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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einige schwache Völker bei der Auswinterung, was tun damit?



Josef Fleischhacker
08.02.2008, 21:13
Obwohl wir Imker im Herbst eigentlich nur sehr starke Völker einwintern, passiert es doch immer wieder und oft weiß man nicht warum, plötzlich gibt es im Frühjahr einige schwache Völker beim Bienenstand. An den Königinen liegt dies aber ganz sicher nicht, denn diese haben bereits bei der Ablegerbildung im Mai bzw. Juni ihre ganz besondere Qualitäten bewiesen.

Was also kann die Ursache für diesen Aderlass an Bienen sein: wenn ich z.B. zurückdenke, hatten wir im Herbst in unserer Region einen ungeheuerlich massiven Zuzug von Zugvögeln. Vor allem Schwalben schnappten sich tausende und abertausende Bienen aus den Grünbrachen, vorwiegend und praktischerweise von den sehr niedrigen Erbsenfeldern. Auch die stets hungrigen Kohlmeisen lassen sich im Winter kulinarisch besonders gerne von unseren Bienen verwöhnen. Spechte und Spitzmäuse, aber auch infolge Reinvasion zugewanderte Milben fordern ebenfalls sehr hohen Tribut.

Was macht man nun mit jenen Völkern die nur mehr drei, vier oder allenfalls fünf Wabengassen Bienen beherbergen und sehr oft nur noch einige Handteller große Brutflächen aufweisen? An sich würden diese Völker nahezu niemals die Trachtstärke erreichen und uns lediglich eine Menge Arbeit bescheren. Abkehren vor den Flugloch eines anderen Volkes oder sogar abschwefeln, kommt für uns Imker natürlich keineswegs infrage, denn schließlich sind wir ja in erster Linie Bienenbetreuer und lassen deshalb unseren Schützlingen jede nur denkbare Unterstützung zukommen.

Wenn ich nun im Zuger der ersten Frühjahrsrevision solche Völker entdecke, werden diese kurzerhand dem Nachbarvolk aufgesetzt. Dazu nehme ich eine Küchenrolle und lege einige Blätter davon auf die Rähmchenoberteile eines intakten Volkes, befeuchte das Papier etwas mit einem Zerstäuber und stoße in dieses mit einem spitzen Gegenstand kleine „Lückerl“ hinein. Nun nehme ich die Brutraumzarge des schwachen Volkes und setze diese kurzerhand über das Papier auf. Innerhalb kürzester Zeit und ohne irgendwelche Probleme, erfolgt somit eine ganz friedliche Vereinigung dieser beiden Völker.

Sehr oft entwickelt sich dieses Volk infolge dieser Zusammenlegung zu einem geradezu großartigen Trachtvolk. Der Grund dafür ist, dass die zweite Königin nicht immer und sofort beseitigt wird, sondern diese fleißig und unbelästigt abermals ihre Qualitäten im oberen Raum beweisen darf.

Der Lohn für diese kleine Mühe ist ab der Obstblüte ein großartiges Trachtvolk und ein mit Sicherheit zu erstellender Ableger.

LG Josef

Maja
09.02.2008, 11:41
Hallo Josef,

das Aufsetzen eines schwachen Volkes auf ein stärkeres funktioniert nach meinen Erfahrungen im Frühjahr sehr gut, der Zeitraum, in dem man das machen kann, ist jedoch knapp bemessen.

Ich benutze ein Absperrgitter zwischen den Völkern, da geraten die Königinnen nicht aneinander. Zudem werden die Brutnester der Völker in die Mitte gerückt, so daß das untere (starkes Volk) das des schwachen Volkes mit wärmt. Spätestens zu Trachtbeginn muß man die Völker wieder trennen, da sonst eine Königin auf der Strecke bleibt.

Viele Grüße

Maja

Bienenwerkstatt
05.03.2008, 05:53
Schwache Völker auf Starke über Absperrgitter aufsetzen funktioniert sehr gut. Ich bevorzuge (wenns geht) die zweite Märzhälfte dafür. Meiner Beobachtung nach funktioniert es um so besser je größer der Stärkeunterschied zwischen "Wirt" und "Gast" ist. Der aufgesetzte Gast braucht praktisch aus nur einer (guten) Königin und einer Handvoll Bienen bestehen. Nach 4 - 5 Wochen wird wieder getrennt und zwar bleibt der Gast jetzt am Standort und der Wirt wird verstellt.

Einen mittelstarken Ableger aufzusetzen hat sich nicht bewährt. Der Gast muss richtig um Verstärkung betteln. Dann ziehen Ammenbienen in Scharen von unten nach oben. Die Königin legt los und ein negativer Brutindex wird vermieden. ( d.h. die Anzahl der Brutzellen übersteigt die Anzahl der Bienen). Solche Völker wären bei einem späten Käteeinbruch verloren. (Alles schon dagewesen).

Bliebe hingegen der Wirt am Standort wird er wahrscheinlich zeitig schwärmen. Wird hingegen wie oben beschrieben verstellt, ist das eine Schwarmbremse und ausserdem können beide gleichzeitig sofort (Wetter vorausgesetzt) mit einer Mittelwandzarge erweitert werden.

L.G. Heinz

the czar
05.03.2008, 08:21
Moin,
habe das Aufsetzen auf dem Nachbarvolk vorgestern vor Kälteeinbruch durchgeführt. Das kleine Volk (KS mit gekaufter Kö. von 2007) erschien mir zu schwach um mit Sicherheit die kalten Tage zu überstehen. Ich habe ein Absperrgitter verwendet um die Königin zu erhalten. Papier habe ich allerdings nicht verwendet. Wäre dies notwendig gewesen?
Zusätzlich schob ich bei allen Völkern die Bodeneinlage rein um etwas wärmeregulierend behilflich zu sein. Macht ihr das grundsätzlich auch so?
Gruß Peter

Josef Fleischhacker
05.03.2008, 15:56
Ich habe ein Absperrgitter verwendet um die Königin zu erhalten. Papier habe ich allerdings nicht verwendet. Wäre dies notwendig gewesen?

Absperrgitter ist sehr gut Peter, zusätzlich gebe ich immer eine etwas angefeuchte Lage Küchenrolle auf das Gitter. Eine Zeitung möchte ich den Bienen eher nicht zumuten. An sich begleitet mich ständig eine Rolle in meiner Trödelbox, habe ich mir eben angewöhnt und die Bienen haben nicht unverzüglich und sofort Kontakt zueinander.

Übrigens Peter, die Zeit vor dem momentanen Kälteeinbruch war sehr gut gewählt. Nun kannst für einige Tage die Hände auf´s Schoss legen.

@ >Bienenwerkstatt

Frage Heinz: würdest Du Dich trauen diese beiden nun zusammengelegten Völker in die Marillentracht mitzunehem? Ich frage deshalb, weil ich einige Völker zur Bestäubung in die Wachau bringen soll und nicht ganz schlüssig bin welche! Nicht ganz schlüssig deshalb, weil ich doch die Vierer Völker -also die guten- nicht unbedingt einer doch gewissen Gefahr bezüglich spritzen aussetzen möchte. Der Marillengärtner spritzt natürlich nicht wenn Bienen fliegen, aber ob sich die anderen daran halten?

LG Josef

Astacus
05.03.2008, 19:11
Hallo,

meine Meinung zu den schwachen Völkern.
1. Sich selber überlassen, nicht eingreifen vielleicht schaffen sie es und haben dann im Juni Ihren Höhepunkt.
2. Wenn das Ende unvermeidbar ist, bei Flugwetter 20 Meter abseits vom Bienenstand abkehren und Waben einschmelzen.

Dies klingt zwar ziemlich brutal, aber das ist meine Form von Zuchtauslese. Ich will schon wissen von welcher Königin ich nachziehen soll, wenn jetzt aber ein starkes Volk ein schwächeres ergänzt, kann ich dieses Volk nicht mehr in die Bewertung nehmen, sowohl schwaches als auch starkes Volk.

Gruß
Astacus

Milb
05.03.2008, 20:26
Schwache Völker lasse ich laufen
und verwerte sie für Ableger

Euer Milb

Josef Fleischhacker
05.03.2008, 21:53
... meine Meinung zu den schwachen Völkern.
1. Sich selber überlassen, nicht eingreifen vielleicht schaffen sie es und haben dann im Juni Ihren Höhepunkt.

Hier kommt es wohl auf die Prioritäten des einzelnen Betriebes an.

Als nur Standimker und mit einem Betrieb der nicht unbedingt viel Honig benötigt, ist es mir der Zustand der Völker mitunter egal. Auch Imker die nicht unbedingt Rapshonig benötigen, können Schwächlinge durchaus aufpäppeln.

Aber jene Imker die sehr streng auf den Ertrag achten müssen, können Nachzügler ganz einfach nicht nicht brauchen. Hier ist eben zusammenlegen die sinnvollere Alternative.

Auch ich praktiziere dies und schaue dann rechtzeitig darauf, dass ich wieder zu guten Ablegern komme.

Josef

Bienenwerkstatt
05.03.2008, 22:56
Hallo Josef, ja ich sehe da kein Problem. (vom Spritzen natürlich abgesehen). Die Beiden vertragen sich meist ausgezeichnet wenn wie gesagt der Stärkeunterschied ausgeprägt genug ist. Ergänzung, nur der Vollständigkeit halber - Obenflugloch öffnen!
l.G.Heinz

Josef Fleischhacker
05.03.2008, 23:07
... ja ich sehe da kein Problem.

Dankeschön für die rasche und positive Antwort Heinz. Ich war mir da nicht ganz so sicher, denn die guten Völker möchte ich doch nicht -gewissermaßen- opfern und mit einräumigen schaut die Sache doch auch nicht sehr gut aus.

Diese Wachauer Marillenbauern brauchen ganz einfach Bienen, also müssen wir Imker gegen eine gewisse Gefälligkeit einspringen, nicht wahr! B2

LG Josef

the czar
06.03.2008, 07:01
Darf ich fragen, weshalb Obenflugloch üffnen? Ist an meinen Beuten gar nicht vorhanden.
Gruß Peter

jomasch67
06.03.2008, 15:51
Hallo Astacus,

Hallo,
meine Meinung zu den schwachen Völkern.
1. Sich selber überlassen, nicht eingreifen vielleicht schaffen sie es und haben dann im Juni Ihren Höhepunkt.
2. Wenn das Ende unvermeidbar ist, bei Flugwetter 20 Meter abseits vom Bienenstand abkehren und Waben einschmelzen.

Das würde ich aber nur empfehlen, wenn es sich um gesunde Völker handelt, denn wir wollen ja nicht die Nosema oder Varroen auf die restlichen Völker verteilen - oder?
Im Zweifelsfall würde ich zum Abschwefeln raten!

Mfg,
Johannes

Astacus
06.03.2008, 19:40
Hallo Johannes,

wenn ich eine "verschissene Beute" hätte, würde ich auch zum Abschwefeln raten.
Im Grunde aber hast du völlig Recht, wenn man jetzt so einen auffallenden Schwächling im Frühjahr hat, ist irgendwas faul bzw falsch gelaufen, und Abschwefel ist dann die sicherste Variante.

Gruß
Astacus

Josef Fleischhacker
06.03.2008, 22:59
wenn ich eine "verschissene Beute" hätte, würde ich auch zum Abschwefeln raten.
Im Grunde aber hast du völlig Recht, wenn man jetzt so einen auffallenden Schwächling im Frühjahr hat, ist irgendwas faul bzw falsch gelaufen, und Abschwefel ist dann die sicherste Variante.

Ich möchte bitte niemanden widerreden oder sogar noch besser wissen, denn jeder hat so seine Erfahrungen und ein Forum soll ja schließlich zur Kommunikation dienen. Aber einen Einwand möchte ich dennoch hier anbringen.

Seit ES & AS Zeiten gibt es nahezu keine Nosema und auch keine Amöbenkrankheiten. Detto Tracheenmilben, Kalkbrut und auch die Bienenlaus habe schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Manche Ortsgruppen untersuchen diese einstigen Krankheiten auch überhaupt nicht mehr, sondern deren Gesundheitswarte gehen immer öfters zur bedeutend aussagekräftigeren Standkontrollen über.

Meiner Meinung nach resultieren Schwächlinge eher infolge der Milben oder wie im meinem Fall einer massiven Schwalbeninvasion im Spätherbst. Hier nachzulesen: http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.p ... eninvasion (http://www.iphpbb.com/board/viewtopic.php?nxu=98043460nx75479&t=327&highlight=schwalbeninvasion)

Ist möglicherweise nicht glaubwürdig, aber persönlich habe ich noch niemals eine Schwefelschnitte bei lebenden Bienen benötigt. Ist offenbar psychisch bedingt, denn ich musste mitansehen, wie meinem Paten seine letzten drei vollkommen gesunden Völker abgeschwefelt wurden und dies auch nur weil in diesem Grätzel -angeblich- Faulbrut bemerkt wurde. Noch heute blutet mir das Herz bei diesem Anblick.

Josef

jomasch67
07.03.2008, 08:19
Hallo Josef,


Seit ES & AS Zeiten...
Du behandelst deine Bienen mit Essigsäure?
Ich weiß, daß ES Nosemasporen abtötet - von einer Anwendung bei lebenden Bienen habe ich aber noch nichts gehört. Kannst du das bitte näher erläutern?


... gibt es nahezu keine Nosema und auch keine Amöbenkrankheiten. Detto Tracheenmilben, Kalkbrut und auch die Bienenlaus habe schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen.
Ja, Tracheenmilbe, Bienenlaus und Amöbenkrankheit wurde durch die AS der Gar aus gemacht. Was die Nosema angeht, so bin ich nicht ganz deiner Meinung.
Nicht vergessen werden sollte allerdings, daß es nicht nur die erwähnten klassischen Bienenkrankheiten gibt. Vor allem in durch die Varroa angeschlagenen Völkern können sich Viren ausbreiten. Ein großer Teil des immer wieder gehörten Bienensterbens dürfte auf das Konto von Viren gehen.


...ich musste mitansehen, wie meinem Paten seine letzten drei vollkommen gesunden Völker abgeschwefelt wurden und dies auch nur weil in diesem Grätzel -angeblich- Faulbrut bemerkt wurde.
Gott sei dank passiert heute die Faulbrutsanierung anders (zumindest bei uns).

Mfg,
Johannes

Josef Fleischhacker
07.03.2008, 20:35
Zitat jomasch67

Du behandelst deine Bienen mit Essigsäure?

Nein, natürlich nicht Johannes, aber die wenigen Waben die ich mir über den Winter aufhebe, werden mit ES vor den Wachsmotten geschützt.





Zitat jomasch67

Nicht vergessen werden sollte allerdings, daß es nicht nur die erwähnten klassischen Bienenkrankheiten gibt. Vor allem in durch die Varroa angeschlagenen Völkern können sich Viren ausbreiten.

Ja schon, aber dann ist der Stock entweder leer oder sämtliche Bienen liegen verendet am Bodenbrett. Bei mir 2004 passiert und auch da bekamen die gerade noch überlebenden Völker nicht den Streifen, sondern wurden zusammengelegt.

Ich meinte ursprünglich, dass die klassische Nosematose nahezu nicht mehr zu finden ist.


Zitat jomasch67

Gott sei dank passiert heute die Faulbrutsanierung anders (zumindest bei uns).

Auch bei mir als Gesundheitswart, da wird kein Volk mehr abgeschwefelt, sondern mittels Kunstschwarmverfahren einer Sanierung unterzogen.

Hans-Joachim Heyer
30.03.2009, 22:48
Hallo!

Nach langer Schreibabstinenz melde ich mich wieder zurück! Heute war sonniges und mit ca. 12 Grad recht warmes Wetter. Die Bienen brachten sammelten wieder fleißig Haselnusspollen. Nur 2 Völkchen wieder mal nicht. Ich hatte lange gezögert, denn die Schwäche dieser beiden Völker war mir bereits am 23.2. aufgefallen, als ich an einem ebenfalls sonnigen Tag bei 12 Grad alle Völker kontrollierte und 2 tote Völker (starke!) vorfand. Heute setzte ich die beiden Völkchen über Absperrgitter auf starke Völker auf. Wie sollen erstarken, wenn sie bei diesem schönen Wetter keinen Pollen sammeln?

DArwin und dessen Theorie vom Überleben deer Stärkeren ließ ich außen vor, da ich glaube, dass nicht die Königinnen schwächelten, sondern dass ich nicht alles richtig gemacht hatte. Die beiden schwachen Völker waren die letzten Ableger, die ich 2008 gebildet hatte.

Die beiden toten Völker (von 10 Völkern, die ich besitze) sind offensichtlich verhungert. Das eine wurde bereits im Herbst ausgeräubert. Ich hatte wohl zu wenig nachgefüttert und/oder das Volk wurde unbemerkt weiter geplündert. Ich weiß nicht. Das andere Volk saß auf 2 Zargen. In der unteren war das verhungerte (?) Volk in der Wintertraube; in der oberen war das Futter. Hat die sehr lange Kälteperiode dazu geführt, dass die Wintertraube es nicht in die obere Zarge schaffte? Keine Ahnung.

Josef Fleischhacker
30.03.2009, 23:04
Ist heute schon zu später Stunde und nach einem langen Arbeitstag tun alle Knochen weh, aber morgen werden wir uns mit den Fragen auseinandersetzen Hans-Joachim, OK.

Josef

Supernova
30.03.2009, 23:20
Hallo!
DArwin und dessen Theorie vom Überleben deer Stärkeren ließ ich außen vor, da ich glaube, dass nicht die Königinnen schwächelten, sondern dass ich nicht alles richtig gemacht hatte. Die beiden schwachen Völker waren die letzten Ableger, die ich 2008 gebildet hatte.
Excuse me, Hajo, "survival of the fittest" not "survival of the strongest", first means "Überleben vom passendsten"! (eine der häufigsten Fehlübersetzungen und Fehlinterpretationen). Irgendwas hat also nicht gepasst bei deinen Biens. Möglicherweise nicht passend zu deinem Kleinklima.

Verena Hagelkruys
31.03.2009, 08:31
Hallo,

eigentlich kommt es bei den Bienen sehr oft vor das sich das stärkste Volk über den Winter verabschiedet. Ist mir heuer auch wieder so gegangen. Eines meiner Völker ist im Herbst echt übergegangen von Bienen. Wir haben es sogar noch bei den KS geschröpft, trotzdem war da unglaublich viel Bienenmaterial drinnen. Heuter im Frühjar war es ex. Da kommen einen echt die Tränen.

Josef Fleischhacker
31.03.2009, 15:28
Nun Hans-Joachim, mein Eindruck zu diesen beiden Ex Völkern.



Wie sollen erstarken, wenn sie bei diesem schönen Wetter keinen Pollen sammeln?

Überwinterte Bienen benötigen im zeitigen Frühjahr nicht unbedingt und Massenhaft Pollen, der lagert ja schließlich schon fix und fertig seit dem Spätherbst in den Randwaben und wartet darauf verwertet zu werden.


Zitat H-JH

Heute setzte ich die beiden Völkchen über Absperrgitter auf starke Völker auf.

Aufsetzen war OK, aber bitte warum mit ASG? Besser wäre eine angefeuchte Küchenrolle oder eine Lage feuchte Zeitung gewesen. Die obere Mami, also jenes vom schwächeren Volk, hätte sicherlich ins Gras gebissen, aber die Vereinigung hätte ein sehr starkes Volk produziert. Nur starke Völker bringen Honig, zwei schwache zweimal nichts als lediglich Arbeit.


Zitat H-Jh

Die beiden toten Völker sind offensichtlich verhungert.

Das wäre ärgerlich, aber immer und eindeutig Schuld des Imkers. St. Petrus wird schon mit dem Rohrstaberl wacheln. ;-) Auch stille Räuberei kann man mittels Bodeneinlage sofort erkennen und bei Bedarf agieren. Hat die Bienentraube egal wann und zu welchem Zeitpunkt die hintere Wand erreicht, muss unverzüglich gefüttert werden. Dies ginge auch im Winter mit kristallisierten Honig oder eben Futterteig.



Zitat H-JH

Ich weiß nicht. Das andere Volk saß auf 2 Zargen. In der unteren war das verhungerte (?)

Auch dafür gibt es eine Erklärung, nämlich wenn der Abstand zwischen den beiden Zargen bzw. dem unteren und oberen Rähmchen zu groß ist, schafft die Wintertraube den Umstieg nach oben und verhungert somit trotz voller Futterwaben.


Aber tröste Dich Hans-Joachim, der Überwinterungserfolg ist dennoch als sehr gut zu bezeichnen, zu welchen ich herzlich gratulieren möchte. Zur Strafe der beiden Völkern musst nunwieder öfters bei uns reingucken, OK. :n99:

Josef

Supernova
31.03.2009, 15:46
Aufsetzen war OK, aber bitte warum mit ASG? Besser wäre eine angefeuchte Küchenrolle oder eine Lage feuchte Zeitung gewesen. Die obere Mami, also jenes vom schwächeren Volk, hätte sicherlich ins Gras gebissen, aber die Vereinigung hätte ein sehr starkes Volk produziert. Nur starke Völker bringen Honig, zwei schwache zweimal nichts als lediglich Arbeit.

Josef

Das Aufsetzen eines schwachen Volkes - bei dem Königin in Ordnung ist! - auf ein starkes Volk ist eine erprobte Methode um schwache Völker zu retten. Die obere Königin geht mit der unteren in Legekonkurrenz und die obere Brut wird von den Jungbienen des unteren Volkes mit gepflegt. Die Vereinigung muss vor der Frühtracht erfolgen wenn noch wenig Brut da ist, die Trennung zu Beginn der Obstblüte. Am besten verbringt man die nun verstärkten "Aufsetzer" an einen anderen Stand.

Hans-Joachim Heyer
31.03.2009, 17:29
Heute was wieder ein sonniger Tag bis 15 Grad. Die Bienen sammelten fleißig Pollen - Haselnuss, sonst gibt es nichts mehr (Krokus und Schneeglöckchen sind so gut wie verblüht), Weide ist noch nicht so weit.

Ich hatte letztes Jahr beim Einfüttern auf den Rat anderer Imker gehört, die sagten, ein Eimer Api-Invert (14 l Sirup) würde reichen. Meine Völker sind derzeit allesamt mit nur sehr geringen Futtervorräten versorgt. 14 l waren eindeutig zu wenig. Dieses Jahr werde ich mit 18 l einfüttern. Ich füttere derzeit mit Zuckerwasser 1 : 1 nach. (Ich stellte in 15 m Entfernung 3 Gurkengläser umgedreht mit Zuckerwasser und Löchern im Deckel auf.)

Ich war vorgestern bei einem Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Liebig. Er hatte das Aufsetzen schwacher Völker über Absperrgitter auf starke Völker empfohlen. Heute sah es an allen Fluglöchern hervorragnd aus: Hochbetrieb! Fast jede Sekunde kam eine pollenbeladene Biene vom Sammelflug zurück. Ob die Völker noch genug Pollen vom Vorjahr haben, weiß ich nicht, da ich mir die Waben im einzelnen noch nicht angeschaut habe. Mit einer genauen Durchsicht der Völker warte ich noch eine Weile, vielleicht bis zur Weiden- oder Kirschblüte, je nachdem, wie das Wetter ist.

Milb
01.04.2009, 00:16
Es kommt nicht drauf an wie viel gefüttert wird
sondern was insgesamt drin ist

fürs nächste Mal Waage kaufen

Milb

Verena Hagelkruys
01.04.2009, 18:03
Hallo,

eigentlich kommt es bei den Bienen sehr oft vor das sich das stärkste Volk über den Winter verabschiedet. Ist mir heuer auch wieder so gegangen. Eines meiner Völker ist im Herbst echt übergegangen von Bienen. Wir haben es sogar noch bei den KS geschröpft, trotzdem war da unglaublich viel Bienenmaterial drinnen. Heuer im Frühjar war es ex. Da kommen einen echt die Tränen.

Hans-Joachim Heyer
08.04.2009, 12:21
Ich glaube, ich weiß jetzt, warum eines meiner Völker verhungert ist. Es war wie gesagt ein starkes Volk, das in der unteren Zarge sehr früh (zu früh?) gebrütet hat. Währenddessen hat es - da volksstark - alles Futter in dieser Zarge verbraucht. Normalerweise wäre die Wintertraube nun in die obere Zarge gewandert, wo es noch reichlich Futter gab, aber die Bienen hatten sich wohl geweigert, die Brut zu verlassen und sind lieber verhungert.

Was haltet ihr von dieser These?

Supernova
08.04.2009, 12:47
Typischer Futterabriss bei zweiräumiger Betriebsweise

40Gast
08.04.2009, 13:51
Typischer Futterabriss bei zweiräumiger Betriebsweise

Wieso typisch? Ich überwintere immer 2-räumig und kenne das Problem nicht!

Supernova
08.04.2009, 14:15
Typisch für Völker deren erster Bruteinschlag über das für die Volksstärke tragbare Mass hinaus geht. Dabei gibt es in der zweiräumigen Betriebsweise häufiger Probleme wenn dann ein Kälteeinbruch kommt. Brut geht vor allem anderen!

Josef Fleischhacker
08.04.2009, 18:17
Wieso typisch? Ich überwintere immer 2-räumig und kenne das Problem nicht!

Weil Deine Beuten offenbar optimal zusammenpassen. Ist dies jedoch nicht so und es bestünde ein größerer Freiraum zwischen den oberen und unteren Rähmchen, kann die Wintertraube nicht nach oben gelangen.

Beispiel: bei unteren Magazin sind die Rähmchenoberträger 15mm, beim oberen Magazin die unterer Leisten 9mm und wenn dann noch ein Zwischenraum von etwa 20mm dazukommt, hat die Wintertraube bereits 44mm zu überwinden. Eine lockere Traube bei eher wärmerer Wintterung schafft dies problemlos, aber nicht eine eng sitzende bei sehr starker Kälte.

Josef

Hans-Joachim Heyer
09.04.2009, 00:02
Ich werde demnächst mal nachschauen. Falls der Abstand der Waben zwischen den beiden Zargen mehr als 1 cm beträgt, werde ich nächsten Winter Klötzchen oder so was auf die Rähmchen der unteren Zarge legen, damit die Bienen daran hochkrabbeln können.

Supernova
09.04.2009, 07:20
Zwischen den Rähmchen der beiden Kisten darf vertikal nicht mehr als der beespace sein! Nix Klötzchen, Kisten abschneiden wenn nötig!