Weiselproben - und ihre sonderbaren Ergebnisse...

Nils

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Hallo miteinander,

eigentlich sind Weiselproben ganz einfach. Wabe mit Stiften rein, nach 3 Tagen werden NSZ gezogen - oder auch nicht. Soweit die Theorie. Aber alle Theorie ist grau, wie man so schön sagt. Manchmal gibts seltsame Ergebnisse, die ich mit meiner geringen Weiselproben-Erfahrung nicht deuten kann....


Fall 1:
Keine Brut, keine Königin zu sehen, Volk ruhig. Weiselprobe wird als kleines Wabenstück mit Stiften gegeben.
Nach 3 Tagen ist das Wabenstück komplett leer, kein einziger Stift, keine Larve - nix.
Und immer noch keine Brut oder Königin.
Was heisst das denn nun wieder?

Hier bin ich am überlegen ob ich nicht trotzdem einfach ein Apidea oben drauf stelle....
Was würde passieren, wenn noch eine nicht-legende Jungkönigin in diesem Volk da wäre? Würden sie die "bessere" Königin nehmen - oder die eigene?



Fall 2:
Keine Brut, ruhige Bienen. Weiselprobe ebenfalls als kleines Wabenstück mit Stiften gegeben.
Nach 4 Tagen ist auf diesem Stück eine NSZ angezogen worden. Eigentlich also klar.
Doch - die Neugierde ist groß - ich schaue mir noch einige Waben daneben an und finde Schwarmzellen mit jungen Larven und viel Gelee! Auf einer Wabe daneben findet sich eine Königin, aber keine Stifte.
Was tun sprach Zeuss??


Könnnt ihr mir einen Rat geben?


DANKE,

Nils
 

Josef Fleischhacker

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Keine Brut, keine Königin zu sehen, Volk ruhig. Weiselprobe wird als kleines Wabenstück mit Stiften gegeben.
Nach 3 Tagen ist das Wabenstück komplett leer, kein einziger Stift, keine Larve - nix.

Hier ist die Sache klar, alles wurde ausgeräumt, vermutlich waren zu trockene Eier/Larven der Grund dafür. Besser wäre erst gar nicht mit solch kleinen wabenstücken zu handieren, sondern ganze BrW zu geben, bleibt ja in der Familie, sag ich immer.



Doch - die Neugierde ist groß - ich schaue mir noch einige Waben daneben an und finde Schwarmzellen mit jungen Larven und viel Gelee! Auf einer Wabe daneben findet sich eine Königin, aber keine Stifte .

Das war ein stiller Umweiseler, die Kö war noch geduldet, sie wollten jedoch eine Bessere. Die NSZ auf dem Wabenstück war ein Zufallsprodukt, nach schlupf der stUwZ wäre die NSZ abgetragen.

Josef
 

kuttel

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Hallo Nils,

zu beiden Fällen :
Ich verwende als Weiselprobe grundsätzlich eine Wabe mit jüngster Brut, also nicht nur Stifte. Erstens hat man so doch scheller ein
Ergebnis und zweitens vermeide ich damit die von Dir geschilderte Erscheinung, nämlich das Ausräumen von Stiften. Das ist durchaus
keine seltene Tatsache.

Zum Fall 2 vermute ich mal eine alte oder vom Volk aus einem anderen Grund abgelehnte Königin, bei der es eben nur noch zu
einzelner Brut reicht.
Für mich käme in diesem Fall eine Neubeweiselung infrage. Wenn Du die Nachschaffungszellen entfernst und die alte Königin abdrückst,
stehen die Chancen für die Annahme sehr gut.
 

Maas

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Hallo zusammen,

ich habe bisher immer nur einen kleinen Teil einer Wabe für eine Weiselprobe verwendet und diese Probleme, wie in Nils 1. Beispiel bisher nicht kennen gelernt. Bis auf einen Schwarm, der die Stifte nicht beachtet hatte und wieder ausgezogen ist, haben die Bienen immer entweder die Arbeiterinnen gepflegt oder WZ geschaffen.
Warum sollte es da ein Vorteil sein, wenn man jetzt eine ganze Wabe mit Stiften gibt? Dass jüngste Brut dabei sein soll, das macht für mich Sinn, aber wenn ich nur Stifte gebe, spielt es doch keine Rolle, ob kleines Wabenstück oder ganze Wabe, oder? Gleiches gilt doch aber auch für BW mit offener Brut. Ist doch egal, ob da nur ein Wabenstück oder eine ganze Wabe verwendet wir. Hauptsache jüngste Brut ist dabei.
Da bin ich zumindest bis heute davon ausgegangen. Vielleicht kann ja jemand ein paar Begründungen schreiben. Das könnte auch für mich sehr hilfreich sein, denn so ganz erschließt sich mir das noch nicht.

Viele Grüße
Markus
 

Milb

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Weiselprobe immer mit jüngsten Larven und möglichst jungem Wabenbau

Stifte dauert zu lange, bzw werden gleich ausgeräumt

Zweifelsfälle löst man am besten auf, bzw vereinigt sie mit intakten Einheiten

Gruß Milb
 

Nils

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Danke für Eure Antworten!

@Milb: warum werden Stifte ausgeräumt? Was hat das für die Bienen für einen Sinn sowas zu machen? *staun*

@Josef
Im Fall 1 habe ich die Stifte rausgenommen und ca. 5 Minuten später in das fragliche Volk reingetan. Ich glaube nicht daß sie da schon ausgetrocknet sein können??? Stifte sind doch relativ robust, dachte ich?

@Hartmut
Danke für den Rat zu Fall 2. Das Klügste wäre es wohl - wenn ich mich beim abdrücken nicht immer so schwer täte..
Mal schauen, heute geht eh nix, es regnet! (Endlich!)


Zum Fall 1 werde ich wohl folgendes machen:
Das Volk um einige Meter verstellen. Am alten Ort eine neue Zarge mit 1-2 FW und 8-9 MW aufstellen. Auf die Oberträger drauf ein Apidea mit legender Königin. Der Boden halboffen.
Die Waben von Volk 1 nach einigen Tagen, wenn alle Flugbienen raus sind, einschmelzen oder für das neue Volk verwenden (es sind noch einige unbebrütete Honigwaben drin).

Was hier aber noch schief gehen kann: ich weiß nicht ob ich noch 2 Zargen im Lager habe!!!

Servus,

Nils
 

Pfadenhauer

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Hallo Nils,

Fall eins höre ich von Bayerischen Imkern in letzter Zeit im Dutzenderpack - keine Ahnung warum. Volk ruhig, Weiselprobe negativ, niemand da. Bei einer Imkerin hat sich das Spielchen so lange gezogen, bis die Damen aufgelöst werden mussten (ging über Wochen, ich weiss aber nicht mehr wie lange).

Andere schildern gerade gezogene und abgemurkste Nachschaffungskönginnen mit anschließender strikter Weigerung, nochmal nachzuziehen.

Ich hatte auch so einen Kandidaten. Sammelbrutableger erstellt mit verdeckelter Brut (war lange genug über dem Absperrgitter),Königin mit grünem Rückenschild rein; Königin da- keine Stifte!; Königin weg. Weiselproben bis zum Umfallen gegeben, alle negativ, Volk ruhig. Nach 4 Wochen ohne grünes Schild, ohne Stifte, ohne alles hab ich mir etwas unflätiges gedacht, was man am besten mit " dann macht doch was Ihr wollt!" übersetzen könnte. Geäusser hab ich mich zornend wie folgt: " keine Königin am Start, aber sich aufführen wollen, als hätt' ma eine high-end-gekörte Mutter drin sitze" ich war also schon echt gut genervt.

Vor 5 Tagen reingeschaut; Buckelbrut erwartet; da trullte sie dick und rund (OHNE RÜCKENSCHILD!) an mir vorüber. Ich hab ihnen nen Vogel gezeigt und wieder zugemacht.

*ergänzt: dazwischen lagen etliche hektische Kontrollbicke ins Spendervolk, ob ich vielleicht von dort- aus Versehen- die Königin?? nee.*
 

fix

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Mich dünkt immer mehr das es bei den Bienen keine Dogmen gibt, es können alle erdenkbaren Umstände auftreten, ich hatte mit Stiftwaben als Weiselprobe auf neuem Wabenbau bisher noch nie Probleme, außer in diesem Jahr, mir haben sie die Stifte kurzerhand ausgeräumt, das liegt aber meines Erachtens an diesem extremen Jahr, mit der ewig langen Trachtpause und der damit einhergehenden Futter- und Nährstoffmangel.

Noch etwas nebenbei was mir in dieser langen Trachtlücke aufgefallen ist, ich es aber nicht beweisen kann: Eine ausreichende Fütterung mit Sirup ist nicht das Allheilmittel, denn er kann die Arten- und nährstoffreichen Futterquellen in der Natur nicht ersetzen.
 

Pfadenhauer

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ja, fix, den Eindruck hatte ich auch. Ich hab Nektapoll dazu gegeben.
 

fix

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Ich habe anfangs Blütenabschöpfhonig dazugegeben, aber er war schnell weg, und zum Schleudern gabs dieses Jahr so gut wie keinen bei uns.
 

Pfadenhauer

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same here:( alle Honigvorräte, die ich mit Zähnen und Klauen bewacht und verteidigt habe waren innerhalb kürzester Zeit von den Bienen vertilgt. Ich war froh darum sie verteidigt zu haben. Nächstes Jahr das Dreifache in den Keller. Abgegeben wird nur an uns und an Freunde, mehr leiht's nicht, Honigräume sind Einöde.
 
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