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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Winterverluste: Ursachen am toten Volk erkennen



Sebastian
25.03.2011, 07:53
In einem anderen Thread werden die verschiedenen Auswinterungserfolge bzw. -verluste Diskutiert.

Da hier im Forum sowohl viele alte Hasen als auch eine ganz Menge frischgebackener Imkermeister, die die gesamte Theorie noch griffbereit in Gedächtnis haben, vertreten sind habe ich folgende Bitte:

Eine ganz wichtige Frage beim Thema Winterverluste ist die Suche nach der Ursache. Daher hätte ich gerne gewusst, welche Anzeichen und Hinweise man finden kann und wie sie zu interpretieren sind, um die Ursache des Völkerverlustes aufzuklären.

Woran erkennt man Tod durch:

Varroa
Weisellosigkeit
Zu geringe Volksstärke
Futtermangel
untaugliches Futter
...


Bilder zur Illustration wären natürlich das Tüpfelchen auf dem I!

Bin schon gespannt auf die Antworten,

lg,
Sebastian

Gast1
25.03.2011, 09:20
Hallo Sebastian,

hast du in deiner Aufzählung etwas wichtiges vergessen,
dessen ein Pünktchen unwürdig ist?
Im übrigen ist dein Vorschlag prima. Dass Bilder oder Kurzvidios
eine große Hilfe wären, sehe ich auch so, z.B. um an Nosema
erkrankte Bienen im Sommer und/oder Herbst auch im Ab- und Anflug
zu erkennen. Die Ursachensuche wäre ein sich dann anschließender Schritt.

Gruß

Alfred

drohne
25.03.2011, 19:58
Bin schon gespannt auf die Antworten, ...

Natürlich bin auch ich in diesem sehr wichtigen Thread dabei, bitte aber um etwas Geduld, komme soeben aus einem 13 Stunden Dienst aus Wien retour.

Morgen gibt´s auch Fotos zu sehen. :n3:

Josef

Norbee81
25.03.2011, 21:09
Hallo!

Vorigen Winter hab ich Bilder von einem verhungerten Volk (Ableger..) gemacht.
Grund dafür war die geringe Volksstärke in Verbindung mit dem einseitigen Wintersitz wo schon Brut war. Auf der anderen Seite waren noch Futterwaben, unerreichbar für das Völkchen.
Eine Futtergabe im September hätte auch mehr Futter in der Nähe des Bienensitzes ermöglicht. Vermutlich wurde auch still geräubert, ein schwaches Volk kann unter starken Völkern Probleme bekommen.

verhungertes Volk, Bienen stecken in den leeren Zellen, Tote liegen am Boden:
http://img695.imageshack.us/img695/4585/p2250003m.jpg (http://img695.imageshack.us/i/p2250003m.jpg/)

http://img705.imageshack.us/img705/9294/p2250001i.jpg (http://img705.imageshack.us/i/p2250001i.jpg/)

Uploaded with ImageShack.us (http://imageshack.us)

Koizchen
26.03.2011, 07:51
Hallo,

ich habe in diesem Zusammenhang gehört, dass manche Imker für die Einwinterung extra die Waben durchbohren, damit die Arbeiterinnen zu den Vorräten durchkommen. Andere gehen her und bauen eine Art Erhöhungskranz für den Deckel, um dann Leisten über die Rähmchen zu legen, mit denen die Bienen an die Vorräte herankommen.

Ich bin zwiespältig, da ich davon ausgehen muss, dass das Volk ohne menschliche Hilfe eingehen würde. Im Grunde sollten die Bienen aber wissen, wie es zu laufen hat.

Grüße

Tim

drohne
26.03.2011, 20:02
...für die Einwinterung extra die Waben durchbohren, damit die Arbeiterinnen zu den Vorräten durchkommen. ...

Da gibt es die verschiedensten Methoden, Hollerstäbchen oder Schilfhalme auflegen, ist aber zumeinst nicht notwendig, den die Bienen bauen oberhalb der Trägerleisten Wachsbrücken, diese sollte man im Herbst ganz einfach nicht entfernen.

Hier zwei Waben

http://iphpbb3-storage.s3.amazonaws.com/iphpbb3-bienenforum-1d84d434dacacf544a146be84ec1d0f1/2011032641_vordemausraubengerettetdennochzuschwach umdenwinterzuschaffen.jpg



http://iphpbb3-storage.s3.amazonaws.com/iphpbb3-bienenforum-1d84d434dacacf544a146be84ec1d0f1/2011032602_mittejnnererfroren.jpg

Chrigel
26.03.2011, 20:47
Guten Abend
Die Völker dieses unerfahrenen Imkers haben im Stock abgekotet (aber nicht wegen Waldhonig). Beim einen Volk lebten noch ein knappes Pfund Bienen. Zwei Ursachen:
Auf Grund der Schilderung ungenügende Milbenbekämpfung und der grosse Totenfall in den kalten Monaten hat die Fluglöcher verstopft, was der Imker nicht gemerkt hat.

http://iphpbb3-storage.s3.amazonaws.com/iphpbb3-bienenforum-1d84d434dacacf544a146be84ec1d0f1/2011032622_ruhr.jpg

http://iphpbb3-storage.s3.amazonaws.com/iphpbb3-bienenforum-1d84d434dacacf544a146be84ec1d0f1/2011032605_ruhrmitleben.jpg

Bienen abschwefeln und alles Wabenmaterial in die KVA war meine Anweisung.

einen schönen Sonntag wünscht
Christian

drohne
26.03.2011, 20:57
Zwar appetitlich nicht sehr schöne, aber tolle Lehrbilder kommen da herein, ist besonders für JungimkerInnen sehr, sehr wertvoll. Falls dazu bitte Fragen auftauchen, nur her bitte damit, unsere Experten werden dies sehr gerne beantworten.

Josef

Gast1
27.03.2011, 08:39
Auf Grund der Schilderung ungenügende Milbenbekämpfung

Diese Argumentation läuft in der wissenschaftlichen Spur des Deutschen Bienenmonitorings.

Prosit

Alfred

Rabe
27.03.2011, 16:42
Diese Argumentation läuft in der wissenschaftlichen Spur des Deutschen Bienenmonitorings.und? Ist das nun deswegen gut oder schlecht, richtig oder falsch?

Gruß Ralf
http://www.smiliemania.de/smilie.php?smile_ID=1810

Maas
28.03.2011, 11:01
Bienen abschwefeln und alles Wabenmaterial in die KVA war meine Anweisung.
Hallo, was versteht man denn unter KVA?

Danke und viele Grüße
Markus

Chrigel
28.03.2011, 11:14
Bienen abschwefeln und alles Wabenmaterial in die KVA war meine Anweisung.
Hallo, was versteht man denn unter KVA?

Danke und viele Grüße
Markus

guten Morgen Markus

KVA = Kehrichtverbrennungsanlage , bei uns in der Schweiz eine gängige Abkürzung.

und ausserdem.....
die zynische Bemerkung von Alfred entspringt seiner Ansicht, dass ich eine Beurteilung der Varroabehandlung ohne Grundlage abgegeben habe.

Ich habe die ungünstige Situation der beiden Völker schon im Oktober gesehen und dem Imker Sofortmassnahmen vorgeschlagen, die er leider nicht umgesetzt hat.
Unter der Masse toter Bienen lagen anfangs März zahllose verkrüppelte Bienen und im Gemüll fanden sich Milben gleich dutzendweise. Dass die Verkotung nicht unbedingt ins Bild milbengeschädigter Völker passt sei dahingestellt - hier haben dann wohl die weitere Faktoren ihren Beitrag geleistet.

Mit freundlichem Gruss
Christian