Weiselprobe

gärtner

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Ich habe vor 2 Wochen eins meiner Völker geteilt: Königinnenflugling + Brutableger mit Schwarmzelle.
Die Schwarmzelle habe ich dabei versehentlich beschädigt und sie wurde ausgefressen.
Da ich nicht sicher war, ob nicht eine 2. - übersehene - Königin geschlüpft war, hab ich am verg. Wochenende eine Weiselprobe gemacht.
Ergebnis heute positiv, d.h. es wurden inzw. zahlreiche Nachschaffungszellen angelegt.

Heißt das, daß es
a) überhaupt keine Königin im Volk gibt oder
b) daß bloß keine begattete Königin im Volk ist?

Falls a) zutrifft, würde ich den Ableger wieder mit dem Muttervolk vereinigen. Was muß ich bei Aufsetzen der Zarge beachten? Papier zum Durchfressen dazwischenlegen oder einfach draufsetzen? NSZ breche ich selbstverständlich aus.

Falls b) zutrifft - bzw. allgemein gefragt - wie lange dauert es vom Schlüpfen der Königinnen bis zur ersten Eiablage?
Ist es ratsam, in Beuten mit einer vor wenigen Tagen erst geschlüpften Königin hineinzuschauen. Habe gehört, daß junge Mamas gerne wegfliegen. Wann soll man also die erste Nachschau durchführen?

Und noch eine kleine Frage am Rande:
Mir sind in einen Honigraum, vermutlich über eine verdeckelte Brutwabe, einige Drohnen geraten. Was mache ich mit denen?

Besten Dank für lehrreiche Antworten sagt
franz.
 

gärtner

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Nachtrag

Noch eine kleine Frage zur Weiselprobe:
Um nicht versehentlich die Königin aus dem Spendervolk mitzubringen, muß ich die Brutwabe vermutlich bienenfrei machen?
Darf ich dazu die Wabe abstoßen? Habe Angst, dadurch die junge Brut zu beschädigen.
franz.
 

stixy

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Hallo Gärtner!

zu a) Wenn Nachschaffungszellen vorhanden sind ist definitiv keine Königin vorhanden, denn unbegattete Königinnen verströmen das Königinnenpheromon welches dem Volk sagt Eure Mama ist da und mir gehts gut.

zu b) Meine Erfahrung ist, mit allen Toleranzen beginnt die Königin 14 Tage nach dem Schlüpfen mit der Eiablage. Normalerweise ist sie am 5. Tag brünftig, aber wenn es in einer Tour giesst so wie jetzt, kann sich das Ganze verzögern. Königinnen fliegen nur bei schönen und ruhigen Wetter zum Begattungsflug aus.

Da hätte ich auch gleich noch eine Frage. Wie lange kann eine Königin die Brünftigkeit aufrecht erhalten? Denn meine beiden Wirtschaftsvölker haben neue Königinnen erhalten die am 7.6. und 9.6. geschlüpft sind. Inzwischen war bei mir in der Steiermark nicht wirklich Flugwetter.

lg Christof
 

Josef Fleischhacker

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Unser stixy hat mir schon das meiste schon vorweggenommen, aber dennoch möchte ich hier sehr gerne mitreden.

Zitat gärtner

Da ich nicht sicher war, ob nicht eine 2. - übersehene - Königin geschlüpft war, hab ich am verg. Wochenende eine Weiselprobe gemacht.
Ergebnis heute positiv, d.h. es wurden inzw. zahlreiche Nachschaffungszellen angelegt.

Diese Weislprobe war sehr wichtig und sollte man immer machen, auch wenn nur der geringste Zweifel für Weisellosigkeit besteht. Ein Volk ist nämlich schneller Drohnenbrütig als man denkt.

Bitte aufpassen Franz und wirklich jede auch noch so kleine NSZ ausbrechen, am besten die Bienen von der Wabe abschütteln.

Zitat gärtner

Falls a) zutrifft, würde ich den Ableger wieder mit dem Muttervolk vereinigen. Was muß ich bei Aufsetzen der Zarge beachten? Papier zum Durchfressen dazwischenlegen oder einfach draufsetzen? NSZ breche ich selbstverständlich aus.

Ganz einfach oben auf das Muttervolk aufsetzen und dazwischen eine Lage etwas angefeuchtetes Papier reingeben. Ich mache es so: Deckel vom Muttervolk weg, dann eine Lage Küchenrolle, diese wird mit einem Zerstäuber etwas angefeuchtet und nun werden mit dem Kuli kleine Löcher reingestochen. Nun den aufzusetzenden rauf und die Sache hat sich bereits.

Zitat gärtner

Ist es ratsam, in Beuten mit einer vor wenigen Tagen erst geschlüpften Königin hineinzuschauen. Habe gehört, daß junge Mamas gerne wegfliegen. Wann soll man also die erste Nachschau durchführen?

Ist natürlich verschieden, aber da ich sehr gerne bei den Bienen bin, schaue ich grundsätzlich einmal pro Woche ins Volk. Da genügt mir zu wissen, ob frische Brut drinnen ist und das war´s dann auch schon. Wenn nein, eben WP, wenn WZ eben ZWA usw usf.


Zitat gärtner

Und noch eine kleine Frage am Rande:
Mir sind in einen Honigraum, vermutlich über eine verdeckelte Brutwabe, einige Drohnen geraten. Was mache ich mit denen?

Lässt sich leider nicht immer verhindern und da muss ein Imker schweren Herzens durch. Aber wer dies unter allen Umständen verhindern möchte, kann in der Honigraumzarge eine 20 mm Bohrung machen und somit könn(t)en Drohnen ausfliegen. Diese Löcher außerhalb der Trachtzeit mit einem Korken verschließen, dies verhindert eine Räuberei.

Zitat gärtner

Um nicht versehentlich die Königin aus dem Spendervolk mitzubringen, muß ich die Brutwabe vermutlich bienenfrei machen?
Darf ich dazu die Wabe abstoßen? Habe Angst, dadurch die junge Brut zu beschädigen.

Dies macht der Brut im Gegensatz zu den WZ absolut nichts aus. Einfach einen schnellen Rüttler und mit dem Beserl die restlichen Bienen abkehren.

Zitat stixy

Da hätte ich auch gleich noch eine Frage. Wie lange kann eine Königin die Brünftigkeit aufrecht erhalten? Denn meine beiden Wirtschaftsvölker haben neue Königinnen erhalten die am 7.6. und 9.6. geschlüpft sind. Inzwischen war bei mir in der Steiermark nicht wirklich Flugwetter. /quote]

Schwierige Frage, aber spätestens nach zwei Wochen würde ich die oben erwähnte WP machen. Ich drücke Dir die Daumen.

Für uns alle wäre hier die Meinung unseres Experten Stefan Mandl sehr interessant. Wern ma schaun ob er etwas Zeit findet?

Josef
 

gärtner

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Wiedervereinigung

Lieber Drohn!

Besten Dank für die ausführliche Antwort. Dann wird also am Sonntag Wiedervereinigung gefeiert - und ich werde die Gelegenheit nutzen, die reifen Honigwaben der Schleuderung zuzuführen.

Momentan bin ich sehr gespannt, ob die Hochzeitsflüge erfolgreich waren. Falls ja, werde ich versuchen aus meinen 5 Ablegern (4 davon von meiner besten Königin) halbwegs vernünftige Völkchen zustande zu bringen. Die sollen dann im Frühling in die Bio-Obstplantage (Stachelbeeren, Kirschen, Äpfel). Die Weichen sind gestellt...

Abendliche Grüßen von

franz.
 

Josef Fleischhacker

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Re: Wiedervereinigung

gärtner schrieb:
Besten Dank für die ausführliche Antwort.

Bitteschön, sehr gerne, dafür sind wir ja da! :n3:

Bitte bei den Jungvölkern auf Räuberei aufpassen. Wenn nun die Trachten karger werden, suchen die stärksten Völker nach Ersatz und dies kann mitunter oft ganz schlimm werden.

Bei uns nähert sich die Linde dem Ende zu, deshalb habe ich bereits heute schon die Fluglöcher eingeengt. Die Ableger haben lediglich 2 cm und die Vollvölker etwa 10cm Passage. Dies genügt vollkommen und erweitert wird erst wieder in der Sonnenblume und auch nur bei Volltracht.

Josef
 

gärtner

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Wiedervereinigung mit Problemen

Oweh, da ist was schief gegangen:

Habe gestern den Flugling mit der alten Königin durchgeschaut und 4 verdeckelte Honigwaben zum Schleudern entnommen.
Die Mädels haben in den vergangenen 3 Wochen sehr fleißig gebaut und die Königin ist gut in Eilage: die untere Zarge ist voller Brut und Stifte.
Habe 2 verdeckelte Brutwaben in den Honigraum gehängt, dafür 2 ausgeschleuderte Leerwaben nach unten, damit die Königin Platz für weitere Eiablage hat.

Zu guter Letzt habe ich eine Lage Küchenpapier auf die obere Zarge gelegt, selbiges mit dem Sprüher gut angefeuchtet und den weisellosen Brutling (s.o.) aufgesetzt. Von der Weiselprobe habe ich sämtliche Nachschaffungszellen entfernt.

Vorhin habe ich eine erste Nachschau am Bienenstand gehalten.
Großer Schreck: vor der Beute liegen ein paar hundert tote Bienen! Dazu zahlreiche Fetzchen von dem Küchenpapier.

Mein erster Gedanke war, die vertragen das Papier nicht, denn ich konnte auch sehen, daß Bienen aus dem Flugloch kamen, die Papierstückchen in ihren Mandibeln und auch an den Beinchen hatten, deren sie sich nicht entledigen konnten. Eine Biene ist mit einem 2-3 cm langen Papierfähnchen weggeflogen. Habe daraufhin die obere Zarge angekippt und das ganze übrige Papier herausgenommen.

Dann sah ich aber auch, daß Bienen am Kämpfen waren. Es wurden halb oder ganz tote Bienen aus dem Stock geschleppt und vor der Beute abgeladen.

Ganz offensichtlich wurde das weisellose Volk nicht akzeptiert und als Eindringling betrachtet und behandelt.

Was ist da passiert? Ich fürchte jetzt natürlich das Schlimmste für den Fortbestand des bisher sehr guten Volkes. Und vor allem: was soll ich jetzt tun???

Ratlose und deprimierte Grüße von

franz.
 

Josef Fleischhacker

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Nur ruhig Blut Franz, da kann schon nicht allzuviel passieren und beim vereinigen müssen bedauerlicherweise immer einige gewissermaßen ins Gras beißen.

Blöde wäre es lediglich dann, wen das aufgesetzte Volk bereits Aftermütterchen hätte, es also bereits Drohnenbrütig war. Aber auch in diesem Fall könntest Du nunmehr nichts mehr unternehmen, sondern ganz einfach zuwarten was passiert.

Also ich würde bereits morgen oder übermorgen nach der Mami suchen, aber nicht allzu lange. Ein Hinweis auf deren wohlergehen sind natürlich auch frische Eiablage.

Jedenfalls drücke ich Dir und den Volk ganz fest die Daumen.

Josef
 

gärtner

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Daß das Volk bereits drohnenbrütig war, kann ich mir nicht vorstellen. Außer der WP gab es keinerlei Anzeichen von Brut oder Eilage - habe alle Waben einzeln und genau durchgesehen.

OK, abwarten und Tee trinken.

Mit dem Volk daneben (es sind nicht die beiden aus Österreich) hab ich leider auch Probleme: nachdem sie mich beim letzten Mal ziemlich geärgert haben, habe ich doch tatsächlich schon wieder Weiselzellen übersehen. Gestern ist mir leider die zugesetzte Jungkönigin ausgezogen - aber ich hab dann noch eine andere gesehen. Am WE also die nächste WP!

Übung macht den Meister - und aus Fehlern wird man klug...

Abendliche Grüße von franz.
 

Josef Fleischhacker

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gärtner schrieb:
Übung macht den Meister - und aus Fehlern wird man klug...

Genau so isses Franz. Oft ärgere mich nach getaner Arbeit und frage mich, warum ich diese Dummheit nun gemacht habe? Aber die Bienenzucht ist alles andere andere als eine gmahte Wiesn. Wenn alles perfekt wäre, gäbe es weder Schwärme noch .... ;-)

Josef
 

40Gast

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Ich verwende bei so eine Wiedervereinigung mit sehr gutem Erfolg folgende Maßnahme:
Das Papier wird nicht mit Wasser, sondern mit Honigwasser befeuchtet und die Bienen (beide Volksteile) werden ebenfalls mit Honigwasser vor der Vereinigung besprüht.
Offenbar "riecht" dann alles gleich und die "Gier" nach dem Honig ist größer als der fremde Geruch und das Aufkommen der Verteidigungshormone. Die Weiberl putzen sich gegenseitig und durch dieses "Beschnuppern" lernen sie sich kennen und lieben. ;-)

Franz, ich hoffe für dich, dass die Rangelei vorbei ist und dein Volk wieder friedlich ist.
LG
 

gärtner

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Erstaundlich!

Unglaublich! Ich bin begeistert: 3 meiner selbstgezogenen Königinnen sind in Eilage! Ich stehe heute staunend vor diesem Ergebnis, das ich wirklich wie ein kleines Wunder erlebe, v.a. auch, weil ich ich vor 6 Wochen noch nicht gedacht hätte, daß mir das gelingt und ich, ehrlich gesagt, auch gar keine Ahnung hatte. Aber sie sind da und legen los!

Bei 2 Ablegern habe ich heute abend einen Weiselprobe eingehängt, weil noch keine Stifte vorhanden sind. Eine der beiden Königinnen hab ich dann aber gesehen, bei dem anderen Ableger scheinen aber die Waben schon für die Eiablage vorbereitet zu sein. Die WP wird zeigen ob ich mich täusche.

Nun eine Frage:
Bei dem recht starken Volk, von dem ich die WP entnommen habe, habe ich die Königin noch nicht gesehen, es ist allerdings gigantisch viel Brut in allen Stadien und neue Stifte vorhanden. In manchen Zellen liegen zu meinem Erstaunen 2 oder 3 Stifte! Ist das normal? Es müssen Eier von der Königin sein, denn sie liegen ganz am Grund der Zellen und es sind keine NSZ angelegt. Wer weiß was dazu?

Gruß, franz.

@Reinhard: Herzlichen Dank für den Tipp - nächstes Mal also Honigwasser!
Heute morgen schienen sie wieder halbwegs friedlich. Ehrlich gesagt: mit so einem Massaker habe ich nicht gerechnet...
 
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