Desinfektionskessel

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Josef Gruber

Guest
Hallo Bienenfreunde!

Da im Umkeis meiner Bienen immer wieder Faulbrutfälle auftreten und ich bisher
verschont blieb, möchte ich vorbeugend meine Beuten so gut als möglich desinfizieren.
Bisher habe ich die leerstehenden Beutenteile abgeflämmt, dieses Verfahren geht
zum einen auf die Substanz der Holzteile, zum zweiten werden nicht alle
Ritzen und Nischen der Beutenteile erreicht.
Für den heurigen Winter habe ich mir vorgenommen einen "Desinfketionsbehälter" zu bauen.

Eckpunkte:
- Edelstahlwanne 60x60x60 cm
- Beheizung mittels Gasbrenner
- Temperaturanzeige
- Regelung keine ???
- Einlegerost - auf welcher Höhe???
- 2 Ablasshähne auf unterschiedlicher Höhe

Natürlich fehlen mir zu diesem Thema die Erfahrungen und auch im Imkereibarf ist
nicht viel brauchbares zu finden.
Somit möchte ich Euch um Erfahrungsberichte und Anregungen zu diesem Thema bitten.

Gruß Sepp
 
Hallo Bienenfreunde
Eine Desinfektion der gesamten Imkerausrüstung inkl. Beuten wird in Italien mit radioaktiver Bestrahlung durchgeführt.
Es gibt dort die Möglichkeit, eine Euro-Palette bis zu 2,5m hoch aufzustapeln, mit Folie eingewickelt in eine Halle gebracht wird. Danach wird sie von Mitarbeiter in einen Reaktorähnlichen Raum gebracht.
Nach ca. 2 Stunden kann die Ware voll desinfiziert wieder abgeholt werden. Den Preis weiß ich allerdings nicht mehr.
Man müsste fragen ob Seibersdorf so eine Desinfektion anbietet.
Ist eine Möglichkeit die allerdings nicht alle Imker (inkl. mich) anspricht.
mfg Walter
 
Hallo
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Wärmekammer oder Trocknungskammer. Dort kannst Du das gesammte Material über mehrere Stunden einstellen Temperatur einstellen und richtig durchbacken.
Teilweise sind solche Kammern in der Industrie vorhanden.
Mit freundlichem Gruss
Hugo
 
Hallo

der Desinfektionskessel ist etwas zu schwach für Faulbrutsporen, diese sind extrem widerstandsfähig.

Wachsbetriebe müssen deshalb zum Entseuchen sehr aufwändige Überdruckkessel bereithalten - inkl. Protokollschreiber.

Ein Wachsklärkessel ist trotzdem eine tolle Idee. Er sollte aber doppelwandig (am besten Thermoöl) und dick isoliert sein. Zwei Hähne sind sehr empfehlenswert.

Bestrahlung wird in Australien schon lange relativ erfolgreich im kommerziellen Bereich angewandt (und stark subventioniert), ist aber sehr aufwendig.

Ob trockene Hitze die Kunststoff- oder Holzartikel schadlos überstehen ausreicht m Faulbrutsporen sicher abzutöten zweifele ich dagegen an.

Gruß vom verregneten Mindelsee

Michael
 
Mindelsee schrieb:
Ein Wachsklärkessel ist trotzdem eine tolle Idee. Er sollte aber doppelwandig (am besten Thermoöl) und dick isoliert sein. Zwei Hähne sind sehr empfehlenswert.

Der Sepp ist vom Fach und kann mit E-Stahl bestens umgehen, deswegen benötigt er genau solche Ratschläge, lassen wir also bitte Bestrahlungen ect. besser weg und geben ihm mehr Tipps auf was er beim Selbstbau so alles achten sollte. Ich bin fest davon überzeugt, das er mit unseren Tipps und Hinweisen ein tolles Gerät zustande bringt.
 
Hallo Forumfreunde
In der letzten "Biene Aktuell " ist von der Fa Puff ein Desinfektor beschrieben.

mfg. Johann.
 
Hallo!

Voerst mal Danke für Eure Bemühungen.
- Mein Wachsklärbehälter (ca. 30Liter) arbeitet schon seit dem letzten Winter, habe ich aus Edelstahl doppelwandig ausgeführt.
anstatt dem giftigen Thermoöl (ist in dem meisten Fällen Trafoöl) verwende ich Fritierfett - geht bei "trockenen Wachs" bis 150°C problemlos
Temperatursteuerung mittels Tauchthermostat (0 - 150°C) und Sicherheitstemperaturbegrenzer (160°C)
Kosten für Material und Hilfeleistung meiner Kollegen ca. € 300
- für den heurigen Winter möchte ich das Problem der Beutendesinfizierung lösen
- der von Puff angebotene Behälter ist eine "Ente" - wird mit 3%iger AS Lösung betrieben - stinkt und hat keine Wirkung auf Faulbrutsporen
- nun überlege folgende Varianten:
1. Desinfektionsbehälter 60x60x60 mit Heizung wie von Fritz angeboten
2. Geschirrspüler mit externer Steuerung, d.h. Ätnatronlösung soll nicht nach jeden Spülvorgang in den Kanal gelangen
3. Desinfektionsbehälter mit Heißwachs - Wachs auf ca. 130°C erhitzen und Beutenteile darin tauchen.
Hat erst mal den Nachteil, dass damit nur Holz desinfiziert werden kann
- auf keinen Fall in Frage kommt Radioaktivität und sonstige Chemiekeulen
- bezüglich Wärmekammer bin ich eher abgeneigt, da auch nur für Holz und Metall geeignet

Gute Ideen sind immer Willkommen und sollte das Gerät funktionieren werde ich natürlich darüber berichten.

Gruß Sepp
 
Hallo Bienen Sepp,

zum dritten Ansatz gibt es sehr gute Erfahrungen aus Australien und, inzwischen, auch Nordamerika.

Zargentauchen ist ein guter, nachhaltiger (wenn entsprechende Wachse/Harze verwendet werden) und schneller Schutz für alle Holzteile. Geht wirklich einfach: altes Fass oder entsprechend geschweißten Rechteckbehälter auf einen Bock stellen und Gasringbrenner drunter.

Wie glücklich hiesige Gesundheitswarte/Bienensachverständige damit sind lasse ich mal offen. Mir ist kein Fall bekannt in dem dieses Verfahren zur Sarnierung hier angewandt wurde.

Gruß vom nebeligen Mindelsee

Michael
 
Hallo Sepp !

Ich verwende zur Desinfektion und Reinigung der Rämchen und Beuten einen alten Kartoffeldämpfer. Díeser wird mit Wasser gefüllt, entsprechend der Wassermenge eine 4 %ige Ätznatronlauge durch Zugabe von Ätznatron hergestellt, und das Ganze anschließend mit Holzbefeuerung zum kochen gebracht. Darin werden dann die zusammen gebundenen Rämchenstöße, Magazine, und Beutenteile, unter Beschwerung, ca 10 Min lang ausgekocht. Danach mit kaltem Spritzwasser absülen.Damit ist alles sauber und desinfiziert. Bei dieser Arbeit das Gesicht, Hände, und Vorderkörper gegen Spritzwasser mit einem Plastikschurz, Gummihandschuhen, und Schutzbrillen schützen. Bei Kontakt mit der Ätznatronlauge diese eifach mit kaltem Wasser abspülen.

LG v libro
 
Hallo Sepp

Der Desinfektor von Puff ist nicht unbedingt eine " Ente ", kann auch mit Ätznatron betrieben werden.
Die kochende Lauge trägt wohl zur Desinfektion bei. zB. Styroporbeuten werden nur kurz in diese Lauge
getaucht. Beuten abgratzen und mit der Lötlampe schwarz machen ist nur eine Alibi Handlung.

mfg. Johann
 
Hallo Johann,

wie kommst Du zu der Einschätzung Abflammen sei nur eine "Alibi Handlung"?

Ich will nicht falsch verstanden werden; meines Erachtens ist Abflammen zur Faulbrutsanierung ungeeignet, für die Prophylaxe gegen viele Bakterien aber hoch wirksam denn die Temperaturen erreiche hier weit mehr als die 100° C.

Gruß vom nebeligen Mindelsee

Michael
 
Ich weiß daß es nicht der richtige Faden ist aber falls es doch jemanden interessiert, ich hab die ital. Firma ausfindig gemacht die Palettenweise Material mit Gammastrahlen bestrahlt, allerdings ist dies nicht billig. Eine Palette, max. 100x120x200 cm, bestrahlen kostet 216 Euro...
 
Ist nicht gerade billig, aber lassen wir bitte all diese Möglichkeiten weg und kümmern wir uns um den Sepp zu helfen einen guten und brauchbaren Kessel zu bauen.
 
Hallo
Sieht sehr gut aus.
Für mich hätte ich aber gerne einen Isolierten Behälter, weil sich sonst die Engergiekosten doch stark auswirken können.
Mit freundlichem Gruss
Hugo
 
Hallo Sepp,

sieht wirklich toll durchdacht aus Superl

Iso ist meines Erachtens bei einem Wachskessel, der ja viel häufiger/länger läuft wichtiger.

Da Säuredampf ziemlich korrosiv ist, wäre eine Dichtung im Deckelbereich (evtl. Labyrinth) für die Innenverwendung zu empfehlen.

Bitte an Gefälle zum Hahn und Schutzgitter über dem Heizstab denken, aber das ist ja vermutlich sowieso eingeplant.

Bitte berichte über die Funktion nach abgeschlossenem Bau

Viele Grüße vom sonnigen Mindelsee

Michael
 
Bienen Sepp schrieb:
Hallo Bienenfreunde!

Die Zeit seit Euren letzten Antworten habe ich genutzt über dieses Thema zu brüten.
Und habe mal einen Entwurf erstellt.
Nun wieder meine Bitte an Euch, betrachtet es kritisch und spart nicht mit Kritik.

Gruß Sepp



http://img833.imageshack.us/img833/922/ ... ehlter.jpg

Hallo Bienen Sepp,

das sieht sehr gut aus. 2 kW Heizleistung könnten allerdings etwas knapp werden, besonders wenn Aussen die Isolierung fehlt.
Vielleicht machst Du eine Holzkiste rum und schäumst den Zwischenraum aus. Ist billig und isoliert prächtig.
Du könntest die Kiste gleich so bauen, dass Du damit auch Wachs auslassen kannst. Dann hast Du gleich einen "Dampfwachsschmelzer".
Zum Thema Desinfektion guck mal hier:
http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/kr ... kurl_1.pdf

Grüsse
Stef.
 
Hallo, sieht schon mal nicht schlecht aus.
Da es ja ein Desinfektionskessel ist muß du ja mindestens 120°C darin erreichen und mind. 20 Minuten halten können, ohne Isolierung wird das wohl schwer sein. Wie Mindelsee schon sagte eine Dichtung oben am Deckelrand muß wohl sein.
Mir wäre das ganze zu Zeitintensiv bei der Bearbeitung, das heißt es müßten schon mehr Zargen oder Teile gleichzeitig Platz haben, aber Zeit darf ein Hobbyimker nie mit einrechnen...
Allerdings wird das Teil dann noch größer und schwerer und frißt noch mehr Energie...
Soll das Stück denn Doppelwandig werden und mit Thermoöl betrieben werden? Ich denke das könnte den Energieaufwand senken.
Den Deckel als Abtropftasse benützen ist, so meine ich, Spielerei und könntest du dir sparen. Die Teile sollten doch eh rausgenommen werden und dann mit kaltem Wasser nochmal gereinigt, oder?
 
lupi schrieb:
Da es ja ein Desinfektionskessel ist muß du ja mindestens 120°C darin erreichen und mind. 20 Minuten halten können
Das wird schwierig, denn dazu muss das Ding ca. 3bar aushalten :shock:

lg,
Sebastian
 
Sebastian schrieb:
Das wird schwierig, denn dazu muss das Ding ca. 3bar aushalten
Wenn das Ding unter Druck stehen soll, kann die Angelegenheit nicht ungefährlich werden. Wie begrenzt man zuverlässig etc. Nicht dass einem dann das entseuchte Wachs um die Ohren fliegt.
Nicht grundlos handelt es sich beim Dampfkesselgesetz um ein sehr strenges.

LG
Albert
 
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