Lebermoos-Extrakt gegen Pilze - Erfahrungswerte?

Nils

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Hallo miteinander,

Gärtner verwenden Lebermoos-Extrakt um Pflanzen gegen Pilze zu stärken. Der Extrakt aus Lebermoos soll mit seinen Inhaltsstoffen Pilze und Sporen bekämpfen.

Bienenkrankheiten entstehen zum Teil auch aus Pilzen, z.B. die Kalkbrut.

Da könnte man auf den Gedanken kommen, daß es evtl. sinnvoll wäre, Lebermoosextrakt auch bei den Bienen an zu wenden.
Nur - wie vertragen Bienen Lebermoosextrakt? Wie könnte man es anwenden? (Verdünnung etc.).

Hat diesbezüglich jemand Erfahrung oder weiß etwas darüber?

Vielen Dank,

Nils
 

altbiene

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Da könnte man auf den Gedanken kommen, daß es evtl. sinnvoll wäre, Lebermoosextrakt auch bei den Bienen an zu wenden.
Wie willst es denn anwenden? Direkt bei den Bienen oder zum Desinfizieren von Rähmchen und Beuten?

Beim ersten Versuch gegen den Buchsaumzünsler habe ich auch Lebermoosextrakt in der Mixtur gehabt, ich meine auch beim Buch direkt neben den Bienenstöcken. Schaut ned so aus, als hätte es den Bienen irgendwie geschadet, die fliegen immer noch ganz munter. Näher dran bin ich aber damit nicht. Und es war nur einmal.

Ich könnte mir vorstellen, die Zargen damit abzuwaschen, bevor ich sie abflämme. Rähmchen - rentiert's den Aufwand? Die sind doch so teuer nicht, da im Zweifelsfall lieber verbrennen.

Irgendwie an der Brut, so wie Säurebehandlung - ich weiß ned. Das Zeug schmeckt auch asslig bitter, den Geschmack möcht ich lieber nicht im Honig haben :)
 

Nils

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Wie willst es denn anwenden? Direkt bei den Bienen oder zum Desinfizieren von Rähmchen und Beuten?
Ich habe keine Ahnung! :)

Wenn es überhaupt Sinn machen sollte, dann zur Behandlung der Bienen bzw. Bienenbrut. Also direkt auf die bienenbesetzten Waben sprühen.
Natürlich verdünnt, da der Extrakt -glaube ich- ziemlich viel Alkohol enthält?

Ich denke nur laut nach über Behandlung von Kalkbrut... ;)

Aber auch um Apideas zu desinfizieren wäre es vielleicht was. Zargen und Rähmchen werden thermisch sicherer und einfacher zu desinfizieren sein.

Einen Geschmackstest habe ich mit Lebermoos ehrlich gesagt noch nicht gemacht *lach*.

Servus

Nils
 

altbiene

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Wenn es überhaupt Sinn machen sollte, dann zur Behandlung der Bienen bzw. Bienenbrut. Also direkt auf die bienenbesetzten Waben sprühen.
Natürlich verdünnt, da der Extrakt -glaube ich- ziemlich viel Alkohol enthält?
70%

Ich denke nur laut nach über Behandlung von Kalkbrut... ;)

Ich denk mal, wenn es eine Behandlung abseits von sanieren gäbe, hätte die vielleicht schon wer gefunden? Kalkbrut gibt es ja schon länger als Varroa, oder nicht?

Aber auch um Apideas zu desinfizieren wäre es vielleicht was.
Das vielleicht.

Einen Geschmackstest habe ich mit Lebermoos ehrlich gesagt noch nicht gemacht *lach*.
Na, freiwillig war der nicht :) Ist schon länger her, da ist mir mal was auf die Hand geraten.
 

WalterRojky

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Hallo Nils
Habe vor Jahren einmal gelesen wie ein Imker bei seinen Völkern die Kalkbrut bekämpft und beseitigt hat. Hätte selber einmal Kalkbrut gehabt bevor ich diesen Bericht gelesen hatte. Seither kein Kalkbrut bei meinen Völkern.
Dieser besagte Imker, fütterte seine Bienen mit selbst angerührtem Zuckerwasser. Da, wie aus diversen chemischen Berichten, Pilze extrem auf pH-Werte reagieren, hatte dieser Imker abgestandenes Kalkwasser (pH ~8) mit Zucker vermischt und damit die Völker gefüttert. Im kommenden Jahr waren alle Völker des Standes frei von Kalkbrut.
Vielleicht wäre ein Versuch mit positiven Ergebnis möglich!?
mfg Walter
 

Nils

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Hallo Walter,

das klingt sehr interessant! Hast du das selbst mal getestet?

Hallo Nils
Hätte selber einmal Kalkbrut gehabt bevor ich diesen Bericht gelesen hatte. Seither kein Kalkbrut bei meinen Völkern.
Darf ich fragen wie schlimm dein Befall war und was du damals getan hast?

hatte dieser Imker abgestandenes Kalkwasser (pH ~8) mit Zucker vermischt und damit die Völker gefüttert. Im kommenden Jahr waren alle Völker des Standes frei von Kalkbrut.
Ich hätte gute Lust das bei meinem Kalkbrutvolk zu testen! Aber: was ist abgestandenes Kalkwasser? Wie genau macht man das?

Danke für Deine Anregung,

Nils
 

altbiene

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Da, wie aus diversen chemischen Berichten, Pilze extrem auf pH-Werte reagieren, hatte dieser Imker abgestandenes Kalkwasser (pH ~8) mit Zucker vermischt und damit die Völker gefüttert.

:-k Ich weiß, dass Pilze saures Milieu nicht mögen. Kommen die mit Laugen auch nicht klar?

Ich muss sagen, ich hätte schon Angst um mein Volk, es mit einer Lauge zu füttern, auch, wenn sie nur schwach ist. Die Bienen vertragen das?
 

Chrigel

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Was ich hier lese, gibt mir schwer zu denken. Eure "Naturmittel" sind Biocide und die gehören nicht ins Bienenvolk.
Imkert doch einfach nach best practice und gut ist es.

Chrigel
 

Nils

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Was ich hier lese, gibt mir schwer zu denken. Eure "Naturmittel" sind Biocide und die gehören nicht ins Bienenvolk.
Imkert doch einfach nach best practice und gut ist es.

Chrigel

Da hast du sicherlich recht Christian, aber hier wird ja nur laut gedacht. Bis zum tun ist es da noch weit hin.

"best practice" ist so leicht gesagt, zu entscheiden was im konkreten Fall zu tun ist, ist oft nicht so leicht. Der Teufel steckt im Detail und nicht jeder Fall braucht die gleich starke "Keule". So ist mir persönlich äußerst unwohl bei dem Gedanken, 10 Zander-Rähmchen mit Brut zu vernichten, habe aber andererseits auch die Angst andere Völker an zu stecken, wenn diese Brut jetzt noch auslaufen darf. Best practice hin oder her - ich weiß nicht was ich tun soll.


Servus,

Nils
 

altbiene

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Eure "Naturmittel" sind Biocide und die gehören nicht ins Bienenvolk.

Da gebe ich Dir vollkommen recht und hatte auch nicht vor, sie ins Bienenvolk einzubringen außer eben ggf. die Zargen damit zu desinfizieren, wobei ich mir da durchaus auch bewusst bin, dass es ein ernstzunehmendes Mittel ist, wie z.B. Soda oder Ätznatron, oder Essigsäure, auch. Ich würde mir trauen es zu tun, weil Bienen mit Vorliebe auf den Moospolstern im Garten sitzen und trinken.

Den Lebermoosextrakt habe ich zufällig wegen des Buchses da; wir haben hier inzwischen auch diesen Buchsbaumzünsler und dort sind oft Pilzkrankheiten die Folge. Außerdem hilft es, wenn der Mehltau an Rosen überhandnimmt.

Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, wozu die dreiwöchige Internierung der Königin in diesem Fall dient? Abkehren auf Mittelwände ist logisch, dass die verseuchten Waben weg sind. Neue Königin wegen des Putztriebes ist auch logisch. Nur für die Internierung fehlt mir gerade die Erklärung. Bei den Varroen ist es klar, wir brauchen die Brutpause. Und hier?
 

Nils

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Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, wozu die dreiwöchige Internierung der Königin in diesem Fall dient? Abkehren auf Mittelwände ist logisch, dass die verseuchten Waben weg sind. Neue Königin wegen des Putztriebes ist auch logisch. Nur für die Internierung fehlt mir gerade die Erklärung. Bei den Varroen ist es klar, wir brauchen die Brutpause. Und hier?

Ich verstehe die Internierung für 3 Wochen so, daß damit die noch gesund schlüpfende Brut gerettet wird und man die Brutwaben eben nicht samt Brut vernichten muß. Christian schrieb ja in seinem Beitrag vom 05.07.

Ein Volk zeigte dieses Jahr zunehmend Kalkbrutmumien auf dem Flugbrett. Die Volksstärke liess zu wünschen übrig und schliesslich wurde der Kastenboden nicht mehr sauber gereinigt. Der Befall auf den Brutwaben bewegte sich von wenig bis gegen 10 % der Brutzellen, wobei die breits ausgeräumten Zellen für einen noch höhern Befall sprechen.

Mein Sanierungsplan:
- Dreiwöchige Internierung der Königin
Foto zeigt die Internierungswabe nach 10 Tagen
- Abwischen der Bienen in frische Beute auf Mittelwände (sämtliche Waben einschmelzen)
- Einweiseln einer jungen Zuchtkönigin
- Fütterung

Er hat die Brut also nicht vernichtet sondern die Waben erst nach dem Auslaufen eingeschmolzen.

Stellt sich für mich nun die Frage wie stark war sein Befall im Vergleich zu unseren beiden Fällen. Soll man die Brut noch auslaufen lassen oder nicht?

Je mehr ich das Ganze beobachte und durchdenke tendiere ich momentan dazu es wie Christian zu machen. Nur hoffe ich, daß das Auslaufen der Brut nicht dazu führt, daß die Nachbarvölker noch angesteckt werden...

Die Brutfreiheit könnte man ja noch für eine Bedampfung nutzen. Oder?
Oder auch nicht? Dann sind die Sporen im Oxamat und man verteilt sie über alle Völker?

Servus,

Nils
 

altbiene

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Ich verstehe die Internierung für 3 Wochen so, daß damit die noch gesund schlüpfende Brut gerettet wird und man die Brutwaben eben nicht samt Brut vernichten muß.

Außer der Internierungswabe. Also quasi Minimierung der eingeschmolzenen Brut. Das hätte Sinn.

Die Brutfreiheit könnte man ja noch für eine Bedampfung nutzen. Oder?
Oder auch nicht? Dann sind die Sporen im Oxamat und man verteilt sie über alle Völker?

Sie sind ja auf den frischen Mittelwänden auch erst einmal brutfrei.
 

Chrigel

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Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist, wozu die dreiwöchige Internierung der Königin in diesem Fall dient? Abkehren auf Mittelwände ist logisch, dass die verseuchten Waben weg sind. Neue Königin wegen des Putztriebes ist auch logisch. Nur für die Internierung fehlt mir gerade die Erklärung. Bei den Varroen ist es klar, wir brauchen die Brutpause. Und hier?


Dieses Volk war für 4 B vorgesehen. Die dreiwöchige Brutpause wurde in diesem Fall einfach vorgezogen. Der Kalkbrut geschuldet - sie beunruhigt mich nicht aber sie erforderte einen Eingriff. Bei einer Belastung von 10 % der Brutfläche lasse ich die Brut auslaufen und entnehme nachher das gesamte Wabenwerk. Beim Abwischen auf Mw wird auch umgeweiselt. Im Zustand "nur offene Brut" wird eine Bedampfung ausgeführt.

Statt der langen Werweisserei , bei der nur unnötig Zeit verloren geht, ist entschiedenes Handeln angesagt.

Chrigel
 

WalterRojky

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Hallo Nils
Habe die Methode nicht probiert da ich schon seit vielen Jahren keine Kalkbrut hatte. Abgestandenes Kalkwasser, Kalk im Wasser lösen, wird eine richtige Milchsuppe und stehen lassen. Nach mehreren Tagen wird das Wasser wieder rein, Kalk setzt sich am Boden ab. Mit diesem Wasser wurde Zucker für die Bienen angerührt. Vielleicht sollte man den pH-Wert messen um nicht in eine gefährliche Base zu kommen.
mfg Walter
 

Nils

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Danke Walter

für die Erklärung. Das ist ja dann nichts anderes als Branntkalk?
Das kenne ich noch von meiner Oma. Das wird mit Wasser angerührt, dabei entsteht glaube ich auch ziemliche Wärme. Damit wurde dann der Kuhstall geweisselt. Auch meinen Kaninchenstall habe ich damals damit gestrichen, wenn ich mich noch recht entsinne...

Ich hoffe ich brauche das Rezept nicht mehr - falls doch, ist es gut es zu haben!

Danke Dir!


Nils
 
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