anhaltender Milbenfall trotz Api Life VAR

OliverRoedel

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Hallo Oliver,das mit der Gnetetik verstehe ich nicht.Wie läuft das ab?Jena
Um Resistenzen, oder man nennt das ja nun Toleranz um dem Genthema aus dem Weg zu gehen, muss man eben ein bisschen von Vererbungslehre verstehen.1. Es bildet sich KEINE Resistenz, sie verstärkt sich höchstens. Beispiel Pest (Perone hat das bis heute nicht begriffen). Da sterben fast alle Menschen. Der ein oder andere hat eine höhere Widerstandskraft gegen diese Krakheit (ein schlechtes Beispiel das Perone wählte, weil die Pest wirklich fast alles umhaut). Wenn Du nun die Resistenten kreuzt kommen mehr oder weniger (relativ zu den Eltern) resistente zu stande. Es sterben wieder die Weniger und bleiben die Mehr und so weiter.Da die Natur aber nicht blöde ist, treten diese Krankheiten nunmal in Wellen auf, d.h. die Weniger sterben nicht und somit verwässert sich die Resistenz wieder.Resumée: Resistenz existiert IMMER und ist nicht gezüchtet. Kann durch genetischen Unfall entstehen (Mutation), diese sind aber normalerweise nicht stabil und verschwinden somit wieder. Selektiert man, kann man diese verstärken.2. Was ist Resistenz? Bei Krankheitserregern kann man dies ja noch halbwegs verstehen, aber bei Parasiten wird das schwieriger. Oder besser, existiert (fast) nicht. Es gibt Parasiten denen bekommt das "Blut" des potentiellen Wirts nicht. Bei Säuren/Varroa ist das auch nicht so einfach zu verstehen. Wie kann die Varroa eine Resistenz gegen einen ätzenden Wirkstoff erreichen? Dann sollen die durch Pfiffigkeit überleben. Wie? Pinkeln die in ein Taschentuch und halten sich das vor den "Mund"? Wenn die sich bei Giftgasalarm in eine Ecke verziehen, hat der Imker falsch dosiert. Diese Pfiffigkeit kann sich vererben, aber die Reaktion des Imkers sollte eine Erhöhung der Dosis sein.Gehen wir davon aus es gibt Varroen mit erhöhter Säureresistenz, dieses kann und wird sich vererben. Selektiert der Imker durch Dauerbehandlung diese Resistentz aus, werden die bald fast 100% des Varroenvestandes ausmachen und der Imker muss die Dosis erhöhen, bis zu dem Limit, welches die Bienen zu stark schädigt. Dies wäre der Sieg der Varroen. Jetzt hast Du aber Deine Pfiffigen in der Beute und arbeitest mit Stossbehandlung, also haben die Pfiffigen Zeit sich zu vermehren, was zu pfiffigen und unpfiffigen Varroen führt, dazu mischen sich die Varroen der Reinvasion und somit sind die Pfiffigen bald wieder in der Minderzahl und Du haust wieder mit einer Stossbahndlung zu, was dann fast alle Varroen wieder eliminiert und so weiter.Fazit: Resistenz bildet sich schneller bei falscher Anwendung, zu schwach oder zu oft. Eine Resistenz der Varroa gegen Säuren, KANN entstehen auch wenn alle alles korrekt durchführen, sollte aber unwahrscheinlich sein, oder zumindest etwas Dauern.Das Beipiel der Medizin war falsch gewählt! Eine Behandlung mit Antibiotika ist eine STOSSBEHANDLUNG! Du nimmst Antibiotika ja nicht Dein Leben lang. Deshalb ist es auch PFLICHT die gesamte verordnete Dosis an Antibiotika nach Angaben des Arztes einzunehmen. Wenn nicht, kannst Du zwar gesund werden, ABER Du hast resistente Krankheitserreger gezüchtet. Bei dem nächsten Ausbruch braucht es dann ein stärkeres Antibiotikum.Ich hab hier mit 2 Behadlungen mit Ameisensäure in Abständen von 7 Tage gearbeitet. Möchte aber auf OS-Verdampfung umsteigen und die AS für Notfälle belassen.Die Bienen haben daraufhin (Drohnen) Brut rausgetragen und alles blieb normal. Habe keine Varroa mehr gesehen (in verdeckelter Drohnen-Brut).
 

Hagen

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[...] ? Dann sollen die durch Pfiffigkeit überleben. Wie? Pinkeln die in ein Taschentuch und halten sich das vor den "Mund"? [...]

Was bei dem alten chem. Kampfstoff "Senfgas" tatsächlich funktioniert.
(so nebenbei angemerkt)

VG
Hagen
 

ImkerH

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Hallo,

zum Vergleich ein kleiner Zwischenstand vom 24.12.2012, Thymolrähmchen-Behandlung und OXS-Bedampfung.

Bei uns hatte es am 24.12. ca. 14 Grad. Die Bienen flogen recht kräftig (Bilder vom 24.12.2012, 14:00h). Es sah nach einem Reinigungsflug und einem "Geniessen“ des Sonnentages auf dem Flugbrett aus. Alle Völker haben nach wie vor Thymolrähmchen drin. Varroafall 2 Stück im gesamten Dezember bei einem, die anderen 0. Das Volk, welchem ich im Oktober die Brut entnahm ist eindeutig das Stärkere. Sofern das alles so bleibt, kann ich hoffen, aber die Frost-/Wärmewechsel sind gefährlich, davor hat man mich hier eindeutig gewarnt. Vor 2 Wochen hatten wir hier noch ca. 35 cm Schnee gehabt. Die zusätzliche Behandlung mit 2 x OXS Bedampfung im November, schien ebenfalls sehr erfolgreich gewesen zu sein. Andere Imker, auch noch mit ALV drin und OXS -Bedampfung, haben ähnliches berichtet. Die gemessene Temperatur in der Beute (Mitte, oben) am Thymolrähmchen schwankte zwischen 6 und 17 Grad je nach Aussentemperatur. Unterhalb von 15 Grad ist die Verdampfung von Thymol zwar eingeschränkt aber nicht unterbunden. Soweit der Stand.
 

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ImkerH

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Fortsetzung meines Berichtes Thymol-Rähmcheneinsatz, wie zuvor beschrieben. Auswinterung der Bienen unter Einsatz von Thymol-Rähmchen. Die Beuten, die mit einem Thymol-Rähmchen (12,5 g Thymol kristallin) über den gesamten Winter weiter ausgestattet waren und der Bodenschieber geschlossen war, sind sehr stark aus dem Winter herausgekommen (Bild unten Beute). Schimmel, Ruhr, Nosema war nicht zu entdecken. Das Flugloch war auf zwei kleine Öffnungen 2 x 7 x 7 mm eingeengt gewesen. Ab Dezember bis heute (Juni) kein Varroa Fall. Die Thymol-Rähmchen sind nach wie vor drin. Die Völker haben bereits im Mai 14 – 16 Waben mit Brut gefüllt. Das Wasser (vom Brüten) lief unten gerade so heraus, auch wenn man den Bodenschieber weiter geöffnet hatte. Dennoch kein Schimmel.

Von jedem dieser Völker konnte man problemlos 2 Ableger mit jeweils 2 geschlossenen Brutwaben und 1 Wabe mit Eiern und offener Brut, ergänzt mit einer Pollen- und einer Honigwabe erstellen. Die Nachzuchtköniginnen sind sehr kräftig. Es wurden pro Ableger ca. 4-6 Nachschaffungszellen angelegt. Bei den Ablegern wurde kein Thymol-Rähmchen bis jetzt eingesetzt. Einige Drohnenzellen waren auch darunter. Nach nun ca. 35 Tagen sind auch auf dem Bodenschieber der Ableger keine Varroen festzustellen. Selbstverständlich kommt nach der Begattung der Königin und nach dem Anlegender Brutnester auch hier sofort ein Thymol-Rähmchen mit 12,5 g Thymol kristallin Anfang/Mitte Juli herein, Bodenschieber wieder geschlossen. Die Ableger entwickeln sich sehr stark (Bild unten Ableger, immer 2 Stück pro Zarge mit einem Trennschied getrennt). Zusätzlich wurden aufgrund der geschlüpften Königinnen 2 zusätzliche Apideas gefüllt.

Die Thymol-Rähmchen (Bild unten Thymol-Rähmchen), welches seit dem letzten Jahr ununterbrochen drin sind, wurden von den Bienen problemlos angenommen, ausgebaut, bestiftet und mit Futter für die Drohnen gefüllt. Die den Thymol-Rähmchen anliegende Wabe (Bild unten Wabe mit Arbeiterinnenzellen) wurde vollständig mit Arbeiterinnen-Zellen angelegt. Eine Distanzierung der Bienen, Brut oder Futtereinlagerung von Thymol-Rähmchen kann ich keinesfalls bestätigen. Thymol-Rähmchen ist im Sommer an der wärmsten Stelle der Beute eingehängt und im Winter in der Mitte.

Die Drohnenzellen wurden diesmal nicht herausgeschnitten. Kurz vor dem Schupf wurden sie auf Varroa untersucht; Zellen herausgeschnitten, eingefroren, geöffnet. Nichts! Selbstverständlich wird die Varroa wieder durch Reinvasion herein kommen aber das werde ich dieses Jahr genau verfolgen und dann wie letztes Jahr sofort mit Oxalsäure Bedampfung angehen. Was offensicht sehr gut war, dass ich letztes Jahr kurz vorm Winter die letzten handtellergrossen Brutflächen herausgeschnitten habe bzw. die ganzen Waben entfernt habe. Diese letzten Zellen waren nach dem öffnen voll mit Varroen, teilweise bis zu 15 Stück pro Zelle gefüllt.

Die Bienen sind sehr kräftig. Vergrössertes 2 Bild. Wir haben mit einer grossen Lupe nach Varroa, Flügeldeformationen usw. gesucht, vergebens. Auch über Grossaufnahmen von Waben mit sehr vielen Bienen, damit wir in Ruhe die Bilder analysieren können. Bis jetzt sehr zufrieden. Ähnliche Ergebnisse haben mir auch andere Imker bestätigt, die ähnlich verfahren haben.

Arbeiten dieses Jahr bezüglich Varroa:
Varroa-Reinvasionsbeginn verfolgen, OX-Bedampfung, wenn nötig. Letzte Brutflächen vor dem Winter entfernen und auf Varroa prüfen. Thymol-Rähmchen permanent drin lassen. Winterbehandlung mit Oxalsäurebedampfung sofern erforderlich.

Soweit mein Bericht bezüglich Thymol-Rähmchen und anschliessender Auswinterung. Beim Thymol-Rähmchen Einsatz spielt der Bodenschieber eine entscheidende Rolle und dass auch im Winter. Jedenfalls das Ergebnis ist einfach mehr als sehr gut und der Aufwand nicht der Rede wert.
 

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Beehouser

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Möchte den Thread nochmals aufleben lassen um eine Erfahrung mitzuteilen:

Ich habe ein Volk (Schwarm 2014) im Herbst mit ApiLiveVar behandelt, da mir das Thymovar ausgegangen war.
Der Schwarm ist Ende Nov. eingegangen. Übrigens der einzige meiner Schwärme, der tot ist. Alle anderen Schwärme erhielten Thymovar.
Ich rätsele rum, habe den Verdacht auch PSM, allerdings ist dies der auffällige Unterschied der Behandlung.

Gibt es Anzeichen, dass ApiLiveVar nicht hinreichend oder anders wirkt als Thymovar?
 

Nils

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Hallo Christian,

bisher habe ich es nur anders herum gehört: ApiLifeVar soll besser wirken als Thymovar....
Wie genau hast du denn behandelt? Wie oftund in welchen Abständen wieviel aufgelegt?

Bei den heurigen Temperaturen würde es mich nicht wundern wenn ApiLifeVar ebenfalls (wie die AS) nicht ausreichend gewirkt hat. Zumindest war das Wetter für mich letztes Jahr ausschlaggebend nach den ersten Bedampfungen KEIN ApiLife aufzulegen wie geplant sondern weiter zu bedampfen.

Servus,

Nils
 

Kuntzsch

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Hallo,
ich war letzten März in Wieselburg auf der Landwirtschaftsmesse.
Dort hielt Herr Oberisser einen Vortrag, am Ende sagte er, wir sollen aufpassen wenn wir Apilife Var verwenden, dies scheint nicht mehr wirklich gut zu wirken. Und er behandelt immerhin die Völker der Imkerschule und seine eigenen.
Ich habe es noch nie verwendet aber vielleicht ist da ja was dran?
LG Lisi
 

Beehouser

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Hallo Christian,

bisher habe ich es nur anders herum gehört: ApiLifeVar soll besser wirken als Thymovar....
Wie genau hast du denn behandelt? Wie oftund in welchen Abständen wieviel aufgelegt?

Bei den heurigen Temperaturen würde es mich nicht wundern wenn ApiLifeVar ebenfalls (wie die AS) nicht ausreichend gewirkt hat. Zumindest war das Wetter für mich letztes Jahr ausschlaggebend nach den ersten Bedampfungen KEIN ApiLife aufzulegen wie geplant sondern weiter zu bedampfen.

Servus,

Nils

Behandlung nach Vorschrift. Thymovar und ApiLifeVar haben fast die gleiche Arbeitsweise.
 

Nils

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Thymovar und ApiLifeVar haben fast die gleiche Arbeitsweise.
Ich weiß, im ersten Jahr war ich großer ApiLifeVar-Anhänger :)
Bis mir dann die Wetterabhängigkeit zu unsicher wurde und außerdem die Bienen mir zu verstehen gaben, daß ihnen das nicht gefällt...


Behandlung nach Vorschrift.
Mmm.
Der österreichische und der deutsche Beipackzettel unterscheiden sich erheblich, von daher wär's interessant gewesen. Aber egal.


Servus,

Nils
 
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