Oxalsäurebehandlung im Dezember

stefan mandl

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Liebe Bienenfreunde (-innen)!

Da in der Rubrik "Arbeiten im Dezember" noch keine Beiträge sind und ich der Meinung bin, daß der folgende Eingriff recht bedeutend ist, darf ich unsere Dezemberarbeit bei den Völkern kurz beschreiben.

Wir träufeln 3,5% Oxalsäure mit etwa 10% Honig (Rest warmes Wasser) über die bienenbesetzten Waben zur Varroabekämpfung. Da unsere Völker meist erst im Dezember brutfrei sind, erfolgt dieser Eingriff so spät. Wir achten darauf, daß dies bei min. 2 Grad plus gemacht wird. Wieviel wir von der Lösung verwenden hängt von unserer Laune ab. Ein Litter reicht rund für 20 Völker. Die Oxalsäurebehandlung darf aber nur einmalig durchgeführt werden, da die Völker sonst stark geschädigt werden.

Pro Tag und Arbeiter kann man rund 300 Völker behandeln, wenn man sich nicht allzusehr stresst und auch ein wenig die Winterruhe geniesst.

Dieser Eingriff reduziert die restlichen Varroen doch auf ein Minimum, sodaß die Völker fast milbenfrei ins neue Jahr gehen.

Außerdem ist es ein guter Grund für den Imker auch im Winter bei seinen Bienen sein zu können.
 
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Hallo,

ich führe ebenfalls eine Restentmilbung durch, allerdings auf einen etwas anderen Weg. Ich verwende einen Oxalsäureverdampfer ( eigentlich 4-5 Stück in Reihe). Damit kann ich rasch und viele Völker gleichzeitig behandeln, damit bin ich ebenfalls auf einem Nachmittag mit allen Völkern fertig.

Mir persönlich ist die Verdampfungsmethode lieber, da ich damit das Gefühl habe alle Milben zu erreichen, muß aber dazu sagen das ich von der Träufelmethode auch noch nichts schlechtes gehört habe.
 

Josef Fleischhacker

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Auch für mich war bisher das verdampfen von einer Tablette je einräumigen Volk eine Selbstverständlichkeit, hätte aber dennoch sehr gerne gewusst, welche von den beiden Methoden die doch sinnvollere ist?

Vom träufeln und somit "einwackn" der Bienen kann ich mich leider nicht sehr begeistern, denn da denke ich stets an mittlerweile längst vergangene Perizinzeiten. Aber wenn es dennoch Sinn macht, warum nicht.

Was meinen unsere User in dieser wichtigen Frage?
 

Maja

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Hallo zusammen,

bei der Träufelbehandlung mit 3,5 %iger Oxalsäure gehen die Meinungen über den Zuckergehalt (oder Honiganteil) der Lösung in verschiedenen Veröffentlichungen sehr auseinander. Die einen empfehlen eine Zuckerlösung 1:1, die anderen weniger.

Wie ist es denn nun für die Bienen am besten? Wurde das schon mal irgendwo untersucht?

Viele Grüße

Maja
 

jomasch67

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Ich habe früher ebenfalls OS-Tabletten mit einem elektrisch beheizten Verdampfer zur Restentmilbung in der brutlosen Zeit angewendet.

Leider waren meine Erfahrungen mit dieser Art der Verdampfung nicht zufriedenstellend. Die OS-Tablette benötigte sehr lange, bis zum vollständigen Verdampfen. Außerdem war es nicht möglich, den Verdampfungsprozess zu beobachten/kontrollieren, sodaß es immer wieder vorgekommen ist, daß ich den Verdampfer zu früh herausgenommen habe (vor allem bei nachlassender Batterie).

Inzwischen verdampfe ich OS-Pulver in einem mittels Gasbrenner beheizten Verdampfer, welcher mit einem 2-Kammern-System arbeitet.
Der OS-Dampf wird über einen durchsichtigen Schlauch in die Beute geleitet, was mir eine Kontrolle des Verdampfungsprozesses erlaubt. Außerdem gestattet mir der Schlauch, daß ich einen gewissen Sicherheitsabstand zu den entweichenden OS-Dämpfen einhalten kann.
Durch eine Heizdauer von 30 Sekunden wird eine optimale Verdampfungstemperatur sichergestellt.
Der gesamte Bedampfungsvorgang dauert nicht einmal 2 Minuten. Wärend dieser Zeit wird mittels angeschlossener Luftpumpe der entstehende OS-Dampf in die Beute geblasen.
Durch das 2-Kammern-System muß nicht gewartet werden, bis das Gerät ausgekühlt ist, sondern es kann sofort die nächste OS-Ladung nachgefüllt werden.
Die Einleitung der OS kann entweder durch das Flugloch oder falls vorhanden, durch eine Bohrung in der Zarge erfolgen.
Nach erfolgter Bedampfung muß das Flugloch noch ca. 10 Minuten geschlossen bleiben.

MfG Johannes
 
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Oxalsäure

Ich habe gerade eben die Oxalsäurebehandlung bei meinen 5 Völkern durchgeführt. Lt. Gebrauchsanweisung 5 ml Pro Wabengasse geträufelt.
4 Völker saßen auf je 5 Wabengassen, eines auf 6. Beim 3. Volk lagen etwa 100 tote Bienen auf dem Gitterrost. Bei dem einzigen 2-zargigen Bienenstock waren die unbesetzten Waben irgendwie grau-schimmlig. Nur die honiggefüllten Bereiche sahen besser aus. Die Wabengassen waren zwischen halb und dreiviertel in der Breite besetzt.

Ich hoffe, ich dar zufrieden sein. Es sind mehr Bienen da, als ich aufgrund der Gemüllfläche befürchtete, aber der Schimmel macht mir etwas Sorgen. Milbenfall hatte ich die Tage zuvor fast keinen.
 

Josef Fleischhacker

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Dankeschön Hans-Joachim für diesen ja geradezu Livebericht!

Wenn Deine Bienen im Moment fünf bis sechs Wabengassen haben, bist bereits im grünen Bereich und somit ist alles bestens. Bei mir mit bedeutend mehr Völkern bewegen sich die Gassen zwischen ebenfalls fünf und bis zu sieben. Auch der Totenfall beim dritten Volk mit 100 ist keineswegs besorgniserregend. Hier bitte ein Foto mit sechs Wabengassen und ebenfalls Totenfall auf dem Gitter.



Zitat Hans-Joachim

Bei dem einzigen 2-zargigen Bienenstock waren die unbesetzten Waben irgendwie grau-schimmlig.

Nichts machen und auch nichts anrühren, dies bereitet den Bienen im Frühjahr überhaupt keine Probs. Vermutlich war dieses Volk etwas länger in Brut und somit war eben etwas mehr Feuchtigkeit vorhanden, die nun nicht mehr entweichen konnte.

Bei mir wird grundsätzlich nur mehr einräumig eingefüttert, da gibt es ganz einfach keine -von mir aus- verschimmelte Waben.

Zitat Hans-Joachim

Ich hoffe, ich darf zufrieden sein.

Das ja, es besteht im Moment überhaupt kein Grund zur Besorgnis. Aber bitte aufpassen Hans-Joachim und die Völker in Ruhe lassen, denn Jungimker schauen diese sehr oft zugrunde.

LG Josef
 
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Beruhigt

Vielen Dank für den beruhigenden Kommentar. Den Fehler, meine Bienen kaputtzugucken werde ich sicher nicht machen. Ich wurde oft genug gewarnt. Jetzt gilt es nur noch auf den großen Reinigungsflug im Frühjahr zu warten.

Ich überlege nur, am ersten etwas wärmeren Tag Ende Januar oder im Februar mal nachzuschauen, ob alle Völker noch genug Futter haben. Das ist wohl ok oder?

dank im voraus
 

Josef Fleischhacker

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Re: Beruhigt

Hans-Joachim Heyer schrieb:
Ich überlege nur, am ersten etwas wärmeren Tag Ende Januar oder im Februar mal nachzuschauen, ob alle Völker noch genug Futter haben. Das ist wohl ok oder?

Neeein, bitte nicht Hans-Joachim :!:

Den genauen Futterstand kann man bestens auf der Bodeneinlage erkennen. Hier verweise ich bitte auf mein obiges Bild, da kann man nämlich ganz genau erkennen wo sich die Winterkugel befindet. In meinen optimalen Fall ganz weit vorne, nahezu noch in der Nähe des Flugloches. Erst wenn die Kugel etwa im Jänner ganz an der Rückwand ankommen würde, wäre Feuer am Dach.

Was Anfang Feber und von da an möglichst wöchentlich gescheit wäre, ist mit eigenem Honig selbstgemachten Futterteig verabreichen. Dies verhindert mit Sicherheit ein allfälliges verhungern und steigert die Legeleistung der Mutti ganz enorm. So mache ich dies jährlich und bringe damit meine Flieger ganz ordentlich in Schwung. ;-)
 
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Vielen Dank für den Rat mit der Frühjahrsfütterung. So werde ich es machen!
 

gärtner

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Ein Jahr später geht es weiter...

Habe heute bei ca. 6°C Aussentemperatur 3,5% OS geträufelt, 5 ml je besetzter Wabengasse.

Die Säure stammt vom Serumwerk Bernburg und ist fast gebrauchsfertig: Man muß nur mehr 1 Säckchen Saccharose in die Säure einrühren, das Gemisch in die beigelegte 30ml-Spritze einziehen und es kann losgehen.

Hier in D ist nur dieses Produkt und - soviel ich weiß - Oxuvar zugelassen. Alle anderen Anwendungsformen von Oxalsäure, Selbstansätze, Sprühungen, Verdampfungen sind nich legal - werden aber trotzdem häufig angewandt, wie man so hört.

Das Träufeln ist m.E. die einfachste Anwendungsform und entspricht von daher meiner Philosphie, Schnickschnack weitestgehend zu vermeiden. Andererseits wird durch Abheben von Deckel und Folie sowie das Träufeln selbst die Wintertraube doch erheblich gestört, und die Bienen sind nicht so brav sitzen geblieben, wie ich es mir gewünscht hätte.
Die Verdampfungsmethode wäre mit Sicherheit weniger störend - aber auch technisch aufwendiger.

Ich bin gespannt, ob die Aktion noch etwas genützt hat - die Thymol-behandelten Völker sind doch deutlich geschwächt - soweit nicht schon eingegangen - es gibt erheblichen Totenfall und schwachen Bienenbesatz.

Nach der in den verg. Wochen durchgeführten Milbenzählerei vermute ich, daß man auf die OS-Anwendung ganz verzichten kann, wenn man 2x und rechtzeitig im Sommer und zeitigen Herbst AS verabreicht. Bin gerade dabei, mir eine neue und effektivere Strategie für die Überlebenden zusammenzubasteln. Für den Moment: Retten, was zu retten ist. Ich denke, die OS gehört in diesem Fall dazu.

Gruß, franz.
 

beekeeper

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Wir machen die Restentmilbung auch mit der Träufelmethode.
Und zwar 3,5%ige Oxalsäurelösung, mit Zucker. Die Zuckerlösung ist 1/1 gemischt.
Diese Methode wenden wir schon seit 8 Jahren in der brutfreien Zeit an, und können nichts negatives darüber sagen. Wir arbeiten immer zu Zweit, Einer hebt den Deckel bzw die Abdeckfolie an, der Andere füllt die Spritze und beträufelt die Bienen. So geht das recht flott dahin. Wie man die Restentmilbung macht soll jeder Imker für sich selbst entscheiden, wichtig ist nur dass man etwas macht. Der Abfall nach der Behandlung bestätigt immer wieder dass es Völker gibt in die im Herbst nach der Ameisensäurebehandlung Varroen "einziehen".
@Maja
Ja, die Wirksamkeit bzw Bienenverträglichkeit in Abhängigkeit des Mischungsverhältnisses wurde schon untersucht: http://www.alp.admin.ch/themen/00502/00515/00519/index.html?lang=de
kannst du dort unter: Träufelbehandlung mit Oxalsäure, Versuche 1999/2000 und Anwendungsempfehlungen für Mitteleuropa nachlesen
lg Manfred
 

40Gast

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ich habe meine Völker heute auch mit 3,5% OS beträufelt, es war windstill (kommt bei uns in 300 Jahren 1x vor ;-) ) und hat 6°C gehabt.
Alle Völker wohlauf, obwohl trotz etwa gleicher Einwinterungsstärke doch ziemliche Unterschiede festzustellen sind. 4 Völker haben etwa 4 bis 5 Gassen besetzt, 2 Völker jedoch 7 bis 8. Finde ich interessant und beobachtenswert, wie dann der Start in den Frühling sein wird.
Träufelnde Grüße
 

gärtner

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4 Völker haben etwa 4 bis 5 Gassen besetzt, 2 Völker jedoch 7 bis 8.
Hallo Reinhard,

Du hast es bestimmt schon irgendwo geschrieben: hast Du Längs- oder Querbau?

@all:
Ich habe meine Beuten so umgebaut, daß ich zwar die Windeln, aber nicht die Gitter ziehen kann. Laß ich den Totenfall dann einfach bis zum Frühjahr darauf liegen???

Gruss, franz.
 

40Gast

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hi Franz,
ich habe die Waben parallel zur Flugrichtung, also Kaltbau. Wieso glaubst du, dass das einen Einfluss hat?

Zu deiner Totenabfallfrage:
Ich würde von Zeit zu Zeit über den Putzkeil die toten Bienen ausräumen.
Warum?
1. Hilfst du ihnen beim Abtransport der Leichen, da müssen sie sich nicht so plagen
2. Kann sich das Flugloch nicht verlegen, wenn länger keine Flugfase herrscht, und
3. Wenn es sehr lang kalt ist, viel Abfall zu Stande kommt und du Kondenswasser hast, was nach unten tropft, dann könnten die Bienen zu schimmeln beginnen.
Also: raus damit!

LG
 

gärtner

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Hallo Reinhard!

Danke für die Hilfestellung! Die Fluglöcher werden sowieso regelmäßig kontrolliert. Na, denn werd'i alle 4 Wochen mal Krücke und Beserl schwingen, wobei ich natürlich hoffe, daß ich da nicht ganze Berge herausholen muß. Eben habe ich noch neue Windeln eingelegt, ich bin schon sehr auf die Abfall- und Gemülldiagnosen gespannt.

Die Frage nach Kalt-/Warmbau hat sich nur auf die Volksstärke bezogen: 4-5 WG im Kaltbau ist vermutlich etwas mehr als die gleiche Anzahl im Warmbau.

Gestern hatte ich jedenfalls meine bisher wichtigste Imkererkenntnis: von Jänner bis Juni ist das Imkern ein Kinderspiel, von Juli bis Dezember geht's um Leben und Tod.

Beste Grüße und schönen 2. Advent!
franz.
 

gärtner

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So, dann will ich mal hier weitermachen.
Habe vorhin taschenlampenbewehrt 3 von 6 Windeln gezogen - die Ergebnisse sind z.T. überraschend.

Das Wichtigste: Die Oxalsäure wirkt!

Bei meinem stärksten Volk (aktuell auf 9 Waben) bin ich fast tot umgefallen. Der natürliche Abfall vorher war ~3 V pro Tag - jetzt habe ich nach gut 2 Tagen (52 Stunden) 166 Milben gezählt! (Vorbehandlung im Herbst: 2 x AS im Nassenheider Horizontalverdunster)

Der im Juli angeschaffte Kunstschwarm, aktuell auf 5 Waben (ganz schön klein), hat im gleichen Zeitraum 1 (eine!) Milbe abgeworfen. (Vorbehandlung im Herbst: 2 x AS im Nassenheider Horizontalverdunster)

Ein 5-Waben-Ableger, der aktuell auch auf 5 W sitzt, bringt hingegen 145 Varroen in 2 Tagen. (Vorbehandlung im Herbst: 1 x AS im Nassenheider Verdunster, vertikal - es fand kaum Verdunstung statt + 1 x 15 ml AS auf Schwammtuch, direkt über dem Bienensitz - ein zweiter in gleicher Weise behandelter 5W-Ableger ist inzwischen in die ewigen Nektargründe eingegangen).

Morgen zieh ich die Windeln in den ALV-behandelten Beuten...

Interessante Bemerkung am Rande: alle bisher kontrollierten Völker sitzen eindeutig auf der warmen Seite der Beute, also nicht an einer Außenwand, bzw. dort, wo sich in der nächsten Beute auch eine Winterkugel befindet! Da fast alle meine Völker relativ schwach sind, werde ich sie nach Weihnachten warm einpacken. Ich erhoffe mir dadurch einen zeitigen Start in die neue Saison.

Und jetzt setz ich mich an den warmen Ofen...
Gruss, franz.
 

Maddin

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Hallo, kann mir jemand sagen ab welcher Temperatur die Königin wieder anfängt Eier zu legen?

Viele Grüße
Maddin
 

gärtner

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@ Maddin:
Bezügl. der zum Brüten erforderlichen (Außen-)temperatur bin ich auch überfragt - hier warte ich auch noch auf eine Antwort unserer Experten.
Ich denke aber, wenn die Völker gut in Schuss sind und es so mild ist wie bei uns (kaum je unter 0 Grad, Tageswerte +3-5°C), müßte die Königin eigentlich langsam wieder zu legen anfangen.
Ich höre diesbezüglich auch die unterschiedlichsten Sachen: 2 unserer altgedienten und sehr erfolgreichen Imker im Verein packen spätestens nach Weihnachten die Kästen gut ein, a) um Futter zu sparen und b) vor allem, um einen guten Brutstart zu haben.
Ich denke, ich werde das auch tun - meine Völker sind relativ schwach und ich bin um jeden Tag, den es früher losgehen kann, heilfroh.


Zu meiner Milbenzählerei: die Ergebnisse von 1 ALV-behandelten Volk hab ich leider verlegt (immer dieser Vorweihnachtsstress!), bei einem anderen habe ich heute ausgezählt (es ist eins der beiden österreichischen Völker; bisherige Behandlungen: 1 x ALV im September, 1 x AS im Oktober):
6 Wabengassen besetzt, 390 Milben innerhalb von 10 Tagen nach der OS-Träufelbehandlung. Dazu ein paar -zig tote Bienen, die ich aus dem Flugloch gefegt habe. Die nächste Windelkontrolle wird zeigen, wie groß die Winterkugel noch ist.

Schönen Abend wünscht
franz.
 

Der Bienen-Much

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Hallo zusammen, hallo Maddin,
eine Bienenkönigin legt fast immer ihre Eier, auch im strengsten Winter werden einige Maden gepflegt. Einzige Ausnahme, bei beginnender Schwarmstimmung.

Nach Prof. Dr. F. Ruttner dienen die einzelnen Maden den Bienen im Winter als Eiweißquelle.

Quelle: „Königinnenzucht“ Biologische Grundlagen und Technische Anleitung
Apimondia-Verlag 1980.

Das normale Brutgeschäft beginnt in der Regel schon im Februar und wird von der Tageslänge – Sonnenstand geregelt. Auch wenn es z. B. zu Weihnachten um die 20° C warm werden sollte, die innere Uhr unserer Bienen ließe sich nur wenig davon beeindrucken.

Herzliche Grüße

Dieter
 
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