Wichtige Arbeiten nach der Ernte

Josef Fleischhacker

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Also liebe Experten.... laßt mich nicht dumm bleiben. Bitte überschüttet mich mit guten Beiträgen.
Man darf ja noch träumen dürfen.
LG Doris

Doris tut so, als wäre sie eine imkerliche Novizin, was sie keineswegs ist.:SM_1_07:

Nun meine liebe Doris und alle JungimkerInnen, die Völker wurden bereits abgeerntet, welche Arbeiten stehen nun an, bzw. was ist zur Zeit am Allerwichtigsten?

Josef
 

Beespace

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Milben reduzieren und füttern füttern füttern. Zwischendurch immer wieder den Milbenfall checken.
 

Goldregen

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Ach Josef,
Klar weiß ich mittlerweile einiges. Aber je mehr ich weiß, je mehr wird mir klar, dass ich eigentlich noch gar nichts weiß und kann.
Die vielen Möglichkeiten, der "Dickkopf" der Bienen die nicht immer das tun wollen, was der Imker will,
all das verunsichert mich schon sehr oft.
Und dann der Gesetzgeber, der das was wohl gut ist für die Bienen aber wohl nicht gut für die Pharmakonzerne, verbietet. Keine wirklich guten Alternativen anbietet, das verunsichtert doch noch mehr.

Zurück zu deiner Frage:
Für mich steht im Moment das Einfüttern in kleinen Dosen an. Nicht zuviel, damit das Brutnest nicht eingeschränkt wird, aber doch genug damit sich später die Winterbienen nicht mit Einlagern abmühen müssen.
Und dann die Varroabekämpfung. Die jeder so macht wie er mag. Aber halt erfolgeich sein sollte.
Alle sprechen von TBE also totaler Brutentnahme. Keiner von Sublimieren. Und die Ameisensäure wird in D verboten. Da sie nicht zugelassen ist. Schwammtuch ist sowieso verboten.

Letztes Jahr hatte ich das Problem, dass die Bienen auf einmal aufgehört haben zu brüten. Und dann keine Winterbienen da waren. Dieses Problem hatte ich hier in der Gegend nicht alleein. Ausfälle von 50 - 80 % waren die Regel. Und keiner weiß so genau warum. Varroa. Sogar gestandene alte Imker hatten Totalausfälle.
Sowas möchte ich nicht noch einmal erleben.
Es hat mir meine Grenzen aufgezeigt.

Also Josef, was ist im Moment das Wichtigste?

LG Doris
 

Josef Fleischhacker

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Alles gut meine liebe Doris und geschätzter Tom. aber das weitaus wichtigste ist vorerst das Flugloch einzuengen.

Werden unsere Völker des Honigs beraubt, so wollen die als erstes den Honig zurückhaben, da ist denen jedes Mittel recht, was der Imker mit seinen Raffinessen wohl zu verhindern versucht. Als nächstes versuchen die Bienen, wie auch Wespen fertigen Honig zu klauen, steht nun das Flugloch sperrangelweit offen so haben die ein leichtes Spiel, also vorerst Fluglöcher eng machen.

Josef
 

Goldregen

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Flugloch einengen wäre schon gut. Aber es ist so heiß bei uns und die Bienen sitzen massiv draußen.
Bei mir sind sogar Waben geschmolzen. Jetzt habe ich unter den Blechdeckel Styropor gelegt.
Ich habe noch keine Räuberei wahrgenommen, nicht mal von den Wespen. Die werden sofort wieder herausgeworfen.... klar haben ihre Miete ja nicht bezahlt.
LG Doris
 

zuendappraider

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Alles Gute Antworten aber als aller erstes solltest du mal wieder den Schleuderraum aufräumen
;)

Danach darfst du dir erstmal ein nettes Destillat gönnen um dann voller Tatendrang das Flugloch einengen.
Einen Futterstoß gibst und die Milbenjagd startest
 

Josef Fleischhacker

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Flugloch einengen wäre schon gut. Aber es ist so heiß bei uns und die Bienen sitzen massiv draußen.
Nur keine Hemmungen Doris, sitzen die Bienen tagsüber im Freien so isses gut so, jedoch am Abend bei uns aktuell nur noch 15 Grad kuscheln die sich in der Beute zusammen. Also Flugloch eng halten, folglich füttern, dies auch bei eingeengtem Flugloch, ab nun bekommen die Milben unsere Aufwartung, also alles schön der Reihe nach.

Josef
 

Josef Fleischhacker

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Alles Gute Antworten aber als aller erstes solltest du mal wieder den Schleuderraum aufräumen
;)

Danach darfst du dir erstmal ein nettes Destillat gönnen um dann voller Tatendrang das Flugloch einengen.
Der Schleuderraum bekommt ab morgen meinen Besuch, das obligate Stamperl "Met Honigweinbarnd in Eiche gereift mit 42,2 %vol Los Nr.25062013" hab ich bereits genossen.:h430:

Josef
 

Beespace

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Ich finde den Futterstoß schon zu spät, die benötigen das Futter so wie der Honig runter kommt.
Flugloch hab ich außer Acht gelassen da die Tracht seit Anfang Juli vorbei ist da wurde der Zugang schon eingeschränkt.
Das Ams in D verboten wird ist mir neu wie meinst du das Doris? Schwammtuch ja das weiß ich aber Ams direkt?
Goldregen Doris wenn du so Probleme mit der Temperatur hast vielleicht nützt es etwas eine Folie oder Propolisgitter auf den Br zu legen drüber ein leerer Hr und dann erst den Rest. Dann könnte die Wärme weiter hoch steigen?
 

Josef Fleischhacker

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IDoris wenn du so Probleme mit der Temperatur hast vielleicht nützt es etwas eine Folie oder Propolisgitter auf den Br zu legen drüber ein leerer Hr und dann erst den Rest. Dann könnte die Wärme weiter hoch steigen?
Bei ir ist es schon so, da liegt die Folie an einer Seite etwas umgeschlagen über den Rähmchenträgern auf, über den Brutraum kommt eine Leerzarge, somit kann allfällige Wärme aufsteigen, gefüttert wird in der Leerzarge, somit haben die Bienen Platz in Hülle und Fülle.

Josef
 

Goldregen

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Zitat:

Zukünftige Bekämpfung der Varroa-Milbe mit organischen Säuren​

Verfasst am 04. Oktober 2021

Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung, genauer die Verordnung (EU) 2019/6 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32019R0006&from=DE) über Tierarzneimittel und zur Aufhebung der Richtlinie 2001/82/EG, ist am 27. Januar 2019 in Kraft getreten.
In den Mitgliedsstaaten gültig und damit anzuwenden sein, wird sie ab dem 28. Januar 2022.
Unsere wissenschaftliche Beirätin, Frau Dr. Marika Harz berichtet zum Status der bisherigen deutschen Standartzulassung von Ameisensäure (60%), Milchsäure (15%) und Oxalsäure (3,5% als Dihydrat) zur Bekämpfung der Varroa-Milbe. Mit In-Kraft-Treten der neuen EU-Tierarzneimittelverordnung und deren Umsetzung in den Mitgliedstaaten gelten die Standardzulassungen für die oben aufgeführten Behandlungsmittel ab dem 28. Januar 2022 nicht mehr.
Nach bisheriger Aussage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wird es eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2027 geben. Bis dahin dürfen Tierarzneimittel auf Basis der Standardzulassungen weiterhin in Deutschland in Verkehr gebracht werden. Von Hamsterkäufen ist aus Gründen der Haltbarkeit und Aufbewahrung der organischen Säuren daher absolut abzuraten.
Die Bieneninstitute haben sich zusammengeschlossen und arbeiten derzeit an einer Studie, die als Basis für eine Einzelzulassung der Verdunstung von Ameisensäure (hier würden aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung Therapielücken auftreten) genutzt werden kann. Dabei werden besonders die Kriterien hinsichtlich der hohen Wirksamkeit zu erfüllen sein.
Weitere Informationen zum Thema gibt Frau Dr. Marika Harz (marika.harz@lwk.nrw.de).
 

Goldregen

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Standartzulassung für Oxal-, Ameisen- und Milchsäure ab 29.01.2022 nicht mehr gültig / Neu: Dokumentationspflicht für alle Behandlungsmittel​

Die Tierarzneimittel Ameisen- und Milchsäure hatten mit Inkrafttreten der EU-Verordnung 2019/6 am 27.01.2019 nur noch eine Zulassung bis 28.01.2022. Es gilt jedoch eine Übergangsfrist bis zum 29.01.2027. Danach darf Ameisen- und Milchsäure nicht mehr angewandt werden. Dies gilt auch für Oxalsäure. Allerdings haben die Oxalsäurepräparate Oxuvar 5,7 %, Oxybee und VarroMed eine sog. Einzelzulassung und stehen deshalb weiterhin zur Verfügung. Für insbesondere Ameisensäure müsste eine Einzelzulassung neu beantragt werden. Die Bieneninstitute versuchen dies zu organisieren. Siehe Link: "Steht Ameisensäure vor dem Aus?"
Dem Infobrief vom 02.02.2022 sind weitere wichtige Hinweise auf die wichtigsten Vorgaben zu entnehmen, die sich durch die EU-Verordnung 2019/6 und das neue Tierarzneimittelgesetz für die Imkerei ergeben, u.a. auch die Nachweispflicht bzw. Dokumentation aller verabreichten Behandlungsmittel im Bestandsbuch. Auch der Deutsche Imkerbund hat hierzu Informationen und ein Muster eines Bestandsbuches veröffentlicht.
 

Beespace

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Das richtig aber die Übergangsfrist gibt es ja dann muss es was geben
 

Drohn55

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mehr zufällig.
Eigene Kö Zucht ja/nein
Ja
Welcher Pharmakonzern hat da wieder was, zu selbstverständlich völlig überhöhten Preisen, in Hinterhand ??
Ironie aus
Ja, genauso wie Doris hab ich das auch verstanden. Wenn sich das Varromed bei mir bewährt, bleib ich dabei. Genauso wie bei der Ablegerbildung zur letzten Ernte -mittels HR-Bienen. Ausnahmen wg. vorhandener Weiselzellen oder bei Schwärmen wird es aber wohl weiterhin geben.
Ansonsten, wie bei den "Vorrednern": Dünne füttern, behandeln, Milbenfall kontrollieren, Flugloch verkleinern - die suchen wie die Blö... am schlimmsten, wenn ihr Futtergefäß leer ist (logo)

Wolfgang
 

Chakula

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Welcher Pharmakonzern hat da wieder was, zu selbstverständlich völlig überhöhten Preisen, in Hinterhand ??
Ironie aus
Hat man doch genau gesehen. Uns hat man die 85% AS genommen und schwuppsdiwupps tauchten wie Kai aus der Kiste die überteuerten MAQS-Dinger auf. Da hat sich doch jemand bei der Bearbeitung von Entscheidern sicherlich eine goldene Nase verdient, aus anderen Beispielen weiß man doch, dass die Industrie ganze Gesetze selbst formulieren darf. Gleichzeitig haben Lobbisten in Deutschland erfolgreich die Oxalsäure-Verdampfung und -vernebelung abgewürgt, ohne Alternativen kann man noch besser Kasse machen.

Ich habe meine Völker nahe der Lahn und in feuchten Jahren (wie z. B. 2021) verdunstet die dünne AS nicht. Bisher habe ich meine Völker fast immer gut durch den Winter gebracht, überwache den Milbenfall engmaschig, monatlich im ganzen Jahr und wenn ich ein Volk mit Milbenproblem habe, dann wird sofort reagiert. Ich sehe aber dass meine Möglichkeiten für den Eingriff (z. B. kurz Schwammtuch auflegen) immer weiter beschnitten werden, bzw. in anderen Ländern erprobte Verfahren uns nicht zur Verfügung stehen.

Sorry, dass ich so rummotze, aber das geht mir schon die ganze Zeit gegen den Strich.
Die neuen Gesetze, mit Nachweis- und Bestandsbuchpflicht usw. sind schon gut, lösen aber das Problem nicht. Der münsterländer Hühner- oder Schweinebaron wird in seinen Monster-Ställen immer noch Antibiotika, sogar Reserve-Antibiotika und sonstigen unerlaubten Kram anwenden, da er die Mittel nicht in der Apotheke/Tierarzt kauft, sondern aus dem Kofferraum eines zufällig vorbeifahrenden Autos mit niederländischen Kennzeichen.

Liebe Grüße Iris
 
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