Drohnen und Naturbau... und die Varroa

Josel

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Ich hab da mal ne Frage (die ist allerdings seeeehr theoretisch, weil, Bienen hab ich noch nicht!)

Im Imkerkurs gings jüngst um den Baurahmen. Der wird ja von den Bienen für die Drohnenbrut genutzt, weil sie sonst auf den Mittelwänden nur Arbeiterinnenzellen haben. Richtig soweit?

Praktischerweise kann man den einfach ausschneiden zur Varroabekämpfung (weil ja die Drohnen stärker befallen werden bzw. die Varroadamen in Drohnenbrut länger Eier legen können - hab ich hier irgendwo gelesen). Auch richtig soweit?

Allerdings habe ich dann auch im Kurs gehört, dass die Drohnen auch zur Wärmeerzeugung dienen, die Baurahmen sozusagen als eine Art Heizung fungieren. Auch schön. Wäre es dann nicht sinnvoller, auf Naturbau umzusteigen, damit diese "Heizungen" im Stock und zwischen der restlichen Brut verteilt sind, oder habe ich da was völlig missverstanden?

Und wenn ich denn nun Naturbau habe und die Bienen Drohnen und Arbeiterinnen bunt mischen, wie schneide ich dann die Drohnenbrut zur Varroabekämpfung? Gar nicht?

Fragen über Fragen.

Ich kann mir halt nur schwer vorstellen, dass die Drohnen im Volk keinen Nutzen außer als Königinnenbegatter haben sollen und somit überflüssig sind. So einfach funktioniert die Natur im Allgemeinen nicht.
 

Josef Fleischhacker

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Josel, Du kannst bei hohem Boden ohne weiteres Rähmchen mit MW geben, Drohnen die benötigt werden, kommen eben im Wildbau des hohen Bodens auf die Welt. Auch ich praktiziere diese Methode und habe jede Menge Drohnen.

Drohne schneide ich nicht, als Imker und Bienenbetreuer täte mir das Herz weh, würde ich da das Messer ansetzen um tausende Drohnen zu köpfen. :(

Flop, würde ich dazu sagen, aber jede/r wie er/sie will.

Josef
 

Josel

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drohne schrieb:
Josef, Du kannst bei hohem Boden...

Jetzt weiß ich, was du mit dem "Pepi" im anderen Beitrag gemeint hast.
c062.gif
Ich hab das wohl immer überlesen - ich bin eine Josefine und kein Josef. :oops:
 

Josef Fleischhacker

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Oh Pardon Josefine, dies konnte ich natürlich nicht wissen.

Josef
 

Josel

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drohne schrieb:
Drohne schneide ich nicht, als Imker und Bienenbetreuer täte mir das Herz weh, würde ich da das Messer ansetzen um tausende Drohnen zu köpfen. :(

Hast du denn eigentlich einen Unterschied im Varroabefall zu Leuten, die Drohnen schneiden? Wenn nicht, würde sich das Drohnen schneiden ja gar nicht lohnen.

Du hast doch auch so eine TBH. Wie ist denn da eigentlich die Drohnenbrut verteilt, eher von den Arbeiterinnen getrennt oder immer schön mittenrein?
 

Norbee81

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Hallo Josel!

Drohnen gehören unbedingt zum Volk.
Wenn man schon die Varroabelastung durch Brutentnahme verringern will, dann würde ich raten Arbeiterinnenbrut für Ableger zu entnehmen und die Ableger dann gegen die Milbe zu behandeln.

Drohnen schneide ich nur bei Völkern die ich von der Vermehrung ausschließen will um bei der Standbegattung ein wenig bessere Ergebnisse zu erhalten.
Drohnenbau darf sich bei meinen Bienchen auf allen Brutwaben befinden, der Brutraum gehört den Bienen. Aber Wildbau außerhalb der Rähmchen ist dort unpraktisch, darum verwende ich nur flache Gitterböden. Der Honigraum ist wieder mein Bereich, dort verhindere ich Drohnen und Arbeiterinnenbau durch ein Absperrgitter.

Also, je nach Betriebsweise- man muss nicht unbedingt Drohnen vernichten.
Ob ich dadurch Verluste in der Überwinterung habe, wird sich abermals zeigen, derzeit habe ich noch kein totes Volk vorgefunden.

Gruß
Norbert
 
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Ich möchte gerne das Thema wieder hochholen. Es kann auch gerne zu Naturwabenbau verschoben werden, da es wohl besser hinpaßt.
Ich möchte nächstes Jahr mit Naturbau beginnen, da wurde mir in den letzten Tagen von einem Berufsimker aufs äußerste abgeraten.
Er meinte ich würde eine Brutstätte für die Varroamilbe schaffen, da ich ja keine Drohnen schneiden könnte.
Und das Volk würde auf jeden Fall im Herbst zusammenbrechen !
Meine Frage: Wer von Euch macht zumindest zum Teil Naturbau ?
Wer schneidet Drohnen beim Naturbau ?
Und wie habt Ihr (oder eure Bienen) beim Naturbau die Varroa unter Kontrolle ?

gruß

bernhard
 

Sebastian

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Servus Bernhard,


  • Meine Frage: Wer von Euch macht zumindest zum Teil Naturbau ?
    2011: 100%
  • Wer schneidet Drohnen beim Naturbau ?
    Ich nicht.
  • Und wie habt Ihr (oder eure Bienen) beim Naturbau die Varroa unter Kontrolle ?
    2 x AS lang im Sommer + OS flüssig im Winter; wem das nicht genug ist fällt der natürlichen Selektion anheim
lg,
Sebastian
 

WalterRojky

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Hallo Bienenfreunde
Bin selbst ein Verfechter von Naturbau, habe allerdings erst 2 Trogbeuten mit Naturbau, eine Klotzbeute ist in Arbeit. Da werden allerdings kombinierte Waben bevorzugt. Brutraum Naturbau/Rähmchen Honig-Rähmchen.
Drohnenschneide - nur bei Völker deren Nachkommen isch nicht will.
Varroa - AS 2 bis 3mal, OS-Verdampfung als Restentmilbung zw. Weihnachten Neujahr.
mfg Walter
 
E

edlBeeFit

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Ich werde das folgendermassen praktizieren

Wenn ich wirklich MW einbaue, so wird diagonal ein drittel abgeschnitten und somit für die Drohnenbrut freigegeben

ansonsten werde ich im neuen Jahr wohl hauptsächlich NB machen lassen
 

Josel

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Ich muss mich hier auch noch mal einschalten. Heute flatterte meine Lieblingsimkerzeitschrift in den Briefkasten, worin ein Artikel mit dem Titel "Mittelwände sind gut für Bienen" zu finden war.

Die Autorin meint, MW seien gut für Bienen, weil:

- die Bienen gewinnen Zeit, was in der Tracht von Vorteil ist
- Zeit ist Honig, das gibt also einige Gläser mehr (gut für die Bienen...?)
- lässt man den Bienen die Wahl, legen sie mehr Drohnenbrut an, bei MW schlüpfen nur Arbeiterinnen (auch gut für die Bienen?)
- ein Nachteil der MW ist allerdings der Wabenlöttrafo (wofür brauchen die Bienen den denn?)
- gut sind MW auch, denn (zitat!): "Ganz einfach: Mehr Arbeiterinnen = weniger Drohnen = weniger Varroa"

Ihr könnt jetzt gerne wieder sagen, dass ich nur Anfängerin bin und die Autorin natürlich mehr Erfahrung mit ihren Bienen hat, aber dass der "Drohnenwildbau eine Varroafabrik" sein soll und Leute, die ihre Bienen im Naturbau bauen lassen, mit "Wabenbruch, Wirrbau und Drohnenbau kämpfen" halte ich für stark übertrieben. Und obige Gleichung ist ja auch stark vereinfacht.

Hier gibts ja viele Leute, die keinen Drohnenbrut schneiden, egal, ob sie MW verwenden oder nicht, und einige, die ihre Völker auf Naturbau halten, aber von ermüdenden Kämpfen mit Wabenbruch und Wildbau habe ich noch nie etwas gelesen (kann das auch von meinen Völkern nicht bestätigen) und dass mit der Varroafabrik finde ich sehr polemisch formuliert.

Die Varroa bevorzugt ja nicht den Drohnenbau, sondern kann sich dort länger entwickeln (und mehr Nachkommen zur Geschlechtsreife kommen lassen) und außerdem wird der Drohnenbau von den Ammenbienen öfter besucht.

Ich habe nichts gegen Mittelwände, soll jede/r halten, wie er oder sie will, aber rein wirtschaftliche Interessen (mehr Honig) unter dem Deckmantel von "glückliche Bienen" zu verkaufen und den Naturbau zu verteufeln, finde ich einfach nicht ok.

Der Artikel ist - für mich persönlich! - ein ganz klarer Minuspunkt für die Zeitschrift, weniger wegen des Inhaltes an sich, sondern weil er Sachlichkeit vermissen lässt und der Titel wenig mit dem Inhalt zu tun hat.
 

mahagugu

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Josel;64543 - ein Nachteil der MW ist allerdings der Wabenlöttrafo (wofür brauchen die Bienen den denn?) [/QUOTE schrieb:
brauchst nicht, aber spart dir Arbeit.
kannst auch ohne Löttrafo drahten und die MW einpicken (zB mit flüssigen Wachs und Pinsel)
 

Josel

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brauchst nicht, aber spart dir Arbeit.
kannst auch ohne Löttrafo drahten und die MW einpicken (zB mit flüssigen Wachs und Pinsel)

Danke für den Hinweis! Leider habe ich das Gefühl, du hast meinen Beitrag nicht so ganz verstanden. Kann das irgendwie sein? :)
 

Rabe

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Hi Mädel, :p
Die Autorin meint, MW seien gut für Bienen, weil:
[...]
Der Artikel ist - für mich persönlich! - ein ganz klarer Minuspunkt für die Zeitschrift, weniger wegen des Inhaltes an sich, sondern weil er Sachlichkeit vermissen lässt und der Titel wenig mit dem Inhalt zu tun hat.
so wie ich die Aussagen lese, war das die Pia A. und die äußert sich eben wie Gerhard L. immer sehr pointiert. Damit haben viele ein Problem.

Gruß Ralf
 

Milbi

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Servus Leute,
tja, so ist sie nun mal, die Frau Liebig.
Wie soll man jetzt verfahren?
Am besten, man probiert aus, findet seine eigene Methode und lässt die anderen rausposaunen, was immer sie für richtig halten.
 
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@Sebastian, Walter und Kurt danke für Eure Informationen. Ich werde sie im Frühjahr wahrscheinlich gut brauchen können.

Aber bei fast 2000 aktiven Mitglieder gibt es nur 3 Imker, die Naturbau betreiben und sich dazu äußern...mhm...:n66:

Sollte das zu denken geben ?!?
 

gartenmundl

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Hallo Bernhard,
du hast dich ja für TBHs entschieden und da ist Drohenschneiden soweit nicht vorgesehen. Auch ich habe erst gestern bei einem Verein einen Vortrag zur Restentmilbung gehört wo ganz deutlich die Vorteile des Drohenschneidens betont wurden. Für mich ist Naturbau mit Drohnen der richtige Weg. Mir geht es weniger um den Honig. Das funtioniert bei 2 Völkern natürlich auch ganz gut. Wenn ich jetzt aber 100 Völker hätte und vom Imkern lebe...wer weiß, vielleicht würde ich auch Mittelwände verwenden und Drohnen schneiden. Es ist einfach der unterschiedliche Blickwinkel bzw. eine unterschiedliche Intension, mit dem Menschen an die Bienenhaltung herangehen. Wichtig ist, dass du zufrieden bist, mit dem was du tust.

Grüße vom TBH-Kollegen
Raimund
 

Harzer

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Die gute Pia gibt ihren Ablegern am Anfang auch Rähmchen zum Wildbau....schreibt sie jedenfalls

Mittelwände oder Wildbau ist eine reine Glaubensfrage der Imker,der Biene ist es egal. Sie hat bei beiden weder Vor noch Nachteile

Mittelwände baut sie schneller aus und braucht weniger Kraft /Honig würde ich Wildbau haben wollen , wäre mir das egal

Da die Baugröße und Richtung durch das Rähmchen vorgegeben werden , ist es eigendlich auch kein richtiger Wildbau.....ansichtsache halt
 
K

Kramer

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Ich muss mich hier auch noch mal einschalten. Heute flatterte meine Lieblingsimkerzeitschrift in den Briefkasten, worin ein Artikel mit dem Titel "Mittelwände sind gut für Bienen" zu finden war.

Die Varroa bevorzugt ja nicht den Drohnenbau, sondern kann sich dort länger entwickeln (und mehr Nachkommen zur Geschlechtsreife kommen lassen) und außerdem wird der Drohnenbau von den Ammenbienen öfter besucht.

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Die Varroa bevorzugt nicht den Drohnenbau aber die Drohnenbrut aufgrund stärkerer Duftlenkung der Drohnenlarve.

Nun habe ich meine drei Posts bereitsgeschafft und kann auch in den PN Bereich aufsteigen. :)
mfG Kramer
 
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