Winterbehandlung - verzichtbar?

Marcel

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Nein, bei Kleinimkern wird sich keine Chance auftun resistente Bienen zu zuechten.
Da benoetigt man hunderte Voelker und kuenstliche Besamung und trotzdem gelingt es uns noch nicht.

Resistent werden die Bienen sowiedo nicht, es reicht dass sie ohne Behandlung im Einklang mit der Milbe leben koennen( apis cerana)
Lg
 

waldundwiese

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Nein, bei Kleinimkern wird sich keine Chance auftun resistente Bienen zu zuechten.
Es ist eine Frage des guten Beobachtens und natürlich des Glücks (so wahrscheinlich, wie das Lotto-Glück!).

Da benoetigt man hunderte Voelker und kuenstliche Besamung und trotzdem gelingt es uns noch nicht.
Die künstliche Besamung bräuchte man nicht unbedingt. Allerdings eine große Ausgangspopulation an Völkern.

Ich hatte diesbezüglich vor wenigen Jahren mal einen Vorschlag gemacht. Bin aber als Phantast hingestellt worden. :(
Trotzdem: Wenn es eine genetisch determinierte Varroa-Resistenz (oder -toleranz) geben sollte (und die Berichten von resistenten Völkern deuten darauf hin!), sollte es möglich sein, in absehbare Zeit, solche Völker zu selektieren:

Man nehme mindestens 1000 Völker (es dürfen auch sehr viel mehr sein!), bringe sie in ein Gebiet mit gutem Nektar- und Pollenangebot (ein Truppenübungsplatz?), stelle sie so auf, dass sie maximal so weit auseinander stehen, dass sich die Geschlechtstiere noch treffen können (wichtig!!!) und machen von diesen Völkern mindestens jeweils 10 Ableger (oder Kunstschwärme etc. ) Jedenfalls sollen die dann 10.000 Königinnen von den Drohnen der Tausend Völker begattet werden können.
Danach darf man die Tausend "Muttervölker" samt "Töchtervölker" wieder auf die Heimatstände verfrachten und die "Muttervölker" mit den üblichen Varroa-Mitteln behandeln. Die "Töchtervölker" dürfen NICHT behandelt werden. Und alle Töchtervölker, die das erste Jahr überleben (man kann auch 2 Jahre warten, um eine schärfere Selektion zu haben!), kommen wieder zusammen auf den Ausgangsplatz (man kann sie auch da stehen lassen) und macht wieder Ableger (oder Zucht oder Kunstschwärme etc.), jedenfalls sollten es wieder pro Volk etwa 5-10 Ableger sein. Diese Völker dürfen alle NICHT gegen die Varroa behandelt werden.
Im nächsten bzw. übernächsten Jahr (ich würde ein Intervall von 2 Jahren bevorzugen), dasselbe Spiel wieder von vorn.
Es werden garantiert 99,99xxx% aller Völker an der Milbe eingehen. Aber die wenigen Völker, die überleben, sind der Grundstock für eine varroa-resistente Biene.

Wichtig ist, dass die Ausgangspopulation genetisch sehr heterogen ist. Also alles, was es an Züchtungen und Wildpopulationen gibt, gehört in diesen Versuch eingeschlossen.

Wenn sich 100 Imker einig wären (ist das möglich?) und in einem Jahr jeweils 10 Völker für den Versuch bereitstellen würden und auch die Arbeit mit der Vermehrung auf sich nehmen würden, wäre der Anfang gemacht. Danach wird die Arbeit sehr viel weniger ....

Es ist Winter... man sollte mal drüber nachdenken ....
 

Alpenimker

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Hmmmmmmmmmmmmmm

Also weißt du, lieber WaldundWiese,

grundsätzlich gibt es dagegen auch gar nichts zu sagen. Ideen sind super und bei den Bienen haben wir halt das Problem der Flugkreise und dass deshalb einer alleine machtlos ist, aber mir wäre schon viel lieber, wenn endlich ein heller Kopf- und selbst wenn er von der Firma Bayer kommt, etwas wirkungsvolles, halbwegs im Einklang mit der Natur, erfindet, damit wir die Milbe loswerden.

Und ich möchte dir auch sagen warum:

Damals als Epidemien, wie z.B. die Pest, über die Landschaften fegten und ganze Länder ausrotteten, hätte man es so machen können wie du vorschlägst: 99,9 Prozent der Menscheit opfern um für die stärksten 0,1 % eine neue Welt zu basteln, oder aber man hätte einfach Antibiotika erfinden können.

Ich schon verdammt froh, dass es intelligente Leute für die zweite Variante gab.

In Bezug auf Bienen kann ich mich für die erste Variante nicht begeistern, weil mir selbst mein Nachbar nichts zeigt, also kann ich mich nicht auf die Zusammenarbeit mit anderen Imkern verlassen.
Für die zweite Variante bin ich selbst zu dumm, also muss ich warten bis endlich einer was erfindet.
So halte ich mich an vernünftige Konzepte- umso einfacher- umso besser...
 

waldundwiese

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AW: Hmmmmmmmmmmmmmm

Also weißt du, lieber WaldundWiese,

... ja, ich weiß.....

Es ist eine Idee, geboren aus der Notwendigkeit, endlich der Varroa den Schrecken zu nehmen und andererseits meinen beruflichen Erfahrungen (der Züchtung bei anderen Tieren).

Nein, mein Vorschlag soll Denkanstoß sein, mehr nicht. Dass ich deshalb als Phantast gelte, stört mich nicht. Irgendwann wird der Leidensdruck so groß sein, dass man auch in der Varroa-Bekämpfung rational zu denken anfängt oder die bisherigen Lösungsversuche fruchten vorher (was ich inzwischen sehr skeptisch sehe).

Wie gesagt: Nur ein Vorschlag zum Durchdenken!

Und um das Beispiel der Pest aufzunehmen: Bessere Hygiene und gnadenlose Verfolgung von Ratten und Mäusen hat auch geholfen, ohne Antibiotika.
 

kuttel

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Man nehme mindestens 1000 Völker (es dürfen auch sehr viel mehr sein!), bringe sie in ein Gebiet mit gutem Nektar- und Pollenangebot (ein Truppenübungsplatz?), stelle sie so auf, dass sie maximal so weit auseinander stehen, dass sich die Geschlechtstiere noch treffen können (wichtig!!!) und machen von diesen Völkern mindestens jeweils 10 Ableger (oder Kunstschwärme etc. ) Jedenfalls sollen die dann 10.000 Königinnen von den Drohnen der Tausend Völker begattet werden können.
Hallo Waldund wiese,
das ist aus meiner Sicht schon eine richtige Idee, aber wohl in Deutschland von den ungeeigneten Platzverhältnissen nicht zu verwirklichen. Ich weiss jetzt nicht genau welche Ausmasse andere Truppenübungsplätze haben aber wenn ich unseren hier nehme dann ist er zwar lang aber nicht so breit wie Du es als notwendig schilderst. Dabei wäre das ja, wenn ich Dich richtig verstanden habe im ersten Jahr noch egal aber in den folgenden eben nicht mehr.
 

waldundwiese

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...., aber wohl in Deutschland von den ungeeigneten Platzverhältnissen nicht zu verwirklichen. ...im ersten Jahr noch egal aber in den folgenden eben nicht mehr.
Ob es geeignete Plätze gibt, die auch genutzt werden können, weiß ich nicht. Ich kenne einige (ehemalige) Truppenübungsplätze, die nach meinem Dafürhaltern prizipiell geeignet wären. Bloß: Wer würde mitmachen? Von den Imkern, den Verbänden, der Verwaltung (Forst bzw. Militär). Da habe ich meine starken Zweifel.
Im Land der Bedenkenträger und Jammerer wird soetwas sowieso nicht werden.....

Und nach dem ersten (bzw. Anfang des 2. Jahres) würde ja die Mehrzahl der Völker sowieso von der Varroa hinweg gerafft, d.h. in den Folgejahren wird es nur noch sehr wenige Völker geben, die leben. Von diesen wenigen Völkern muss man nachziehen und die Königinnen auch genau dort begatten lassen, damit das Merkmal "Varroa-Toleranz" erhalten bleibt.

Es ist soetwas, wie eine überdimensionierte "Varroa-Toleranz-Belegstelle", nur dass die Drohnenvölker nicht vorher selektiert werden, sondern absichtlich unselektiert sind. Denn Hand auf's Herz: Wer weiß denn schon heute, was wirklich für die Ausprägung von "Varroa-Toleranz" gebraucht wird?

Aber wie gesagt: Es ist ein Vorschlag, über den man nachdenken sollte, mehr nicht! Und im Winter hat man Zeit zum Nachdenken und Pläne schmieden.
 

Beehouser

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Um die Anfangsfrage wieder aufzunehmen... die Winterbehandlung ist im Jahre 2017 NICHT mehr verzichtbar!!!
 

Gebirgsimker84

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Bin da ganz deiner Meinung !!!
 

daniel.84

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Ich bin auch der Meinung das die Winterbehandlung immer wichtiger wird. Selbst Versuche ich die Völker so gut als möglich Milbenfrei zu bekommen, durch mehrmaligen verdampfen der Oxalsäure in der Brut freien Zeit.

Es gibt in unserem Verein Mitglieder die keine Winterbehandlung und auch keine biotechnischen Maßnahmen, Drohnenbrut schneiden bzw. Ablegerbildung, durchführen.

Da schaffen es die Völker teilweise nicht mal bis zur Hauptentmilbung ende Juli.

Lg Daniel
 

Spessartbiene

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Moin,

verzichtbar ist die Winterbehandlung, der Verzicht ist aber nicht zu empfehlen.
Die Völker müssten dann so früh im Folgejahr behandelt werden, dass dies massiv auf den Honigertrag geht.

Und an die "mir geht's nicht um den Honig, ich belästige die Bienen nicht"-Fraktion: Ohne Kontrolle wären solche Völker dem Tode geweiht.
75% der Insekten sind offensichtlich die letzten 30 Jahre verschwunden. Bei den Bienen ist es nicht so dramatisch WEIL wir Imker dem entgegen wirken.

Gruß,
Hermann
 
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