Gezogene Kerzen rauhe Oberfläche

manöggeli

Neues Mitglied
Registriert
19 Apr. 2026
Beiträge
3
Punkte Reaktionen
1
Imker seit
Nicht
Eigene Kö Zucht ja/nein
Nein
Hallo zusammen

Ich habe eine komplizierte Frage und sehe, dass in diesem Forum sehr erfahrene Kerzenleute sind, die mir vielleicht weiterhelfen können.

Eine meiner Kolleginnen hat seit einer Weile das Problem, dass ihre gezogenen Kerzen eine rauhe Oberfläche haben. Keine Ahnung woher das kommen könnte... Es sieht aus wie Hautausschlag, ganz feine Bläschen. Sie hat Folgendes schon gemacht:

  • Wachs ist gekauft, seit Jahren vom gleichen Händler, verschiedene Chargen ausprobiert
  • Neuer Topf beim Schmelzgerät
  • Neuer Thermostat
  • Seit Jahren der gleiche Docht
  • Luftfeuchtigkeit im Raum aktuell ca. 55%
  • Einmal umgezogen, das Problem bleibt
  • Wachs für 30 Minuten auf 100 Grad erhitzt, ist darauf hin wenig besser geworden

Hat jemand von euch eine Idee, was man noch tun könnte? Ich ziehe seit Jahren Kerzen, so eine Oberfläche ist mir noch nie begegnet...

Vielen Dank für euer Mitdenken...

Liebe Grüsse, manöggeli
 
Kann eigentlich nur noch relativ viel vorhandener Blütenpollen sein, eine andere Erklärung finde ich eigentlich nicht.

Mach eventuell einen Test, zünde einige Kerzen an, knistert und spritzt das Wachs so ist die Sache klar. Dies deswegen, weil selbst kleinste Pollenkörner heim verbrennen wie Minisprühkerzen wegsprotzen.

Josef
 
Ich würde sagen falsch Handhabung. 100 Grad ist viel zu heiß, man entzieht dem Wachs die Feuchtigkeit und es trocknet aus. Versucht es mal mit 75 Grad. Dauert länger, schädigt aber das Wachs nicht so. 😉

Liebe Grüße!
 
Lieber Josef, lieber Robin

Vielen Dank für eure Antworten.

Dass im Wachs zu viele Pollen sind, glaube ich nicht. Das Wachs ist von der europäischen Wachsbörse und somit wahrscheinlich maschinell gereinigt. Ich selber verwende das gleiche Wachs. Wir verarbeiten so ungefähr 800 Kilo pro Jahr und hatten das Problem noch nie. Ich sage ihr trotzdem, sie soll mal einige Kerzen anzünden und schauen, ob sie "sprotzen".

Das mit dem Erwärmen auf 100 Grad hat sie irgendwo gelesen und dann eben ausprobiert. Es kommt uns überhaupt nichts mehr in den Sinn, was es noch sein könnte. Andere Ideen?

Liebe Grüsse,

Manuela
 
Wachs hat kein Mascherl, ist somit nicht eruierter woher es kommt und wie es gewonnen wurde, auch gut es enorm viel Wachsverfälschungen, aber dies wäre ein anderes Thema.

Immer mehr verstärkt sich meine Vermutung mit Pollen im Wachs, also anzünden und testen. Stell hierzu einige Kerzen auf eine vollkommen glatte Oberfläche, findest winzige Wachsspritzer so ist die Sache klar.

Das mit dem Erwärmen auf 100 Grad hat sie irgendwo gelesen und dann eben ausprobiert. Es kommt uns überhaupt nichts mehr in den Sinn, was es noch sein könnte. Andere Ideen?
!00 Grad machen absolut keinen Sinn, damit wird Wachs weder keimfrei, was erst bei 130 Grad passiert, noch wird damit das Wachs geklärt, was erst nach stundenlanger, bzw. Tagelanger Wäemhaltung bei etwa 80 Grad passiert.

Josef
 
Es kann so viele Gründe haben, es bleibt ein Naturprodukt von dem man eigentlich nicht diese 100% Glätte wie von Paraffin erwartet werden kann. Das einzige was helfen könnte, ist die Formen anzuwärmen, so dass der Wärmeunterschied geringer wird.

Wachsblüte (Patina): Wenn Bienenwachs kühler lagert, wandern Inhaltsstoffe an die Oberfläche und kristallisieren. Das sieht aus wie ein weißer, rauer Reif.
Zu schnelles Abkühlen: Wird das Wachs beim Gießen zu schnell kalt, entstehen Risse oder unebene Stellen.
Zu hohe Gießtemperatur: Wird das Wachs zu heiß gegossen, kann es ebenfalls zu rauen Oberflächen führen. (Wie bereits erwähnt, zwischen 70-80 Grad) keine 100!
Luftblasen: Beim Gießen können Luftblasen in der Form eingeschlossen werden, was zu pockennarbigen Oberflächen führt.
 
In der Gießzeit stehen bei uns 3 WECK Wörmegeräte gleichzeitig im Einsatz, darin befinden sich jeweil 25 Kg Bienenwachs, also da geht echt was weiter. Anfangs wird das Wachs bis zum aufkochen erhitzt, folglich die Wärme gedrosselt und zwar solange bis sich am oberen Rand eine kleine Wachskrause bildet. Diese Temperatur blebibt nun bis zum nächsten so eingestellt, gegossen wird ab dem nächsten Tag.

Bei der Wachsentnahme darf nur ganz sachte gearbeitet werden und keinesfalls darf gerührt werden.

Josef
 
Lieber Josef, lieber Robin

Vielen Dank für eure Antworten, ich werde sie gerne weiterleiten.
Es geht hier um gezogene Kerzen. Die Wachstemperatur liegt normalerweise bei 80 Grad. Die 100 Grad waren nur ein Versuch, allenfalls Feuchtigkeit aus dem Wachs zu bringen. Das Wachs kommt immer mit der gleichen Lieferung wie meins und wir hatten keine Probleme mit 800 Kilo. Es ist wirklich mysteriös...
Ich melde mich wieder, wenn ich weiss ob die Kerzen "sprotzen"... Was würde man dann tun?

Liebe Grüsse,

Manuela
 
Ich rede ja auch von 80 GRad, nänllch dann, wenn man die das brodelnde Wachs drosselt bis sich ein dünnes Rändern bildet, dann hat man die exakt richtige Temperatur.

wenn ich weiss ob die Kerzen "sprotzen"... Was würde man dann tun

In den Grund und Boden schämen, was auch mir nicht erspart blieb. :SM_1_04:

Ich war damals Lieferant eines ziemlich großen Büroturm, das dortige Personal kannte meine Produkte, einmal pro Woche lieferte ich die bestellte Waren direkt zu den Schreibtischen, also ähnlich wie die Menagewagerl in den Krankenhäusern. Bei der Weihnachtslieferung übergab zu jeder Bestellung eine gezogene Kerze. Bei der nächsten Lieferung wurde mir die Bescherung dieser "Wunderkerzen" mitgeteilt, also ich hab in Grund und Boden geschämt.


Mittlerweile haben wir den Dreh heraus, bei unseren zahlreichen Verkaufsständen benötigen wir pro Jahr enorm viele Kerzen, siehe mein voriges Postimg mit den drei WECKs.

Josef
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben