geflämmt wird, wird mit Round UP gespritzt. Oder wie ich selbst gesehen habe, ein Bio-Bauer, zumindest steht es groß vor seinem Verkaufsstand hat das Gras um seinen Stand und um eine Halle seine Halle niedergespritzt! Hört ich gut an! Oder! Ich war auch so doof und hab vor mehreren Jahren 1 l von diesem Zeug gekauft, diese steht immer noch bei mir herum und ich weiß nicht was ich damit anfangen soll!
Grüße
Helmut

Hagen
23.11.2013, 13:32
Ich war auch so doof und hab vor mehreren Jahren 1 l von diesem Zeug gekauft, diese steht immer noch bei mir herum und ich weiß nicht was ich damit anfangen soll!

Hallo Helmut,

so deppert war ich auch und habe ein Produkt namens "Plantaclean" gekauft.
Ich war damals (vor ca. 5 Jahren) noch etwas unwissender und habe mich
beschwatzen lassen und die beteuerte "Ungefährlichkeit für Mensch und Umwelt"
geglaubt.
Ein Liter ist es, und ist es immernoch, denn ich habe mich mit dem Produkt dann
hin gesetzt und recherchiert. Dabei erstmals festgestellt, dass es eben nicht
so unbedenklich ist und habe mich entschlossen es nicht anzuwenden in der Einfahrt.
Seit dem steht es in der Gift-Ecke in der Werkstatt, unter Lösungsmittel, Farben und
Lacke und ich weiß nicht wie ich den Sch... nun entsorgen soll.

Wenn Du da was weißt, sage mir bitte bescheid.

VG
Hagen

meister-miezebien
23.11.2013, 17:57
Servus miteinander.

bei uns (Deutschland/Bayern) gibt es ein sogenanntes Umweltmobil, das kommt zweimal im Jahr in die Gemeinde und dort kann man als Privathaushalt kostenlos Chemikalien zum Entsorgen abgeben.
Vielleicht gibt es sowas bei Euch auch!

gruß

bernhard

Palma40
23.11.2013, 18:20
Servus miteinander.

bei uns (Deutschland/Bayern) gibt es ein sogenanntes Umweltmobil, das kommt zweimal im Jahr in die Gemeinde und dort kann man als Privathaushalt kostenlos Chemikalien zum Entsorgen abgeben.
Vielleicht gibt es sowas bei Euch auch!

gruß

bernhard


Und so ist es in Baden-Württemberg auch.

hely1
23.11.2013, 21:51
Hallo
Das Entsorgen wäre ja kein Problem, ich könnte es in die Misthalle bringen, aber dann weiß ich das dieses Produkt nicht entsorgt sondern verwendet wird! Und das will ich auf keinen Fall!
Grüße
Helmut

meister-miezebien
24.11.2013, 10:05
Servus Helmut,

ruf doch mal beim Hersteller an und frag, wo Du das gute Zeug entsorgen sollst/darfst/kannst.

gruß

bernhard

Nils
24.11.2013, 20:15
Schade, gerade für solche Fotos haben wir einen völlig neues Bereich bei der "Aktion Neonicotinoide" geschaffen, gibt bitte Deinem Herzen einen Stoß und drück dennoch auf den Auslöser.

Na gut Josef,
heute habe ich mir einen Ruck gegeben und bin bei Regen stehengeblieben und hab's fotografiert.
Das Bild zeigt die diesjährige gelbe Wiese. Letztes Jahr war es die grüne Wiese dahinter (zwischen Feldweg und Straße). Auf dem Pflock saß gerade ein Mäusebussard (oder sowas ähnliches). Es sind mehrere Pflöcke in dieser Wiese.

Gift spritzen aber Pflöcke für Bussarde reinschlagen, damit die dann die vergifteten Mäuse fressen. Ich werde nicht schlau aus dem Bauern....

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Das ist die zweite Gelbe Wiese, links hinter dem Hof.
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Hier sieht man schön wie er beim Haus einen Bogen drum herum gemacht hat....
Warum nur?
41077

Malte Niemeyer
24.11.2013, 20:27
Hallo,

sowas ist wirklich nur bescheuert... Mit Pflanzenschutzmitteln sprühen, um Getreide vor Pilzbefall zu schützen oder die Raps-Monokulturen vor Rapsglanzkäfern oder meinetwegen die Kartoffeln vor Kartoffelkäfer finde ich ja noch in einigen Fällen nachzuvollziehen, aber zwischen dem Abschlegeln des Kartoffelkrauts und der Ernte alles niederzuspritzen oder Graß abzutöten, damit man leichter neu ansähen kann ist wirklich nur Hirnlos.

mfg Malte Niemeyer

drohne
24.11.2013, 20:37
Danke Nils, ganz genau solche Bilder benötigen wir, ich hoffe Naturfreund findet Zeit diese in unserem Bereich Neonicotinoiden einzufügen.

Solche Bilder machen einem echt Sorge, würde dies möglicherweise Sinn für den Bauern wie z.B. bei Kartoffeln machen so könnte man dies unter Umständen ja noch verstehen, aber Wiesen dermaßen abspritzen ist einfach ungeheuerlich. :n95:

Wie es den Bussard ergeht ist ihm völlig egal, wichtig ist ihm er fängt vorher noch einige Mäuse, offenbar benötigt er welche als Deko für sein Vorzimmer.

Josef